• Fakturieren

    Das Verb fakturieren ist der Kaufmannssprache zuzuordnen und bezeichnet das Ausschreiben oder in Rechnung stellen von gelieferten Waren und geleisteten Diensten.

    Zudem erfolgt in gleichem Zug die entsprechende Buchung des Geschäftsvorfalls auf das betroffene Konto im externen Rechnungswesen.

    Synonyme zu fakturieren sind „abschätzen“, „ausschreiben“ oder „berechnen“.

    Das Verb ist auf das lateinisch-spanische factura (Rechnung) zurückzuführen.

    Nachdem sich die Reparaturen über Wochen hinausgezogen haben, wurde die Rechnung zu allem Erstaunen direkt im Anschluss an die Fertigstellung fakturiert.

    In diesem Monat wurden im Vergleich zum Vorjahr mehr als doppelt so viele Lieferungen fakturiert.

    Das Unternehmen liefert 85 Prozent seiner Maschinen in jeden Winkel des Auslands. Ein Viertel des Absatzes geht in die USA. Die Dollarschwäche des Sommers habe dem Maschinenbauer bislang nicht geschadet, sagt der Chef. „In Nordamerika können wir fast ausschließlich in Euro fakturieren.“ Außerdem schließe man Kurssicherungsgeschäfte ab.
    Peter Gaide und Marc-Stefan Andres, Limonade für die neuen Reichen, Zeit Online, 04.09.2008

     

  • denunzieren

    Das Verb denunzieren bedeutet, jemanden oder etwas (meist aus niederen Beweggründen) anzuzeigen, zu verraten, oder öffentlich bloßzustellen.

    Synonyme zu denunzieren sind beispielsweise „brandmarken“, „verleumden“, „anschwärzen“ oder „kompromittieren“.

    Denunzieren ist über das lateinische denuntiare (ankündigen, kundtun) herzuleiten.

    Aus Rache denunzierte sie ihren Ex-Mann bei der Polizei und zeigte ihn wegen Steuerhinterziehung an.

    Die Aussage wurde von sämtlichen Journalisten als rechtsradikal denunziert und scharf kritisiert.

    Als der Boss den Jungspund zum Souschef ernannte, war es vorbei mit der Kameraderie. Wojta: „Ich wurde von Stund an gemobbt. Die Kollegen sprachen nicht mehr mit mir.“ Sie warteten auf den geringsten Fehler des Günstlings, um ihn zu denunzieren: „Ich habe oft mehrmals am Tag Rotz und Wasser geheult.“
    Bernd Dörler, Statt Hummer Schinkenfleckerl, Brandeins 12/2014

  • Ambidextrie

    Das Substantiv Ambidextrie ist ein medizinischer Fachbegriff. Er bezeichnet die Beidhändigkeit, beziehungsweise die gleich ausgebildete Geschicklichkeit beider Hände.

    Weiterhin beschreibt die „Organisationale Ambidextrie“ die Fähigkeit von Organisationen, gleichzeitig effizient und flexibel zu sein.

    Ambidextrie stammt aus dem Lateinischen und ist auf die Worte ambo (beide) und dexter (rechte Hand) zurückzuführen.

    Organisationale Ambidextrie, Fairness und Ressourcenschonung stellen wesentliche Hauptziele des Imagewechsels der Firma dar.

    Nach dem Unfall konnte er seine rechte Hand lange Zeit nicht bewegen. Aus der Not heraus trainierte er das Schreiben mit der linken Hand und verfügt mittlerweile über eine bemerkenswerte, selbst angeeignete Ambidextrie.

  • tête-à-tête

    Das Adverb tête-à-tête bedeutet so viel wie „unter vier Augen“ oder „vertraulich“ im Sinne eines vertraulichen Treffens zweier Personen unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

    Des Weiteren bezeichnet die substantivierte Form Tête-à-Tête ein intimes und romantisches Beisammensein bzw. ein Rendezvous.

    Aussprache: tɛtaˈtɛːt, also in etwa „tetta tett“.

    Der Ausdruck tête-à-tête (Kopf an Kopf) wurde aus dem Französischen übernommen.

    Die beiden Staatsoberhäupter nahmen sich reichlich Zeit für ein Gespräch tête-à-tête, in dem Lösungsansätze für den Weg aus der Krise erörtert wurden.

    Der wohlklingende Ausdruck Tête-à-Tête ist in der Zeit der Anglizismen mittlerweile aus der Alltagssprache verschwunden- heutzutage werden nur noch „Dates“ ausgemacht.

    Dem müssen auch die Franzosen zustimmen – obwohl sie letztlich der Auffassung sind, dass die Deutschen ihren Job eh viel zu ernst nehmen, „bierernst“ eben. Während die Franzosen noch ein Tête-à-tête am Kopierer abhalten oder den Geschäftsbesuch zum Menü nach Hause einladen, wollen die Deutschen ihrer Meinung nach stets nur das eine: Ergebnisse sehen.
    Katja Barthels, Das ist ja typisch!, ZEIT Campus Nr. 04/2007

  • nymphoman

    Das Adjektiv nymphoman bezeichnet in Medizin und Psychologie einen krankhaft gesteigerten Sexualtrieb bei Frauen.

    Synonyme zu nymphoman sind „mannstoll“ oder „nymphomanisch“.

    Der Ausdruck ist über das altgriechische nýmphē (Braut) und manía (Wahnsinn, Raserei) herzuleiten.

    Als einziger Mann auf der Party suchte er schließlich das Weite – gänzlich überfordert mit der alkoholisierten, nymphomanen Horde an Frauen.

    In seinem Kasperle-Theater für Erwachsene ist Kasper ein Proll, Gretel eine Schlampe, die Großmutter nymphoman und der Teufel ein depressiver Berliner.
    Fokke Joel, Arien aus Vulgarien, Zeit Online, 02.04.2015

  • pejorativ

    Das Adjektiv pejorativ bedeutet „abwertend“. Es wird insbesondere in der Sprachwissenschaft verwendet, um auszudrücken, dass Begriffe, Ausdrücke oder Redewendungen mit negativer Bedeutung behaftet sind.

    Synonyme zu pejorativ sind unter anderem „abfällig“, „abschätzig“, „abwertend“ oder „geringschätzig“.

    Das Adjektiv ist auf das lateinische peioratum, zu peiorare (verschlechtern) zurückzuführen.

    Verwöhnt von urbanen Nachtclubs mit erstklassigen DJs, erlesenem Publikum und exquisiter Getränkeauswahl, war sie von der kleinstädtischen Disko mehr als gelangweilt. „Provinz-Schuppen“ war noch der freundlichste, pejorative Ausdruck, der im Laufe des Abends über ihre Lippen ging.

    Der Begriff „Stadttheater“ wurde seit den 68ern immer gerne pejorativ verwendet – als kulturbürgerliche Institution des bloß schönen Scheins, der Routine und des Kunsthandwerks. Das war schon immer kokett.
    Ijoma Mangold, Die singende Einkaufstüte, Zeit Online, 16.05.2013

    Theodore Roosevelt soll sie als Erster „muckraker“ genannt haben – etwa „Mist-Harker“ und pejorativ für Enthüllungsjournalisten gebräuchlich. Muckraker galten einerseits als Heroen der Aufklärung, wurden aber auch beargwöhnt, hinter jeder Kulisse Verkommenheiten zu vermuten und vor allem die üblen Seiten der Gegenwart zu beleuchten.
    Carolin Fetscher, Der Aufmacher-Macher, Zeit Online, 01.10.2012

  • Indiskutabel

    Das Adjektiv indiskutabel wird bildungssprachlich abwertend verwendet, um auszudrücken, dass etwas von vornherein unannehmbar und nicht erwägenswert ist.

    Synonyme zu indiskutabel sind beispielsweise „ausgeschlossen“, „nicht infrage kommend“, „unmöglich“ oder auch „undiskutabel“.

    „Annehmbar“, „erörterungswert“ und „diskutabel“ sind Gegenwörter zu indiskutabel.

    Das Adjektiv wird seit dem 20. Jahrhundert gebraucht. Es ist zusammengesetzt aus der verneinenden Vorsilbe in– und diskutabel, welches auf das gleichbedeutende, französische discutable zurückzuführen ist.

    Die Überschreitung der Abgabefrist ist indiskutabel – verspätete Einreichungen werden somit nicht berücksichtigt.

    Die neuen internen Lohnfestsetzungen werden von den Angestellten als indiskutabel angesehen. Inspiriert vom Rest der Republik haben die Arbeitnehmervertreter daher beschlossen, auf die Barrikaden zu gehen und zu streiken.

    Wenn erst mal die Druckmaschinen direkt in den Läden stehen, wie es die französische Kette Fnac bereits erprobt, kann theoretisch jedes Geschäft jedes Buch sofort anbieten. Nur: Die Ausstattung der Bände ist noch sehr schlicht, für Freunde von schönen Bücher sind die Ausgaben völlig indiskutabel.
    Peter Lau, Mehr Wert, Brandeins, 08/2001

  • Xenophobie

    Xenophobie (die) bedeutet eigentlich „Fremdenangst“ wird oft aber mit „Fremdenfeindlichkeit“ gleichgesetzt. Xenophobie beschreibt also eine ablehnende Haltung gegenüber andersartigen Personen. Dazu zählt die Ausländerfeindlichkeit, aber auch die Ablehnung von Personen anderer Glaubensauffassung, anderer sozialer Schichten etc.

    Der Ausdruck setzt sich zusammen aus den griechischen Begriffen xenos (Fremder; aber auch: Gast) und phobos (Angst).

    Eines der großen Probleme unserer Zeit ist die zermürbende Xenophobie, die zur Spaltung der Gesellschaft führt und ein friedliches, positives Miteinander in einem Land erschwert.

    Nationalstolz, das Bewahren der eigenen kulturellen Identität und Xenophobie liegen oft nah beieinander.

    Warum im wiedervereinigten Deutschland die Xenophobie einen neuen, gewalttätigen Höhepunkt erreicht hat, das wird vom Autor sorgfältig und differenziert erörtert. Er verschweigt nicht, daß Politiker und Medien mit ihrem verantwortungslosen Gerede von einer „neuen Völkerwanderung 1 und einer „Asylantenschwemme“ die ausländerfeindlichen Exzesse geradezu begünstigt haben: „Jugendliche Gewalttäter verstanden sich nicht selten als aktive Vertreter einer schweigenden Mehrheit auf einem der politischen Gestaltung entglittenen Feld “
    Volker Ullrich (1994), Flucht vor der Wirklichkeit, DIE ZEIT, 4.3.1994 Nr. 10.

  • Opak

    Das fachsprachliche Adjektiv opak bedeutet im Bereich der Physik so viel wie „undurchsichtig“, „intransparent“ oder „lichtundurchlässig“.

    In der Linguistik kann mit dem Adjektiv zudem beschrieben werden, dass Texte und Aussagen in Wortwahl, Struktur, Form und Bedeutung nicht eindeutig sind. Die Sprache ist somit so verworren, dass sie inhaltlich schlecht nachvollziehbar ist.

    Die alternative Schreibweise zu opak ist opaque.

    Herzuleiten ist das Adjektiv über das lateinische opacus (beschattet).

    Die Badezimmerfenster sind mit opakem Glas ausgestattet, so dass keine Rollos notwendig sind.

    Der Schreibstil des Autors ist mir zu künstlerisch und opak.

    Zusammen erzeugen Tubes And Wires einen opaken Gruppenklang, der näher an Nirvana oder Kraftwerk liegt, am Zirpen der Elektronen und den Rückkopplungswolken des Grunge als am edlen Holz konventioneller Jazzbands.
    Stefan Hentz, Wohin der Sound uns treibt, DIE ZEIT Nº 08/2014

  • Hommage

    Das bildungssprachliche Substantiv Hommage bezeichnet eine Veranstaltung, Darbietung oder ein Werk als Huldigung für einen Menschen.

    Eine Hommage gilt als Ehrung für eine Person, die als besonders inspirierend gilt und eine Art Vorbildfunktion inne hält. Diese Huldigungen werden insbesondere für Künstler abgehalten.

    Hommage ist vom gleichbedeutenden französischen hommage entlehnt.

    Als Hommage an den verstorbenen Schriftsteller wird jedes Jahr eine Themenwoche geplant. Programmpunkte sind unter anderem Lesungen, Ausstellungen und Bühneninszenierungen.

    Jahre später nimmt er sich die Zeit für einen ausgelassenen Spaziergang durch die Stadt, in der er aufgewachsen ist – eine Hommage an alte Zeiten.

    Erst um das Jahr 1970 wurden Computer gebaut, wie Lovelace sie in ihren Fußnoten beschrieben hatte. Doch vergessen wurde ihr Beitrag nicht. Die Computer des Pentagon werden in einer Sprache programmiert, deren Name eine Hommage an die frühe Softwareentwicklerin ist: Ada.
    Ingo Malcher, Die Zauberin der Zahlen, Brandeins, 02/2015

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