Fremdwörter mit F

  • frenetisch

    Das Adjektiv frenetisch bedeutet „rasend“, „irrsinnig“, „leidenschaftlich“. Es bezieht sich in der Regel auf Ausbrüche der Begeisterung, etwa Jubel oder Applaus.

    In den deutschen Sprachgebrauch wurde es zunächst als medizinischer Ausdruck für „geisteskrank“ aus dem gleichbedeutenden lateinischen phreneticus übernommen.

    Seine Interpretation des Shakespear Dramas „Romeo und Julia“, bei dem er als einziger Schauspieler alle Rollen übernahm, wurde vom Publikum mit frenetischem Beifall gefeiert.

    Nachdem das letzte Rollo nach oben gestemmt wurde, beendet mein kleiner Drecksack seine Show und manch einer jubelt frenetisch. Zwei, drei Dank ausdrückende Knickse später, hat sich es Luigi wieder auf meinen Schultern gemütlich gemacht.
    Garmonbozia (2011), Mein Affe und ich, Neon.de.

  • Fluktuation

    Fluktuationen (die) sind Schwankungen von Größen, etwa der Arbeitslosenzahl, der Preise, der Zahl der Beschäftigten in einem Unternehmen etc. Das zugehörige Verb ist fluktuieren.

    Die Herkunft des Begriffs liegt im lateinischen fluctuatio (unruhige Bewegung). Vgl. auch lat. fluctuare (in der See treiben, Wellen schlagen).

    Das Betriebsklima in ihrer Abteilung ist außergewöhnlich gut. Das schlägt sich auch in einer geringen Fluktuation nieder: Wer einmal hier arbeitet, der will so schnell nicht wieder weg.

    Ein Problem erneuerbarer Energien ist die unvermeidbare Fluktuation von Energiequellen wie Wind und Sonne. Um eine lückenlose Stromversorgung zu gewährleisten, ist ein Fluktuationsausgleich durch herkömmliche Energieträger nötig.

  • fulminant

    Das Adjektiv fulminant bedeutet „großartig“, „imposant“ oder „überwältigend“.

    Als fulminant bezeichnet man heute besonders eindrucksvolle Dinge und Ereignisse, insbesondere dann, wenn sie durch eine beachtliche und außergewöhnliche Leistung einer oder mehrerer Personen ermöglicht wurden. Tätigkeiten können ebenfalls als fulminant beschrieben werden, jedoch ist der Gebrauch in Bezug auf Substantive und substantivierte Verben weit häufiger.

    Ursprung des Begriffs ist das lateinische fulmen (Blitz).

    Nach dem fulminanten und viel beachteten Auftakt ließen sie nicht etwa nach, vielmehr schwangen sie sich zu bisher ungeahnten Höhen ihrer Kunst auf.

    Viel Lob bekam sie auch für den fulminanten Galaabend anlässlich des hundertsten Jahrestags des Vereins.

    Das Semester begann schwach, endete aber dafür um so fulminanter.

    Ist man Journalist und nimmt an einem JOURNALISTEN- ODER SCHRIFTSTELLERTAG teil, so donnere man eine fulminante Rede gegen den Nachdruck, den man als frechen Straßenraub bezeichnet, durch den der arme Kollege das geistige Eigentum einbüßt. Namentlich thue man dies, wenn man selbst das Verbrechen des Nachdrucks verübt. (sic)
    – Julius Stettenheim (1905), Der Moderne Knigge.

  • Fait accompli

    Ein Fait accompli (das) ist eine vollendete Tatsache, also eine solche, die sich nicht ändern oder rückgängig machen lässt.

    Die Redewendung wurde unverändert aus dem Französischen übernommen und wird im Deutschen inzwischen recht selten verwendet.

    Die Insolvenz wurde den Mitarbeitern als Fait accompli präsentiert.

    Bei seinem verspäteten Eintreffen waren die Verhandlungen bereits abgeschlossen. So blieb ihm nichts anderes übrig, als sich dem Fait accompli zu fügen.

  • fakultativ

    Das Adjektiv fakultativ bedeutet „dem eigenen Ermessen überlassen“ oder „freiwillig“. Etwas kann als fakultativ bezeichnet werden, wenn es nicht verbindlich oder nicht unbedingt erforderlich ist.

    Der Begriff wurde aus dem Französischen entlehnt und hat seinen Ursprung im lateinischen facultas (Möglichkeit). Das entsprechende Gegenwort ist obligatorisch.

    Dein Erscheinen heute Abend ist zwar fakultativ, aber in jedem Falle wünschenswert.

    Das Ganze ist eine eher fakultative Veranstaltung, die man nur besuchen sollte, wenn man tatsächlichen Nutzen aus den angebotenen Vorträgen ziehen kann.

    Ferner: Darf der klassische Religionsunterricht durch eine Art multikulturellen Modells ersetzt werden – nämlich Lebensgestaltung, Ethik, Religionskunde (LER)? Und wenn ja: fakultativ oder obligatorisch?
    Marion Graefin Doenhoff (1996), Erziehung zur Kultur, DIE ZEIT, 13/1996.

  • fraternisieren

    Das Verb fraternisieren bedeutet „sich anfreunden“ , „sich verbrüdern“. Es hat meist einen negativen Beiklang.

    Der Begriff findet oft dann Anwendung, wenn das Anfreunden aufgrund der ursprünglichen Positionen der sich miteinander fraternisierenden Parteien eigentlich eher abwegig ist oder einen negativen Beigeschmack hat. Beispielsweise dann, wenn eigentlich verfeindete Parteien sich miteinander verbünden, um niedere  Ziele zu erreichen.

    Der deutsche Ausdruck leitet sich aus dem französischen  fraternité (Brüderlichkeit) ab, welches auf das lateinische fraternus (brüderlich, freundschaftlich) zurückgeht. Vgl. auch lateinisch frater (Bruder).

    Es wird ihm zum Vorwurf gemacht, sich mit der Vorstandsebene der direkten Konkurrenz fraternisiert zu haben.

    Der Touristenbus aus Südkoreas Hauptstadt Seoul wird zum Slalom zwischen Drahtverhauen und Brachland eingewinkt. Kontrolle am „Checkpoint Charly“, dem Grenzposten zwischen Süd- und Nordkorea. Jeder muss unterschreiben, dass er auf dem Weg nach Panmunjom nicht mit nordkoreanischen Soldaten „fraternisiert oder Gesten macht, die der anderen Seite als Propagandamaterial dienen könnten“.
    Christian Schmidt-Häuer (2003),Zündeln mit der Bombe, DIE ZEIT 30.04.2003 Nr.19.

  • flamboyant

    Das Adjektiv flamboyant bedeutet wörtlich „flammend“, „farbenprächtig“ oder im übertragenen Sinne „energisch“.

    Mit dem Ausdruck kann im direkten Sinne das Aussehen von Dingen,  Malereien, Gebäuden etc. respektive im übertragenen Sinne das Wesen von Personen, Musikstücken, Filmen etc. beschrieben werden.

    Ein Beispiel für flamboyante Architektur
    Die Westfassade der Kirche im französischen Vendôme, gestaltet im Flamboyant-Stil.

    Der Ursprung des Begriffs liegt im französischen flamboyer (aufflammen, aufleuchten).

    Curtis wurde zu einem der letzten großen Stars des alten Hollywood. Ein gut aussehender Junge, der scheinbar leichtfüßig und flamboyant den Glanz verkörperte, der nun einmal zum Zauber des Kinos dazu gehört.
    Ruben Donsbach (2010), Lebemann des alten Hollywood, Zeit online.

    Bildnachweis:  Manfred Heyde  [Lizenz: CC-BY-SA-3.0 bzw. GFDL], via Wikimedia Commons.

  • Fasson

    Die Fasson ist im eigentlichen Sinne die Passform oder der Schnitt von Kleidungsstücken. Der Begriff kann weiterhin die normale Körperform einer Person beschreiben. Auf abstrakter Ebene kann die Fasson, nahe an der ursprünglichen lateinischen Bedeutung, auch die persönliche Auffassung oder Verfahrensweise einer Person sein, etwa ethische oder religiöse Fragen betreffend.

    Abgeleitet ist Fasson vom gleichbedeutenden französischen façon und geht zurück auf das lateinische factio (das Verfahren).

    Er ist aufgegangen wie ein Hefekloß, vollkommen aus der Fasson geraten.

    Das Hemd hat eine sehr schmale, körperbetonte Fasson.

    Nach seiner eigenen Fasson glücklich zu werden ist ein guter Plan für ein erfülltes Leben.

  • Faschismus

    Als Faschismus bezeichnet man heute im Allgemeinen eine nach dem Führerprinzip organisierte, nationalistische, rechtsradikale und antidemokratische Ideologie.

    Genauer kann auch eine totalitäre Herrschaftsform nach dem Vorbild des italienischen Faschismus des frühen 20. Jahrhunderts gemeint sein. Der italienische Faschismus steht für das von Ministerpräsident Mussolini errichtete Herrschaftssystem, mit dem Mussolini von 1922-1945 in Italien regierte.

    Der Ursprung des Substantivs ist auf das italienische fascio, beziehungsweise das lateinische facis („Bündel“), zurückzuführen. Diese namensgebenden „Bündel“, bestehend aus Ruten und einem Beil, wurden im Römischen Reich als Symbole und Erkennungszeichen großer Macht getragen.

    Faschismus wird von ihr stark verurteilt, diese Einstellung lässt sich vor allem durch ihre Familienhistorie erklären.

    Der Entwickler erklärt in seiner Anwendung, diese habe keinen politischen Hintergrund. Es handle sich um ein historisches Dokument für das Gerät. Die Benutzer fordert er auf, Kommentare zu unterlassen, die den Faschismus verherrlichen – mit dem Hinweis, dass dies strafbar ist.
    Andrea Bachstein, Mussolini-App: Angewandter Faschismus, Sueddeutsche.de, 17.05.2010.

  • Faksimile

    Ein Faksimile (das) ist eine detailgetreue Nachbildung eines Dokuments oder Schriftstücks, das dem Original nicht nur in Bezug auf den Inhalt, sondern auch in Größe, Layout, Schrift und oft sogar Papierbeschaffenheit exakt nachempfunden ist.

    Die Technik zur Erstellung der Nachbildung ist dabei unerheblich. So können etwa auch eingescannte Dokumente als Faksimile bezeichnet werden. Ebenfalls leitet sich der Begriff „Fax“ von dem Ausdruck ab.

    Das lateinische fac simile bedeutet „mach es ähnlich“.

    Die kontrovers diskutierte Ausstellung zeigte eine große Anzahl Faksimiles alter Nazidokumente.

    Die Presse publizierte ein Faksimile des unter Verschluss gehaltenen Briefs.

    Auch Wikileak ist Ikonenhandel. Der aufgeklärte Mensch glaubt natürlich nur, was er sieht – und was sich mit seinem Bild von Authentizität deckt. Verwackelte Bilder, fragmentarische Texte, Scans und Faksimiles suggerieren Echtheit, auch wenn sie digital bearbeitet worden sind. Dem Professionellen hingegen vertraut man weniger.
    Wolf Lotter (2013), Echt echt. Wirklich!, brand eins.