• harmonisieren

    Harmonisieren bedeutet zum einen, eine Melodie mit zueinander stimmigen Akkorden zu begleiten oder zu versehen und zum anderen, Gegebenheiten oder Beziehungen in Übereinstimmung oder Einklang zu bringen. Synonyme des Verbs sind „koordinieren“ oder „aufeinander abstimmen“.

    Seinen Ursprung findet harmonisieren im Französischen. Harmoniser bedeutet wörtlich übersetzt „etwas abstimmen“ oder „angleichen“.

    Jegliche Versuche, das einstige Kooperationsbündnis zu harmonisieren, schlugen fehl.

    Um das Musikstück zu harmonisieren, stimmte der Pianist die Akkorde gezielter aufeinander ab.

    Die Reform des Datenschutzes ist die zentrale Gesetzesinitiative, über die die EU zurzeit diskutiert. Mit ihrer Hilfe sollen die teilweise sehr unterschiedlichen Schutzniveaus der 28 Mitgliedsstaaten harmonisiert werden.
    Marlies Uken, EU-Gipfel: Für Merkel geht Abhören unter Freunden gar nicht, Die Zeit, 24.10.2013.

     

  • Arabellion

    Die Arabellion,  besser bekannt als „Arabischer Frühling“, bezeichnet eine Serie von Aufständen, Protesten und Revolutionen in der arabischen Welt, die im Jahre 2010 begann. Als Beginn der Arabellion gilt die Revolution in Tunesien, gefolgt von weiteren Staaten des Nahen Ostens und Nordafrikas gegen die dort vorherrschenden Regime.

    Bei dem Ausdruck handelt es sich um ein Kofferwort, zusammengesetzt aus den Substantiven „Arabien“ und „Rebellion“. Geprägt wurde die die Wortneuschöpfung Arabellion durch die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

    Die sozialen Netzwerke spielten eine entscheidende Rolle während der Arabellion.

    Aufgrund derArabellion wurde ihnen davon abgeraten, die geplante Reise nach Tunesien anzutreten.

    „Schwerpunkt ist Ägypten, das Herz der Arabellion – jenes Aufstandes der arabischen Massen gegen ihre Unterdrücker, der nun schon drei Jahre alt ist und – vorsichtig ausgedrückt – bis jetzt sehr gemischte Ergebnisse gezeitigt hat.“
    Wolfgang Günter Lerch, Sie haben den Schlüssel zur Zukunft in der Hand, FAZ, 13.12.2013.

     

  • Konkurrent

    Das Substantiv Konkurrent, weibliche Form Konkurrentin, bezeichnet jemanden, der im Wettbewerb zu seinen Mitstreitern steht und somit einen Gegenspieler oder Rivalen darstellt. Dieser Wettbewerb kann auf verschiedenen Ebenen ausgetragen werden, wie zum Beispiel im geschäftlichen Sinne, im Sport oder in der Wirtschaft.

    Der Begriff wurde im 18.Jahrhundert vom lateinischen concurrens abgeleitet und bedeutet wörtlich übersetzt „zusammenlaufen“ oder „zusammentreffen“.

    Nach der ersten Rede wurde dem Parteivorstand klar, dass starke Konkurrenten im Rennen um das Bürgermeisteramt sind.

    Die Läuferin aus Südafrika ist die gefährlichste Konkurrentin für die deutsche Marathonliebhaberin.

    „In einem Laden in Kalifornien benutzte eine Frau Pfefferspray, um ihre Konkurrenten von den guten Schnäppchen wegzujagen.“
    Eric T. Hansen, Einkaufsstress: Es lebe der Weihnachtskommerz!,Zeit Online 24.12.2013.

     

  • Akkordisch

    Akkordisch ist ein Adjektiv aus dem Bereich der Musik. Es kann entweder „auf den Akkord bezogen“ oder „in Akkorden geschrieben“ bedeuten. Ein Akkord bezeichnet den Zusammenklang unterschiedlicher Töne oder auch das Erklingen der Obertonreihe einzelner Töne.

    Es wird angenommen, dass sich der Ausdruck vom griechischen chorda, zu Deutsch „Saite“, ableitet. Aber auch der lateinische Ursprung des Begriffes wird durch eine Ableitung von ad cor („zum Herzen“) diskutiert.

    Die Gitarrenfassung des Musikstücks ist akkordisch geschrieben.

    „Sie zeigen alle, wie souverän Louis Couperin Melodien erfinden und bearbeiten konnte, die hochentwickelte Kunst beherrschte, Cantus firmi zu verzieren, etwas zu umspielen, lange virtuose Linien zu bilden und sie raffiniert akkordisch zu stützen.“
    Heinz Josef Herbort,Die neue Schallplatte, Die Zeit, 05.12.1966.

     

  • Arachnophobie

    Das Substantiv Arachnophobie bezeichnet die abnorme Angst vor Spinnen.

    Der Begriff ist zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern  arachnē („Spinne“) und phóbos („Furcht“). Eine Phobie im Allgemeinen ist eine extreme Angst vor gewissen Gegenständen oder Situationen.

    Obwohl in Europa kaum giftige Spinnen zu finden sind, haben viele Europäer eine ausgeprägte Arachnophobie.

    Die Arachnophobie ist eine der weitverbreitetsten spezifischen Phobien in Deutschland, vor allem Frauen erleiden oft Panikattacken, sobald sie einen der achtbeinigen Gliederfüßer sehen.

    „Auf der Bühne wimmelt es von exotischen Figuren und lustigen Tierchen, beispielsweise von krabbelnden Käfern und Spinnen in Menschengestalt. Stuntmen seilen sich in Sekundenschnelle von den Hängebrücken zwischen den Hundeleibern ab, so artistisch, originell und lustig, als sollten alle 7000 Besucher der Premiere auf einen Schlag von Arachnophobie (Spinnenangst) geheilt werden.“
    Wolfram Goertz, Bregenzer Festspiele: Ein Zerberus kommt selten allein, Die Zeit, 25.07.2013.

     

  • Novum

    Das bildungssprachliche Substantiv Novum, Plural Nova, bezeichnet etwas Neues, noch nicht Dagewesenes innerhalb eines bestimmten Fachgebiets oder Komplexes. Als Synonyme lassen sich Neuheit, Novität oder Neuigkeit verwenden.

    Novum ist aus dem Lateinischen abgeleitet. Es handelt sich um das substantivierte Neutrum von novus (neu).

    Die neue Arbeitsstelle verlangte ihm einiges ab. Das Aufgabenfeld war ein komplettes Novum für ihn.

    Ein weiteres Novum bei dem hochwertigen Smartphone ist ein Netzhaut-Scanner, welcher als Sperrfunktion fungiert und somit optimale Sicherheit gewährleistet.

    Die Nachfolger Charles de Gaulles haben in schwierigen Phasen bestenfalls am Amt festgehalten, aber nichts Neues mehr angepackt. Hollande müsste jetzt also Neuland betreten: mit dem Rücken zur Wand Reformen einleiten. Es wäre ein Novum.
    Georg Blume, Frankreich: vor dem Knall, Die Zeit, 21.11.2013.

  • peu à peu

    Der Ausdruck peu à peu stammt aus dem Französischen. Peu bedeutet „wenig“ und so kann peu à peu sinngemäß mit „Stückchen für Stückchen“ oder „nach und nach“ übersetzt werden.

    Die Redewendung, welche in Form eines Adverbs fungiert, kann verwendet werden, um einen langsamen, schleichenden Prozess zu beschreiben, welcher allmählich, sukzessive voranschreitet.

    Antonyme, also Gegenworte, von peu à peu sind schlagartig oder ex abrupto.

    Peu à peu wurden die notwendigen Renovierungsarbeiten des Hauses durchgeführt. Zunächst wurden die Fußböden der einzelnen Etagen abgeschliffen, danach folgten die Erneuerungen der Fenster und der Ausbau des Dachbodens.

    Nach der langen Auszeit, verursacht durch die schwere Verletzung, begann er peu à peu mit dem Muskelaufbau, um sich nicht wieder zu übernehmen.

    Sah es noch vor wenigen Jahren so aus, als würde sich der Finanzplatz – angefangen mit der Deutschen Börse – peu à peu nach Eschborn verabschieden, so scheinen diese Zeiten vorerst vorbei.
    – Tim Kanning, Besser mittendrin, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2013.

  • Biomarker

    Biomarker sind messbare Substanzen, genauer gesagt Produkte von Organsimen, welche innerhalb eines Organismus eventuelle Krankheiten indizieren können.

    Man unterscheidet in qualitative, kategorische und quantitative Analyseverfahren durch Biomarker, um mögliche Erkrankungen zu definieren, optimale Therapiemaßnahmen zu ergreifen oder nahende Krankheitsschübe frühzeitig erkennen zu können.

    Das Substantiv ist seit 1980 in der Medizin und Biologie gebräuchlich.

    Um den Brustkrebs vollständig auszuschließen, wurde ein Biomarker-Test durchgeführt.

    Der Apotheker verwendete für die Messung des Blut-Glucose-Spiegels einen Biomarker.

    Ein Tropfen Blut auf einem Biomarker genügte. Das Verfahren ist schnell und einfach und lieferte dem Paar zugleich die Gewissheit, dass sein Baby gesund sein wird.
    Alina Schadwinkel, Was ist ein Baby?, Zeit.de, 01.03.2012

     

  • Inklusion

    In der Pädagogik und der Soziologie steht Inklusion für die gelungene Verknüpfung heterogener Gesellschaftsgruppen miteinander, beispielsweise das gemeinsame Unterrichten von behinderten und nicht behinderten Kindern in Bildungsstätten.

    Durch das Miteinbeziehen von Personen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen und die Anpassung der Umwelt an diese Gegebenheiten wird Chancengleichheit und das Recht auf selbstbestimmte Teilnahme am sozialen Leben gewährt.

    Inklusion stammt aus dem Lateinischen (inclusio) und bedeutet „Einschluss“. Im Gegensatz dazu steht die „Exklusion“, also der „Ausschluss“.

    Das Konzept der Kita ist ein gutes Beispiel für gelungene Inklusion.

    Im Zuge der Inklusionsdebatte wurde in dem Einkaufszentrum ein zusätzlicher Fahrstuhl eingeplant.

    „Dabei ist die Inklusion, die Integration Behinderter im Alltag wie im Arbeitsleben, von den Vereinten Nationen zum Menschenrecht erklärt worden: Für Rollstuhlfahrer werden Rampen und Fahrstühle gebaut, Schulen müssen bald behinderten Kindern genauso offenstehen wie nicht behinderten.“
    Stefanie Schramm, Mitten ins Leben, Zeit.de, 16.11.2013.

     

  • korrumpieren

    Das schwache Verbe korrumpieren bedeutet „(durch Bestechung) moralisch verderben“.

    Eine korrumpierte Person wurde also mittels Vergünstigungen in den Dienst moralisch zweifelhafter Interessen gestellt. Mal steht dabei das Bestechen im Vordergrund, mal das Verderben. Im übertragenen Sinne können auch Dinge korrumpiert, also verdorben und zweckentfremdet werden.

    Der Begriff wurde aus dem lateinischen corrumpere (verderben, vernichten) entlehnt.

    Sie sprach sich für Integrität auf allen Ebenen aus und ging mit dem Vorsatz ins Amt, sich unter keinen Umständen korrumpieren zu lassen.

    Selbst die Justiz war damals durch und durch korrumpiert. Entscheidungsgrundlage bei Gerichtsverhandlungen war daher oftmals nur noch die Größe des Geldgeschenks.

    Jesse Owens freundete sich bei Olympia 1936 zum Schrecken der Nazis mit dem Deutschen Luz Long an, und gewann eine Goldmedaille nach der anderen. Solche Sachen, erinnert sich da jemand dran? Die großen Sportverbände schon lange nicht mehr. Sie kommerzialisieren und korrumpieren den Sport bis zur Unkenntlichkeit. Er wird zum Event, zum Zirkus, zur Farce.
    Christian Spiller (2012), Sportfreunde, empört Euch!, ZEIT ONLINE.