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  • defĂ€tistisch

    Das bildungssprachliche Adjektiv defÀtistisch (schweizerdeutsch: defaitistisch) wird abwertend gebraucht und beschreibt Personen, die mutlos agieren bzw. eine pessimistische Einstellung haben. Weiterhin können resignierende Aussagen als defÀtistisch bezeichnet werden.

    Ein umgangssprachliches Synonym fĂŒr defĂ€tistisch ist „schwarzseherisch“.

    Abgeleitet wurde der Begriff von dem Substantiv DefĂ€tist, welches auf DefĂ€tismus zurĂŒckgeht, das seinen Ursprung im französischen dĂ©faitisme hat.

    Vor allem den Sozialdemokraten geht es schlecht. Demotiviert und defĂ€tistisch erlebe sie die WahlkĂ€mpfer in den sozialdemokratischen KreisverbĂ€nden, erzĂ€hlt eine fĂŒhrende GrĂŒne hinter vorgehaltener Hand.
    Lisa Caspari, Rot-GrĂŒn und die freie Liebe, 27.04.13, Zeit online

    Die Regierung in Kabul wird einer ermatteten Schutzmacht zuliebe nicht die Korruption bekÀmpfen, und die Taliban werden vor einem defÀtistischen Westen keine Angst haben.
    Jan Ross, Internationaler Terrorismus – Ein kleiner Sieg, 06.10.11, Zeit online

  • kumulativ

    Das Adjektiv kumulativ bedeutet “(sich) anhĂ€ufend“, „steigernd“ oder „aufsummierend“ beschreibt also das sukzessive Wachsen einer Menge. Gegebenenfalls auch einer negativen Menge, so kann man etwa von einem kumulativen Defizit oder kumulativen Schulden sprechen. Auch das gemeinsame Wirken verschiedener Faktoren kann als kumulativ bezeichnet werden.

    Der Ursprung des deutschen Begriffs liegt im lateinischen cumulare (anhÀufen).

    Kluge Lebensentscheidungen haben einen kumulativen Effekt.

    Eine Sprache beherrschen zu wollen ist ein kumulatives Lernvorhaben.

    Bei Aufarbeitung der Geschichte des dritten Reichs spricht man hÀufig von einer kumulativen Radikalisierung der AmtstrÀger sowie der Bevölkerung.

  • erratisch

    Das Adjektiv erratisch bedeutet „vereinzelt“ oder „verirrt“. Es wird in der geologischen Fachsprache und – im ĂŒbertragenen Sinne – in der Alltagssprache verwendet.

    In der Geologie bezeichnet es einen einzelnen Gesteinsbrocken, der in einer Umgebung liegt, in die er geologisch nicht gehört.

    Im ĂŒbertragenen Sinne wird das Adjektiv, besonders im technischen Bereich und im Börsenjargon, als Synonym fĂŒr „wirr, irrend, sich hin- und her bewegend“ oder „willkĂŒrlich“ verwendet.

    Das Adjektiv erratisch lĂ€sst sich auf das lateinische Adjektiv erraticus („umherirrend“) zurĂŒckfĂŒhren.

    Dieser Felsen ist ein erratischer Block, der wÀhrend der letzten Eiszeit mit einem Gletscher hierher gekommen ist.

    Sein erratischer Blick verriet Unsicherheit und Anspannung zugleich.

    Unsere Zusammenarbeit war lange Zeit geprĂ€gt von erratischen und auch widersprĂŒchlichen Entscheidungen.

  • indigniert

    Das Adjektiv indigniert bedeutet „peinlich berĂŒhrt“. Ist eine Person indigniert, so fĂŒhlt sie sich in ihrer WĂŒrde verletzt, sieht sich also mit etwas konfrontiert, was ihr unangenehm ist und sie betreten macht.

    Die Herkunft des Wortes findet sich im lateinischen indignus (unangemessen, unwĂŒrdig), welches sich aus der verneinenden Vorsilbe in- und dem lateinischen Wort fĂŒr „wĂŒrdig“, dignus, zusammensetzt.

    Indigniert schĂŒttelte er den Kopf und sah anschließend zu Boden.

    Ich war von seinem Verhalten aufs Höchste indigniert. Ein Fauxpas jagte den nÀchsten, schrecklich!

    Sie wĂŒnschte sich, ihr wĂŒrde eine schlagfertige Entgegnung einfallen. Stattdessen schwieg sie nur indigniert.

  • nivellieren

    Das Verb nivellieren bedeutet „ausgleichen (von Unterschieden)“ oder „ebnen“. Dabei kann sowohl das aktive und absichtliche Ausgleichen von Unterschieden gemeint sein als auch ein zufĂ€lliger Anpassungsprozess.

    Ursprung des Wortes ist das gleichbedeutende französische niveler.

    Es scheint nahezu unmöglich, die Unterschiede zwischen Arm und Reich zu nivellieren.

    Die globale Vernetzung macht kulturelle und mediale Inhalte weltweit verfĂŒgbar. So nivelliert sie zum Teil Unterschiede in der kulturellen IdentitĂ€t verschiedener Völker.

  • unisono

    Das Adverb unisono ist ein Begriff aus dem Bereich der Musik und bedeutet „im Einklang“ oder „im Einklang zu spielen oder zu singen“.

    Unisono kann aber auch unabhĂ€ngig von der Musik benutzt werden, um auszudrĂŒcken, dass GegenstĂ€nde, Personen oder Situationen ĂŒbereinstimmend oder im Einklang sind.

    Synonyme fĂŒr unisono sind beispielsweise „einstimmig“, „einvernehmlich“, „ĂŒbereinstimmend“ oder „zusammen“.

    Das Adverb ist aus dem Italienischen entlehnt und auf das spĂ€tlateinische unisonus (eintönig, einförmig), zu lateinisch unus (einer, ein Einziger) und sonus (Ton, Klang), zurĂŒckzufĂŒhren.

    Das Geigen-Duo ĂŒberzeugte unisono in dem Konzert.

    Obwohl die Interessen der beiden Parteien unterschiedlicher nicht sein könnten, haben sie in ihren Pressemitteilungen unisono gemeinsamen Ziele angekĂŒndigt.

    Der Chef duzt sich mit vielen Mitarbeitern, die unisono sagen, er lasse einem, wenn er Vertrauen gefasst habe, große FreirĂ€ume. Beim tĂ€glichen FrĂŒhstĂŒck fĂŒr alle 150 BeschĂ€ftigten, das die Firma bezahlt, mischt sich der große, hagere Mann zwanglos unter die Mitarbeiter, wĂ€hrend seine Hunde durch die Reihen streifen.
    Stefan Scheytt, Nimbus: Mickey Maus hat’s raus, Brandeins, 10/2012

  • retrospektiv

    Das Adjektiv retrospektiv bedeutet „rĂŒckblickend“ und beschreibt damit ein Bezugnahme auf vergangene Zeiten.

    Der Begriff leitet sich ab aus einer Verbindung der lateinischen AusdrĂŒcke retro (rĂŒckwĂ€rts, zurĂŒck) und spectare (schauen, betrachten).

    Bei der retrospektiven Beurteilung des Vorgehens wurden einige UnregelmĂ€ĂŸigkeiten festgestellt.

    Ich habe retrospektiv erkannt, was ich an ihr hatte. Nun bereue ich die Trennung.

  • ParvenĂŒ

    Der ParvenĂŒ ist ein „Aufsteiger“, „Emporkömmling“ oder „Neureicher“.

    Als einen ParvenĂŒÂ bezeichnet man jemanden, der aus einfachen VerhĂ€ltnissen heraus zu Reichtum gelangt ist. Als der Begriff im 18. und 19. Jahrhundert aufkam, fehlten einem solchen Emporkömmling in der Regel die Kultiviertheit und der Bildungsstand einer Person, die in eine wohlhabenden Familie geboren wurde. „ParvenĂŒ“ hatte also eine leicht abwertende Konnotation, die sich bis heute gehalten hat.

    Der deutsche Begriff stammt vom gleichbedeutenden französischen Begriff parvenu ab, substantiviert aus parvenir (emporkommen).

    Es ist einer dieser Clubs, wo die ParvenĂŒs der Neuzeit sich selbst feiern. Nicht selten sieht man gerade diejenigen, die sich in den frĂŒhen Abendstunden noch Champagnerflaschen an den Tisch bestellten, spĂ€ter mit freiem Oberkörper auf Podesten tanzen.

    Anka Muhlstein verweist hier zu Recht auf das strukturelle Problem von Napoleons Herrschaft. Als ParvenĂŒ unter Europas Monarchen war er zum Erfolg verdammt. Ein Stehenbleiben, gar ein RĂŒckzug wĂ€re einer Niederlage gleichgekommen und hĂ€tte dem Nimbus seiner Unfehlbarkeit einen schweren Schlag versetzt.
    – Volker Ullrich (2008), Moskau war sein Schicksal, Die Zeit, 24.01.2008 Nr. 05.

  • subaltern

    Das Adjektiv subaltern wird kategorisierend oder abwertend genutzt. Das Bedeutungsspektrum umfasst:

    • Nur einen untergeordneten Rang einnehmend (vor allem bei Beamten).
    • Mit beschrĂ€nkten Entscheidungsbefugnissen ausgestattet.
    • Geistig unselbststĂ€ndig bzw. auf einem niedrigen geistigen Niveau stehend.
    • UnterwĂŒrfig, devot.

    Der Begriff hat seinen Ursprung im spÀtlateinischen subalternus (untergeordnet), zusammengesetzt aus sub (unten, unter) und alternus (abwechselnd, gegenseitig).

    Bevor man Menschen mit Entscheidungsgewalt antrifft, muss man sich mit Beamten in subalternen Positionen auseinandersetzen.

    Er ist in subalternen VerhĂ€ltnissen aufgewachsen und drĂŒckt sich sprachlich viel direkter aus als seine Klassenkameraden aus der Oberschicht.

    Und unendlich erleichtert. Zum ersten Mal seit vielen Jahren wich der subalterne Krampf aus seinem RĂŒcken, der den Nacken verspannte und die Schultern immer devoter gewölbt hatte, und er stand ohne Anstrengung aufrecht, gelöst und frei und freute sich.
    – Patrick SĂŒskind, Das Parfum, ZĂŒrich: Diogenes 1985, S. 86

  • Sarkasmus

    Das Substantiv Sarkasmus wird als Synonym fĂŒr HĂ€me oder Hohn verwendet. Manchmal wird Sarkasmus auch als Synonym fĂŒr Ironie, Spott oder Zynismus verwendet, auch wenn diese Begriffe eigentlich eine andere Bedeutung haben.

    Sarkasmus wird hÀufig dann angewendet, wenn es darum geht, jemanden oder etwas lÀcherlich zu machen oder zu verletzen. Dies kann zum Beispiel in politischen Reden geschehen. Bereits in der Antike wurde Sarkasmus als Stilmittel in diesem Kontext eingesetzt. Das dazugehörige Adjektiv ist sarkastisch.

    Den Weg in den deutschen Sprachschatz fand Sarkasmus durch das lateinische sarcasmos, welches ĂŒber die gleiche Bedeutung verfĂŒgt. Dieses geht wiederum auf das griechische Wort sarkasmĂłs zurĂŒck, was zum einen „beißender Spott“ bedeuten kann, zum anderen aber auch „Zerfleischung“. Der Ursprung des Wortes liegt im griechischen Wort fĂŒr Fleisch begrĂŒndet: sĂĄrx.

    Der beißende Sarkasmus in seiner Rede machte es jedem Zuhörer einfach, die Kernbotschaft seiner Argumentation zu verstehen.

    Statt einer Entschuldigung gab es von den Bahn-Angestellten blanken Sarkasmus. […] Auf meine höfliche Frage, ob die Bahn fĂŒr ein Taxi vom Flughafen nach Wiesbaden aufkommt, schaltet sich der Kollege der Schalter-Dame mit einem sarkastischen Spruch ein. „Ja klar, wir haben’s ja!“, sagt er, wĂ€hrend er in seinem Stuhl herumflĂ€zt.

    FOCUS Online erlebt Horror-Trip mit DB – Die provoziert mit blankem Sarkasmus, Alexander Wehnert, focus.de, 28.06.2018.

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