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arkadisch

Das Adjektiv arkadisch wird synonym zu „idyllisch“, „malerisch“, „romantisch“ oder „verträumt“ verwendet.

Der Begriff wird in der Alltagssprache selten genutzt. Er kommt in der Regel in der Literaturwissenschaft zum Einsatz oder wird für die Beschreibung künstlerischer Werke verwendet. Die arkadische Dichtung ist außerdem eine Literaturgattung.

Der Ausdruck geht auf das Volk der Arkadier zurück, das auf der griechischen Halbinsel Peloponnes lebte. Bereits im Altertum wurde dieses Volk – das eigentlich ein einfaches Hirtenvolk war – zum Inbegriff des Goldenen Zeitalters verklärt. Aus dieser positiven Verklärung leitet sich die heutige Bedeutung des Wortes arkadisch ab.

Er durchschritt eine arkadische Landschaft.

Die arkadische Dichtung wird auch als Hirtendichtung bezeichnet.

tangibel

Das Adjektiv tangibel bedeutet „berührbar“. Es beschreibt Dinge oder Sachverhalte, die spürbar, anfassbar oder greifbar sind. Weitere Synonyme sind „real“ oder „konkret“.

Während das englische tangible häufig gebraucht wird, kommt das deutsche Pendant im täglichen allgemeinen Sprachgebrauch inzwischen eher selten vor. Im Kontext der Betriebswissenschaften wird der Ausdruck für materielle, lagerbare Güter und greifbare Dienstleistungen verwendet. Auch bei Firmengründungen spricht man häufig von tangiblen Werten, die als Sacheinlage dienen. Nicht greifbare, also immaterielle Güter bezeichnet man als intangibel.

Der Begriff tangibel findet seinen Ursprung im lateinischen Adjektiv tangibilis, was „berührbar“ bedeutet bzw. im Verb tangere (berühren).

Der Wert unserer Arbeit liegt im erreichten Wissensvorsprung nach Abschluss des Forschungsprojekts und nicht im tangiblen Ausdruck der Präsentation.

Nach Ansicht der Schweizer Forscher verkaufen sich nicht tangible Produkte besser, wenn sie das Selbstbild des Kunden positiv beeinflussen.
– Thomas Ramge (2011), Nicht gucken anfassen!, brand eins 12/2011.

Bisweilen (im ersten Frühling, um die Sommermittagsstunde, nach langem Wachen oder Fasten oder auch ohne sichtbaren Grund) erscheinen die Menschen und Dinge und wir selbst uns wie intangibel, von einer unerklärlichen isolierenden Aura umgeben.
– Egon Friedell (1965), Kulturgeschichte der Neuzeit.

usurpieren

Das Verb usurpieren bedeutet, widerrechtlich (und oft mit Gewalt) Machtbefugnisse oder Besitz an sich zu reißen. Beispielsweise also mittels eines Militärputsches die Regierungsgewalt über einen Staat zu erlangen. Jemanden, der so vorgeht,  nennt man einen Usurpator.

Der Begriff hat seinen Ursprung im lateinischen usurpare (gebrauchen, in Besitz nehmen).

Beispiele:

Er usurpierte den Staat und regierte für einige Jahre als Diktator.

Sie usurpierte schließlich den Vorsitz über die Versammlung und konnte sich so mit ihrer unkonventionellen Meinung Gehör verschaffen.

Indem er zunehmend erfolgreich die Rolle eines politischen Messias usurpierte, versprach Hitler, das Unglück der Gegenwart zugunsten künftiger Gerechtigkeit zu beenden und für individuelles Wohlergehen und symbolische Anerkennung zu sorgen.
zeit.de

suggestiv

Das Adjektiv suggestiv bedeutet „darauf abzielend, jemandem etwas zu suggerieren“ oder „eine starke psychische, emotionale Wirkung ausübend“.

Meist meint es die manipulative Beeinflussung einer Vorstellung oder einer Empfindung, ohne dass diese Beeinflussung von dem Beeinflussten wahrgenommen wird.

Zum Beispiel: die suggestive Wirkung der Werbung.

Das Adjektiv stammt von dem Lateinischen suggestio (Hinzufügen, Eingebung, Einflüsterung) oder etwa dem Lateinischen suggerere (zuführen, unterschieben) ab.

Die Fernsehwerbung verfügt über eine immense suggestive Wirkung auf die Zuschauer.

Der Staatsanwalt hatte dem Mandanten eine Suggestivfrage gestellt und er musste sie somit nicht beantworten.

Um einen einheitlichen Standard der Beratung sicherzustellen, sollen die Ärzte Merkblätter verwenden, die den Anforderungen an eine gemeinsame Entscheidungsfindung jedoch nicht genügen, weil sie den Patienten vom Nutzen der Maßnahmen überzeugen wollen ihr Tonfall ist suggestiv, gravierende Risiken werden verschwiegen.
brand eins, Christian Weymayr, „Ich hätte da was für Sie!“, Jun. 2008

ektomorph

Das Adjektiv ektomorph bedeutet „eine hagere, hoch aufgeschlossene Konstitution aufweisend“ und beschreibt in erster Linie den Körperbau bzw. Körperbautyp einer Person.

Der Ausdruck wird vor allem in der Sportlerszene und im medizinischen Kontext verwendet.

Ein ektomorpher Körperbautyp besitzt diese Merkmale: Schmale Schultern, schmale, lange Gliedmaßen, schmale Füße und Hände, kein Ansatz von Körperfett sowie ein schmaler Brustkorb. Ein ektomorpher Körper ist somit auch ein „gertenschlanker“ Körper. Der Begriff hat nichts mit der Körpergröße zu tun.

Das Adjektiv kommt aus dem Griechisch-Neulateinischen ekto (außen oder außerhalb) und –morph (die Gestalt betreffend).

Aufgrund seines ektomorphen Körperbaus fiel ihm der Muskelaufbau umso schwerer.

Sie wandle die durch die Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate nicht ganz so schnell in Energie um wie ihre Kollegin Kappler. Die Weitspringerin gehöre zu den ektomorphen Typen.
Spiegel online, Lukas Eberle und Cathrin Gilbert, „Medaillengarant Haferschleim“, 13.10.2009

dichotom

Das Adjektiv dichotom oder auch dichotomisch bezeichnet eine Struktur, die aus zwei Teilen besteht, die sich einander gegenüberstehen ohne dabei eine Schnittmenge zu bilden.

Der Begriff wird häufig in der Mathematik und der Logik verwendet, beispielsweise in der Statistik, der Testtheorie oder der mathematischen Optimierung.

In der Astronomie wird mit Dichotomie auch eine Phase bezeichnet, in der ein Mond oder Planet vom Betrachter zur Hälfte beleuchtet gesehen wird.

Eine weitere Verwendung des Begriffs dichotom findet sich in der Botanik, hier bedeutet es „gegabelt“.

Das Adjektiv stammt aus dem Griechischem διχότομος (dichótomos (entzweigeschnitten oder in zwei Teile geteilt)).

Die Sprossachse verzweigt sich dichotom in annähernd zwei gleiche Teile.

Die Hauptbronchien spalten sich dichotom in ein Bronchialsystem auf.

Rechts und links, konservativ und progressiv, die alten, dichotomen Kategorien politischer Ausrichtung also, sind in einer multipolaren, aufgeklärten, globalisierten Welt nicht mehr trennscharf.
Spiegel online, Christian Stöcker, „Was heißt eigentlich ‚konservativ‘?“, 14.01.2018

konform

Das Adjektiv konform bedeutet die „übereinstimmen“, „gleich“ oder „sich über etwas einig sein“.

Meist wird das Adjektiv genutzt um die Übereinstimmung einer Person mit den Normen einer Gesellschaft zu beschrieben.

Das Adjektiv stammt aus dem Spätlateinischen conformis (gleichförmig oder ähnlich).

Punks gehen oft mit verschiedenen gesellschaftlichen Regeln nicht konform.

Menschen, die unter einer Diktatur leben, haben oft Angst sich nicht konform zu verhalten.

Die Regierung betrachtet ihr Vorgehen völkerrechtlich also als konform.
Zeit online, Aline Wanner, „Lasst es bleiben!“, 17.09.2018

Sei nicht schräg, sagten die anderen. Sei konform. Sei wie wir.
brand eins, Matthias Hannemann, „Der Erlebnisgesellschafter“, Dez. 2008

deklarieren

Das Verb deklarieren bedeutet „eine Erklärung abgeben“ oder „etwas bezeichnen“.

Der Begriff wird vor allem in Behörden und im Steuerwesen häufig verwendet und bezeichnet hier die ausdrückliche Erklärung von Sachverhalten, insbesondere von Zahlen (Steuern).

Im gehobeneren Sprachgebrauch wird deklarieren Synonym zu „eine Erklärung abgeben“ verwendet. Insgesamt beschreibt der Begriff auch das Bezeichnen von Dingen, sowie das Angeben des Wertes oder des Inhaltes einer (Waren-)Sendung.

Das Verb leitet sich vom Lateinischen declarare (deutlich bezeichnen) ab.

Es ist notwendig, bei Paketen, welche per Luftpost von Japan nach Europa gelangen sollen, das richtige Gewicht sowie den Inhalt zu deklarieren.

Worte lassen sich sehr oft deklinieren, aber sie lassen sich nur durch eine genaue Erklärung ihrer Bedeutung deklarieren.

Die Anweisung habe enthalten, die Zahlung als „Rechtskosten“ zu deklarieren und in der Beschreibung die Bezeichnung „Pauschale für Januar und Februar 2017“ zu verwenden, berichtet der NBC.
Zeit online, Sybille Klormann, „Finanzchef der Trump Organisation wurde Immunität angeboten“, 24.08.2018

intervenieren

Das Verb intervenieren bedeutet „in ein Geschehen eingreifen“ oder „vermitteln“.

Das Verb wird häufig im politischen und gesellschaftlichen Kontext verwendet.

Es bezeichnet den Umstand, dass jemand oder etwas vermittelnd zwischen zwei oder mehr Parteien wirkt. Vorausgesetzt wird hier, dass das Vermitteln mäßigend, abdämpfend oder auch unparteiisch ist.

Weiterhin kann es auch das Eingreifen in ein Geschehen, etwa aus Protest oder in Form einer Manipulation, bezeichnen.
Intervenieren ist entlehnt aus dem Französischen intervenir, welches wiederum vom Lateinischen intervenire (dazwischenkommen, eingreifen oder für jemanden eintreten) stammt.

Es war beim Streit zweier Buben schnell der Punkt erreicht, an welchem der Erzieher sich in der Pflicht sah zu intervenieren.

Wäre es uns nicht gelungen, auf höchster Ebene zu intervenieren – die Brauerei wäre für immer verloren gewesen.
brand eins, Johannes Dietrich, „Der Wüstenfuchs“, Jan. 2004

Zu intervenieren würde bedeuten, sich augenblicklich zu positionieren und die notwendigen Konsequenzen zu ziehen.
Zeit online, Ramona Raabe, „Weg mit dem Weglächeln“, 05.10.2018

en masse

Das Adverb en masse bedeutet „in besonders großer Menge oder Zahl [vorkommend]“.

Der Ausdruck ist neutral und wird verwendet, um eine besonders große Anzahl oder Masse an Dingen oder Lebewesen zu beschreiben.

Die Wortverbindung en masse stammt aus der französischen Sprache, en (in) und masse (Masse).

Hier gibt es Pilze en masse.

Die Gäste strömten en masse hinein und leerten das Buffet binnen weniger Stunden.

Arbeitsplätze en masse: In Hamburg läuft der Wirtschaftsmotor rund – könnte man meinen. Aber die Zukunftsprognosen sind viel weniger rosig, als diese Nachricht vermuten lässt.
Zeit online, Sigrid Neudecker, „Was tun, wenn’s brennt?“, 05.02.2018