Fremdwörter mit F

  • Fait accompli

    Ein Fait accompli (das) ist eine vollendete Tatsache, also eine solche, die sich nicht ändern oder rückgängig machen lässt.

    Die Redewendung wurde unverändert aus dem Französischen übernommen und wird im Deutschen inzwischen recht selten verwendet.

    Die Insolvenz wurde den Mitarbeitern als Fait accompli präsentiert.

    Bei seinem verspäteten Eintreffen waren die Verhandlungen bereits abgeschlossen. So blieb ihm nichts anderes übrig, als sich dem Fait accompli zu fügen.

  • fakultativ

    Das Adjektiv fakultativ bedeutet „dem eigenen Ermessen überlassen“ oder „freiwillig“. Etwas kann als fakultativ bezeichnet werden, wenn es nicht verbindlich oder nicht unbedingt erforderlich ist.

    Der Begriff wurde aus dem Französischen entlehnt und hat seinen Ursprung im lateinischen facultas (Möglichkeit). Das entsprechende Gegenwort ist obligatorisch.

    Dein Erscheinen heute Abend ist zwar fakultativ, aber in jedem Falle wünschenswert.

    Das Ganze ist eine eher fakultative Veranstaltung, die man nur besuchen sollte, wenn man tatsächlichen Nutzen aus den angebotenen Vorträgen ziehen kann.

    Ferner: Darf der klassische Religionsunterricht durch eine Art multikulturellen Modells ersetzt werden – nämlich Lebensgestaltung, Ethik, Religionskunde (LER)? Und wenn ja: fakultativ oder obligatorisch?
    Marion Graefin Doenhoff (1996), Erziehung zur Kultur, DIE ZEIT, 13/1996.

  • fraternisieren

    Das Verb fraternisieren bedeutet „sich anfreunden“ , „sich verbrüdern“. Es hat meist einen negativen Beiklang.

    Der Begriff findet oft dann Anwendung, wenn das Anfreunden aufgrund der ursprünglichen Positionen der sich miteinander fraternisierenden Parteien eigentlich eher abwegig ist oder einen negativen Beigeschmack hat. Beispielsweise dann, wenn eigentlich verfeindete Parteien sich miteinander verbünden, um niedere  Ziele zu erreichen.

    Der deutsche Ausdruck leitet sich aus dem französischen  fraternité (Brüderlichkeit) ab, welches auf das lateinische fraternus (brüderlich, freundschaftlich) zurückgeht. Vgl. auch lateinisch frater (Bruder).

    Es wird ihm zum Vorwurf gemacht, sich mit der Vorstandsebene der direkten Konkurrenz fraternisiert zu haben.

    Der Touristenbus aus Südkoreas Hauptstadt Seoul wird zum Slalom zwischen Drahtverhauen und Brachland eingewinkt. Kontrolle am „Checkpoint Charly“, dem Grenzposten zwischen Süd- und Nordkorea. Jeder muss unterschreiben, dass er auf dem Weg nach Panmunjom nicht mit nordkoreanischen Soldaten „fraternisiert oder Gesten macht, die der anderen Seite als Propagandamaterial dienen könnten“.
    Christian Schmidt-Häuer (2003),Zündeln mit der Bombe, DIE ZEIT 30.04.2003 Nr.19.

  • flamboyant

    Das Adjektiv flamboyant bedeutet wörtlich „flammend“, „farbenprächtig“ oder im übertragenen Sinne „energisch“.

    Mit dem Ausdruck kann im direkten Sinne das Aussehen von Dingen,  Malereien, Gebäuden etc. respektive im übertragenen Sinne das Wesen von Personen, Musikstücken, Filmen etc. beschrieben werden.

    Ein Beispiel für flamboyante Architektur
    Die Westfassade der Kirche im französischen Vendôme, gestaltet im Flamboyant-Stil.

    Der Ursprung des Begriffs liegt im französischen flamboyer (aufflammen, aufleuchten).

    Curtis wurde zu einem der letzten großen Stars des alten Hollywood. Ein gut aussehender Junge, der scheinbar leichtfüßig und flamboyant den Glanz verkörperte, der nun einmal zum Zauber des Kinos dazu gehört.
    Ruben Donsbach (2010), Lebemann des alten Hollywood, Zeit online.

    Bildnachweis:  Manfred Heyde  [Lizenz: CC-BY-SA-3.0 bzw. GFDL], via Wikimedia Commons.

  • Fasson

    Die Fasson ist im eigentlichen Sinne die Passform oder der Schnitt von Kleidungsstücken. Der Begriff kann weiterhin die normale Körperform einer Person beschreiben. Auf abstrakter Ebene kann die Fasson, nahe an der ursprünglichen lateinischen Bedeutung, auch die persönliche Auffassung oder Verfahrensweise einer Person sein, etwa ethische oder religiöse Fragen betreffend.

    Abgeleitet ist Fasson vom gleichbedeutenden französischen façon und geht zurück auf das lateinische factio (das Verfahren).

    Er ist aufgegangen wie ein Hefekloß, vollkommen aus der Fasson geraten.

    Das Hemd hat eine sehr schmale, körperbetonte Fasson.

    Nach seiner eigenen Fasson glücklich zu werden ist ein guter Plan für ein erfülltes Leben.

  • Faschismus

    Als Faschismus bezeichnet man heute im Allgemeinen eine nach dem Führerprinzip organisierte, nationalistische, rechtsradikale und antidemokratische Ideologie.

    Genauer kann auch eine totalitäre Herrschaftsform nach dem Vorbild des italienischen Faschismus des frühen 20. Jahrhunderts gemeint sein. Der italienische Faschismus steht für das von Ministerpräsident Mussolini errichtete Herrschaftssystem, mit dem Mussolini von 1922-1945 in Italien regierte.

    Der Ursprung des Substantivs ist auf das italienische fascio, beziehungsweise das lateinische facis („Bündel“), zurückzuführen. Diese namensgebenden „Bündel“, bestehend aus Ruten und einem Beil, wurden im Römischen Reich als Symbole und Erkennungszeichen großer Macht getragen.

    Faschismus wird von ihr stark verurteilt, diese Einstellung lässt sich vor allem durch ihre Familienhistorie erklären.

    Der Entwickler erklärt in seiner Anwendung, diese habe keinen politischen Hintergrund. Es handle sich um ein historisches Dokument für das Gerät. Die Benutzer fordert er auf, Kommentare zu unterlassen, die den Faschismus verherrlichen – mit dem Hinweis, dass dies strafbar ist.
    Andrea Bachstein, Mussolini-App: Angewandter Faschismus, Sueddeutsche.de, 17.05.2010.

  • Faksimile

    Ein Faksimile (das) ist eine detailgetreue Nachbildung eines Dokuments oder Schriftstücks, das dem Original nicht nur in Bezug auf den Inhalt, sondern auch in Größe, Layout, Schrift und oft sogar Papierbeschaffenheit exakt nachempfunden ist.

    Die Technik zur Erstellung der Nachbildung ist dabei unerheblich. So können etwa auch eingescannte Dokumente als Faksimile bezeichnet werden. Ebenfalls leitet sich der Begriff „Fax“ von dem Ausdruck ab.

    Das lateinische fac simile bedeutet „mach es ähnlich“.

    Die kontrovers diskutierte Ausstellung zeigte eine große Anzahl Faksimiles alter Nazidokumente.

    Die Presse publizierte ein Faksimile des unter Verschluss gehaltenen Briefs.

    Auch Wikileak ist Ikonenhandel. Der aufgeklärte Mensch glaubt natürlich nur, was er sieht – und was sich mit seinem Bild von Authentizität deckt. Verwackelte Bilder, fragmentarische Texte, Scans und Faksimiles suggerieren Echtheit, auch wenn sie digital bearbeitet worden sind. Dem Professionellen hingegen vertraut man weniger.
    Wolf Lotter (2013), Echt echt. Wirklich!, brand eins.

  • fingieren

    Das Verb fingieren bedeutet „vortäuschen“, „fälschen“, „vorspiegeln“. Insbesondere spricht man von fingieren, wenn mit der Täuschung ein übergeordnetes Ziel erreicht werden soll.

    Beispiele:

    • Beweise fingieren, um die Verurteilung eines Angeklagten zu erreichen.
    • Den eigenen Tod fingieren, um Geldschulden zu entgehen.
    • Untersuchungsergebnisse fingieren, um die Zulassung eines Arzneimittels zu erreichen.

    Der Begriff leitet sich von dem lateinischen Wort fingere ab, welches soviel wie sich vorstellen, erdichten, formen oder bilden bedeutet. Es wurde ursprünglich für das Formen von Lehm oder Ton verwendet.

    Der Anwalt fingierte ein Fallbeispiel in der Verhandlung, welches ihm die Glaubwürdigkeit der Geschworenen erbrachte.

    Wer ernsthaft krank wird, bekommt von seiner Versicherung einen Brief, dass die Behandlungskosten leider nicht übernommen werden können, dazu fingieren Gutachter medizinische Begründungen. Wer es dennoch in eine Klinik schafft, wird trotz Versicherung zur Kasse gebeten (Wirtschafts liberale nennen dies gern »Eigenverantwortung«). Und wer nicht zahlen kann, wird von der Klinik auch schon mal blutend in ein Taxi gesteckt und vor einer Obdachlosenunterkunft rausgeworfen.
    – Markus Grill, Meine Meinung: Krankes System, NEON.de, 09/2007

  • feminin

    Das Adjektiv feminin bedeutet „weiblich“. Es beschreibt etwas als dem weiblichen Geschlecht zugehörig, für Frauen passend oder den Eigenschaften einer Frau ähnelnd beziehungsweise entsprechend.

    Synonyme des Adjektivs sind „fraulich“, „frauenhaft“ oder „weiblich“. „Maskulin“ (männlich) stellt das Gegenwort zu feminin dar.

    Des Weiteren ist feminin auch ein Begriff  in der Sprachwissenschaft und bezeichnet hier ein grammatikalisches Geschlecht, also einen Genus.

    Feminin ist auf das lateinische  fēminīnus, -a, -um (weiblich), sowie das Substantiv fēmina (Frau, Weibchen) zurückzuführen.

    Häufig wird die These vertreten, auch Männer haben eine ausgeprägte feminine Ader, die sie sich jedoch häufig nur schwer eingestehen können.

    Die Schnittführung der neuen Kollektion des Modeschöpfers ist sehr feminin.

    Ich dachte, eine Stahlunternehmerin, die immer allein unter Männern ist, würde kaum noch weiblich sein. Ich hielt Sie sogar für einen besseren Mann, noch dominanter, noch entschiedener, noch durchsetzungsstärker – alles, nur nicht feminin. Welch ein Irrtum das war, merkte ich, als mir Fotografien von Ihnen in die Hände fielen.
    Kerstin Bund, „Denn Du bist nur eine Frau“: Voll Frau, voll Chefin, Die Zeit, 11.02.2014

  • Fertilität

    Das Substantiv Fertilität bedeutet „Fruchtbarkeit“, „Zeugungsfähigkeit“ oder „Potenz“. Das Gegenwort ist die „Sterilität“.

    Fertilität stammt aus dem Lateinischen. Hier bedeutet Fertilitas „Fruchtbarkeit“, „Tragbarkeit“ und „Ergiebigkeit“.

    Bei einem Kinderwunsch kann ein Fertilitätstest hilfreich sein.

    Rauchen führt zu einer Einschränkung der Fertilität, bis hin zur Impotenz.

    Der Fortpflanzungserfolg jedoch steigt überproportional: Je größer die Schildkröte, desto mehr Platz für Eier hat sie. Größere Gelege erhöhen die Nachkommenzahl, die Fertilitätskurve steigt.
    Fritz Habekuß, Altern: Wann die Stunde schlägt, 12.12.2013, Die Zeit.