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Kontext

Das Substantiv Kontext wird bildungssprachlich als Synonym für „Zusammenhang“ verwendet.

Speziell in der Sprachwissenschaft ist der Kontext der umgebende Text einer sprachlichen Einheit oder der inhaltliche Gedanken- und Sinnzusammenhang, in welchem eine Äußerung steht.

Beispiel:

„Ich sitze auf einer Bank im Park.“
„Ich bringe Geld zur Bank.“

In diesen beiden Sätzen kann aus dem Kontext erschlossen werden, ob mit dem Wort „Bank“ die Sitzgelegenheit oder das Geldinstitut gemeint ist.

Kontext stammt aus dem Lateinischen und ist auf das Wort contextus (enge Verknüpfung, Zusammenhang [der Rede]) zurückzuführen.

Verwendungsbeispiele:

Ohne den Kontext zu kennen, ist es schwer, den Konflikt nachzuvollziehen.

Das erste Kapitel des Romans dient dazu, dem Leser den Kontext der Handlung nahe zu bringen und die Charaktere vorzustellen.

Die Aussage machte seine Stellung in Bezug auf den politischen Kontext nicht deutlich.

Eine nahe liegende ethnografische Methode besteht darin, die Kunden frei Geschichten erzählen zu lassen, von der Verwendung der Marke, des Produkts, des Angebots. Existieren Muster in den Geschichten, so spiegeln sie offenbar die (Un-) Regelmäßigkeiten des jeweiligen Business Designs wider. Wer Geschichten erzählt, gibt aber auch viel preis über sich, seine lebensweltlichen Kontexte und seine Vorstellungswelt.
– Franz Liebl, Empathie als Dienstleistung, Brandeins, 03/2002

Innovation

Das Substantiv Innovation findet seinen Ursprung im spätlateinischen Wort innovatio (Erneuerung, Veränderung) bzw. im lateinischen novus (neu). Im heutigen Sprachgebrauch ist eine Innovation, im Kontext der Soziologie, eine geplante und kontrollierte Veränderung oder Neuerung, die sich durch neue Techniken und Ideen auszeichnet. Im Allgemeinen kann damit auch eine Reform gemeint sein, also die Einführung von etwas Neuem. Im wirtschaftlichen Kontext spricht man von Innovationen, wenn es sich um neue Produkte oder die Anwendung eines neuen Verfahrens handelt. Weitaus weniger bekannt ist die Bedeutung im Kontext der Botanik, hier bezeichnet man die jährliche Neuausprägung eines Sprosssystems als Innovation.

Das neu vorgestellte Fahrzeug diversifizierte sich vor allem durch auffallend viele Innovationen, die den Insassen noch mehr Fahrkomfort versprechen sollten.

Unabhängig von den aktuellen politischen Diskussionen in Deutschland, wird das Thema „Bedingungsloses Grundeinkommen“ in der Schweiz schon länger als soziale Innovation diskutiert. In Deutschland hingegen hat dieses Thema eher den Charakter eines sozialpolitischen Reparaturwerkzeuges.

Nicht nur die wirtschaftliche Struktur, und damit vor allem das Verhältnis von Spitzentechnologien, höherwertigen und low-tech Branchen, einer Gesellschaft determiniert ihre Innovativität, sondern erst eine Kopplung von wirtschaftlicher Struktur und institutionellem Setting ermöglicht die Institutionalisierung bzw. Veralltäglichung von Innovationen und damit zugleich die Gewährleistung internationaler Wettbewerbsfähigkeit.
Birgit Blättel-Mink (2009), Innovationssysteme — Soziologische Anschlüsse, Springer 2009.

Portfolio

Das Substantiv Portfolio entstammt dem italienischen Wort Portafoglio was als „Brieftasche“ zu übersetzen ist. Hierzulande ist die genaue Bedeutung abhängig vom Kontext:

Im Verlagswesen ist ein Portfolio ein mit Fotografien ausgestatteter Bildband.

In der Kunstwissenschaft ist ein Portfolio ebenfalls eine Mappe mit Grafiken oder Fotografien.

Eine der italienischen Bedeutung sehr nahe kommende Übersetzung ist in der Wirtschaft gebräuchlich. Hier kann ein Portfolio einen Bestand an Wertpapieren einer Person oder eines Unternehmens darstellen.

Im wirtschaftlichen Kontext ist auch die Verwendung von Portfolio als Synonym für das gesamte Angebot eines Unternehmens oder für eine schematische Darstellung einer strategischen Unternehmensplanung gängig.

Das Portfolio großer Automobilkonzerne wird in Zukunft nicht nur die Herstellung von Fahrzeugen umfassen, sondern auch das Bereitstellen von Mobilitäts-Dienstleistungen. Ein gutes Beispiel ist „car2go“ von Daimler, welches sich in Hamburg und vielen weiteren Städen bereits erfolgreich etabliert hat.

Zurück in München wartete schon das Angebot von Süd Chemie. Für den Spezialchemie-Konzern suchte sie mit ihrem kleinen Team nach Start-ups, die ins Portfolio des Unternehmens passten. Von dort ging es weiter zur KPMG, wo sie nach einigen Jahren harter Arbeit – Laptop und Blackberry waren immer im Urlaubsgepäck – auf den sogenannten „Partner-Track“ gelangte: die Chance, Teilhaber der Firma zu werden. Da kündigte sie.
– Carolyn Braun, Die Freischreiberin, brand eins 01/2012.

Als Sicherheit für den kurzfristigen Kredit, im Rahmen der Neubeschaffung von Werkzeugen, konnte ohne Probleme das gesamte Portfolio an Anlagen und langfristigen Investments zugezogen werden.

Mantra

Ein Mantra kann eine Silbe, ein Wort oder  (meistens) eine Wortfolge sein, die  wiederholt aufgesagt, gedacht oder gesungen wird. Ihren Ursprung hat diese Tradition im Hinduismus und soll als zentraler Bestandteil des Meditierens den Geist in Einklang mit dem Universum oder einer Gottheit bringen. Auch Fokussierung auf eines der Energiezentren im Körper und dessen Beeinflussung kann Ziel des Mantras sein.

Im übertragenen und vom religiösen Kontext gelösten Sinne meint man mit einem Mantra heute auch einen formelhaften Spruch. Ein solcher kann etwa als Leitsatz eines Unternehmens die Mitarbeiter auf einen gemeinsamen Unternehmensgeist einschwören, der Bekräftigung der eigenen Motivation dienen, politische Anhänger beruhigen etc.

Der Ursprung des Begriffs liegt im sanskritischen mantra (Spruch, Formel).

Nach acht Monaten im Dienste des Franzosen hat Podolski Wengers Mantra verinnerlicht: „Nicht die Leistung des Einzelnen ist wichtig, sondern, dass wir die Champions League schaffen.“
Raphael Honigstein (2013), Podolski erinnert die Engländer an längst vergangene Zeiten, ZEIT ONLINE.

Affekt

Das Substantiv Affekt steht für eine „heftige seelische Erregung“, die ausdrückende, motivierende und körperliche Erscheinungsformen umfasst. Im Plural wird der Begriff auch als Synonym für „Leidenschaft“ verwendet.

Besondere Beachtung erfährt er in der Psychologie und der Medizin, im Alltag begegnet er vor allem im juristischen Kontext.

Seinen Ursprung hat der Begriff im lateinischen Verb afficere, was „in eine Stimmung versetzen“ bedeutet.

Die Staatsanwaltschaft wies darauf hin, dass es sich um eine Tat aus dem Affekt heraus handelte.

Im Affekt errötete er und senkte beschämt den Kopf, als der Lehrer ihn beim Abschreiben erwischte.

Eskapismus

Das Substantiv Eskapismus bezeichnet die „Realitätsflucht in eine Scheinwelt oder -wirklichkeit“, sowie allgemeiner die „Sucht nach Vergnügen und Zerstreuung“.

In den letzten Jahren hat der Begriff vor allem im medienwissenschaftlichen und medienpsychologischen Kontext an Bedeutung gewonnen.

Die Herkunft des Wortes liegt in der englischen Entsprechung escapism, die wiederum dem lateinischen Verb excapere (entkommen) entstammt.

Der Politiker kritisierte den zunehmenden Hang der Jugend zum Eskapismus. Ein großer Teil des Lebens junger Menschen spiele sich in Online-Spielen, dem Internet und Fernsehserien ab.

Eskapismus war gestern, heute holt uns die Realität auch im Superhelden-Kino ein: Iron Man macht ein Sabbatical und Batman hat eine unipolare Störung.
– Christina Rietz (2013), Held, gönn dir mal ’ne Pause. Zeit Online.

virtuos

Das Adjektiv virtuos bedeutet „meisterhaft, technisch vollendet“.

Zunächst wurde der Begriff vor allem in Bezug auf Musik verwendet, um etwa musikalische Darbietungen oder die vollendete Beherrschung eines Instruments zu beschreiben.

Heute kann virtuos auch in anderem Kontext verwendet werden, nämlich immer dann, wenn von der perfekten Beherrschung einer Tätigkeit die Rede ist.

Das lateinische Adjektiv virtuosus ist der Ursprung des Wortes. Es bedeutet „tugendhaft, vortrefflich“.

Sie ist eine virtuose Klavierspielerin.

Du kannst mir glauben, Larissa spielt virtuos mit deinen Gefühlen! (Hier ist virtuos ein Adverb.)

Unglaublich, das war eine virtuose Leistung! Vier Elfmeter in einem Spiel hat vor ihm noch niemand gehalten.

Die Wiener Philharmoniker glänzten unter Herbert von Karajan mit virtuosen Auftritten und rissen ein Millionenpublikum zu Begeisterungsstürmen hin.

Tinktur

Das Wort Tinktur bezeichnet ursprünglich einen meist dünnflüssigen Auszug aus pflanzlichen oder tierischen Stoffen. Der Begriff wird aber darüber hinaus auch als Synonym für jede Art von Flüssigkeiten benutzt, meist jedoch in einem medizinischen Kontext. Früher wurde er auch als Begriff für „Färbung“ verwendet.

Der Begriff stammt vom lateinischen Wort tinctura ab, welches Färbung bedeutet.

Auf dem Tisch befanden sich die verschiedensten Salben und Tinkturen.

Ich frage mich, mit welcher Tinktur ich es hier zu tun habe.

Der Arzt verschrieb eine Tinktur, deren Zusammensetzung ich nicht genau kannte.

Unitarismus

Als Unitarismus bezeichnet man das politische Ziel, die zentrale Macht eines Staates weiter zu stärken. Der Begriff taucht heute allerdings häufiger im Zusammenhang mit verschiedenen christlichen Religionsgemeinschaften auf, die die Dreifaltigkeit ablehnen oder zumindest infrage stellen. Der Begriff als solches wird allerdings nur selten verwendet, da in diesem Kontext häufiger von Unitariern gesprochen wird.

Der Begriff geht auf das lateinische Wort unitas zurück, das Einziger bedeutet.

Die Ablehnung der Dreifaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil des Unitarismus.

Er ist ein Unitarier, er gehört einer unitarischen Kirche an.

Der Unitarismus ist besonders in den USA weit verbreitet.

Korrelation

Eine Korrelation ist eine wechselseitige Beziehung, meint also die gegenseitige Bedingung respektive Beeinflussung zweier Parteien oder Sachverhalte.

Schärfer abgegrenzt ist der Begriff im mathematischen Kontext, wo er einen statistischen, quantitativen Zusammenhang zweier Größen meint, also Gegenläufigkeit oder parallele Entwicklung. Daraus lässt sich allerdings noch keine Aussage über den kausalen Zusammenhang ableiten. Korrelieren beispielsweise die beiden Größen Analphabetenrate und Wirtschaftswachstum miteinander, so sind – neben reiner Zufälligkeit – prinzipiell folgende drei Möglichkeiten gegeben:

  • Die Analphabetenrate beeinflusst das Wirtschaftswachstum.
  • Das Wirtschaftswachstum beeinflusst die Analphabetenrate.
  • Eine dritte Größe beeinflusst beide.

Korrelation leitet sich aus dem lateinischen correlatio (Wechselbeziehung) ab.

Die Korrelation zwischen religiösem Hintergrund und Sozialverhalten gilt als umstritten.

Immer wieder weisen Studien auf den korrelativen Zusammenhang zwischen Attraktivität und wirtschaftlichem Erfolg hin.