• frugal

    Das Adjektiv frugal bedeutet „einfach“, „bescheiden“ oder „mäßig“. Meistens wird es im Zusammenhang mit der Lebensweise einer Person oder auf Mahlzeiten bezogen genutzt.

    Frugal ist auf das lateinische Wort frugalis (bieder, ordentlich, wirtschaftlich) zurückzuführen und hat seinen Weg über das französische frugal (mäßig, einfach) in den deutschen Sprachgebrauch gefunden.

    Die Mahlzeiten im Gefängnis bestehen zwar nicht nur aus Brot und Wasser, aber man kann sie dennoch als frugal bezeichnen.

    Aufgrund von monetären Schwierigkeiten stellt sich ein Studentenleben vielerorts als frugal dar.

    Chinesische Zulieferer hat er „erzogen“, so seine Wortwahl, damit sie ihm Einzelteile nicht schlechter, sondern nur billiger liefern. „Design nach Preis“ nennt Kong sein Prinzip – „frugale Innovation“ heißt es in der Managersprache. – Georg Blume und Uwe Jean Heuser, Eine Milliarde Kunden, Die Zeit Nr. 6/2011, 3. Februar 2011

  • pasteurisieren

    Das Verb pasteurisieren bezeichnet das Ausüben eines technologischen Prozesses, bei dem Nahrungsmittel mittels Hitzeeinwirkung haltbar und keimfrei gemacht werden.

    Durch die kurzzeitige Erwärmung fester, pastöser oder flüssiger Lebensmittel bei bis zu 100°C kommt es zur Abtötung von Mikroorganismen. So können beispielsweise Lebensmittel wie Brote, Milch, Frucht- oder Gemüsesäfte keimfrei und haltbar gemacht werden.

    Das Verfahren des Pasteurisierens wurde nach dem Entdecker, dem französischen Chemiker Louis Pasteur (1822–1895) benannt.

    Um eine mikrobielle Verunreinigung der Rohmilch zu verhindern, wird die Milch pasteurisiert.

    Durch die kurze Erhitzungsdauer bleiben verhältnismäßig viele Nährstoffe in dem pasteurisierten Produkt erhalten.

    Zwei Brauereien aus einer Familie, die Weißbier produzieren und dabei das gleiche Grundrezept benutzen. Mindestens 70 Prozent Weizenmalz statt der üblichen 50 Prozent. Das verlängert den Maische- und Läuterungsprozess, da das Weizenmalzkorn, anders als das Gerstenmalzkorn, keinen Spelz mehr hat, aber ein besonderes Aroma erzeugt. Nach der Tankgärung kommt die zeitintensive Flaschengärung hinzu. Und beide Unertls konservieren nicht, stabilisieren nicht, pasteurisieren nicht, was ihr Produkt nur bedingt haltbar macht. Das alles ist nur möglich, weil die Brauereien klein sind.
    Gerhard Waldherr, Mein Bier ist nicht dein Bier, Brandeins, 11/2013

  • kontaminieren

    Das Verb kontaminieren hat verschiedene Bedeutungen. Meist drückt es aus, dass etwas mit giftigen, pathogenen oder radioaktiven Substanzen verseucht ist. In diesem Rahmen gelten „verschmutzen“, „verunreinigen“, „verseuchen“ oder „infizieren“ als Synonyme.

    Des Weiteren bedeutet kontaminieren in der Sprachwissenschaft, zwei Ausdrücke (Wörter oder Fügungen) meist anlassbezogen zu vermengen und sinnverwandt zu belegen. Eine Kontamination ist somit ein Synonym für „Kofferwort“.

    In der Physik steht kontaminieren im engeren Sinne für das Verunreinigen von Kernbrennstoff mit Neutronen absorbierenden Spaltprodukten.

    Kontaminieren ist auf das lateinische contaminare (mit Fremdartigem in Verbindung bringen; verderben) zurückzuführen.

    Diverse Tests haben ergeben, dass das gesamte Territorium durch den Unfall mit den Substanzen kontaminiert ist.

    Das Substantiv Politesse wurde geprägt, indem man die Worte Polizistin und Hostesse kontaminierte.

    Im Nebenraum hätten die Angestellten sich umgezogen. Über nie benutzten Waschbecken hängt eine Garnitur Doppelripp-Unterwäsche in Knallgelb, Original Mäser aus den Siebzigern. Die Farbe war bewusst so auffällig gewählt. Sie sollte verhindern, dass ein Ingenieur vergessen könnte, die kontaminierte Unterhose nach der Arbeit auszuziehen. Denn alle verstrahlte Arbeitskleidung musste im Kraftwerk bleiben und wäre dort gewaschen worden.
    Johannes Schweikle, das Phantomkraftwerk, Brandeins, 11/2014

  • Filius

    Das bildungssprachliche Substantiv Filius wird im scherzhaften Sinne als Begriff für einen jugendlichen Sohn verwendet.

    Synonyme sind dementsprechend „Sohn“, „Junior“ oder „Spross“.

    Filius (Säugling), zu felare (saugen), ist aus dem Lateinischen entlehnt.

    Er ist davon überzeugt, dass sein Filius einmal ein sehr erfolgreicher Mann werden würde. Um dieses Ziel zu erreichen, scheut er keine Kosten und Mühen.

    Der Filius ist immer für eine Überraschung gut – so finden seine Eltern das Haus häufig in einem desolaten Zustand vor, wenn sie von einem Wochenendausflug nach Hause kommen.

    Der Senior hatte in den Zwanzigern an den Kölner Werkschulen studiert, verfügte über Neugier, Charisma und gute Kontakte. All das gab er an Dieter Pesch weiter. Er nahm den Filius schon in den Fünfzigern mit zur Möbel-Avantgarde nach Skandinavien und Italien, stellte ihm in Paris Designgrößen vor und zeigte ihm, wie man den Laden während der Internationalen Möbelmesse in Köln als Branchentreff in Szene setzt.
    Matthias Hannemann, Vermöbelt, Brandeins, 10/2013

  • kontrovers

    Das Adjektiv kontrovers bedeutet „entgegengesetzt“. Oftmals impliziert es die Gegenläufigkeit zum Normalen oder allgemein Anerkannten, so dass es in diesem Sinne auch „umstritten“ bedeuten kann. Dementsprechend spricht man substantiviert von einer Kontroverse als einer Meinungsverschiedenheit

    Ursprung ist das lateinische controversus (entgegengesetzt), welches sich zusammensetzt aus contra (gegen) und vertere (wenden).

    Die Angelegenheit wurde kontrovers diskutiert.

    Auch kontroverse Themen müssen zur Sprache gebracht werden, so unangenehm es auch ist.

    Der Vorschlag führte zu einer langwierigen, kontroversen Debatte.

  • restrukturieren

    Das Verb restrukturieren bedeutet „neu ordnen“, „neu gestalten“ bzw. „die alte Struktur durch eine neue ersetzen“.

    Meistens wird das Verb in wirtschaftlichen Zusammenhängen benutzt, findet aber auch in der Politik oder anderen Bereichen des Lebens Verwendung. Häufig in substantivierter Form (Restrukturierung) oder in Verbindung mit -maßnahmen (Restrukturierungsmaßnahmen).

    Entlehnt wurde der Begriff vom lateinischen structura (Aufbau, Ordnung, Struktur) und der Vorsilbe re- (zurück, wieder).

    „Aufgrund seines mäßigen Trainingserfolges hat er sich vorgenommen, sein Workout zu restrukturieren.“

    „Der Vorstand um Matthias Harsch will sich mit dem Antrag nun die Zeit verschaffen, um Loewe schneller zu restrukturieren und die neue Unternehmensstrategie umzusetzen.“ – TV-Hersteller Loewe beantrag Gläubigerschutz, Zeit Online, 16. Juli 2013

    „Das Land solle nach dieser Variante die Eurozone für mindestens fünf Jahre verlassen und seine Schulden restrukturieren.“ – Skepsis gegenüber Athener Reformpaket, Zeit Online, 11. Juli 2015

  • Zenit

    Das bildungssprachliche Substantiv Zenit bezeichnet in der Astronomie den gedachten, höchsten Punkt des Himmelsgewölbes senkrecht zum Standort des Beobachters bzw. über einem bestimmten Bezugspunkt auf der Erde. In diesem Sinne gilt der Zenit als Scheitelpunkt.

    Antonym zu Zenit ist der „Nadir“, also der Fußpunkt gegenüber dem Zenit.

    Des Weiteren wird das Substantiv in der Bildungssprache gebraucht, um den [Zeit]punkt der höchsten Entfaltung oder Wirkung – mit anderen Worten also einen Höhepunkt – zu beschreiben. In diesem Sinne sind „Krönung“, „Maximum“, „Optimum“, „Finale“ oder „Klimax“ Synonyme zu Zenit.

    Das Substantiv wurde im 16. Jahrhundert vom italienischen zenit (höchster Punkt, Höhepunkt) entlehnt, welches auf das arabisch samt ar-ra’s (Richtung des Kopfes, Scheitelpunkt) zurückgeht.

    Heute Nacht um 2:30 Uhr wird der Stern im Zenit stehen.

    Viele Kinder-Stars aus Hollywood haben schon vor ihrem Teenager-Dasein den Zenit ihres Ruhmes erreicht. Meist folgen darauf nur noch Skandale und Abstürze um Alkohol, Drogen und Sex.

    Im Zenit der Euro-Krise wich die Notenbank zweimal von ihrem Rhythmus ab: Im Dezember 2011 und im Februar 2012 versorgte sie die Banken mit jeweils rund 500 Milliarden Euro zu einem Zinssatz von etwa einem Prozent für drei Jahre.
    Marcus Pfeil, Die Grenzer, Brandeins, 03/2013

  • unisono

    Das Adverb unisono ist ein Begriff aus dem Bereich der Musik und bedeutet „im Einklang“ oder „im Einklang zu spielen oder zu singen“.

    Unisono kann aber auch unabhängig von der Musik benutzt werden, um auszudrücken, dass Gegenstände, Personen oder Situationen übereinstimmend oder im Einklang sind.

    Synonyme für unisono sind beispielsweise „einstimmig“, „einvernehmlich“, „übereinstimmend“ oder „zusammen“.

    Das Adverb ist aus dem Italienischen entlehnt und auf das spätlateinische unisonus (eintönig, einförmig), zu lateinisch unus (einer, ein Einziger) und sonus (Ton, Klang), zurückzuführen.

    Das Geigen-Duo überzeugte unisono in dem Konzert.

    Obwohl die Interessen der beiden Parteien unterschiedlicher nicht sein könnten, haben sie in ihren Pressemitteilungen unisono gemeinsamen Ziele angekündigt.

    Der Chef duzt sich mit vielen Mitarbeitern, die unisono sagen, er lasse einem, wenn er Vertrauen gefasst habe, große Freiräume. Beim täglichen Frühstück für alle 150 Beschäftigten, das die Firma bezahlt, mischt sich der große, hagere Mann zwanglos unter die Mitarbeiter, während seine Hunde durch die Reihen streifen.
    Stefan Scheytt, Nimbus: Mickey Maus hat’s raus, Brandeins, 10/2012

  • Misanthrop

    Ein Misanthrop ist ein Menschenfeind oder Menschenhasser und damit das Gegenteil eines Philanthropen.

    Der Begriff stammt aus dem Griechischen, wo misé͞in „hassen“ und ánthrōpos „Mensch“ bedeutet.

    Er ist ein richtiger Misanthrop, läuft immer mit säuerlicher Miene durch die Gegend und grüßt selbst an Feiertagen niemanden.

    Mankells große Suggestion besteht nun darin, diesen eigentlich ungenießbaren narzisstischen Misanthropen liebenswert zu machen, indem er uns, exklusiv nur uns Leser, teilhaben lässt an seinem Innenleben. Nur wir wissen, dass Wallander ein guter Mensch ist.
    Tobias Gohlis (2001), Kurt Wallander, Held unserer Zeit, DIE ZEIT, 45/2001.

  • Pseudonym

    Der Begriff Pseudonym kann als Substantiv oder Adjektiv verwendet werden.

    Das Substantiv Pseudonym (das) bezeichnet einen „Decknamen“. Das kann etwa ein erfundener Name eines Autors bzw. einer Autorin sein. Ein Pseudonym wird meist zur Verschleierung der Identität verwendet.

    Das seltener verwendete Adjektiv pseudonym beschreibt das Auftreten einer Person bzw. die Veröffentlichung eines Werkes unter eben diesem Decknamen.

    Entlehnt wurde der Begriff vom altgriechischen Adjektiv pseudōnymos (mit falschem Namen auftretend).

    Der bekannte Horror-Schriftsteller Stephen King veröffentlichte sieben Romane unter dem Pseudonym „Richard Bachman“, um herauszufinden, ob die Bücher sich aufgrund ihrer Qualität oder seines Namens so gut verkaufen.

    Facebook geht es um viele Nutzer mit Realnamen, weil sich diese kommerziell besser verwerten lassen. Dass eine Plattform auch unter pseudonymer Nutzung funktioniert, zeigen Twitter, WhatsApp oder Google+. – Mark Spörrle, Hat sich Ihr Leben durch die Flüchtlingskrise verändert?, Zeit online, 28. Februar 2016

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