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Bredouille

Bredouille (die) bedeutet „Verlegenheit“ oder „Bedrängnis“. Eine Bredouille ist also eine schwierige Situation, aus der man nicht so leicht wieder herauskommt.

Ausgesprochen wird das Wort etwa „bredullje“ bzw. in echter Lautschrift [breˈdʊljə].

Der Ausdruck entstammt dem französischen bredouille (Dreck) und ist vermutlich als Ausdruck für eine Spielsituation im Brettspiel Trictrac, dem Vorläufer des heutigen Backgammon, ins Deutsche gelangt. Eine Bredouille im Trictrac liegt dann vor, wenn einer der Spieler besonders stark im Vorteil ist und der verlierende Spieler das Nachsehen hat. Nebenbei: Trictrac ist auch unter den Namen Wurfzabel und Puff bekannt, wobei letzteres für des Geräusch auf den Tisch fallender Würfel steht. Daraus leitet sich die bis heute umgangssprachlich gebrauchte Bezeichnung von Freudenhäusern als Puffs ab, da das Spiel in diesen im Mittelalter weit verbreitet war.

Bisher lief es immer gut, aber die letzte Fehlinvestition hat uns wirklich in eine finanzielle Bredouille gebracht.

Als Karl-Theodor zu Guttenberg mit seiner Doktorarbeit in die Bredouille geriet, stützte ihn die Bundeskanzlerin mit einem schönen Satz: Sie habe keinen wissenschaftlichen Mitarbeiter, sondern einen Verteidigungsminister ins Kabinett berufen.
Matthias Geis (2013), Amt ohne Titel, DIE ZEIT, 7.2.2013 Nr. 07.

Blasphemie

Das Substantiv Blasphemie bedeutet „Gotteslästerung“, also die Beleidung einer Gottheit oder etwas Heiligem.

Übertragen wird der Begriff gelegentlich auch auf andere Beleidigungen angewendet, womit deren Ziel – oft scherzhaft übersteigert – als göttlich oder heilig erklärt wird.

Das lateinische blasphemia bedeutet „Schmähung“.

Kritik am Bundestrainer? Reinste Blasphemie!

Seine kritischen Äußerungen zum Islam werden von vielen als Blasphemie interpretiert.

In einigen Betrieben gilt Kritik am Vorgesetzten immer noch als Blasphemie.

Provokationen, selbst Blasphemie, dürfen sein, wenn sie aufklärerisch wirken. Sie sind aber kein Wert für sich. Wenn sie nur andere verletzen sollen, findet die Meinungsfreiheit ihre Grenze.
Ludwig Greven, Mehr Respekt bitte!, Zeit online.

Bastard

Das Substantiv Bastard wurde direkt aus dem Französischen übernommen. Sowohl das französische bastard als auch die deutsche Entsprechung dienten zunächst als Begriff für ein außerehelich gezeugtes Kind eines Adligen.

Übertragen von der ursprünglichen Bedeutung werden nun auch sogenannte Hybriden, also Pflanzen oder Tiere, die durch Kreuzung unterschiedlicher Arten oder Rassen entstanden sind, als Bastard bezeichnet.

Zudem kann der Begriff abwertend als Schimpfwort gebraucht werden und ist somit ein gutes Beispiel dafür, dass Fremdworte nicht immer bildungssprachlicher Ausdrucksweise vorbehalten sind.

Es ist sehr ungewöhnlich, dass der König den Bastard bei sich aufnahm und ihm weitestgehend die gleichen Privilegien gestattete wie seinen ehelichen Kindern.

Ein Beispiel für einen Bastard aus dem Tierreich ist die Schiege, also eine Kreuzung von Schaf und Ziege.

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Bourgeoisie

Die Bourgeoisie war im deutschen Sprachgebrauch zunächst eine allgemeine und eher wertfreie Bezeichnung für das gehobene Bürgertum.

Mitte des 19. Jahrhunderts etablierten Marx und Engels das Wort als Terminus für die herrschende bürgerliche Klasse, also jene, die nach Marx über die Produktionsmittel verfügt.

Bis heute hat der Begriff der Bourgeoisie einen leicht abwertenden Beiklang.

Aussprache: [bʊrʒo̯aˈziː], also etwa [Burschwasie].

Herkunft des Wortes ist das französische bourgeoisie (Bürgertum).

Die Kehrseite des Haussmann’schen Stadtumbaus sind die Enteignungen und Abrisse zahlloser Häuser, die beinahe gewaltsame Vertreibung ihrer Mieter, der „kleinen Leute“, und die Inbesitznahme der inneren Stadt durch die neureiche Bourgeoisie. Die heutige „Gentrification“ ist dagegen ausgesprochen harmlos.
Bernhard Schulz (2010), Wie Paris zur Weltstadt wurde, ZEIT Geschichte, 29.11.2010.

bigott

Das Adjektiv bigott bedeutet ursprünglich „scheinheilig“ bzw. „übertrieben und heuchlerisch glaubenseifrig“, „frömmelnd“. Es beschreibt Personen (und deren Verhalten), die sich in besonderem Maße bemühen, ihre religiöse Regeltreue und Gottesfurcht zu präsentieren. Dabei geht es mehr um das ängstliche, korrekte Verfolgen eines Ideals (etwa „der perfekte Christ“…) und den Eindruck nach außen, als um das Streben nach tatsächlicher Erfüllung im Glauben.

Inzwischen kann der Begriff auch für heuchlerisches Verhalten in anderem Kontext verwendet werden.

Das Wort wurde aus dem gleichbedeutenden französischen bigot entlehnt.

Mit ihrem bigotten Getue geht sie sogar dem Pastor auf die Nerven.

Jahrelang hielt er seine sexuelle Orientierung geheim, führte sogar eine nach außen hin harmonische Ehe. Nach der dramatischen Scheidung und seinem öffentlichen Bekenntnis reagierten die Fans überraschend verständnisvoll auf seinen bigotten Lebenswandel.

Barrique

Das Substantiv Barrique (die und das, beides korrekt) stammt aus dem Französischen und bedeutet „Fass“.

Früher wurde der Ausdruck Barrique als gebräuchliches Fassmaß verwendet. Im französischen Bordeaux entspricht ein Barrique etwa 225 Litern, in Burgund handelt es sich um ein Fass mit 228 Litern. Heute handelt es sich bei Barrique allgemeiner um ein Weinfass aus Eichenholz, aber auch um die Abkürzung der in dem Fass hergestellten Barriqueweins.

Des Weiteren handelt es sich bei der „Barrikade“ um eine Ableitung des Barriques, da die Weinfässer während der Julirevolution 1830 als Straßensperren eingesetzt wurden.

Die rauchige Holznote des Weins entsteht durch die Reifung im Barriquefass.

Der Barrique passte exzellent zum Hauptgang.

„In den letzten 15 Jahren waren Holzaromen das Glutamat des Weinbaus. Wer einmal auf Barrique geeicht war, kam so schnell nicht mehr davon los.“
Fabian Lange u. Cornelius Lange, Die Ausleser: Am Ende des Holzwegs, Die Zeit, 18.02.2013

Biomarker

Biomarker sind messbare Substanzen, genauer gesagt Produkte von Organsimen, welche innerhalb eines Organismus eventuelle Krankheiten indizieren können.

Man unterscheidet in qualitative, kategorische und quantitative Analyseverfahren durch Biomarker, um mögliche Erkrankungen zu definieren, optimale Therapiemaßnahmen zu ergreifen oder nahende Krankheitsschübe frühzeitig erkennen zu können.

Das Substantiv ist seit 1980 in der Medizin und Biologie gebräuchlich.

Um den Brustkrebs vollständig auszuschließen, wurde ein Biomarker-Test durchgeführt.

Der Apotheker verwendete für die Messung des Blut-Glucose-Spiegels einen Biomarker.

Ein Tropfen Blut auf einem Biomarker genügte. Das Verfahren ist schnell und einfach und lieferte dem Paar zugleich die Gewissheit, dass sein Baby gesund sein wird.
Alina Schadwinkel, Was ist ein Baby?, Zeit.de, 01.03.2012

 

borniert

Das Adjektiv borniert wird abwertend gebraucht und bedeutet „beschränkt, engstirnig“oder „auf seinen Vorstellungen beharrend“. Borniert ist, wer neuen Ideen oder Konzepten gegenüber verschlossen ist. Das Adjektiv wird vor allem für Geisteshaltungen und Einstellungen, etwa von Politikern oder allgemein Andersdenkenden, verwendet.

Das Wort stammt aus dem Französischen. Der Ursprung liegt im Verb borner, was so viel bedeutet wie „mit einem Grenzstein versehen“. Das Partizip borné bezeichnet die abgeschlossene Handlung dazu, also „begrenzt“.

Sei doch nicht so borniert! Wenn Du Dir die Vorschläge erst einmal anhörst, wirst Du feststellen, dass sie gar nicht so schlecht sind!

Der Stadtrat bezeichnete seine Kritiker als borniert, weil sie sich den neuen Bebauungsplänen strikt widersetzten.

bagatellisieren

Das Verb bagatellisieren bedeutet „etwas als Bagatelle behandeln“ beziehungsweise „etwas als Bagatelle darstellen“, es wird also etwas verharmlost und als unbedeutend dargestellt. Oft wird der Begriff gebraucht, um Kritik an dieser Verharmlosung zu üben.

Der Ausdruck entstand durch Verbalisierung des Substantivs Bagatelle, welches seinerseits aus dem französischen bagatelle (Kleinigkeit) entlehnt ist.

Sexuelle Gewalt darf nicht bagatellisiert werden.

Wer rechte Gewalt losgelöst vom politischen Kontext betrachtet, bagatellisiert das entsprechende Verbrechen.

Bankrott

Ein Bankrott ist die „Zahlungsunfähigkeit“ von Staaten, Unternehmen oder Privatpersonen, also ein wirtschaftliches Scheitern, ohne Möglichkeit die Geldgeber auszuzahlen. Enger definiert wird der Begriff vom deutschen Strafrecht als das vorsätzliche  oder fahrlässige Herbeiführen der Zahlungsunfähigkeit, was mit bis zu 5 respektive 2 Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden kann.

Neben dem wirtschaftlichen Scheitern kann – im übertragenen Sinne – auch ein Scheitern in anderen Bereichen gemeint sein, so spricht man etwa vom moralischen, geistigen oder politischen Bankrott.

Der Begriff enstammt dem italienischen banco rotto, was „zerbrochener Tisch“ bedeutet. Der zerbrochene Tisch ist dabei der Tisch der Geldwechsler, auf dem Finanzgeschäfte abgewickelt wurden.

Nach einem schwierigen Jahr musste das Unternehmen den Bankrott erklären.

Ein Staatsbankrott ist mit großen Risiken behaftet, kann aber manchmal das kleinste Übel darstellen.

Die gigantischen Unterschiede zwischen Ländern der ersten und der dritten Welt sind ein vollendeter moralischer Bankrott.