Fremdwörter mit K

  • konstatieren

    Das Verb konstatieren bedeutet „ermitteln“, „wahrnehmen“ oder „feststellen“.

    Mit Abstand am häufigsten wird konstatieren als Synonym zu „feststellen“ gebraucht. In diesem Sinne meint der Begriff also, eine Tatsache zu erkennen und in der Regel auch zu äußern, d.h. laut auszusprechen.

    In den deutschen Wortschatz wurde der Begriff aus dem gleichbedeutenden französischen constater entlehnt, welches auf das lateinische constare (bekannt sein, feststehen) zurückgeht.

    Nach einem Blick auf die Quartalszahlen konstatierte er die positive Entwicklung des Unternehmens.

    Sie konstatierte, ein verschwenderischer Umgang mit Steuergeldern habe zu der politischen Vertrauenskrise beigetragen.

    Das Gericht konnte nur noch eine unzureichende Beweislage konstatieren und die Angeklagte in allen Punkten freisprechen.

  • Kaschieren

    Das Verb kaschieren bedeutet „beschönigen“, „korrigieren“, „verbergen“ oder „verschleiern“.

    Wenn man eine Sache oder einen Zustand kaschiert, so verändert man etwas oder stellt etwas so dar, dass eine positivere Wirkung erzielt wird. Das heißt, man verdeckt bestimmte Mängel, damit diese nicht mehr erkennbar sind.

    Kaschieren wird unter anderem auch in der Theaterbranche und Textilindustrie verwendet, um den Herstellungsprozess plastischer Teile der Bühnendekoration zu beschreiben oder die Verklebung zweier Textilgewebe miteinander durch die Einlagerung von Klebstoff.

    Der Begriff wurde im 17.Jahrhundert dem französischen cacher („verstecken“) entlehnt.

    Durch vorteilhafte, weite Kleidung lassen sich allerlei Problemzonen, wie zum Beispiel weihnachtlicher Bauchspeck, kaschieren.

    Um triste Buchrücken attraktiv zu gestalten, werden sie mit dekorativen Einbänden kaschiert.

    Der zweitgrößte Automobilclub der Welt war wegen Manipulationen beim Autopreis Gelber Engel in die Kritik geraten. Dabei waren die Teilnehmerzahlen für ein Voting zum beliebtesten Auto der Deutschen geschönt worden, um das geringe Interesse der ADAC-Mitglieder an der Wahl zu kaschieren.
    Zeit Online, ADAC: Grüne werfen ADAC Manipulation bei Deutschland-Rallye vor, Zeit Online, 21.01.2014.

  • kontaminieren

    Das Verb kontaminieren hat verschiedene Bedeutungen. Meist drückt es aus, dass etwas mit giftigen, pathogenen oder radioaktiven Substanzen verseucht ist. In diesem Rahmen gelten „verschmutzen“, „verunreinigen“, „verseuchen“ oder „infizieren“ als Synonyme.

    Des Weiteren bedeutet kontaminieren in der Sprachwissenschaft, zwei Ausdrücke (Wörter oder Fügungen) meist anlassbezogen zu vermengen und sinnverwandt zu belegen. Eine Kontamination ist somit ein Synonym für „Kofferwort“.

    In der Physik steht kontaminieren im engeren Sinne für das Verunreinigen von Kernbrennstoff mit Neutronen absorbierenden Spaltprodukten.

    Kontaminieren ist auf das lateinische contaminare (mit Fremdartigem in Verbindung bringen; verderben) zurückzuführen.

    Diverse Tests haben ergeben, dass das gesamte Territorium durch den Unfall mit den Substanzen kontaminiert ist.

    Das Substantiv Politesse wurde geprägt, indem man die Worte Polizistin und Hostesse kontaminierte.

    Im Nebenraum hätten die Angestellten sich umgezogen. Über nie benutzten Waschbecken hängt eine Garnitur Doppelripp-Unterwäsche in Knallgelb, Original Mäser aus den Siebzigern. Die Farbe war bewusst so auffällig gewählt. Sie sollte verhindern, dass ein Ingenieur vergessen könnte, die kontaminierte Unterhose nach der Arbeit auszuziehen. Denn alle verstrahlte Arbeitskleidung musste im Kraftwerk bleiben und wäre dort gewaschen worden.
    Johannes Schweikle, das Phantomkraftwerk, Brandeins, 11/2014

  • kontrovers

    Das Adjektiv kontrovers bedeutet „entgegengesetzt“. Oftmals impliziert es die Gegenläufigkeit zum Normalen oder allgemein Anerkannten, so dass es in diesem Sinne auch „umstritten“ bedeuten kann. Dementsprechend spricht man substantiviert von einer Kontroverse als einer Meinungsverschiedenheit

    Ursprung ist das lateinische controversus (entgegengesetzt), welches sich zusammensetzt aus contra (gegen) und vertere (wenden).

    Die Angelegenheit wurde kontrovers diskutiert.

    Auch kontroverse Themen müssen zur Sprache gebracht werden, so unangenehm es auch ist.

    Der Vorschlag führte zu einer langwierigen, kontroversen Debatte.

  • kolportieren

    Das schwache Verb kolportieren bedeutet „Gerüchte verbreiten“, meint also das Weiterverbreiten unwahrer oder ungesicherter Behauptungen und Halbwahrheiten.

    Herkunft des Fremdwortes ist das französische Kolportage, also der Hausierhandel. Vertrieben wurde dabei mit besonderem Vorzug minderwertige Literatur.

    Die Regenbogenpresse kolportierte ungeniert Details aus seinem Privatleben.

    Es wird derzeit dezent kolportiert, dass die Wahlergebnisse nicht auf rechtmäßigem Wege zustande gekommen seien.

    Die Ehre ihres Besuches hatte sein Ansehen noch gemehrt, allenthalben wurde dieses Ereignis kolportiert und endlos erörtert. Und wie immer in solchen Fällen fantasievoll ausgeschmückt.
    Wolfgang Müller (2012), Lebensgeschichte, ZEITmagazin, 16.5.2012 Nr. 21.

  • Koryphäe

    Das bildungssprachliche Substantiv Koryphäe bezeichnet eine Person, die auf einem bestimmten, meist wissenschaftlichen Gebiet außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt.

    Die Substantive „Experte“, „Autorität“ oder „Fachgröße“ können synonym zu Koryphäe verwendet werden.

    Koryphäe ist hergeleitet vom französischen coryphée (Berühmtester seines Faches) und ursprünglich auf das lateinische coryphaeus (Leiter, Oberhaupt), beziehungsweise das griechische koryphaĩos (Anführer, Chorführer) zurückzuführen.

    Als Koryphäe auf seinem Gebiet erhält er sehr viel Anerkennung, hat aber auch eine stattliche Anzahl Neider.

    Der Chefarzt gilt als Koryphäe, so dass bei der Operation gute Aussichten auf Heilung bestehen.

    Das technische Problem habe ich bis zum Ende nicht verstanden. Aber ich habe schnell gemerkt, dass der Projektleiter eine absolute Koryphäe war – und sich seit Jahren in den Projektdetails verrannt hatte.
    Gabriele Fischer, Von oben draufschauen, Brandeins, 10/2012

     

  • Kokolores

    Das umgangssprachliche Substantiv Kokolores bedeutet so viel wie „Blödsinn“, „Unfug“, „Nonsens“, aber auch „Geschwätz“ oder “Getue“.

    Die Herkunft des Wortes ist bis heute nicht geklärt. Es wird diskutiert, ob der Ausdruck womöglich von dem mittelniederdeutschen Wort Gokeler („Gaukler“) abgeleitet wurde. Diese Herkunft stützt man auf die Ähnlichkeit des Wortlauts. Alternativ wird Kokolores auf den Ruf des Hahns bezogen, welchem Stolz und Prahlerei nachgesagt wird.

    Nachdem er den ganzen Abend nur Kokolores geredet hatte, schwor sie, sich nie wieder auf ein Blinddate einzulassen.

    Die Molekularküche ist für den traditionellen Koch kompletter Kokolores.

    „Trainer sagt, Ball musse ins Tor – alles andere is‘ Kokolores.“ Ergo: Hauptsache, der Ball zappelt im Netz. Wie er dorthin gelangt, ist nachrangig.
    Jens Hungermann, Die Phantomdebatte, Welt am Sonntag, 20.10.2013

  • Kakophonie

    Die Kakophonie bezeichnet eine schlecht klingende Folge von Lauten, also einen Missklang.

    Das Substantiv kann sich auf die Sprachwissenschaft, aber auch auf den Bereich der Musik beziehen. Antonym des Substantivs ist die Eufonie: der „Wohlklang“.

    Der Ausdruck findet seinen Ursprung im griechischen kakophonia, bestehend aus dem Präfix kakós (Miss-) und phōnḗ (Klang, Ton).

    Die Kakophonie des Musikstücks hielt sie nicht davon ab, es rauf und runter auf dem Klavier zu spielen und alle anderen damit zu nerven.

    Sie tat sich schwer, die fremde Sprache zu lernen. Alles klang so schrecklich kakophon.

    Ein Zweipersonenorchester mit ausreichend Empathie fürs gefühlige Genre, dessen Folkpop sich angenehm durch die Kakophonie des Alltags schlängelt.
    Jan Freitag, Zwei mit einer Stimme, Die Zeit, 03.09.2013.

     

  • klandestin

    Das bildungssprachliche klandestin bedeutet so viel wie „unbeobachtet“, „im Verborgenen befindlich“ oder „geheim gehalten“. Der Begriff kann sowohl als Adjektiv als auch als Adverb gebraucht werden.

    „Heimlich“, „diskret“ oder „geheim“ können als Synonyme für klandestin verwendet werden.

    Klandestin ist auf das französische clandestin, beziehungsweise das lateinische clandestinus (heimlich) zurückzuführen.

    Klandestin, ohne sich vom Gastgeber zu verabschieden, verließ er die Party.

    Allerdings beschränkten sich ihre Aktivitäten, bis auf eine Demonstration gegen „linke Gewalt“ in Lichtenberg Ende September mit 60 Teilnehmern, lediglich auf klandestin organisierte Minikundgebungen und der Teilnahme an anderen rechten Aufmärschen.
    Theo Schneider, Berlin: Neonazis wollen vor Brandenburger Tor auflaufen, Zeit Online, 12.02.2014

  • kafkaesk

    Das Adjektiv kafkaesk beschreibt ein unergründliches Gefühl der Bedrohung, der Unsicherheit oder des Ausgeliefertseins, etwa angesichts einer im Dunkeln liegenden Macht.

    Der Begriff ist kein Fremdwort im eigentlichen Sinne. Er hat seinen Ursprung nicht in einer fremden Sprache, sondern im Namen des Schriftstellers Franz Kafka.

    So sehen sich beispielsweise in Kafkas unvollendeten Werken „Das Schloss“ und „Der Prozess“ die Protagonisten einer undurchschaubaren und unerreichbaren Bürokratie ausgeliefert.

    Zunächst wurde der Begriff nur im literarischen Umfeld verwendet, wo Werke, die eine ähnliche Grundstimmung und einen ähnlichen Stil wie die Werke Kafkas aufwiesen, als kafkaesk bezeichnet wurden. Im heutigen Sprachgebrauch können auch reale Situationen, Sachverhalte und Strukturen als kafkaesk beschrieben werden.

    Sie wusste nicht, wer der richtige Ansprechpartner für ihr Anliegen war oder ob es überhaupt einen gab. Sie wurde nur von Amt zu Amt, von Sachbearbeiter zu Sachbearbeiter geschickt, ohne einen Hoffnungsschimmer ihrer misslichen Lage doch noch Herr werden zu können. In dieser geradezu kafkaesken Situation verlor sie beinahe den Verstand.

    Er machte die kafkaeske Erfahrung, ohne Grundlage und ohne sich an jemanden wenden zu können, an den Pranger gestellt zu werden.

    Wirklich beunruhigend jedoch wurde es, als ich innerhalb der Behörde ein drittes Mal überprüft wurde. Mich beschlich trotz meines guten Gewissens und der eindeutigen Aktenlage dabei das kafkaeske Gefühl, Gegenstand einer anonymen Untersuchung zu sein, deren Anlass ich ebenso wenig erfuhr wie ihr Ergebnis.
    – Joachim Walther (2006), Stasi:Immer im Dienst, Die Zeit, 07.12.2006 Nr. 50.