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  • diametral

    Das Adjektiv diametral bedeutet bildungssprachlich „entgegengesetzt“ und beschreibt damit Sachverhalte, Argumente, Aussagen, Positionen etc., die in ganz und gar gegens√§tzlichem Verh√§ltnis zueinander stehen, d.h. v√∂llig verschieden sind.

    H√§ufig gebraucht wird die Phrase „diametral entgegengesetzt“, die nicht unbedingt pleonastischen, sondern eher betonenden Charakter hat. Stilistisch ist sie aufgrund ihres inflation√§ren Gebrauchs dennoch von zweifelhafter G√ľte.

    Speziell in der Mathematik beschreibt der Ausdruck Punkte auf dem √§u√üeren Rand einer geometrischen Figur, deren Verbindungslinie zum einen durch den Mittelpunkt der Figur geht und zum anderen den maximal m√∂glichen Abstand zweier Punkte innerhalb der Grenzen der Figur darstellt. Das einfachste Beispiel daf√ľr sind zwei Punkte, die sich auf dem Durchmesser eines Kreises gegen√ľberliegen.

    Die Herkunft des deutschen Begriffs liegt im sp√§tlateinischen diametralis (zum Durchmesser geh√∂rend) und geht auf das gleichbedeutende griechische diametros zur√ľck.

    Ihr Verhalten Kunden gegeben√ľber widerspricht diametral unserer Unternehmensphilosophie.

    Seine Worte und seine Taten verhalten sich diametral zueinander.

    Die Arbeit der Regierungskoalition verlief bisher sehr harmonisch. Bez√ľglich der aktuellen Frage f√ľhren die diametralen Positionen der beiden Parteien jedoch zu langwierigen Verhandlungen, deren Ende bisher nicht in Sicht ist.

    Was Bier betrifft, haben meine s√ľddeutschen Freunde und ich diametrale Pr√§ferenzen.

  • Prognose

    Das Substantiv Prognose bezeichnet eine ‚Äě(wissenschaftlich begr√ľndete) Voraussage‚Äú oder ‚Äě- Vorhersage‚Äú.

    Eine Prognose beschreibt also eine zuk√ľnftige Entwicklung oder zuk√ľnftige Zust√§nde,¬† etwa die wirtschaftliche Lage oder den Gesundheitszustand einer Person betreffend.

    Das passende Verb prognostizieren beschreibt ‚Äěden voraussichtlichen Verlauf k√ľnftiger Entwicklungen darstellen‚Äú.

    Prognose stammt vom griechischen pr√≥gnŇćsis, (Voraussicht, Vorwissen) ab.

    Ich habe nicht genug Informationen und kann deshalb derzeit keine Prognose abgeben.

    Weil in den kommenden Jahren aktuellen Prognosen zufolge bundesweit rund 35.000 Grundschullehrer fehlen werden, setzen einige Bundesländer auf ein höheres Einstiegsgehalt als Lockmittel.
    Spiegel, Länder buhlen mit Geld um Grundschullehrer

    Ob dieses Wetter auch am Pfingstwochenende anh√§lt, ist noch nicht abzusehen – verl√§ssliche Prognosen k√∂nnen nur f√ľr einen Zeitraum von bis zu vier Tagen gestellt werden, hei√üt es vom DWD.
    Spiegel, Sonne hier, Starkregen da

  • eloquent

    Das Adjektiv¬†eloquent¬†bedeutet „beredsam“, „wortgewandt“, „redegewandt“. Es bezeichnet die F√§higkeit, sich in gesprochener oder (seltener) geschriebener Sprache wirkungsvoll und angemessen ausdr√ľcken zu k√∂nnen. Dies gilt f√ľr die Muttersprache wie auch f√ľr erworbene Fremdsprachen.

    Der Begriff findet seine Herkunft im lateinischen eloquens (beredt). Vergleiche auch das lateinische Verb eloqui (aussprechen, herraussagen).

    Sie hat sich sehr eloquent ausgedr√ľckt.

    Ihr eloquenter Vortrag hat mich √ľberzeugt.

    Um im Verkauf  Erfolg zu haben, muss man eloquent und intelligent sein.

    Domnick erz√§hlte der Gruppe von den Schl√§gen, die er als Kind zu Hause habe einstecken m√ľssen, von seinem schweren Autounfall, bei dem er vor 23 Jahren beinahe gestorben sei, und gestand, dass er, der so forsch und eloquent wirkt, in Vorstellungsgespr√§chen keinen Ton herausbekomme.
    –¬†Johannes Pennekamp (2011),¬†Die Berufsoptimistin, brand eins 08/2011.

  • virtuos

    Das Adjektiv virtuos¬†bedeutet ‚Äěmeisterhaft, technisch vollendet‚Äú.

    Zunächst wurde der Begriff vor allem in Bezug auf Musik verwendet, um etwa musikalische Darbietungen oder die vollendete Beherrschung eines Instruments zu beschreiben.

    Heute kann virtuos auch in anderem Kontext verwendet werden, nämlich immer dann, wenn von der perfekten Beherrschung einer Tätigkeit die Rede ist.

    Das lateinische Adjektiv virtuosus ist der Ursprung des Wortes. Es bedeutet ‚Äětugendhaft, vortrefflich‚Äú.

    Sie ist eine virtuose Klavierspielerin.

    Du kannst mir glauben, Larissa spielt virtuos mit deinen Gef√ľhlen! (Hier ist virtuos ein Adverb.)

    Unglaublich, das war eine virtuose Leistung! Vier Elfmeter in einem Spiel hat vor ihm noch niemand gehalten.

    Die Wiener Philharmoniker gl√§nzten unter Herbert von Karajan mit virtuosen Auftritten und rissen ein Millionenpublikum zu Begeisterungsst√ľrmen hin.

  • suggerieren

    Das Verb suggerieren beschreibt zum einen eine unterschwellige Beeinflussung, zum Beispiel wenn auf jemanden eingeredet wird, um seine Meinung bzw. sein Verhalten zu beeinflussen.

    Zum anderen kann jemandem ein Eindruck oder ein Sachverhalt suggeriert werden, der nicht den Tatsachen entspricht. Hiermit ist das (meist mit böser Absicht) Manipulieren und Verdrehen von Tatsachen gemeint.

    Synonyme f√ľr suggerieren sind aufschwatzen, einreden, glauben machen, manipulieren oder indoktrinieren.

    Der Begriff entstammt dem lateinischen suggerere (von unten heran tragen).

    Durch das immer breiter werdende Spektrum der Medienpräsenz können zum einen dem Volk sehr einfach falsche Sachverhalte suggeriert werden, andererseits fliegen Intrigen dieser Art durch eine breitere Berichterstattung auch viel schneller auf.

    Er¬†suggerierte ihr, dass es v√∂llig normal sei, auch mal im B√ľro zu n√§chtigen.

    „Wir bauen nur so viele Batterien, wie wir bei unseren Kunden auch loswerden, nicht fantastische St√ľckzahlen, die uns ein ehrgeiziger Gesch√§ftsplan suggeriert„, f√ľgt Forcier hinzu. Zu den ersten Kunden geh√∂ren General Motors, BMW , Daimler und die E-Auto-Marke Fisker aus Kalifornien.
    Steffan Heuer (2012), Geladene Gäste, brand eins 02/2012. 

  • par ex¬≠cel¬≠lence

    Die nachgestellte Phrase par excellence¬†bedeutet „in h√∂chster Vollendung“.

    Personen, Sachverhalte, Entwicklungen oder Gegenst√§nde k√∂nnen par excellence sein, wenn sie in musterg√ľltiger Ausf√ľhrung vorliegen.

    Die Herkunft des Ausdrucks liegt im franz√∂sischen excellence (Erhabenheit, Herrlichkeit) und geht zur√ľck auf das gleichbedeutende lateinische¬†excellentia.

    Er begeisterte seine Gäste mit einem Gin Tonic par excellence.

    „Das war eine Er√∂ffnungsrede¬†par excellence. Ich war von deinem Vortrag zu Tr√§nen ger√ľhrt.“

    Als Abteilungsleiterin par excellence wird sie nicht nur von ihrem Team durch und durch respektiert, sondern auch von ihrer Vorgesetzten hoch geschätzt.

    Dass in Deutschland mehr als vier Millionen Menschen mit Depressionen leben, die √§rztliche oder therapeutische Hilfe brauchen, ist ein Zeichen. Ehrenberg h√§lt Depression f√ľr „die Krankheit par excellence des demokratischen Menschen“.
    Stefan Reinecke (2012), Darf es etwas weniger sein?, brand eins o4/2012.

  • Petrichor

    Das Substantiv Petrichor beschreibt den markanten Geruch von Regen auf trockenem Erdboden.

    Ursache des Geruchs ist laut Forschern aus Australien (R.G. Thomas und I.J. Bear) ein √Ėl, das manche Pflanzen in trockenen Perioden an das umliegende Erdreich abgeben. F√§llt nun frischer Regen auf die trockene Erde, wird das wasserunl√∂sliche √Ėl – nebst anderen Verbindungen – freigesetzt und die Luft beginnt nach Petrichor zu riechen.

    Das Wort leitet sich aus dem griechischen Petra (Stein) und Ichor (die Fl√ľssigkeit, die laut griechischer Mythologie statt Blut in den Adern von G√∂ttern flie√üt) ab.

    Mann, es hat ja ewig nicht geregnet! Meine Nase sehnt sich nach Petrichor.

  • echauffieren

    Das Verb echauffieren bedeutet „sich √ľber etwas aufregen“ oder „sich (vor Aufregung) erhitzen“. Aussprache: [e É…Ēňąfiňźr…ôn]

    Das Wort hat oft einen negativen Unterton und beinhaltet die Wertung, dass die Aufregung ungerechtfertigt ist.

    Der Begriff stammt vom franz√∂sischen √©chauffer (erhitzen) ab. Der Ursprung des franz√∂sischen Begriffs soll auf das lateinische Wort excalefacere zur√ľckgehen.

    Das ist doch wohl wirklich kein Grund, sich so zu echauffieren.

    Sie zeigte sich echauffiert √ľber die Art und Weise, wie sie behandelt wurde.

    Er echauffierte sich √ľber die Vorw√ľrfe, mit denen er konfrontiert wurde.

    Echauffiere dich bitte nicht so! Du wirst ja ganz rot im Gesicht.

  • exaltiert

    Das Adjektiv exaltiert hat im Deutschen zwei Bedeutungen. Zum einen kann es „(k√ľnstlich) aufgeregt“, „hysterisch“, „theatralisch“ bedeuten, zum anderen „√ľbersteigert“ im Sinne von „extravagant, exzentrisch, verdreht“.

    Sowohl die erste als auch die zweite Bedeutungsebene eignet sich, um Personen oder das Verhalten derselben zu charakterisieren. Von welcher Bedeutung man ausgehen kann, h√§ngt vom Kontext und dem Zeithorizont ab. Ist jemand in einer bestimmten Situation exaltiert, meint man in der Regel situativ hysterisches beziehungsweise √ľbersteigert aufgeregtes Verhalten. Beschreibt man eine Person generell – also situativ unabh√§ngig – als exaltiert, zielt man tendenziell eher auf die zweite Bedeutungsebene ab und m√∂chte auf ihre exzentrische, eventuell wunderliche Art hinweisen.

    Im Sinne von „(k√ľnstlich) aufgeregt“, „hysterisch“, „theatralisch“:

    In solchen Momenten reagiert sie immer wieder anstrengend exaltiert. Von einem nat√ľrlichen und ma√üvollen Verhalten kann dann keine Rede mehr sein.

    Seine Rede sollte begeistern, doch seine exaltierte Gestik machte den Effekt der sorgsam gewählten Worte zunichte.

    Im Sinne von „√ľbersteigert“, „extravagant“, „exzentrisch“:

    Unter dem Szenevolk Hamburgs findet man so einige exaltierte Figuren.

    Bescheidenheit ist ein Zeichen der Volksnähe, der Bodenhaftung und Besonnenheit. Die exaltierte Selbstfeier bleibt dem Ausland, bleibt Madonna oder Prince vorbehalten.
    – Adam Soboczynski (2006), Kein Oscar f√ľr Bescheidenheit, Die Zeit Nr.11 vom 08.03.2007, S.62.

    Der Begriff hat seinen Ursprung im französischen exalter (begeistern).

  • lapidar

    Das Adjektiv lapidar¬†bedeutet „kurz und knapp“, „mit wenigen Worten auskommend“. Es beschreibt eine knappe, aber (√ľberraschend) treffende Wortwahl.

    Der Begriff entstammt dem lateinischen lapis, was soviel wie Stein bedeutet. In Stein gemeißelte Texte mussten damals notwendigerweise kurz und knapp formuliert werden.

    Beispiele:

    Ein lapidarer Redestil hilft bei der Vermittlung von Informationen in Gesprächen. Man serviert den Zuhörern die wesentlichen Inhalte auf dem Silbertablett, statt sie mit rhetorischem Brimborium von den Kernaussagen abzulenken.

    Er formulierte seinen Vortrag sehr lapidar. Die Zuh√∂rer begr√ľ√üten den knappen Redestil, denn so konnten sie bereits 30 Minuten eher eine wohlverdiente Mittagspause einlegen.

    „Die wissenschaftlichen Belege und die meisten Ratschl√§ge sind d√ľnn bis wertlos“, teilt das Europ√§ische Institut f√ľr Lebensmittel- und Ern√§hrungswissenschaften in M√ľnchen nach einer kritischen Pr√ľfung des vermeintlichen Wissens √ľber gesundes Essen lapidar mit.
    –¬†Jens Bergmann (2008), Die Wissenschaft hat festgestellt, brand eins 03/2008.

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