Fremdwörter mit K

  • konstitutiv

    Das Adjektiv konstitutiv bedeutet „grundlegend“, „tragend“ und beschreibt ein Merkmal, eine Bedingung oder eine Eigenschaft, die für den Erfolg, die Gesamterscheinung oder die Definition einer Sache oder einer Person maßgeblich ist, also nicht weggelassen werden kann.

    Der Begriff hat seinen Ursprung im lateinischen constituere (feststellen, beschließen).

    Die persönliche Ansprache des Publikums ist konstitutiver Bestandteil seiner Bühnenshow.

    Konstitutiv waren in dieser Phase vor allem der Weitblick und der Entscheidungswillen des neu gewählten Präsidenten.

    Die eigene Sprache ist zweifellos konstitutives Element jeder lokalen Kultur.

  • I bims

    Der Ausdruck I bims bedeutet „ich bin’s“. Die absichtliche Falschschreibung wurde vom Langenscheidt-Verlag zum Jugendwort 2017 „gekürt“.

    Der Begriff wird der Facebook-Seite Nachdenkliche Sprüche mit Bilder zugeschrieben, die vom satirischen Umgang mit oft auf Facebook geteilten Inhalten geprägt ist. Die bewusst falsche Rechtschreibung, in der die „nachdenklichen Sprüche“ verfasst sind, hat sich schnell zu einer eigenen Subkultur entwickelt. Bekannte Auswüchse sind die Holyge Bimbel (Affiliate-Link) als Verballhornung der Bibel und der Youtube-Kanal von Phil Laude.

    Hallo i bims 1 Fremdwort-Website LOL.

  • Konklave

    Das Konklave ist seit dem 11. Jahrhundert in der römisch-katholischen Kirche die geschlossene Versammlung der Kardinäle zur Wahl eines neuen Papstes, die immer dann durchgeführt wird, wenn der heilige Stuhl unbesetzt ist. Sie findet stets in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan statt und ist von unbestimmter Dauer. Während die letzten Konklaven innerhalb weniger Tage zu einem Wahlergebnis kamen, dauerte im 11. Jahrhundert die Wahl Teobaldo Viscontis (Gregor X.) zum Papst fast drei Jahre.

    Prinzipiell kann jeder Katholik, sofern er zum einen getauft und zum anderen männlich ist, zum Papst gewählt werden. Seit dem 12. Jahrhundert ist es jedoch nicht mehr vorgekommen, dass eine Person außerhalb des Konklaves ernannt wurde.

    Ursprung des Begriffs ist das lateinische conclave (geschlossenes Gemach, Zimmer).

    Geredet wurde genug, jetzt wird gewählt: 115 Kardinäle bestimmen ab diesem Dienstag im Konklave den Nachfolger von Papst Benedikt XVI. Die Versammlung der Würdenträger folgt einem genauen Zeitplan.
    Der Zeitplan für die Papstwahl, Spiegel Online 2012.

  • kulminieren

    Das Verb kulminieren bedeutet „den Höhepunkt erreichen“. In der Astronomie wird der Begriff zudem verwendet, wenn etwas den tiefsten oder höchsten Stand bezüglich des Horizontes einnimmt.

    Das Verb wird relativ selten verwendet. Am häufigsten wird es in der Wissenschaftssprache eingesetzt.

    Das Verb leitet sich von dem französischen Wort culminer für „den Höhepunkt erreichen“ oder „seinen höchsten Punkt haben“ ab.

    Das Doppelsternsystem kulminiert heute Nacht um 1 Uhr.

    Das Fehlen jeglichen Geschmacks kulminierte im Tragen einer glänzenden, pinkfarbenen Strumpfhose.

    Die Begeisterung kulminierte, als der Hauptdarsteller auf die Bühne trat.

  • kontemplativ

    Das Adjektiv kontemplativ bedeutet „beschaulich“, „untätig“ oder „besinnlich“.

    Eine kontemplative Stimmung ist dabei von ruhigem, fast meditativem Charakter geprägt und eine Zeit der Besinnung und Beschäftigung mit geistigen Inhalten.

    Der Ursprung des Wortes liegt im lateinischen contemplativus (beschaulich, betrachtend, theoretisch).

    Er ist eher kontemplativer Natur, kein extrovertierter Draufgänger, sondern in sich gekehrt und oft in Gedanken versunken.

    Für die einen ist der eigene Geburtstag stets von ausgelassenem Feiern begleitet, für die anderen ein Anlass zu kontemplativem Rückzug.

    Ein kurzer Besuch im Karstadt-Kaufhaus in Hamburgs Innenstadt macht sicher. In den oberen Etagen herrscht, wenige Tage nach Ende des Winterschlussverkaufs, eine kontemplative Stimmung. Einige wenige Kunden stehen lustlos zwischen den Angeboten herum.
    Wolf Lotter (2003), Wert-Arbeit, brand eins 02/2003.

  • konstituieren

    Das Verb konstituieren bedeutet „ins Leben rufen“, „sich grundlegend organisieren“ oder „für etwas konstitutiv (grundlegend) sein“. Somit beschreibt es den Prozess der ersten Schritte der Realisierung etwa eines Parlaments, einer Organisation, eines Bündnisses, eines Staates etc.

    Ursprung des Begriffs ist das lateinische constituere (festsetzen, aufstellen).

    Kurz nach Ende des Krieges konstituierte sich die neue Regierung.

    Die konstituierende Versammlung war mehrere Tage mit dem Entwerfen der offiziellen Vereinssatzung beschäftigt.

    Zu viel ist noch ungeklärt: Wie steht es um die Demokratie in einem Megastaat? Was ist von einem europäischen Länderfinanzausgleich zu halten, wo doch schon der deutsche kein Erfolgsmodell ist? Wie ist es um das Selbstverständnis eines Staates bestellt, der sich unter dem Druck der Finanzmärkte konstituiert?
    Mark Schieritz (2012), Entweder – oder?, DIE ZEIT, 23.8.2012 Nr. 35.

  • kollaborieren

    Das Verb kollaborieren bedeutet „mit dem Feind zusammenarbeiten“. Es entstammt dem lateinischen collaborare, zusammengesetzt aus der Vorsilbe co (zusammen) und laborare (arbeiten). Passenderweise bedeutet das  lateinische laborare unter anderem auch „in Gefahr sein“ – ein Zustand, der dem Kollaborateur im Regelfall bekannt ist.

    Das Wort wird im Deutschen – anders als das englische collaborate – vorrangig in dieser spezifischen Bedeutung verwendet werden, also um zu beschreiben, dass jemand gegen die Interessen seines Heimatlandes, Arbeitgebers etc. mit gegnerischen Mächten, etwa Kriegsgegnern, Terroristen, Besatzern oder anderen Unternehmen, zusammenarbeitet.

    Weiterhin kann kollaborieren auch einfach „zusammenarbeiten“ bedeuten – zumindest laut Duden. Dieser Gebrauch ist aber eher unüblich und sollte vermieden werden, um Missverständnissen vorzubeugen. Ein passendes, gebräuchlicheres Synonym ist kooperieren.

    Er eröffnete ihr eine neue Sicht auf die Welt, so dass alles plötzlich einen neuen Sinn ergab. Später kollaborierte sie dann mit einer Terrorzelle unter seiner Führung und versorgte diese mit entscheidenden Informationen für die Planung mehrerer Anschläge.

    Er entsprach ganz dem Typus des skrupellosen Kriegsherrn, der über Leichen geht. Graziani ließ als Erstes die Halbnomaden entwaffnen und all jene von ihnen hinrichten, die im bloßen Verdacht standen, mit den Aufständischen kollaboriert zu haben.
    – Aram Mattioli (2003), Libyen, verheißenes Land, Die Zeit 15.05.2003.

  • Kabale

    Eine Kabale ist eine Intrige beziehungsweise ein Ränkespiel, meint also (im Verborgenen betriebene) Machenschaften zur Erreichung niederträchtiger Ziele. Der Duden beschreibt den Gebrauch des Begriffs als veraltet, jedoch findet man ihn in den Printmedien auch heute noch gelegentlich.

    Seinen Weg ins Deutsche fand das Wort über das französische cabale, welches auf das hebräische ḳabālā (eine mystische Geheimlehre des Judentums, siehe Kabbala) zurückgeht.

    Die innerparteiliche Kabale ließ die Wähler an der Stabilität der Partei zweifeln und verhinderte schließlich den Wahlerfolg.

    Er ist in seinen Ämtern sicher nicht ärmer geworden, aber bereichert an Springer haben sich viele – vor allem Deutschlands teuerste Anwälte, denen die Kabalen in und um den Verlag jahrzehntelang üppige Einkommen bescherten.
    Ernst Elitz (2005), Die Märchenprinzessin, DIE ZEIT 17.02.2005 Nr.8.

  • konsterniert

    Das Adjektiv (oder auch Adverb) konsterniert bedeutet „fassungslos“, „verblüfft“ oder „bestürzt“.

    Ist eine Person konsterniert, so ist sie in einer unerwarteten Situation derart aus der Fassung gebracht, dass ihr zunächst die Worte fehlen, es ihr also buchstäblich die Sprache verschlagen hat.

    Der Begriff stammt vom lateinischen Verb consternare (aus der Fassung bringen) ab.

    Sonst sehr schlagfertig, starrte er nun nur konsterniert zu Boden.

    Sie war von der Werbung im neueswort-Newsletter aufs Höchste konsterniert.

    Nach einem Zuordnungsdurcheinander in der Münchner Abwehr fand ein zauberhaftes Zuspiel von Mesut Özil den freistehenden Ronaldo, diesmal wählte er die linke Ecke. Dass er dabei ein paar Zentimeter im Abseits stand, merkten die konsternierten Münchner gar nicht und verzichteten auf jeden Protest.
    Sven Goldmann (2012), Fußball voller Wucht, Zeit Online, 26.04.2012 – 08:45 Uhr.

  • kapriziös

    Das Adjektiv kapriziös bedeutet „launenhaft“ oder „eigenwillig“.

    Im deutschen Sprachgebrauch wird damit meistens eine launische, freche und unberechenbare Art von Personen oder Dingen beschrieben. Beispielsweise könnte man Menschen, die durch spontane, unerwartete und überraschende Einfälle positiv bzw. negativ auffallen, als kapriziös bezeichnen. Auch Produkte, die z.B. durch überraschende und unerwartete Resonanzen am Absatzmarkt auffallen, können kapriziös sein.

    Der Begriff ist aus dem französischen Wort capricieux (bzw. caprice = Laune) abgeleitet. Der französische Begriff wurde verwendet, um besonders freche und launische Musikstücke zu beschreiben.

    Nach einer langen Zeit der Stagnation sind in den letzten Jahren so viele Fortschritte auf diesem Gebiet erreicht worden, daß die Physiker jetzt zu wissen glauben, wie sie weiter arbeiten müssen, um das kapriziöse Plasma — die Ausgangssubstanz ihrer Experimente — endlich zu bändigen.
    – Michael Globig (1971), Das kapriziöse Sonnenfeuer, Zeit-Online 18.06.1971

    Die Latino-Sängerin machte ihrem Ruf als kapriziöse Diva wieder alle Ehre und nervte die anderen Hochzeitsgäste schon beim Essen.

    Die Probleme beim Schaltgetriebe des neuen Sportwagens – Kapriziöse Technik oder falsche Bedienung?