• Jour fixe

    Der Jour fixe ist im deutschen Sprachgebrauch ein regelmäßig stattfindendes Treffen eines definierten Personenkreises an einem festgesetzten Wochentag, gegebenenfalls zu einer festen Uhrzeit.

    Vom Jour fixe hört man oft im Arbeitsumfeld, womit dann wöchentliche Besprechungstermine oder Diskussionsrunden in Projekten oder Arbeitskreisen gemeint sind. In neudeutscher Ausdrucksweise könnte man auch sagen, es handle sich hierbei um ein regelmäßiges Meeting. Auch im Privaten kann der Begriff verwendet werden, beispielsweise, um ein wöchentliches Treffen einer festen Gruppe Freunde zu beschreiben.

    Der Begriff ist französischer Herkunft: „Jour“ bedeutet übersetzt „Tag“, jedoch wurde das Wort früher auch für einen sich periodisch wiederholenden Termin verwendet; „fixe“ bedeutet „festgesetzt“.

    Um regelmäßig einen Überblick über den Arbeitsfortschritt der anderen Projektteams zu erhalten, wurde für das nächste halbe Jahr ein wöchentlicher Jour fixe der Teamleiter angesetzt. Diese treffen sich nun jeden Freitag um 14:00 Uhr.

    Personal findet man im IT-Bereich lieber in eigenen Netzwerken. „Das Networking ist für diese Leute extrem wichtig“, erkannte auch Ulrich Schmid, Bereichsleiter Informationstechnologie und Medienwirtschaft bei der Industrie- und Handelskammer Berlin. Also versucht er, die Gründer monatlich in einem Jour fixe zusammenzubringen.
    – Sebastian Marquardt (2000), Knapp vorbei, brand eins 04/2000

  • Populist

    Ein Populist (der, männlich) oder eine Populistin (die, weiblich) ist eine Person, die (angeblich) das Mittel des Populismus in der Politik nutzt.

    Einem Populisten wird vorgeworfen, Anhänger mit populären, aber sinnlosen oder sogar schädlichen Forderungen zu gewinnen.

    Der Begriff entstammt dem Lateinischen populus, was „Volk“ bedeutet.

    Populisten richten ihre Forderungen häufig nach den Ängsten einiger Bevölkerungsschichten aus, um Bekanntheit und Anerkennung zu erlangen.

    Dieser Politiker ist ein Populist, der mit pauschalen Schuldzuweisungen versucht, Wähler zu gewinnen.

  • Agitator

    Das Substantiv Agitator (der) beschreibt eine Person, die durch aufhetzende oder anspornende Reden oder Schriftstücke eine große Gruppe von Menschen zu gemeinsamen Handlungen auffordern oder bewegen möchte. Die Person betreibt dann Agitation. Es wird meist abwertend benutzt.

    Synonyme zu Agitator sind: Demagoge, Volksverhetzer, Scharfmacher.

    Der Begriff entstammt dem Lateinischen agitare, das „antreiben“ oder auch „aufwiegeln“ bedeutet.

    Er ist ein Agitator, der versucht, die Menschen gegeneinander aufzuhetzen.

    Joseph Goebbels war der wichtigste und schlimmste Agitator der NSDAP.

  • Bastard

    Das Substantiv Bastard wurde direkt aus dem Französischen übernommen. Sowohl das französische bastard als auch die deutsche Entsprechung dienten zunächst als Begriff für ein außerehelich gezeugtes Kind eines Adligen.

    Übertragen von der ursprünglichen Bedeutung werden nun auch sogenannte Hybriden, also Pflanzen oder Tiere, die durch Kreuzung unterschiedlicher Arten oder Rassen entstanden sind, als Bastard bezeichnet.

    Zudem kann der Begriff abwertend als Schimpfwort gebraucht werden und ist somit ein gutes Beispiel dafür, dass Fremdworte nicht immer bildungssprachlicher Ausdrucksweise vorbehalten sind.

    Es ist sehr ungewöhnlich, dass der König den Bastard bei sich aufnahm und ihm weitestgehend die gleichen Privilegien gestattete wie seinen ehelichen Kindern.

    Ein Beispiel für einen Bastard aus dem Tierreich ist die Schiege, also eine Kreuzung von Schaf und Ziege.

    „Ihr Bastarde! Ich habe Fremdwörter abonniert und keine Amazon Werbung!!“
    – Ein Abonnent des neueswort.de Newsletters.

  • Impetus

    Das bildungssprachliche Substantiv Impetus bezeichnet einen inneren oder äußeren Antrieb, Anstoß, Impuls oder eine Triebkraft. Dieser Antrieb kann als eine Art Anfangsenergie verstanden werden, die eine Sache in Bewegung setzt.

    Sinnverwandte Wörter sind Dynamik, Elan, Anregung, Antrieb oder Impuls.

    Impetus ist auf das lateinische impetus (das Vorwärtsdrängen) zurückzuführen.

    Es bedarf noch Impetus, um wieder mit dem Sport anzufangen.

    Die neue Kollegin hat den Arbeitsrückstand in zwei Arbeitstagen aufgeholt. Sie ist sehr engagiert und verfügt über den richtigen Impetus.

    Pop-Professor Jeffrey Sachs gilt als einer der Väter der Millenniumsziele und wurde vom einstigen UN-Generalsekretär Kofi Annan zum persönlichen Berater berufen: ein charismatischer Menschenfreund, der von einem enormen moralischen Impetus, aber auch von einer ansehnlichen Portion Eitelkeit angetrieben wird.
    Johannes Dieterich, Man kann das kaum in Worte fassen, Brandeins, 10/2007

  • Bredouille

    Bredouille (die) bedeutet „Verlegenheit“ oder „Bedrängnis“. Eine Bredouille ist also eine schwierige Situation, aus der man nicht so leicht wieder herauskommt.

    Ausgesprochen wird das Wort etwa „bredullje“

    Der Ausdruck entstammt dem französischen bredouille (Dreck) und ist vermutlich als Ausdruck für eine Spielsituation im Brettspiel Trictrac, dem Vorläufer des heutigen Backgammon, ins Deutsche gelangt. Eine Bredouille im Trictrac liegt dann vor, wenn einer der Spieler besonders stark im Vorteil ist und der verlierende Spieler das Nachsehen hat. Nebenbei: Trictrac ist auch unter den Namen Wurfzabel und Puff bekannt, wobei letzteres für des Geräusch auf den Tisch fallender Würfel steht. Daraus leitet sich die bis heute umgangssprachlich gebrauchte Bezeichnung von Freudenhäusern als Puffs ab, da das Spiel in diesen im Mittelalter weit verbreitet war.

    Bisher lief es immer gut, aber die letzte Fehlinvestition hat uns wirklich in eine finanzielle Bredouille gebracht.

    Als Karl-Theodor zu Guttenberg mit seiner Doktorarbeit in die Bredouille geriet, stützte ihn die Bundeskanzlerin mit einem schönen Satz: Sie habe keinen wissenschaftlichen Mitarbeiter, sondern einen Verteidigungsminister ins Kabinett berufen.
    Matthias Geis (2013), Amt ohne Titel, DIE ZEIT, 7.2.2013 Nr. 07.

  • Expletiv

    Ein Expletiv (das) ist ein für den Sinn eines Satzes entbehrliches Füllwort. Ein solches Wort nimmt auf den Wahrheitsgehalt einer Aussage keinen Einfluss und ist in geschriebener Sprache stilistisch meist fehl am Platz. In der gesprochenen Sprache jedoch dienen Expletive zu einer Verbesserung des Sprachrhythmus und lassen gegebenenfalls einen Rückschluss auf Stimmung und Haltung des Sprechers zu.

    Vergleicht man etwa die beiden Sätze

    Dein Fernseher ist sehr groß.

    und

    Dein Fernseher ist aber sehr groß.

    so drücken beide aus, dass der Sprecher den Fernseher sehr groß findet, d.h. die Kernaussage bleibt unverändert. Der zweite Satz klingt jedoch überrascht bzw. verwundert.

    Weitere Beispiele für derartige Füllwörter sind etwa: wohl, ja, gewissermaßen, eben, halt, eh und Verbindungen wie „aber auch“.

    Der Begriff Expletiv findet seinen Ursprung im lateinischen explere (ausfüllen).

  • veritabel

    Das Adjektiv veritabel bedeutet wahr oder wahrhaft.

    Der Begriff leitet sich vom französischen Wort véritable ab, das die gleiche Bedeutung hat. Dieses Wort stammt wiederum vom lateinischen Begriff veritas ab, das „wahr“ bedeutet.

    Das ist eine veritable Aussage.

    Was Sie geschafft haben, war eine veritable Leistung, auf die Sie stolz sein können.

    Innerhalb der Partei entbrannte ein veritabler Streit darüber, wer den Vorsitz übernehmen sollte.

  • konkludent

    Das Adjektiv konkludent bedeutet „einen Rückschluss zulassend“, „folgerichtig“. Es wird in erster Linie in der Rechtssprache verwendet, kommt aber durchaus auch in anderen, etwa philosophischen Zusammenhängen vor.

    In der Philosophie ist eine konkludente Aussage eine solche, die sich durch einen logischen Schluss ergibt.

    Rechtssprachlich ist konkludentes Handeln dann gegeben, wenn eine Handlung eine Willenserklärung impliziert.

    Im rhetorischen Sinne meint eine konkludente Schlussfolgerung eine solche, die ohne weitere Erklärung ersichtlich wird und sich zwingend aus den vorangegangenen Aussagen ergibt.

    Das Wort konkludent leitet sich aus dem lateinischen concludens ab, dem ersten Partizip von concludere (einschließen, folgern).

    Die Kernaussage des Vortrags war vollkommen konkludent. Auch ohne weitere Erklärung zogen die Studenten die Schlüsse, denen der Professor mit seinen Worten den Weg geebnet hatte.

    Durch konkludentes Handeln, nämlich Übergabe des Geldes und Annahme der Leistung, kam der Kaufvertrag zustande, obwohl keine der beiden beteiligten Parteien auch nur ein Wort sagte.

    Seine Äußerungen waren allesamt konkludent, so dass wir ihm Glauben schenken können.

    „Wenn man das Ganze vollends auf die Spitze treiben wollte“, so Meyer, „dann stellt sich natürlich auch die Frage, ob die Gäste der Veranstaltung nicht konkludent dem Rauchen zugestimmt haben, weil niemand Helmut Schmidt gebeten hat, die Zigarette auszumachen.
    Diehl, Kayser (2008), „Man sollte Schmidt ein bisschen Spaß gönnen“, Spiegel Online.

  • Aspirant

    Ein Aspirant ist im heutigen deutschen Sprachgebrauch in erster Linie ein Bewerber auf ein öffentliches Amt oder eine Stelle in der freien Wirtschaft. Des Weiteren kann ein Aspirant auch eine Person, eine Firma, ein Team etc. mit einem bestimmten Ziel sein.

    Der Begriff geht zurück auf das lateinische aspirare (anhauchen, nach etwas streben).

    Er war nur einer von mehreren Aspiranten auf den begehrten Posten.

    Der Bundestagsaspirant musste sich unangenehme Fragen bezüglich seiner Doktorarbeit gefallen lassen.

    Das Team war heißer Aspirant auf den Meisterschaftstitel.

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