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  • prĂ€destiniert

    Ist eine Person oder eine Sache fĂŒr etwas prĂ€destiniert, so ist sie durch ihre Eigenschaften oder FĂ€higkeiten dafĂŒr besonders geeignet. Die AusĂŒbung der entsprechenden Funktion scheint ihr fast schon vorbestimmt zu sein.

    Die heutige Bedeutung leitet sich direkt aus der Verbindung der lateinischen Vorsilbe prae- (vorher) und dem Verb destinare (bestimmen) ab.

    Mein Junge ist fĂŒr einen Platz in der Nationalmannschaft prĂ€destiniert!

    Sie ist durch ihre Wortgewandtheit, ihre schnelle Auffassungsgabe und ihr ausgeprĂ€gtes Gerechtigkeitsempfinden geradezu fĂŒr eine juristische TĂ€tigkeit prĂ€destiniert.

    Ansonsten aber begeistert der Bildschirm. Zum einen, weil er krÀftige, manchmal fast zu krÀftige Farben und Kontraste darstellt. Zum anderen, weil er sehr blickwinkelstabil ist, auch stark seitlich betrachtet noch korrekte Farben anzeigt. Als Video-Player und Bildbetrachter ist das neue Galaxy damit prÀdestiniert.
    Matthias Kremp (2012), Außen Plastik, innen charmant, Spiegel Online 29.05.2012.

  • Nihilismus

    Das bildungssprachliche Substantiv Nihilismus bezeichnet eine Weltanschauung, die von der Nichtigkeit und Sinnlosigkeit alles Bestehenden und Seienden ausgeht. Alle positiven Zielsetzungen, Ideale und Werte werden in diesem Sinne abgelehnt, gepaart mit einer völligen Verneinung aller Normen und Werte.

    Bedeutende Vertreter des Nihilismus als philosophische Strömung sind Friedrich Nietzsche und Martin Heidegger.

    Das Wort Nihilismus ist seit dem 18. Jahrhundert belegt und auf das lateinische substantivische Pronomen nihil (nichts) zurĂŒckzufĂŒhren.

    Er rechtfertigt sein pubertierendes, notorisches Nein-Sagen mit der BegrĂŒndung, AnhĂ€nger des Nihilismus zu sein.

    Es ist das wohl grĂ¶ĂŸte Paradoxon des Punks: Dass diese auf Nihilismus und Verneinung aufbauende Bewegung zu solch einer Eruption von AktivitĂ€t und KreativitĂ€t fĂŒhrt.
    Gerhard Pretting, Kultur: Manchester 1976, Brandeins, 08/2005

    Deshalb stellt sich die Schuldfrage doch anders als in der Tragödie. Denn die tragische Situation wird im Irak nicht von Göttern schicksalhaft verhĂ€ngt, sondern von Terroristen gemacht. Sie wollen töten. Also sind sie schuld an den Toten. Sie stellen sich außerhalb der Moral, deshalb darf man sich von ihnen nicht zu einer moralischen Entscheidung zwingen lassen. Sonst siegt die Logik der Gewalt: Der Nihilist tötet, doch beschuldigt andere. Wer diesem Nihilismus nachgibt, wird immer der Unterlegene sein.
    Evelyn Fingern, Zweite Warnung, DIE ZEIT NÂș 37/2014

  • arbitrĂ€r

    Das Adjektiv arbitrĂ€r bedeutet „nach eigenem Ermessen oder eigenen Überlegungen“ oder „willkĂŒrlich“. Ein weiteres Synonym fĂŒr arbitrĂ€r ist „beliebig.“

    In der Mathematik ist der Begriff arbitrĂ€re GrĂ¶ĂŸe gelĂ€ufig. Er bezeichnet eine konstante, beliebige GrĂ¶ĂŸe, die durch einen Buchstaben symbolisiert wird.

    Das deutsche Wort arbitrĂ€r leitet sich vom französischen Wort arbitraire ab, was willkĂŒrlich oder eigenmĂ€chtig bedeutet, welches auf das lateinische Wort arbitrarius zurĂŒckgeht, was ebenfalls willkĂŒrlich bedeutet.

    Beim Kochen ging er arbitrÀr und ohne Rezept vor.

    Dass die Teams völlig arbitrÀr zusammengestellt werden und bei drei Jobs eben nicht neun Models Arbeit finden, sagt ihr leider niemand.

    „Austria’s Next Topmodel“: KollegialitĂ€t unter Models? VerrĂŒckt! – Christian Genzel, gmx.at, 08.06.2018

  • Plafond

    Das Substantiv Plafond (der) hat im deutschen Sprachgebrauch zwei unterschiedliche Bedeutungen. In der ersten Bedeutungsform wird damit eine Zimmerdecke bezeichnet. Diese Bezeichnung ist vor allem in Österreich verbreitet.

    Weiterhin wird im wirtschaftlichen Kontext das Wort Plafond genutzt, um die obere Grenze von Krediten oder anderen BetrÀgen zu bezeichnen.

    Plafond leitet sich dabei vom französischen plafond ab, was ebenfalls Decke bedeutet.

    Der Plafond zeigte ein großes DeckengemĂ€lde.

    Durch die gute wirtschaftliche Entwicklung musste der Kredit nicht bis zum Plafond genutzt werden.

  • Apotheose

    Der Begriff Apotheose bezeichnet ursprĂŒnglich die „Vergöttlichung eines Menschen“. Ein Mensch wird also in einen göttlichen Rang gehoben oder als Gott angesehen. Mittlerweile sind aber auch „Überhöhung“ oder „Verherrlichung“ Synonyme von Apotheose.

    Die Apotheose spielte in der Antike eine große Rolle. So wurden bedeutende Persönlichkeiten noch zu Lebzeiten in den Stand von Göttern erhoben. Ein Beispiel fĂŒr eine solche Person ist Julius Caesar als römischer Herrscher. Nach seinem gewaltsamen Tod wurde der Name Caesar Teil des Titels des jeweiligen Herrschers im römischen Reich. Die Begriffe Kaiser und Zar leiten sich ebenfalls von Caesar ab. Die Apotheose des Julius Caesar wird in diesen Bezeichnungen deutlich.

    Der Begriff Apotheose geht auf das lateinische Wort apoteosis zurĂŒck, was ebenfalls Vergöttlichung bedeutet.

    Viele Persönlichkeiten der Geschichte wurden per Apotheose jeder Kritik entrĂŒckt.

  • transkribieren

    Das Verb transkribieren bedeutet „umschreiben“ bzw. „ĂŒbertragen“. Gemeint ist meist das Übertragen von Worten in ein anderes Schriftsystem mit dem Ziel, den Klang der Ausgangssprache weitestgehend beizubehalten. Besonders hĂ€ufig wird diese Technik verwendet, um Namen von Personen oder Orten in andere Sprachen zu ĂŒbertragen.

    Weiterhin kann das Übertragen von Worten in eine phonetische Lautschrift, das Umschreiben eines MusikstĂŒcks fĂŒr ein anderes Instrument oder das Niederschreiben gesprochener Sprache (etwa eines Interviews) gemeint sein.

    Seinen Ursprung findet der Begriff im gleichbedeutenden lateinischen transcribere, welches sich aus der Vorsilbe trans– (ĂŒber, hinaus) und dem Verb scribere (schreiben).

    Um chinesische Namen in lateinische Schrift zu transkribieren, wird meist die Lautschrift Pinyin verwendet. DarĂŒberhinaus geben sich viele Chinesen allerdings auch einen selbstgewĂ€hlten – und mitunter amĂŒsanten – englischen Namen.

    Alfred Kantorowicz, vor seiner Emigration in die USA (als eine Art Nachfolger Tucholskys) Paris-Korrespondent der Vossischen Zeitung, durfte in einem luftleeren Abhörraum des New Yorker Senders CBS tĂ€glich 10 Stunden die Hetztiraden jener NazigrĂ¶ĂŸen abhören (und transkribieren), vor denen er mit knapper Not sein Leben gerettet hatte.
    Fritz J. Raddatz (2007), Mein Versagen als BĂŒrger der DDR, DIE ZEIT Nr.34 vom 16.08.2007, S.13.

  • prospektiv

    Das bildungssprachliche Adjektiv prospektiv bedeutet „auf die Zukunft gerichtet“, „die Weiterentwicklung betreffend“ oder „zu erwarten“.

    HĂ€ufig wird das Adjektiv im Zusammenhang mit medizinischen oder psychologischen Studien verwendet. Ziel prospektiver Studien ist die ÜberprĂŒfung von Behandlungsmethoden und deren Wirksamkeit mittels festgelegter Hypothesen und fixem Zeitraum.

    Synonyme zu prospektiv sind „weitsichtig“ oder „vorausschauend“.
    Das Gegenwort zu prospektiv ist „retrospektiv“ (zurĂŒckschauend, rĂŒckblickend).

    Das Adjektiv ist auf das spĂ€tlateinische prospectivus (zur Aussicht gehörend) zurĂŒckzufĂŒhren.

    Um vor allem prospektive Arbeitgeber zu beeindrucken, legt er viel Wert auf eine reprÀsentative und gut gepflegte Homepage.

    Womöglich auftretende Komplikationen können prospektiv verhindert werden, indem RisikomanagementplÀne aufgestellt und befolgt werden.

    Um diesen Einwand zu entkrÀften, ist eine sogenannte prospektive Studie nötig. Man beobachtet, ob sich die Hirnstruktur von Nicht-Meditierern durch Meditation verÀndert. Auch das hat Lazar getan. Nach acht Wochen eines achtsamkeitsorientierten Stressreduktionsprogramms wies sie eine messbare Zunahme in der Dichte der grauen Substanz nach, und zwar in Regionen, die mit Meditation im Einklang stehen: Aufmerksamkeit, Introspektion, Selbstwahrnehmung.
    Sat Bir Singh, Eine Sache der Disziplin, Brandeins 04/2014

  • konstitutiv

    Das Adjektiv konstitutiv bedeutet „grundlegend“, „tragend“ und beschreibt ein Merkmal, eine Bedingung oder eine Eigenschaft, die fĂŒr den Erfolg, die Gesamterscheinung oder die Definition einer Sache oder einer Person maßgeblich ist, also nicht weggelassen werden kann.

    Der Begriff hat seinen Ursprung im lateinischen constituere (feststellen, beschließen).

    Die persönliche Ansprache des Publikums ist konstitutiver Bestandteil seiner BĂŒhnenshow.

    Konstitutiv waren in dieser Phase vor allem der Weitblick und der Entscheidungswillen des neu gewÀhlten PrÀsidenten.

    Die eigene Sprache ist zweifellos konstitutives Element jeder lokalen Kultur.

  • Tableau

    Das Substantiv Tableau bezeichnet zum einen ein im Theater oder Film eindrucksvoll gruppiertes Bild auf der BĂŒhne respektive der Leinwand.

    Im Kunstbereich ist Tableau andererseits die veraltete Bezeichnung eines GemĂ€ldes, wĂ€hrend es in der Literaturwissenschaft eine lang ausgefĂŒhrte, personenreiche Schilderung darstellt.

    Zuletzt kann ein Tableau aber auch, vor allem im österreichischen Raum, eine Schautafel, Tabelle, Rangliste oder auch ein Mieterverzeichnis im Flur eines Mietshauses sein.

    Der Begriff stammt aus dem Französischen und ist von table (Tisch, Tafel, Brett), beziehungsweise dem lateinischen tabula (Tafel) abgeleitet.

    Bei der Betrachtung des Tableaus, dem AushĂ€ngeschild des Museums, kommt es immer wieder zu kontroversen Diskussionen ĂŒber die Intention des KĂŒnstlers.

    Das Klingeltableau des Hochhauses umfasst mehr als 160 Namensschilder, was vor allem den Pizzalieferanten immer wieder vor eine große Herausforderung stellt.

    Was wĂ€ren Olympische Spiele ohne den Medaillenspiegel? FĂŒr die einen das Wichtigste ĂŒberhaupt, weil sie sich in dem Tableau der Medaillen so schön spiegeln können. FĂŒr die anderen stumpfer Nationalismus.
    Christian Spiller, Olympia-Splitter VII: Bayern besser als der Rest der Welt, Zeit Online, 15.02.2014

  • fingieren

    Das Verb fingieren bedeutet „vortĂ€uschen“, „fĂ€lschen“, „vorspiegeln“. Insbesondere spricht man von fingieren, wenn mit der TĂ€uschung ein ĂŒbergeordnetes Ziel erreicht werden soll.

    Beispiele:

    • Beweise fingieren, um die Verurteilung eines Angeklagten zu erreichen.
    • Den eigenen Tod fingieren, um Geldschulden zu entgehen.
    • Untersuchungsergebnisse fingieren, um die Zulassung eines Arzneimittels zu erreichen.

    Der Begriff leitet sich von dem lateinischen Wort fingere ab, welches soviel wie sich vorstellen, erdichten, formen oder bilden bedeutet. Es wurde ursprĂŒnglich fĂŒr das Formen von Lehm oder Ton verwendet.

    Der Anwalt fingierte ein Fallbeispiel in der Verhandlung, welches ihm die GlaubwĂŒrdigkeit der Geschworenen erbrachte.

    Wer ernsthaft krank wird, bekommt von seiner Versicherung einen Brief, dass die Behandlungskosten leider nicht ĂŒbernommen werden können, dazu fingieren Gutachter medizinische BegrĂŒndungen.
    – Markus Grill, Meine Meinung: Krankes System, NEON.de, 09/2007

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