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konspirativ

Konspirativ bedeutet so viel wie „geheim“ oder „verschwörerisch“.

Im Vordergrund steht dabei, dass die beschriebene Tätigkeit oder Sache bewusst geheim gehalten wird. Oft drückt der Begriff auch aus, dass etwas einer Verschwörung oder einem Komplott dient.

Konspirativ ist abgeleitet vom Substantiv „Konspiration“, welches dem lateinischen conspiratio (Komplott, Verschwörung, Übereinstimmung) entspricht.

Die Verfechter der Regierung trafen sich zu konspirativen Treffen, um Pläne zu schmieden, welche zum Fall des Diktators führen sollten.

Der Geheimbund trifft sich in einer konspirativen Wohnung, von der selbst aus den eigenen Reihen nur wenige Mitglieder wissen.

Bei der Hausdurchsuchung wurde ein konspiratives Handy gefunden.

Rechtsextreme organisieren ihre Events gerne konspirativ. Doch nicht immer bleibt im Verborgenen, was sie planen.
Zeit.de

Am Heidberg wartet die Pathologin. Man nickt sich zu, konspirativ beinahe, das geheime Vertrauen von Menschen, die jeden Tag erleben, wie Leben endet.
Zeit.de

monieren

Das Verb monieren bedeutet „bemängeln“ oder „beanstanden“.

Der bildungssprachliche Begriff meint dabei alles von einer Äußerung der Unzufriedenheit bis hin zu harscher, nicht zwingend sachlicher, Kritik.

Monieren stammt vom lateinischen monere (mahnen bzw. ermahnen) ab.

„Wieder zu viel Milch im Kaffee“, monierte er unzufrieden.

Ich war mit dem Service der Fluggesellschaft vollauf zufrieden und hatte nichts zu monieren.

Die Teilnehmer der Veranstaltung monierten letzten Endes gar nicht das schlechte Essen oder den mangelnden Service, sondern vielmehr die Tatsache, dass die Männertoilette nicht barrierefrei war.

sondieren

Das Verb sondieren bedeutet „etwas (vorsichtig) erkunden“.

Der bildungssprachlichen Begriff beschreibt in unterschiedlichen Zusammenhängen das behutsame, unverbindliche Erforschen und Erfassen einer Situation. In der Regel geht damit auch eine Risikoeinschätzung einher. Im Vordergrund steht beim Sondieren, eine Entscheidungsgrundlage für das eigene weitere Vorgehen zu ermitteln.

  • In der Medizin wird das Verwenden von medizinischen Sonden oder das Untersuchen mittels Geräten als sondieren bezeichnet.
  • In der Politik, Wirtschaft etc. beschreibt sondieren eine informelle Annährung von möglichen Partnern (Sondierungsgespräche).

Das Verb sondieren stammt vom französischen sonder (bezogen auf die Sonde) ab.

Verwendungsbeispiele

Ich sondiere das mir unbekannte Terrain, bevor ich eine Route für die Wandergruppe festlege.

Wir haben mittels Konkurrenzanalysen und Umfragen den Markt sondiert, um unseren Markteintritt strategisch besser planen zu können.

Die Ärztin möchte den Magen sondieren, um die Ursache für die andauernden Magenschmerzen des Patienten zu finden.

kulminieren

Das Verb kulminieren bedeutet „den Höhepunkt erreichen“. In der Astronomie wird der Begriff zudem verwendet, wenn etwas den tiefsten oder höchsten Stand bezüglich des Horizontes einnimmt.

Das Verb wird relativ selten verwendet. Am häufigsten wird es in der Wissenschaftssprache eingesetzt.

Kulminieren leitet sich von dem französischen Wort culminer für „den Höhepunkt erreichen“ oder „seinen höchsten Punkt haben“ ab.

Sein schlechter Sinn für angemessene Kleidung kulminierte im Tragen einer glänzenden, pinkfarbenen Strumpfhose zu Frack und Zylinder.

Der tosende Applaus des Publikums kulminierte, als der Hauptdarsteller auf die Bühne trat.

Das Doppelsternsystem kulminiert heute Nacht um 1 Uhr.

profan

Das Adjektiv profan bedeutet „weltlich“, „alltäglich“ oder „gewöhnlich“, in Abgrenzung zum Göttlichen bzw. Gott Dienenden.

Heute können nicht nur weltliche (d.h. nicht kirchliche) Dinge als profan bezeichnet werden, sondern allgemein auch alles Durchschnittliche, alles was nicht heraussticht, also normal und gewöhnlich ist.

Der Begriff stammt vom lateinischen profanus (ungeheiligt, gewöhnlich) ab. Ein fanum ist ein Tempel oder ein anderer heiliger Ort, die Vorsilbe pro- bedeutet „anstelle von“ oder „vor“. Profanus meinte also wörtlich „außerhalb des Tempels“ oder „vor dem Tempel“.

Der Wunderheiler materialisierte sich nicht plötzlich – wie erhofft – in einer dichten Nebelwolke inmitten des Raumes, sondern kam ganz profan mit dem Opel Corsa daher.

Unserer Bekannten schwant, dass sie mit Kreuzfahrtroutiniers unterwegs ist. Und dass sie die Klopapierrolle in ihrer Handtasche, gedacht als Luftschlange beim großen Abschied, einem profaneren Zweck zuführen muss.
Karin Ceballos Betancur (2009), »Früher war mehr Messing«, DIE ZEIT, 18.06.2009 Nr. 26.

Er sagte das wichtige Treffen ab, um sich stattdessen profaneren Dingen zuzuwenden. Das Bad putzte sich schließlich nicht von allein.

Aspirant

Ein Aspirant ist im heutigen deutschen Sprachgebrauch in erster Linie ein Bewerber auf ein öffentliches Amt oder eine Stelle in der freien Wirtschaft. Des Weiteren kann ein Aspirant auch eine Person, eine Firma, ein Team etc. mit einem bestimmten Ziel sein.

Der Begriff geht zurück auf das lateinische aspirare (anhauchen, nach etwas streben).

Er war nur einer von mehreren Aspiranten auf den begehrten Posten.

Der Bundestagsaspirant musste sich unangenehme Fragen bezüglich seiner Doktorarbeit gefallen lassen.

Das Team war heißer Aspirant auf den Meisterschaftstitel.

Häresie

Das Substantiv Häresie (die) bezeichnet eine „verdammenswerte Meinung“. Es beschreibt, mit starker negativer Konnotation, Aussagen oder Meinungen als falsch und abweichend von der (aus Sicht des Sprechers) korrekten Weltanschauung, Meinung, Ideologie etc.

Ursprünglich wurden als Häresie vor allem Meinungen bezeichnet, die im Widerspruch zur kirchlichen Lehre stehen.

Synonyme für Häresie sind zum Beispiel Ketzerei, Irrlehre, Irrglaube oder Abweichung.

Die Herkunft des Begriffs liegt im altgriechischen hairesis (Anschauung, Wahl).

Verwendungsbeispiele

Das ist Häresie in den Ohren der Tea-Party-Republikaner. Sie wollen auf keinen Fall eine Steuererhöhung – auch nicht für Bestverdiener.
Trump und die Spaltung der Republikaner – Marcus Pindur, deutschlandfunk.de, 16.02.2018

Es ist eine ungewöhnliche Studie, die Facebooks hausinterne Abteilung für Sozialforschung letztes Jahr veröffentlicht hat. Sie enthält eine These, die im penetrant optimistischen Silicon Valley an Häresie grenzt.
Warum Facebook keine «Zeitung für alle» mehr sein will – Oliver Fuchs, nzz.ch, 16.02.2018

Dutzende Theologen werfen Papst Häresie vor.
spiegel.de, 16.02.2018

Quintessenz

Die Quintessenz ist „das Wesentliche, Wichtigste“ oder der „Kerngedanke“, d.h. der zentrale Gedanke einer Diskussion, Überlegung etc.

Der Begriff hat seinen Weg über das lateinische quinta essentia (das fünfte Seiende) ins Deutsche gefunden, das bei der Übersetzung der Lehren Aristoteles‘ entstanden ist. Im philosophischen Kontext meint die quinta essentia das ursprüngliche Element, den Äther, aus dem alle anderen Elemente entstanden seien.

Ich habe deinen Vortrag nur zur Hälfte gehört. Kannst du mir noch einmal kurz die Quintessenz zusammenfassen?

Die Quintessenz der vorangegangenen Überlegungen lässt sich eigentlich auf einen Satz herunterbrechen: […].

In der Quintessenz läuft das Buch auf eine neue Variante der Kollektivschuld-These hinaus. 95 Prozent der Deutschen, heißt es wiederholt, hätten direkt oder indirekt vom Massenraubmord profitiert.
– Volker Ullrich (2005), Hitlers zufriedene Räuber, DIE ZEIT 10.03.2005 Nr.11.

Quisquilie

Das bildungssprachliche Substantiv Quisquilie (die) bezeichnet eine Angelegenheit oder Sache, der man keinen Wert oder keine Bedeutung beimisst. Synonyme sind etwa „Bagatelle“, „Belanglosigkeit“, „Kleinigkeit“ oder „Lappalie“.

Meist wird der Begriff im Plural Quisquilien verwendet. Die Einzahl ist eher ungebräuchlich.

Quisquilie stammt aus dem lateinischen quisquilia (Belanglosigkeit, Unbedeutendes).

Bei dem Workshop steht hauptsächlich die Arbeitsphase und Teambildung im Vordergrund. Die Präsentation der Endergebnisse gilt eher als Quisquilie.

Viele der nun zu treffenden Entscheidungen sind keineswegs Quisquilien, sondern zukunftsweisend für das gesamte Unternehmen.

Mir scheint, man versucht vom Wesentlichen abzulenken, indem man auf Quisquilien herumreitet und sie bemäkelt.
Ablenkungsmanöver oder Buchkritik?, Zeit.de.

akkreditieren

Das Verb akkreditieren bedeutet „bevollmächtigen“ oder „beglaubigen“.

Der Begriff wird vor allem – aber nicht ausschließlich – im diplomatischen Kontext gebraucht. So kann ein Diplomat als Vertreter eines Landes in einem anderen Land akkreditiert werden. Das akkreditierende Land ist dabei das Empfangsland, nicht das entsendende Land. Ähnlich verhält es sich im Journalismus, wo einem akkreditierten Journalisten Zutritt zu einer Veranstaltung oder einem Land gewährt wird, wobei die akkreditierende Partei wiederum der Veranstalter respektive das empfangende Land ist.

Weiterhin meint der Begriff das Bescheinigen der Fachkompetenz einer Instanz durch eine bereits allgemein anerkannte andere Instanz. In der Europäischen Union gibt es zu diesem Zweck pro Land je eine nationale Akkreditierungsstelle, die etwa Laboratorien oder Inspektionsstellen auf das Einhalten von Normen prüft.

Entlehnt wurde der Begriff aus dem gleichbedeutenden französischen accréditer.

Neben tausenden weiteren Journalisten ist sie in Brüssel als Korrespondentin akkreditiert.

Die ordnungsgemäße Tierhaltung in der Landwirtschaft wird von akkreditierten Privatfirmen kontrolliert.

Der neue Botschafter Frankreichs ist schon angereist, allerdings von Berlin noch nicht akkreditiert.