• Konvolut

    Das gehobene Substantiv Konvolut beschreibt ein „Sammelband“ oder ein „Bündel von Schriftstücken“.

    Es wird auch als Synonym für „Sammlung“, z.B. bei Schmuckstücken oder Ähnlichem, verwendet.

    Darüber hinaus bezeichnet man in der Medizin Körperstrukturen, die miteinander verwachsen oder ineinander verschlungen sind, ebenfalls als Konvolut.

    Der Begriff wurde vom lateinischen Wort convolutum (Zusammengerolltes), dem Partizip Perfekt des Verbes convolvere (sich einrollen, winden, zusammenrollen) entlehnt.

    Während des Studiums hat sich bei mir ein Konvolut an Unterrichtsmaterialien angehäuft.

    Clinton hatte in ihrer Amtszeit als Außenministerin mehr als 30.000 E-Mails von ihrem privaten Mailkonto verschickt. Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte das Konvolut in der vergangenen Woche veröffentlicht und durchsuchbar gemacht. – Google wollte beim Sturz Assads helfen, 22.03.2016, golem.de

     

     

  • heterogen

    Das Adjektiv heterogen bedeutet „uneinheitlich“, „andersartig“ oder besagt, dass „etwas aus Ungleichartigem zusammengesetzt“ ist.

    Der Begriff wird häufig verwendet, um Menschengruppen, aber auch biologische, physikalische oder technische Systeme zu beschreiben. Das Gegenteil von heterogen ist homogen.

    Seinen Ursprung hat der Begriff im griechischen heterogenḗs, welches zusammengesetzt ist aus den Wörtern heteros (anders, abweichend) und genos (Art, Gattung, Geschlecht).

    Heterogene Systeme haben den Vorteil, dass durch die Wechselwirkung verschiedener Materialien positive Effekte zum Tragen kommen können.

    Aufgrund der fortschreitenden Globalisierung werden Nationen und ihnen innewohnende Gesellschaften heterogen bleiben.

    Die Philharmonia Zürich fächert unter der Leitung des Neue-Musik-erfahrenen Gabriel Feltz die heterogenen Schichten der Musik ebenso drastisch wie strukturiert auf. – Julia Spinola, Und der Haifisch, 11.02.2016, Zeit online

  • dediziert

    Das Adjektiv dediziert bedeutet „jemandem gewidmet“, „zugeordnet“ oder „zugehörig“.

    Häufig wird der Begriff verwechselt mit dezidiert (entschieden, energisch).

    Abgeleitet von dem Verb dedizieren, hat dediziert seinen Ursprung im lateinischen Verb dedicare (weihen, widmen).

    Im Christentum wurden zahlreichen Kirchen verschiedenen Heiligen dediziert, um ihre besondere Stellung hervorzuheben.

    In der Informationstechnik gelten Server als dediziert, wenn sie nur von einem Eigner allein genutzt werden.

    Die aufwändige Mitarbeit aller in der Danksagung Genannten hat sich gelohnt. Trotzdem hat eine derart dedizierte Verdienstbescheinigung etwas Peinliches. – Karla Schneider, Mutterseelenallein. Und einige Leute wissen leider davon, 08.07.2004, Zeit online

  • restriktiv

    Das Adjektiv restriktiv bedeutet „einschränkend“ oder „beschränkend.

    Speziell in der Sprachwissenschaft meint es, eine Aussage einzuschränken. Ansonsten wird restriktiv verwendet, wenn die Rechte oder Möglichkeiten einer Person eingeschränkt werden. Dies kann im Allgemeinen durch Gesetze oder Vorschriften geschehen.

    Abgeleitet wurde restriktiv vom lateinischen Verb restringere (einschränken).

    In der Firma gelten restriktive Vorschriften, so dass den Mitarbeitern kaum Freiheiten genehmigt werden.

    Restriktive Konjunktionen wie „aber“, „jedoch“ oder „sondern“ sollen einschränkend wirken, um den Sachverhalt abzugrenzen.

    Mazedonien ließ am Grenzübergang Idomeni nur 300 Flüchtlinge durch. In der vergangenen Woche hatte die Regierung in Skopje eine restriktive Grenzregelung beschlossen.
    – 22.000 Menschen sitzen in Griechenland fest, 28.02.16, Zeit online

  • Souveränität

    Das Substantiv Souveränität (die) bezeichnet:

    • die Überlegenheit bzw. das selbstsichere Auftreten einer Person
    • die Unabhängigkeit eines Staates gegenüber dem Einfluss von anderen Staaten (=staatliche Souveränität)
    • das Recht, frei nach eigenem Ermessen zu handeln
    • die höchste Gewalt (Verfügung der Macht) eines Staates

    Je nach Zusammenhang lassen sich auch Synonyme wie Selbstsicherheit, Selbstverwaltung, Selbständigkeit oder Autarkie verwenden.

    Die Herkunft des Begriffs liegt im gleichbedeutenden, französischen souveraineté.

    Trotz aller Widrigkeiten tritt Wladimir Putin immer mit einer ihm eigenen Souveränität auf und hinterlässt kaum einen Zweifel an seiner Person.

    Nach der Zeit des Kolonialismus wurden die meisten Länder von den Kolonialmächten in die Souveränität entlassen.

    Aber die Souveränität eines Landes endet dort, wo die Entscheidungen – und Versprechen – der eigenen Regierung Konsequenzen für andere Länder haben. – Matthias Krupa, Ein entscheidender Moment für Millionen Griechen, 27.06.15, Zeit online

  • Koryphäe

    Das bildungssprachliche Substantiv Koryphäe bezeichnet eine Person, die auf einem bestimmten, meist wissenschaftlichen Gebiet außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt.

    Die Substantive „Experte“, „Autorität“ oder „Fachgröße“ können synonym zu Koryphäe verwendet werden.

    Koryphäe ist hergeleitet vom französischen coryphée (Berühmtester seines Faches) und ursprünglich auf das lateinische coryphaeus (Leiter, Oberhaupt), beziehungsweise das griechische koryphaĩos (Anführer, Chorführer) zurückzuführen.

    Als Koryphäe auf seinem Gebiet erhält er sehr viel Anerkennung, hat aber auch eine stattliche Anzahl Neider.

    Der Chefarzt gilt als Koryphäe, so dass bei der Operation gute Aussichten auf Heilung bestehen.

    Das technische Problem habe ich bis zum Ende nicht verstanden. Aber ich habe schnell gemerkt, dass der Projektleiter eine absolute Koryphäe war – und sich seit Jahren in den Projektdetails verrannt hatte.
    Gabriele Fischer, Von oben draufschauen, Brandeins, 10/2012

     

  • adäquat

    Das Adjektiv adäquat bedeutet „entsprechend“ oder „angemessen“.

    Der Begriff wird bildungssprachlich verwendet, um zu veranschaulichen, ob eine Person, eine Sache, ein Verhalten oder eine Ausdrucksweise der gegebenen Situation in ihrer Bedeutung, Wichtigkeit oder Ähnlichem angemessen ist.

    Weitere Synonyme zu adäquat wären „geeignet“, „angebracht“ oder „passend“.

    Herkunft des Wortes liegt im lateinischen Verb adaequare (gleichkommen, gleichmachen, erreichen) und dem daraus hervorgehendem Adjektiv adaequatus.

    Regeln für adäquates Verhalten in zahlreichen, auch heiklen Situationen werden seit jeher im Knigge zusammengefasst.

    Die Strafe bei Totschlag liegt in Deutschland normalerweise bei fünf bis 15 Jahren. Nicht jeder geht damit konform und hält diese Strafe für adäquat.

    Politik reagiert anders, sie verschärft Gesetze, um zu zeigen, dass sie Sorgen ernst nimmt, um zu belegen, dass sie handelt. Ist das eine adäquate Art auf solche Ängste zu reagieren? – Kai Biermann, Risikoforschung – „Unsicherheit ängstigt uns mehr als Schaden“, 29.01.16, Zeit online

  • Resistenz

    Das Substantiv Resistenz bedeutet „Widerstandsfähigkeit“ oder „Unempfindlichkeit“.

    Es kommt vor allem im biologischen oder medizinischen Zusammenhang zum Einsatz und beschreibt die Widerstandsfähigkeit eines Organismus gegenüber äußeren Einflüssen. Als simples Beispiel kann hier die Resistenz von Krankheitserregern gegenüber Medikamenten angeführt werden.

    Aber es wird auch im übertragenen Sinne verwandt, um „Widerstand“, „Abwehr“ oder „Protest“ von Personen oder Personengruppen zu beschreiben.

    Der Ursprung des Begriffes liegt im lateinischen resistentia (Widerstand).

    Die Ärzte mussten zu einem Ersatzmittel greifen, das ein unnötig breites Wirkspektrum hat. Dieser ungezielte Einsatz von Antibiotika ist eine der Ursachen für die Bildung von Resistenzen. – Karl Broich im Interview mit Harro Albrecht, Medikamente – Kriminelle Strukturen, 13.01.16, Zeit online

    Die Resistenz der Politik gegenüber Vorschlägen aus der Bevölkerung kann zu einer gewissen Resignation führen und Desinteresse erzeugen.

  • implizieren

    Das Verb implizieren bedeutet „beinhalten“, „einschließen“ oder „zur Folge haben“.

    Verwendet wird implizieren meist bei Aussagen, die weiteren Inhalt in sich tragen, ohne diesen tatsächlich auszusprechen. Das Unausgesprochene wird impliziert. Man spricht von einer impliziten Aussage.

    Der Begriff geht auf das lateinische implicare (einwickeln, verflechten, verknüpfen) zurück.

    Während sie sagt: „Es ist nichts.“, impliziert das häufig, dass so einiges im Argen liegt.

    In der Mathematik gilt die Wahrheit des Satzes A als hinreichende Bedingung für den Wahrheitsgehalt des Satzes B. Demnach gilt: A impliziert B.

    Diese 15 Kandidatinnen vereinen die meisten Fans und Follower hinter sich. Dies impliziert aber nicht automatisch, dass diese 15 Bürgerschaftskandidaten die Netzwerke am besten nutzen. – Martin Fuchs, Dröger Scholz, aktive Hinterbänkler, 10.02.15, zeit online

  • defätistisch

    Das bildungssprachliche Adjektiv defätistisch (schweizerdeutsch: defaitistisch) wird abwertend gebraucht und beschreibt Personen, die mutlos agieren bzw. eine pessimistische Einstellung haben. Weiterhin können resignierende Aussagen als defätistisch bezeichnet werden.

    Ein umgangssprachliches Synonym für defätistisch ist „schwarzseherisch“.

    Abgeleitet wurde der Begriff von dem Substantiv Defätist, welches auf Defätismus zurückgeht, das seinen Ursprung im französischen défaitisme hat.

    Vor allem den Sozialdemokraten geht es schlecht. Demotiviert und defätistisch erlebe sie die Wahlkämpfer in den sozialdemokratischen Kreisverbänden, erzählt eine führende Grüne hinter vorgehaltener Hand.
    Lisa Caspari, Rot-Grün und die freie Liebe, 27.04.13, Zeit online

    Die Regierung in Kabul wird einer ermatteten Schutzmacht zuliebe nicht die Korruption bekämpfen, und die Taliban werden vor einem defätistischen Westen keine Angst haben.
    Jan Ross, Internationaler Terrorismus – Ein kleiner Sieg, 06.10.11, Zeit online

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