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Kakophonie

Eine Kakophonie (die) ist eine eine schlecht klingende Folge von Lauten, also ein Missklang.

Das Substantiv wird in der Sprachwissenschaft und in der Musik gebraucht. Antonym des Substantivs ist die Eufonie: der „Wohlklang“.

Der Ausdruck findet seinen Ursprung im griechischen kakophonia, bestehend aus dem Präfix kakós (Miss-) und phōnḗ (Klang, Ton).

Als ich nach einer Jugend auf dem Land zum Studieren in die Stadt zog, nahm ich das Grundrauschen der belebten Straßen als mir ständig präsente Kakophonie wahr.

Die Kakophonie des Musikstücks hielt sie nicht davon ab, es rauf und runter auf dem Klavier zu spielen und alle anderen damit zu nerven.

Moderne Popmusik ist die reinste Kakophonie, wenn du mich fragst.

Sie tat sich schwer, die fremde Sprache zu lernen. Alles klang so schrecklich kakophon.

Ein Zweipersonenorchester mit ausreichend Empathie fürs gefühlige Genre, dessen Folkpop sich angenehm durch die Kakophonie des Alltags schlängelt.
Jan Freitag, Zwei mit einer Stimme, Die Zeit, 03.09.2013.

 

Koryphäe

Das bildungssprachliche Substantiv Koryphäe bezeichnet eine Person, die auf einem bestimmten, meist wissenschaftlichen Gebiet außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt.

Die Substantive „Experte“, „Autorität“ oder „Fachgröße“ können synonym zu Koryphäe verwendet werden.

Koryphäe ist hergeleitet vom französischen coryphée (Berühmtester seines Faches) und ursprünglich auf das lateinische coryphaeus (Leiter, Oberhaupt), beziehungsweise das griechische koryphaĩos (Anführer, Chorführer) zurückzuführen.

Als Koryphäe auf seinem Gebiet erhält er sehr viel Anerkennung, hat aber auch eine stattliche Anzahl Neider.

Der Chefarzt gilt als Koryphäe, so dass bei der Operation gute Aussichten auf Heilung bestehen.

Das technische Problem habe ich bis zum Ende nicht verstanden. Aber ich habe schnell gemerkt, dass der Projektleiter eine absolute Koryphäe war – und sich seit Jahren in den Projektdetails verrannt hatte.
Gabriele Fischer, Von oben draufschauen, Brandeins, 10/2012

 

konstatieren

Das Verb konstatieren bedeutet „ermitteln“, „wahrnehmen“ oder „feststellen“.

Mit Abstand am häufigsten wird konstatieren als Synonym zu „feststellen“ gebraucht. In diesem Sinne meint der Begriff also, eine Tatsache zu erkennen und in der Regel auch zu äußern, d.h. laut auszusprechen.

In den deutschen Wortschatz wurde der Begriff aus dem gleichbedeutenden französischen constater entlehnt, welches auf das lateinische constare (bekannt sein, feststehen) zurückgeht.

Nach einem Blick auf die Quartalszahlen konstatierte er die positive Entwicklung des Unternehmens.

Sie konstatierte, ein verschwenderischer Umgang mit Steuergeldern habe zu der politischen Vertrauenskrise beigetragen.

Das Gericht konnte nur noch eine unzureichende Beweislage konstatieren und die Angeklagte in allen Punkten freisprechen.

konterkarieren

Das Verb konterkarieren bedeutet „hintertreiben“ oder „durchkreuzen“.

Pläne und andere Sachverhalte, vorrangig solche, die in irgendeiner Form zielführend sind, können konterkariert werden, d.h. sie werden unmöglich gemacht oder erschwert. Ihnen wird also – absichtlich, mitunter auch unabsichtlich oder sogar ungewollt – entgegengewirkt.

Konterkarieren hat seinen Ursprung im gleichbedeutenden französischen contrecarrer.

Mit seinem Schweigen zu den Vorwürfen konterkarierte er die auf Transparenz und Ehrlichkeit setzende Kommunikationskultur, die sich das Unternehmen auf die Fahne geschrieben hatte.

Korruption konterkariert den fairen Wettbewerb am Markt.

Mit ihren verfassungsfeindlichen Aussagen konterkariert sie die bisherigen politischen Bemühungen ihrer Partei.

Das vernünftige Ansinnen der Chinesen, ihre Devisenreserven im Ausland zu investieren, konterkariert Berlin mit protektionistischen Gesetzesvorhaben.
Georg Blume (2007), Asien muss noch viel reicher werden, DIE ZEIT, 27.12.2007 Nr. 01.

kontemplativ

Das Adjektiv kontemplativ bedeutet „beschaulich“, „untätig“ oder „besinnlich“.

Eine kontemplative Stimmung ist dabei von ruhigem, fast meditativem Charakter geprägt und eine Zeit der Besinnung und Beschäftigung mit geistigen Inhalten.

Der Ursprung des Wortes liegt im lateinischen contemplativus (beschaulich, betrachtend, theoretisch).

Beispiele:

Silvester verbringe ich gerne kontemplativ an meinen Schreibtisch, blicke auf das vergangene Jahr zurück und schmiede Pläne für das kommende.

Er ist eher kontemplativer Natur, kein extrovertierter Draufgänger, sondern in sich gekehrt und oft in Gedanken versunken.

Für die einen ist der eigene Geburtstag stets von ausgelassenem Feiern begleitet, für die anderen ein Anlass zu kontemplativem Rückzug.

Ein kurzer Besuch im Karstadt-Kaufhaus in Hamburgs Innenstadt macht sicher. In den oberen Etagen herrscht, wenige Tage nach Ende des Winterschlussverkaufs, eine kontemplative Stimmung. Einige wenige Kunden stehen lustlos zwischen den Angeboten herum.
Wolf Lotter (2003), Wert-Arbeit, brand eins 02/2003.

konzedieren

Das Verb konzedieren bedeutet „zugeben“, „einräumen“, „zugestehen“.

Konzediert werden kann etwa ein eigentlich nicht erwünschtes Verhalten, wenn besondere Umstände vorliegen, die eine Ausnahme gestatten.

Auch beim eher widerwilligen Einräumen positiver Aussagen, etwa bezüglich Eigenschaften oder Errungenschaften anderer Personen, kann man vom Konzedieren sprechen.

Letztlich können negative Entwicklungen oder Situationen konzediert werden, was meist ein öffentliches Zugeben selbiger meint.

Das Wort konzedieren leitet sich aus dem lateinischen concedere ab, das ursprünglich „beiseitetreten“ heißt.

Durch die besonderen Umstände konnte man ihre Abwesenheit konzedieren.

Er war der Liebling der Lehrer, weshalb einige seiner Unarten stillschweigend konzediert wurden.

Trotz des jüngsten Skandals muss man ihm seinen überragenden Intellekt konzedieren.

Die englischen Kommentatoren sprechen einhellig von einer unglücklichen Niederlage und konzedieren, dass die Deutschen selbst in Unterzahl zumindest passabel spielten und gute Chancen herausholten.
Krönig (2010), Um England steht es nicht gut, Zeit Online.

Auch die EZB wird bald konzedieren müssen, dass wir es nicht mit einem normalen Konjunkturzyklus zu tun haben, sondern mit einem Prozess, der nach klassischem Muster in die Deflation führen kann.
Wermuth (2008), Deflation wird wahrscheinlicher, Zeit Blog „Herdentrieb“.

kafkaesk

Das Adjektiv kafkaesk beschreibt ein unergründliches Gefühl der Bedrohung, der Unsicherheit oder des Ausgeliefertseins, etwa angesichts einer im Dunkeln liegenden Macht.

Der Begriff ist kein Fremdwort im eigentlichen Sinne. Er hat seinen Ursprung nicht in einer fremden Sprache, sondern im Namen des Schriftstellers Franz Kafka.

So sehen sich beispielsweise in Kafkas unvollendeten Werken „Das Schloss“ und „Der Prozess“ die Protagonisten einer undurchschaubaren und unerreichbaren Bürokratie ausgeliefert.

Zunächst wurde der Begriff nur im literarischen Umfeld verwendet, wo Werke, die eine ähnliche Grundstimmung und einen ähnlichen Stil wie die Werke Kafkas aufwiesen, als kafkaesk bezeichnet wurden. Im heutigen Sprachgebrauch können auch reale Situationen, Sachverhalte und Strukturen als kafkaesk beschrieben werden.

Sie wusste nicht, wer der richtige Ansprechpartner für ihr Anliegen war oder ob es überhaupt einen gab. Sie wurde nur von Amt zu Amt, von Sachbearbeiter zu Sachbearbeiter geschickt, ohne einen Hoffnungsschimmer ihrer misslichen Lage doch noch Herr werden zu können. In dieser geradezu kafkaesken Situation verlor sie beinahe den Verstand.

Er machte die kafkaeske Erfahrung, ohne Grundlage und ohne sich an jemanden wenden zu können, an den Pranger gestellt zu werden.

Wirklich beunruhigend jedoch wurde es, als ich innerhalb der Behörde ein drittes Mal überprüft wurde. Mich beschlich trotz meines guten Gewissens und der eindeutigen Aktenlage dabei das kafkaeske Gefühl, Gegenstand einer anonymen Untersuchung zu sein, deren Anlass ich ebenso wenig erfuhr wie ihr Ergebnis.
– Joachim Walther (2006), Stasi:Immer im Dienst, Die Zeit, 07.12.2006 Nr. 50.

kolportieren

Das schwache Verb kolportieren bedeutet „Gerüchte verbreiten“, meint also das Weiterverbreiten unwahrer oder ungesicherter Behauptungen und Halbwahrheiten.

Das Fremdwortes gelangte über das französische Kolportage (Hausierhandel) ins Deutsche. Vertrieben wurde bei diesem Hausiererhandel mit besonderem Vorzug minderwertige Literatur. Der Ursprung des Begriffs findet sich schließlich im lateinischen comportare (zusammentragen, liefern, tragen, bringen).

Die Regenbogenpresse kolportierte ungeniert Details aus seinem Privatleben.

Es wird derzeit dezent kolportiert, dass die Wahlergebnisse nicht auf rechtmäßigem Wege zustande gekommen seien.

Die Ehre ihres Besuches hatte sein Ansehen noch gemehrt, allenthalben wurde dieses Ereignis kolportiert und endlos erörtert. Und wie immer in solchen Fällen fantasievoll ausgeschmückt.
Wolfgang Müller (2012), Lebensgeschichte, ZEITmagazin, 16.5.2012 Nr. 21.

klandestin

Das bildungssprachliche klandestin bedeutet so viel wie „unbeobachtet“, „im Verborgenen befindlich“ oder „geheim gehalten“. Der Begriff kann sowohl als Adjektiv als auch als Adverb gebraucht werden.

„Heimlich“, „diskret“ oder „geheim“ können als Synonyme für klandestin verwendet werden.

Klandestin ist auf das französische clandestin, beziehungsweise das lateinische clandestinus (heimlich) zurückzuführen.

Das klandestine Treffen fand am späten Abend statt. Ich erfuhr erst Tage später davon.

Klandestin, ohne sich vom Gastgeber zu verabschieden, verließ er die Party.

Allerdings beschränkten sich ihre Aktivitäten, bis auf eine Demonstration gegen „linke Gewalt“ in Lichtenberg Ende September mit 60 Teilnehmern, lediglich auf klandestin organisierte Minikundgebungen und der Teilnahme an anderen rechten Aufmärschen.
Theo Schneider, Berlin: Neonazis wollen vor Brandenburger Tor auflaufen, Zeit Online, 12.02.2014

kompromittieren

Das Verb kompromittieren bedeutet „jemanden bloßstellen“, „jemanden in Verlegenheit bringen“ oder „jemandes Ansehen durch ein bestimmtes Verhalten Schaden zufügen“.

Der Begriff ist dem gleichbedeutenden französischen Verb compromettre entlehnt, das wiederum auf das lateinische Wort compromittere zurückzuführen ist, das „sich gegenseitig versprechen“ bedeutet.

Die Zeitschrift kompromittierte den Politiker, indem sie die belastenden Fotos veröffentlichte.

Er kompromittierte seine ehemalige Geliebte, als er der ahnungslosen Familien von der gemeinsamen Beziehung erzählte.

Als ihm das Diebesgut aus der Tasche fiel, kompromittierte sich der Dieb selbst.