Fremdwörter mit P

  • perplex

    Das Adjektiv perplex bedeutet, in einer Situation überrascht oder verblüfft zu sein und daher nicht zu wissen, wie man reagieren soll. Synonyme zu perplex wären beispielsweise „verwirrt“, „durcheinander“, „überrascht“ und „sprachlos“.

    Die Herkunft des Begriffs liegt im lateinischen Wort perplexus, was so viel wie „wenn im Zweifel“ bedeutet, aber auch mit „verschlungen“ oder „verworren“ übersetzt werden kann. Im Französischen findet sich der Ausdruck perplexe, welcher identisch zum deutschen Wort perplex verwendet wird.

    Nach dem ersten Blick auf die Klausurfragen wirkten viele Studenten perplex, denn sie hatten etwas völlig anderes erwartet.

    Auf die Niederlage seines Teams reagierte der Trainer völlig perplex.

    Michelle Obama sah damals ziemlich perplex aus, als ihr Melania Trump eine blaue Geschenk-Schachtel überreichte.
    – Melania Trump – Enthüllt! Das schenkte sie First Lady Michelle Obama, 01.02.2018, Gala.de

  • pathetisch

    Das Adjektiv pathetisch bedeutet „übertrieben feierlich/gefühlvoll“.

    Spricht man von einer pathetischen Ausdrucksweise, so meint man, dass sich jemand allzu dramatisch oder theatralisch und unnatürlich gefühlsbetont ausdrückt. Der Begriff wird oft abwertend gebraucht. Substantiviert spricht man vom Pathos.

    Der Ursprung liegt im griechischen pathētikós (leidenschaftlich, leidend).

    Seine pathetische Ansprache rief bei einigen Gänsehaut, bei anderen Würgereize hervor.

    Er antwortete mit pathetischem Zittern in der Stimme.

    Nein, sie spottet auch über Politiker, die lieber pathetische Ansprachen halten, als Probleme zu lösen. Sie misstraut solchen Rednern.
    – Bernd Ulrich (2012), Wie lange noch?, DIE ZEIT, 10.5.2012 Nr. 20.

  • pittoresk

    Das Adjektiv pittoresk wird bildungssprachlich verwendet und bedeutet malerisch. Es wird oft für die Beschreibung von Landschaften und anderen Umgebungen gebraucht.

    Pittoresk hat verschiedene Wurzeln. Grundsätzlich kommt es in diversen romanischen Sprachen vor. Man kann es vom lateinischen pictor ableiten, was Maler bedeutet. Alternativ kann man es auf das französische pittoresque oder das italienische pittoresco zurückführen.

    Ich lebe wirklich in einem pittoresken Ort.

    Die ganze Gartenanlage ist pittoresk.

    Sie hatte das Fest in der Tat pittoresk dekoriert.

  • pragmatisch

    Das Adjektiv pragmatisch bedeutet „sachbezogen“ bzw. „praxisbezogen“. Also „im Sinne einer Sache oder eines Ziels praktisch und lösungsorientiert (handeln)“.

    Als pragmatisches Handeln wird bezeichnet, wenn jemand das tut, was nötig ist und was erwiesenermaßen tatsächlich funktioniert. Dabei treten Dinge wie Theorie oder Ideologie zuweilen in den Hintergrund. Eine derart handelnde Person nennt man einen Pragmatiker.

    Synonyme zu pragmatisch sind: anwendungsbezogen, handlungsbezogen, ideologiefrei, lösungsorientiert, nüchtern.

    Der Begriff hat seinen Ursprung im griechischen pragmatikós (tüchtig).

    Das Handeln der chinesischen Regierung ist in vielen Fragen sehr pragmatisch. Ein gutes Beispiel ist die Ausgestaltung des chinesischen Wirtschaftssystems, in das – aller Ideologie zum Trotz – seit dem Ende der siebziger Jahre nach und nach immer mehr Marktelemente eingeführt werden.

    Während es für Handwerker im Sinne der Qualitätssicherung zahlreiche Vorschriften gibt, wählt man als Heimwerker ohne professionelle Hilfe oft eine eher pragmatische Lösung.

    Manche Probleme muss man pragmatisch angehen. Meinungen sollten sich dabei den erwiesenen Fakten unterordnen.

    Beide sind weltanschaulich weit voneinander entfernt, aber gleichzeitig kühl kalkulierende Machttechniker, die pragmatische Absprachen treffen und Andersdenkenden mit professionellem Respekt begegnen.
    Elisabeth Niejahr (2009), Fix und Foxi, DIE ZEIT, 12.03.2009 Nr. 12.

  • postulieren

    Das Verb postulieren bedeutet (1) „fordern“, „unbedingt verlangen“ oder (2) „etwas behaupten“, „als gegeben hinstellen“.

    Speziell in der Philosophie meint postulieren weiterhin, etwas ohne Beweise vorläufig als wahr anzunehmen.

    Der Begriff leitet sich aus dem lateinischen postulare resp. poscere (fordern, verlangen) ab.

    Die deutsche Rechtsprechung postuliert ein Recht auf Bildung.

    In der Erziehung meiner Kinder postuliere ich ihren unbedingten Gehorsam.

    Eine komplette Abendgarderobe für eine Frau, hat die Direktorin Breege O’Donoghue einmal postuliert, dürfe bei Primark nicht mehr als 50 Euro kosten, und zwar „für alles, was man sieht, und alles, was man nicht sieht“.
    – Harald Willenbrock (2012), Schnell, schön und schlank, brand eins 01/2012.

  • profan

    Das Adjektiv profan bedeutet „weltlich“, „alltäglich“ oder „gewöhnlich“, in Abgrenzung zum Göttlichen bzw. Gott Dienenden.

    Heute können nicht nur weltliche (d.h. nicht kirchliche) Dinge als profan bezeichnet werden, sondern allgemein auch alles Durchschnittliche, alles was nicht heraussticht, normal und gewöhnlich ist.

    Der Begriff stammt vom lateinischen profanus (ungeheiligt, gewöhnlich) ab. Ein fanum ist ein Tempel oder ein anderer heiliger Ort, die Vorsilbe pro- bedeutet „anstelle von“ oder „vor“. Profanus meinte also wörtlich „außerhalb des Tempels“ oder „vor dem Tempel“.

    Der Wunderheiler materialisierte sich nicht plötzlich – wie erhofft – in einer dichten Nebelwolke inmitten des Raumes, sondern kam ganz profan mit dem Opel Corsa daher.

    Unserer Bekannten schwant, dass sie mit Kreuzfahrtroutiniers unterwegs ist. Und dass sie die Klopapierrolle in ihrer Handtasche, gedacht als Luftschlange beim großen Abschied, einem profaneren Zweck zuführen muss.
    Karin Ceballos Betancur (2009), »Früher war mehr Messing«, DIE ZEIT, 18.06.2009 Nr. 26.

    Er sagte das wichtige Treffen ab, um sich stattdessen profaneren Dingen zuzuwenden. Das Bad putzte sich schließlich nicht von allein.

  • prekär

    Das Adjektiv prekär bedeutet „schwierig“, „unsicher“, „problematisch“. So lässt sich die Lage einer Person, einer Gemeinschaft, eines Landes etc. als negativ beschreiben.

    Insbesondere ist eine prekäre Lage oder Situation eine solche, die sich – wenn überhaupt – nur schwer verbessern lässt. Der zeitliche Horizont des Wortes schließt also sowohl die Gegenwart als auch die Zukunft mit ein, wobei ein gewisser Pessimismus mitschwingt und die Aussicht auf Verbesserung oder auch nur Erhaltung des Status Quo angezweifelt wird.

    Den Weg ins Deutsche hat der Begriff über das französische précaire (unsicher, widerruflich) gefunden, während der Ursprung im lateinischen precarius (erbeten) liegt.

    Die prekäre wirtschaftliche Lage seines Unternehmens bereitete ihm schlaflose Nächte.

    Die beiden Länder befinden sich in einer prekären Verhandlungssituation. Ein Ende der Gespräche ist vorerst nicht in Sicht.

    Kalehe ist nicht weit von Bukavu, der Provinzhauptstadt. Wenn die Aufständischen dort den Flughafen unter ihre Kontrolle bringen, sitzen Richter und Anwälte in Shabunda fest, wo die Sicherheitslage ebenfalls prekär ist.
    Böhm (2012), Die Rebellen und das Recht, DIE ZEIT, 29.11.2012 Nr. 49.

    Das Spiel, Theater probeweise als Dienstleistungsjob zu verstehen, demontiert nebenbei ein paar Lebenslügen, mit denen sich Menschen in Kreativ-Berufen das Leben gern schönreden – zum Beispiel indem sie miserable Bezahlung und prekäre Lebensverhältnisse mit hübschen Vokabeln wie „Selbstverwirklichung“ rosa einfärben.
    Burghart (2007), In welchem Stück bin ich hier eigentlich?, brand eins 02/2007.

  • Populist

    Ein Populist (der, männlich) oder eine Populistin (die, weiblich) ist eine Person, die (angeblich) das Mittel des Populismus in der Politik nutzt.

    Einem Populisten wird vorgeworfen, Anhänger mit populären, aber sinnlosen oder sogar schädlichen Forderungen zu gewinnen.

    Der Begriff entstammt dem Lateinischen populus, was „Volk“ bedeutet.

    Populisten richten ihre Forderungen häufig nach den Ängsten einiger Bevölkerungsschichten aus, um Bekanntheit und Anerkennung zu erlangen.

    Dieser Politiker ist ein Populist, der mit pauschalen Schuldzuweisungen versucht, Wähler zu gewinnen.

  • Primus inter Pares

    Der bildungssprachliche Ausdruck Primus inter Pares bezeichnet den Führer einer Gruppe gleichberechtigter Mitglieder.

    Primus inter Pares ist lateinisch und bedeutet übersetzt „Erster unter Gleichen“. Die weibliche Wortform lautet Prima inter Pares.

    Als Prima inter Pares vertritt sie die Anliegen der gesamten Abteilung in den Jahressitzungen.

    Dass der Boss nicht abhebt, Primus inter Pares bleibt, spiegelt die Symbiose aus Familie und Unternehmen wider. Verwurzelung, Tradition, Kontinuität ­die konservativ anmutenden Werte schaffen erst die Grundlage für Anpassungsfähigkeit: Wer sich verändern will, braucht einen stabilen Kern, auf den er vertrauen und aufbauen kann.
    Kerstin Friemel, Wir können auch anders, Brandeins, 01/2007

  • pharisäisch

    Das Adjektiv pharisäisch bedeutet abwertend „scheinheilig“ oder „heuchlerisch“. Dergestalt lassen sich Personen sowie deren Taten und Aussagen als vorgetäuscht oder oberflächlich bzw. um des Scheins willen beschreiben.

    Seine Herkunft findet der Begriff im Namen der Pharisäer, einer Strömung im antiken Judentum, auftretend nach dem 2. Jhd. v.Chr. Die Pharisäer (lat. pharisaeli, die Abgesonderten) lösten den jüdischen Glauben vom Fokus auf den Tempel und konzentrierten sich stattdessen auf die Einhaltung zahlreicher, den Alltag betreffender Regeln. Die heutige Bedeutung ergibt sich aus der Darstellung der Pharisäer im Neuen Testament als oberflächlich fromm und sämtliche Regeln beachtend, in Wahrheit jedoch kaltherzig und fernab von dem, was man unter christlichen Werten versteht.

    Seine pharisäische Entrüstung brachte ihm mehr Kritik als Beifall.

    Die Legitimität der militärischen Notwehr gegen den Irak wird von der pharisäischen Doppelzüngigkeit der beteiligten Großmächte gewiß nicht in Zweifel gezogen.
    Reinhard Merkel (1991), Auf dem Schlachtfeld der Ehre, DIE ZEIT, 25.1.1991 Nr. 05.