extrapolieren

Das Verb extrapolieren setzt sich aus dem lateinischen extra (außerhalb, außerdem) und einer Abwandlung von interpolieren (z.B. im mathematischen Sinne einen Wert zwischen zwei Werten ermitteln) zusammen. Im Gegensatz zum Interpolieren wird beim Extrapolieren ein Wert oder ein Zustand außerhalb, aber aufgrund von bekannten Zuständen, ermittelt. Für den allgemeinen Sprachgebrauch kann extrapolieren als eine Erschließung eines gleichbleibenden Trends oder Verlaufs in der Zukunft verstanden werden.

Wenn man die Entwicklung der Leistung der Deutschen Nationalmannschaft zum Zeitpunkt des zweiten Spiels in der Vorrunde bei der Europameisterschaft 2012 auf ein mögliches Finale extrapoliert, ist ein Sieg unumgänglich.

Besonders amüsant sind die Prognosen für Deutschland 2050. Es werden bestimmte Tendenzen aus der bisherigen Entwicklung extrapoliert. Demnach sieht es so aus: Das Durchschnittsalter der Cola-Trinker in Deutschland im Jahre 2050 wird 68 Jahre betragen, Die Bevölkerungszahl von 82,1 Mio. (2008) auf 36, 9 Mio. zurückgehen, 34,7 % davon werden älter als 60 Jahre sein. Im Jahre 2050 wird es keinen Kabeljaufisch, keinen Kinobesucher, kein SPD-Mitglied und keinen TV Nutzer mehr geben. Schöne Aussichten!
brand eins,  ein Kommentar der ZEP zu “Die Welt in Zahlen 2011″.

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4 Comments

  1. Alice sagt: 15. Oktober 2012 at 16:48Antworten

    danke

    • Jan Sievers sagt: 15. Oktober 2012 at 20:52Antworten

      Gerne!

  2. Joachim sagt: 1. Mai 2013 at 13:44Antworten

    Da das Interpolieren und das Extrapolieren so nah verwandt sind, und man dieselben mathematischen Funktionen anwenden kann, frage ich mich, ob es für diese beiden Begriffe einen gemeinsamen Oberbegriff gibt. Aber “Polieren” passt ja nun gar nicht. Weiss jemand weiter?

    • Jan Sievers sagt: 1. Mai 2013 at 16:25Antworten

      “Polieren” passt wirklich nicht so gut. :) Leider gibt es tatsächlich kein entsprechendes Fremdwort, das als Oberbegriff dienen könnte.

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