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konspirativ

Konspirativ bedeutet so viel wie „geheim“ oder „verschwörerisch“.

Im Vordergrund steht dabei, dass die beschriebene Tätigkeit oder Sache bewusst geheim gehalten wird. Oft drückt der Begriff auch aus, dass etwas einer Verschwörung oder einem Komplott dient.

Konspirativ ist abgeleitet vom Substantiv „Konspiration“, welches dem lateinischen conspiratio (Komplott, Verschwörung, Übereinstimmung) entspricht.

Die Verfechter der Regierung trafen sich zu konspirativen Treffen, um Pläne zu schmieden, welche zum Fall des Diktators führen sollten.

Der Geheimbund trifft sich in einer konspirativen Wohnung, von der selbst aus den eigenen Reihen nur wenige Mitglieder wissen.

Bei der Hausdurchsuchung wurde ein konspiratives Handy gefunden.

Rechtsextreme organisieren ihre Events gerne konspirativ. Doch nicht immer bleibt im Verborgenen, was sie planen.
Zeit.de

Am Heidberg wartet die Pathologin. Man nickt sich zu, konspirativ beinahe, das geheime Vertrauen von Menschen, die jeden Tag erleben, wie Leben endet.
Zeit.de

kulminieren

Das Verb kulminieren bedeutet „den Höhepunkt erreichen“. In der Astronomie wird der Begriff zudem verwendet, wenn etwas den tiefsten oder höchsten Stand bezüglich des Horizontes einnimmt.

Das Verb wird relativ selten verwendet. Am häufigsten wird es in der Wissenschaftssprache eingesetzt.

Kulminieren leitet sich von dem französischen Wort culminer für „den Höhepunkt erreichen“ oder „seinen höchsten Punkt haben“ ab.

Sein schlechter Sinn für angemessene Kleidung kulminierte im Tragen einer glänzenden, pinkfarbenen Strumpfhose zu Frack und Zylinder.

Der tosende Applaus des Publikums kulminierte, als der Hauptdarsteller auf die Bühne trat.

Das Doppelsternsystem kulminiert heute Nacht um 1 Uhr.

kongenial

Das Adjektiv kongenial bedeutet „künstlerisch oder geistig ebenbürtig, übereinstimmend oder angemessen“.

Der Begriff kann beschreiben, dass verschiedene Personen oder deren Tätigkeiten künstlerisch oder geistig auf Augenhöhe sind. Weiterhin kann es ausdrücken, dass Personen oder deren Tätigkeiten dem hohen Niveau eines Werkes angemessen sind, mit dem sie in irgendeiner Form interagieren (z.B. es vortragen, übersetzen…).

Kongenial leitet sich aus dem lateinischen con- („mit-„) und dem deutschen Genie bzw. dem Adjektiv genial (von lat. ingeniosus) ab. Vgl. auch lat. genius (Schutzgeist, Schöpfergeist).

Ich war regelrecht gefesselt vom Katz-und-Maus-Spiel der beiden kongenialen Kontrahenten. So einen spannenden und intellektuell anregenden Film habe ich lange nicht gesehen.

Die Übersetzung des Gedichts ist lesbar, aber nicht kongenial. Das Original hat eine ganz andere Qualität.

Jahrelang suchte der Anwalt einen Partner und fand schließlich einen kongenialen Juristen.

„Trotz ihrer eigenwilligen Interpretation hat sie die Rolle kongenial gespielt“, so der Tenor der Presse nach ihrem Bühnendebüt.

konkludent

Das Adjektiv konkludent bedeutet „einen Rückschluss zulassend“, „folgerichtig“. Es wird in erster Linie in der Rechtssprache verwendet, kommt aber durchaus auch in anderen, etwa philosophischen Zusammenhängen vor.

In der Philosophie ist eine konkludente Aussage eine solche, die sich durch einen logischen Schluss ergibt.

Rechtssprachlich ist konkludentes Handeln dann gegeben, wenn eine Handlung eine Willenserklärung impliziert.

Im rhetorischen Sinne meint eine konkludente Schlussfolgerung eine solche, die ohne weitere Erklärung ersichtlich wird und sich zwingend aus den vorangegangenen Aussagen ergibt.

Das Wort konkludent leitet sich aus dem lateinischen concludens ab, dem ersten Partizip von concludere (einschließen, folgern).

Beispiele:

Die Kernaussage des Vortrags war vollkommen konkludent. Auch ohne weitere Erklärung zogen die Studenten die Schlüsse, denen der Professor mit seinen Worten den Weg geebnet hatte.

Durch konkludentes Handeln, nämlich Übergabe des Geldes und Annahme der Leistung, kam der Kaufvertrag zustande, obwohl keine der beiden beteiligten Parteien auch nur ein Wort sagte.

Seine Äußerungen waren allesamt konkludent, so dass wir ihm Glauben schenken können.

„Wenn man das Ganze vollends auf die Spitze treiben wollte“, so Meyer, „dann stellt sich natürlich auch die Frage, ob die Gäste der Veranstaltung nicht konkludent dem Rauchen zugestimmt haben, weil niemand Helmut Schmidt gebeten hat, die Zigarette auszumachen.
Diehl, Kayser (2008), „Man sollte Schmidt ein bisschen Spaß gönnen“, Spiegel Online.

konsolidieren

Das Verb konsolidieren bedeutet „sichern“, „festigen“, „stabilisieren“ oder „stärken“.

Das zugehörige Substantiv ist Konsolidierung.

Konsolidiert werden kann alles, was als Einrichtung Bestand hat, beispielsweise also eine Ehe, die Wirtschaft, die politische Ausrichtung oder Position, ein zwischenmenschliches Verhältnis, der Staatshaushalt etc.

Ins Deutsche übernommen wurde der Begriff im 18. Jhd. vom gleichbedeutenden französischen consolider. Der Ursprung liegt im lateinischen consolidare. Das lateinische solidus bedeutet ‚fest, stark oder hart‘ und bildet auch den Urspung des Adjektivs ’solide‘.

Durch den weitreichenden Abbau wirtschaftlicher Schranken soll der Zusammenhalt der europäischen Staatengemeinschaft konsolidiert werden.

Mittels geschickter Fiskalpolitik gelang das Kunststück, bei anhaltendem Wirtschaftswachstum den Staatshaushalt zu konsolidieren.

Der außenpolitische Ansehensverlust ist enorm und dürfte lange vorhalten. Medwedjew, auf dessen liberalere Überzeugungen der Westen hoffte, ist entzaubert. Zwar mag die Hoffnung naiv untersetzt gewesen sein, da ein neuer russischer Herrscher am besten mit geballter Faust Popularität im eigenen Land erreichen kann. Aber der Krieg mit Georgien hat das Putin’sche Machtsystem konsolidiert und damit Medwedjews kleine Spielräume, falls er sie je nutzen will, weiter eingeengt.
Johannes Voswinkel (2009), Russlands falsches Kalkül, ZEIT ONLINE 08.05.2009.

konstituieren

Das Verb konstituieren bedeutet „ins Leben rufen“, „sich grundlegend organisieren“ oder „für etwas konstitutiv (grundlegend) sein“. Somit beschreibt es den Prozess der ersten Schritte der Realisierung etwa eines Parlaments, einer Organisation, eines Bündnisses, eines Staates etc.

Ursprung des Begriffs ist das lateinische constituere (festsetzen, aufstellen).

Kurz nach Ende des Krieges konstituierte sich die neue Regierung.

Die konstituierende Versammlung war mehrere Tage mit dem Entwerfen der offiziellen Vereinssatzung beschäftigt.

Zu viel ist noch ungeklärt: Wie steht es um die Demokratie in einem Megastaat? Was ist von einem europäischen Länderfinanzausgleich zu halten, wo doch schon der deutsche kein Erfolgsmodell ist? Wie ist es um das Selbstverständnis eines Staates bestellt, der sich unter dem Druck der Finanzmärkte konstituiert?
Mark Schieritz (2012), Entweder – oder?, DIE ZEIT, 23.8.2012 Nr. 35.

kapriziös

Das Adjektiv kapriziös bedeutet „launenhaft“ oder „eigenwillig“.

Im deutschen Sprachgebrauch wird damit meistens eine launische, freche und unberechenbare Art von Personen oder Dingen beschrieben. Beispielsweise könnte man Menschen, die durch spontane, unerwartete und überraschende Einfälle positiv bzw. negativ auffallen, als kapriziös bezeichnen. Auch Produkte, die z.B. durch überraschende und unerwartete Resonanzen am Absatzmarkt auffallen, können kapriziös sein.

Der Begriff ist aus dem französischen Wort capricieux (bzw. caprice = Laune) abgeleitet. Der französische Begriff wurde verwendet, um besonders freche und launische Musikstücke zu beschreiben.

Nach einer langen Zeit der Stagnation sind in den letzten Jahren so viele Fortschritte auf diesem Gebiet erreicht worden, daß die Physiker jetzt zu wissen glauben, wie sie weiter arbeiten müssen, um das kapriziöse Plasma — die Ausgangssubstanz ihrer Experimente — endlich zu bändigen.
– Michael Globig (1971), Das kapriziöse Sonnenfeuer, Zeit-Online 18.06.1971

Sie machte ihrem Ruf als kapriziöse Diva wieder alle Ehre und nervte die anderen Hochzeitsgäste schon beim Essen.

Die Probleme beim Schaltgetriebe des neuen Sportwagens – Kapriziöse Technik oder falsche Bedienung?

Kabale

Eine Kabale ist eine „Intrige“ beziehungsweise ein „Ränkespiel“, meint also (im Verborgenen betriebene) Machenschaften zur Erreichung niederträchtiger Ziele. Der Duden beschreibt den Gebrauch des Begriffs als veraltet, jedoch findet man ihn in den Printmedien auch heute noch gelegentlich.

Seinen Weg ins Deutsche fand das Wort über das französische cabale, welches auf das hebräische ḳabālā (eine mystische Geheimlehre des Judentums, siehe Kabbala) zurückgeht.

Die innerparteiliche Kabale ließ die Wähler an der Stabilität der Partei zweifeln und verhinderte schließlich den Wahlerfolg.

Er ist in seinen Ämtern sicher nicht ärmer geworden, aber bereichert an Springer haben sich viele – vor allem Deutschlands teuerste Anwälte, denen die Kabalen in und um den Verlag jahrzehntelang üppige Einkommen bescherten.
Ernst Elitz (2005), Die Märchenprinzessin, DIE ZEIT 17.02.2005 Nr.8.

Kakophonie

Eine Kakophonie (die) ist eine eine schlecht klingende Folge von Lauten, also ein Missklang.

Das Substantiv wird in der Sprachwissenschaft und in der Musik gebraucht. Antonym des Substantivs ist die Eufonie: der „Wohlklang“.

Der Ausdruck findet seinen Ursprung im griechischen kakophonia, bestehend aus dem Präfix kakós (Miss-) und phōnḗ (Klang, Ton).

Als ich nach einer Jugend auf dem Land zum Studieren in die Stadt zog, nahm ich das Grundrauschen der belebten Straßen als mir ständig präsente Kakophonie wahr.

Die Kakophonie des Musikstücks hielt sie nicht davon ab, es rauf und runter auf dem Klavier zu spielen und alle anderen damit zu nerven.

Moderne Popmusik ist die reinste Kakophonie, wenn du mich fragst.

Sie tat sich schwer, die fremde Sprache zu lernen. Alles klang so schrecklich kakophon.

Ein Zweipersonenorchester mit ausreichend Empathie fürs gefühlige Genre, dessen Folkpop sich angenehm durch die Kakophonie des Alltags schlängelt.
Jan Freitag, Zwei mit einer Stimme, Die Zeit, 03.09.2013.

 

Koryphäe

Das bildungssprachliche Substantiv Koryphäe bezeichnet eine Person, die auf einem bestimmten, meist wissenschaftlichen Gebiet außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt.

Die Substantive „Experte“, „Autorität“ oder „Fachgröße“ können synonym zu Koryphäe verwendet werden.

Koryphäe ist hergeleitet vom französischen coryphée (Berühmtester seines Faches) und ursprünglich auf das lateinische coryphaeus (Leiter, Oberhaupt), beziehungsweise das griechische koryphaĩos (Anführer, Chorführer) zurückzuführen.

Als Koryphäe auf seinem Gebiet erhält er sehr viel Anerkennung, hat aber auch eine stattliche Anzahl Neider.

Der Chefarzt gilt als Koryphäe, so dass bei der Operation gute Aussichten auf Heilung bestehen.

Das technische Problem habe ich bis zum Ende nicht verstanden. Aber ich habe schnell gemerkt, dass der Projektleiter eine absolute Koryphäe war – und sich seit Jahren in den Projektdetails verrannt hatte.
– Gabriele Fischer, Von oben draufschauen, Brandeins, 10/2012