• Atheist

    Ein Atheist ist ein Anhänger des Atheismus – einer Weltanschauung, bei der die Existenz eines Gottes verneint oder verleugnet wird. Daher werden Atheisten umgangssprachlich oftmals als „Gottesleugner“, „Nichtchristen“ und „Ungläubige“ bezeichnet.

    Das Substantiv liegt dem griechischen átheos („gottlos“) zugrunde.

    Atheisten glauben nicht an Gott.

    Da er sich selbst als Atheist bezeichnet, weigert er sich kirchlich zu heiraten.

    Wenn alles vorbei ist – das wissen Sie bestimmt noch aus den vergangenen Jahren – haben Sie durchschnittlich hundert Kilo zugelegt und sehen aus wie die Kuh, deren Fleisch und Milch Sie zu Ehren von Jesus und Maria verzehrt haben. Die Atheisten unter Ihnen, die nicht glauben, dass es die Muttergottes und ihren Sohn je gab, haben sich dadurch noch nie davon abhalten lassen, dieses heilige Paar zu feiern.
    Tuvia Tenenbom, Fett wie ein Turnschuh: Jesus ist nicht gestorben, damit Sie fett werden, Zeit Online, 24.12.2013.

     

     

  • Syndrom

    Ein Syndrom ist ein Krankheitsbild, welches aus einem Komplex mehrerer Symptome besteht.

    Das Substantiv stammt aus dem Griechischen; das Präfix sýn bedeutet „zusammen“, dromḗ steht für „Lauf“, also ein „Zusammenlaufen“ oder „Zusammenkommen“.

    Der Patient leidet schon seit längerer Zeit an diesem Syndrom.

    Das prämenstruale Syndrom kann sich unter anderem durch Reizbarkeit, Aggressivität, vermindertes Selbstwertgefühl oder manische Depressionen äußern.

    Die Unfähigkeit, äußere Reize auszublenden, ein ständiger Bewegungsdrang, fahrige Gedanken, Ungeduld, Abgelenktheit und Unruhe – all das sind typische Symptome für das Syndrom, von dem Mediziner lange glaubten, es trete nur unter Kindern und Jugendlichen auf. Verschiedene Untersuchungen belegen mittlerweile, dass die Störung auch im Erwachsenenalter bestehen bleiben kann.
    Julia Völker und Dagny Lüdemann, Serie Psychisch krank: Bin ich ein Versager?, Zeit Online, 06.01.2014.

     

  • Fertilität

    Das Substantiv Fertilität bedeutet „Fruchtbarkeit“, „Zeugungsfähigkeit“ oder „Potenz“. Das Gegenwort ist die „Sterilität“.

    Fertilität stammt aus dem Lateinischen. Hier bedeutet Fertilitas „Fruchtbarkeit“, „Tragbarkeit“ und „Ergiebigkeit“.

    Bei einem Kinderwunsch kann ein Fertilitätstest hilfreich sein.

    Rauchen führt zu einer Einschränkung der Fertilität, bis hin zur Impotenz.

    Der Fortpflanzungserfolg jedoch steigt überproportional: Je größer die Schildkröte, desto mehr Platz für Eier hat sie. Größere Gelege erhöhen die Nachkommenzahl, die Fertilitätskurve steigt.
    Fritz Habekuß, Altern: Wann die Stunde schlägt, 12.12.2013, Die Zeit.

  • Klamauk

    Unter Klamauk versteht man Lärm und Krach, der in Zusammenhang mit viel Bewegung und ausgelassenem Herumtollen steht. Synonyme des umgangssprachlichen Substantivs sind „Spannung“, „Trubel“, „Unruhe“, „Wirbel“ oder „Spektakel“.

    Klamauk stammt aus dem Berlinischen. Es wird angenommen, dass es aus einer lautmalenden Interjektion entwickelt wurde.

    Immer wenn er betrunken ist, macht er schrecklichen Klamauk. Dann unterhält er das ganze Treppenhaus mit seinem Gesang, oder führt in der Wohnung Kunststücke auf seinem Fahrrad vor.

    Der Film hat eine schlechte Kritik. Er enthält zu viel Klamauk, die Charaktere wirken oftmals überzeichnet komisch.

    Steinbrück redet sich in Rage: Der „Quartalsirre“ Seehofer schicke Merkel mit seinem „politischen Klamauk“ auf die Oppositionsbank, „bevor die Wahllokale überhaupt geschlossen haben“. Steinbrück macht Stimmung, die SPD-Fraktion jubelt.
    Tilman Steffen, Bundestagsduell: Steinbrück redet sich heiß, Die Zeit, 03.09.2013.

  • Kollaps

    Das Substantiv Kollaps bezeichnet in erster Linie einen plötzlich auftretenden, körperlichen Schwächeanfall und Zusammenbruch durch Kreislaufversagen und verminderte Hirndurchblutung.

    Neben diesem medizinischen Zusammenhang kann der Ausdruck auch in den Wirtschaftssektor übertragen werden und steht hier für einen wirtschaftlichen Zusammenbruch.

    Des Weiteren kann unter Kollaps die Endphase der Sternentwicklung verstanden werden,  also  das Zusammenfallen des Sterns aufgrund der eigenen Schwerkraft.

    Der Begriff ist vom lateinischen collapsus abgeleitet, was so viel heißt wie „zusammenbrechen“ oder „zusammensinken“.

    Nach dem dritten Kollaps in einer Woche entschied sie, sich gründlich von einem Arzt untersuchen zu lassen.

    In der Diskussionsrunde vertrat er die These, aus einem Sternenkollaps können mehrere schwarze Löcher entstehen.

    Die Angst, sich zu überanstrengen, ist bei ihm allgegenwärtig. Verständlich, vor allem, wenn die Kollapsschwelle so niedrig liegt. “Das ist Rehasport”, sagt er nach der ersten Ausfahrt. Was ihn motiviert? “Zu wissen, dass es besser wird.”
    Andrea Reidl, Zurück in den Sattel 3: Wenn Muskeln zu wenig Sauerstoff aufnehmen, Die Zeit, 30.12.2013.

     

  • Barrique

    Das Substantiv Barrique (die und das, beides korrekt) stammt aus dem Französischen und bedeutet „Fass“.

    Früher wurde der Ausdruck Barrique als gebräuchliches Fassmaß verwendet. Im französischen Bordeaux entspricht ein Barrique etwa 225 Litern, in Burgund handelt es sich um ein Fass mit 228 Litern. Heute handelt es sich bei Barrique allgemeiner um ein Weinfass aus Eichenholz, aber auch um die Abkürzung der in dem Fass hergestellten Barriqueweins.

    Des Weiteren handelt es sich bei der „Barrikade“ um eine Ableitung des Barriques, da die Weinfässer während der Julirevolution 1830 als Straßensperren eingesetzt wurden.

    Die rauchige Holznote des Weins entsteht durch die Reifung im Barriquefass.

    Der Barrique passte exzellent zum Hauptgang.

    „In den letzten 15 Jahren waren Holzaromen das Glutamat des Weinbaus. Wer einmal auf Barrique geeicht war, kam so schnell nicht mehr davon los.“
    Fabian Lange u. Cornelius Lange, Die Ausleser: Am Ende des Holzwegs, Die Zeit, 18.02.2013

  • konspirativ

    Konspirativ bedeutet so viel wie „geheim“, „illegal“ oder „verschwörerisch“.

    In diesem Sinne kann es benutzt werden, um auszudrücken, dass etwas einer Verschwörung oder einem Komplott dient, wie zum Beispiel eine Tätigkeit oder Zusammenarbeit.

    Konspirativ ist abgeleitet vom Substantiv „Konspiration“, welches dem lateinischen conspiratio (Komplott, Verschwörung, Übereinstimmung) entspricht.

    Die Verfechter der Regierung trafen sich zu konspirativen Treffen, um Pläne zu schmieden, welche zum Fall des Diktators führen sollten.

    Der Geheimbund trifft sich in einer konspirativen Wohnung, von der selbst aus den eigenen Reihen nur wenige Mitglieder wissen.

    Dass nun, einen Monat später, die Korruptionsvorwürfe gegen wichtige Unterstützer Erdoğans bekannt werden, ist deshalb wohl kaum Zufall, sondern nur die nächste, beabsichtigte Eskalation. Dafür spricht auch, dass die Details der Ermittlungen sehr schnell in der Gülen-nahen Presse landeten: Die genauen Summen, der vermeintliche Ablauf der konspirativen Treffen und Bestechungen.
    Lenz Jacobsen, Türkei: Mehr Wucht als die Gezi-Proteste, Die Zeit, 21.12.2013.

     

  • Odyssee

    Eine Odyssee bezeichnet eine lange Irrfahrt, also eine abenteuerliche Reise, welche mit vielen Hindernissen verbunden ist.

    Der Ausdruck Odyssee ist auf den Epos des altgriechischen Dichters Homer zurückzuführen. In diesem Epos aus dem 8. Jhd.v.Chr. erzählt Homer von den abenteuerlichen Irrfahrten des Odysseus – ergo einer reinen Odyssee.

    Sich durch die Telefonschleifen des Telefonanbieters durchzuschlagen war eine Odyssee.

    Die Reise war die reinste Odyssee. Erst hing die Bahn mehrere Stunden auf den Gleisen fest, dann fiel die Heizung aus und zu guter Letzt wurde auch noch sein Portemonnaie gestohlen.

    In seinem bekanntesten Roman „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ (2009) begibt sich die Mutter eines Soldaten auf eine Odyssee durch Israel, in der Hoffnung, der Kunde vom Tod ihres Sohnes an der Front durch dauernde Bewegung zu entrinnen.
    Nina May, David Grossman: Der Wiedergänger, Die Zeit, 19.12.2013.

     

  • idiosynkratisch

    Im Allgemeinen bedeutet das Adjektiv idiosynkratisch „spezifisch“ oder „eigentümlich“.

    Idiosynkratisch lässt sich aber auch in speziellen Bereichen verwenden. So steht es in der Medizin für das überempfindliche und heftige Reagieren auf bestimmte Stoffe und Reize.

    In der Psychologie bezeichnet idiosynkratisch eine gewisse Art von Reaktion auf bestimmte Personen oder Gegenstände. Gegenüber diesen Personen wird tiefste Abneigung empfunden und nicht gescheut, diese offen zu zeigen.

    Abgeleitet vom Substantiv „Idiosynkrasie“ stammt idiosynkratisch aus dem Altgriechischen und wird sinngemäß mit „spezifische Beschaffenheit eines einzelnen Körpers“ übersetzt.

    Nach der zweiten Eiseninfusion reagierte ihr Körper idiosynkratisch. Es kam zu einem allergischen Schock.

    Es reichte aus, dass er ihre Stimme hörte und schon sprang er idiosynkratisch auf und schlug die Zimmertür zu.

    „Ich dachte: Ich muss jetzt einen Moment lang anhalten und leben. Wenn das Leben nicht mehr in die Filme dringt, sind sie tot. Ich hatte das Gefühl: Ich lebe nur noch in der Arbeit und war besorgt, dass das ultra-idiosynkratisch wird.“
    Tom Tykwer, „Wenn das Leben nicht mehr in die Filme dringt, sind sie tot.“, Süddeutsche Zeitung, 17.05.2010.

     

  • degradieren

    Das Verb degradieren bedeutet „herabwürdigen“, „erniedrigen“, aber auch „im Dienstgrad oder –rang herabsetzen“. Das Verb wird im Bereich des Militärs (Herabsetzen von Dienstgraden), der katholischen Kirche (Bestrafung Geistlicher durch Degradation) und der Landwirtschaft (Verschlechterung des Bodens) benutzt.

    Der Ausdruck entstammt dem Kirchenlateinischen degradare, welches mit „herabsetzen“ übersetzt wird.

    Das völlig inakzeptable Verhalten des Soldaten führte schließlich zur Degradierung.

    Die Böden degradieren zunehmend, da der Einsatz von anorganischen Düngemitteln immer beliebter wird. Des Weiteren tragen Abholzung und Brandrodung zur Bodendegradierung bei.

    Oft fühlen sich die Ketten zum Showroom für Amazon degradiert. Die Kritik: Viele Kunden probierten die Produkte in den Geschäftsräumen zwar aus. Am Ende kauften sie aber billig bei Bezos.
    Thorsten Schröder, Amazon: Auf Weltherrschaft getrimmt, Die Zeit, 18.12.2013.