prätentiös

von Jan Sievers



Das Adjektiv prätentiös  bedeutet im deutschen Sprachgebrauch soviel wie “selbstgefällig” oder auch “effekthascherisch”.

Eine Person oder ihr Verhalten wird als prätentiös bezeichnet, wenn sie sich als Experte aufspielt ohne das entsprechende Hintergrundwissen zu besitzen oder wenn sie sich selbstherrlich hervortut und wenn sie wichtigtuerisch auf andere herabblickt. So gilt beispielsweise – auch interessant im Kontext dieses Internetangebots – ein übermäßiger und unnötiger Gebrauch von Fremdwörtern als prätentiös.

Der Begriff stammt aus dem Lateinischen, wo praetendere “Anspruch erheben” bedeutet.

Bisher war sie von ihm recht angetan gewesen, doch dass er im Restaurant allerlei Änderungswünsche an seinem Gericht hervorbrachte und letztlich sogar wissen wollte, welche Sorte Balsamico-Essig – den er ‘Aceto Balsamico’ nannte – für das Salatdressing verwendet werde, empfand sie als störend prätentiös.

Je prätentiöser der Stil einer wissenschaftlichen Arbeit, desto dünner ist meist der Inhalt.

Drinnen tritt sie ans Rednerpult, eine zarte, zerbrechlich erscheinende Frau von 59 Jahren. Nichts an ihr wirkt prätentiös, nichts pompös. Sie trägt eine schlichte schwarze Jacke, als Schmuck nur eine Perlenkette, ihre dünnrandige Intellektuellenbrille wird von einem pflegeleichten Pagenschnitt umrahmt.
- Thomas Kleine-Brockhoff (2007), Die Elite wird weiblich, Die Zeit, 15.02.2007.

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