Fremdwörter mit U

  • usurpieren

    Das Verb usurpieren bedeutet, widerrechtlich (und oft mit Gewalt) Machtbefugnisse oder Besitz an sich zu reißen. Beispielsweise also mittels eines Militärputsches die Regierungsgewalt über einen Staat zu erlangen. Jemanden, der so vorgeht,  nennt man einen Usurpator.

    Der Begriff hat seinen Ursprung im lateinischen usurpare (gebrauchen, in Besitz nehmen).

    Er usurpierte den Staat und regierte für einige Jahre als Diktator.

    Sie usurpierte schließlich den Vorsitz über die Versammlung und konnte sich so mit ihrer unkonventionellen Meinung Gehör verschaffen.

  • unilateral

    Das Adjektiv unilateral bedeutet „einseitig“. Es wird meist verwendet, um politische Handlungen oder Ereignisse als von einem Akteur ausgehend bzw. nur einen Akteur betreffend zu beschreiben.

    Der Begriff setzt sich zusammen aus den lateinischen Worten unus (ein/e) und latus (Seite).

    Anstatt Verhandlungen mit den anderen Staatschefs abzuwarten, preschte er mit einem unilateralen Beschluss vor.

    Sie gibt sich deutlich verhandlungsbereiter als ihr häufig unilateral handelnder Vorgänger.

  • unartikuliert

    Das Adjektiv unartikuliert bedeutet „nicht in klare Worte gefasst“. Es beschreibt undeutlich oder auch ganz Worte ausgedrückte Gefühle, Pläne etc. Wird eine Person als unartikuliert bezeichnet, hat der Begriff eine abwertende Konnotation und beschreibt jemanden als simpel und in Folge dessen unfähig, sich in klaren Worten auszudrücken.

    Das Deutsche „artikulieren“ hat seinen Ursprung im lateinischen articulare (deutlich aussprechen). Adjektiviert und mit dem verneinenden deutschen Präfix un- versehen ergibt sich der hier beschriebene Ausdruck.

    Mit unartikuliertem Gebrüll stürzte er sich auf den Gegner, der schon nach dem ersten Schlag wie ein gefällter Baum zu Boden krachte.

    Ihre unartikulierte Trauer scheint sie von innen heraus zu verzehren.

  • Unitarismus

    Als Unitarismus bezeichnet man das politische Ziel, die zentrale Macht eines Staates weiter zu stärken. Der Begriff taucht heute allerdings häufiger im Zusammenhang mit verschiedenen christlichen Religionsgemeinschaften auf, die die Dreifaltigkeit ablehnen oder zumindest infrage stellen. Der Begriff als solches wird allerdings nur selten verwendet, da in diesem Kontext häufiger von Unitariern gesprochen wird.

    Der Begriff geht auf das lateinische Wort unitas zurück, das Einziger bedeutet.

    Die Ablehnung der Dreifaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil des Unitarismus.

    Er ist ein Unitarier, er gehört einer unitarischen Kirche an.

    Der Unitarismus ist besonders in den USA weit verbreitet.

  • urban

    Das Adjektiv urban ist auf das lateinische urbanus (zur Stadt gehörend) zurückzuführen. Die urspüngliche Bedeutung wurde leicht erweitert, sodass mit urban heute etwas städtisches oder „für das städtische Leben charakteristisches“ gemeint ist. Urban wird jedoch auch dafür verwendet, um auszudrücken, dass jemand gebildet oder weltgewandt ist.

    Urbane Rohstoffressourcen werden in der Zukunft eine große Rolle spielen, denn die Vorräte in den Minen der wichtigsten Rohstoffe werden sukzessive  weniger. So geht man davon aus, dass auf Deponien und in urbanen Strukturen bereits mehr Kupfer enthalten ist, als in allen bekannten Kupferreserven.

    Er flanierte über die Meile und unterstrich durch ein abgehobenes und internationales Designer-Outfit sein urbanes Wesen.

  • ubiquitär

    Das Adjektiv ubiquitär stammt aus dem Lateinischen, wo ubique soviel wie „überall“ bedeutet. Im deutschen Sprachgebrauch wird es als „allgegenwärtig“ oder „überall verbreitet“ verwendet.

    Ubiquitär kann gut verwendet werden, um eine bedingungslose Verbreitung oder Allgegenwärtigkeit eines Sachverhaltes, eines Gegenstandes, Konventionen, Meinungen oder auch von Organismen hervorzuheben. Beispielsweise spricht man in der Informationstechnologie von „ubiquitären Informationen“ oder in wirtschaftlichem Kontext von „ubiquitären Wirtschaftsgütern“.

    In Zeiten hoher Individualisierung wird die „Kraft der starken Marken“ als Königsweg zum Kunden gesehen. Ein Pfad mit zahlreichen Fallgruben: Irrtum 1: das ubiquitäre Branding, das heißt die zwanghafte Neigung, jede beliebige Kundenbeziehung zu markieren.
    – Franz Liebl, Die Marken-Seuche, brand eins 05/2001.

    Ethische Grundsätze sind überall und bedingungslos vertreten, sie sind ubiquitär.

    Radioaktivität ist ubiquitär in jedem Medium vorhanden, die Intensität ist jedoch in Erdnähe unkritisch. In höheren Lagen hingegen nimmt sie kontinuierlich zu.