• eminent

    Das Adjektiv eminent bedeutet „hervorragend“. Als eminent werden Dinge bezeichnet, die besonders herausragend, hervorragend oder außerordentlich sind.

    Weiter Synonyme können auch auffallend, unbeschreiblich, erstaunlich und bemerkenswert sein.

    Das Wort kann nur zum Hervorheben der Bedeutung von Substantiven und Adjektiven verwendet werden. Eine besonders geläufige Formulierung ist „eminent wichtig“.

    Herkunft des Begriffs ist das gleichbedeutende lateinische eminens.

    Für die Professorin ist das Thema „Zeitmanagement“ von eminenter Bedeutung.

    Der Konzern will die Verluste im eminent wichtigen Geschäft mit Nahrungsmitteln regionaler Herkunft durch eine Marketingkampagne wieder wettmachen.

    In ganz eminentem Sinne ist diese Maxime für die Goethesche Seinsbetrachtung charakteristisch: denn keine andere bindet Formung, Ordnung, Gesetz so unbedingt an die Erscheinung der Dinge, an die morphologische Wirklichkeit.
    – Georg Simmel (1913), Goethe.

  • euphemistisch

    Das Adjektiv euphemistisch bedeutet „beschönigend“ oder auch „schönredend“. Das zugehörige Substantiv ist der Euphemismus.

    Das Wort euphemistisch drückt aus, dass ein eher negativer Sachverhalt positiver und freundlicher dargestellt wird, als er wirklich ist. Umgangssprachlich wird auch oft der Ausdruck „etwas durch die Blume sagen“ verwendet.

    Die Bezeichnung Euphemismus entstammt dem griechischen Ausdruck euphemein, welcher so viel bedeutet wie „Worte von guter Vorbedeutung gebrauchen“ oder „Unangenehmes angenehm sagen“.

    Oftmals ist bildungsfern doch nur eine euphemistische Umschreibung für dumm.

    Er trägt die eigene Armut mit Stil und bezeichnet sich selbst gern euphemistisch als „Lebenskünstler“.

  • Foyer

    Ein Foyer (das) ist eine Eingangshalle, Empfangshalle oder auch Wandelhalle. Als Synonym zu diesem Substantiv gilt auch das bildungssprachliche „Vestibül“.

    Aus dem Französischen stammend, bedeutet foyer eigentlich „Herd“ oder „Brennpunkt“. Der Ursprung des französischen Begriffs liegt im lateinischen focus (Feuerstätte, Herd).

    Das Foyer des Theaters lädt in der Pause bei erfrischenden Getränken zum gemütlichen Austausch über Inszenierung und künstlerische Darbietung ein.

    Nach kurzer Absprache wurde beschlossen, sich erst einmal im Foyer zu treffen und gemeinsam auf die Suche nach dem angegebenen Raum zu machen.

    Die Gesuche und Angebote der Netzwerker hängen in einem Schaukasten im Foyer aus. Die Rentnerin Brigitte König wirbt dort zum Beispiel für ihren Bügelservice: Bei Bedarf bügelt sie sofort, sogar abends und am Wochenende.
    Astrid Funck, Wahlverwandschaften, Brandeins, 09/2005

  • technokratisch

    Das Adjektiv technokratisch beschreibt eine Form der Regierung oder der Verwaltung, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, statistischer Kontrolle und Rationalität beruht. Dabei stehen Effizienz und die Ausrichtung auf Sachzwänge im Vordergrund, individuelle Freiheit und demokratische Willensbildung dagegen tendenziell im Hintergrund.

    Der deutsche Begriff wurde aus dem gleichbedeutenden englischen technocratic entlehnt und ergibt sich aus der Zusammensetzung der altgriechischen Ausdrücke techne (Fertigkeit) und kratos (Macht, Herrschaft; auch der Gott der Macht in der griechischen Mythologie).

    Bei der TV-Debatte argumentierte er technokratisch, ratterte Statistiken herunter und ging auf die Fragen des jungen Arbeitssuchenden im Publikum nur oberflächlich ein.

    In der Gründerzeit [der EU] haben die Friedenssehnsucht der Kriegsgeneration und das Streben nach Wohlstand das Zusammenwachsen gefördert. Es herrschte ein Vertrauen in die politischen Führungskräfte. Das ließ die technokratische Konzeption der Gemeinschaft zu, deren einzige Identität der Pragmatismus war und deren Antriebskräfte durch die bipolare Welt des Kalten Krieges gefördert wurden.
    Franz Fischler (2012), Wählt einen Präsidenten für Europa!, DIE ZEIT, 24.5.2012 Nr. 22.

  • moderat

    Das Adjektiv moderat bedeutet „in Maßen“ oder „gemäßigt“. Mögliche Synonyme sind auch „zurückhaltend“, „angemessen“, „bescheiden“ oder „mäßig“.

    Man verwendet die Bezeichnung moderat für Preise oder Reaktionen, die angemessen oder zurückhaltend, also weder unterdurchschnittlich noch übertrieben sind.

    Der Ursprung des Wortes moderat geht auf das lateinische moderātor (wer ein Maß setzt, Mäßigender, Lenker, Leiter) und moderāre (ein Maß setzen, bestimmen, mäßigen, leiten, lenken) zurück.

    Das Restaurant hat eine große Auswahl zu moderaten Preisen.

    Die Gewerkschaft geht mit moderaten Forderungen in die Tarifverhandlungen.

    Die Reaktion der Opposition auf den Gesetzentwurf fiel moderat aus.

  • limitiert

    Das Adjektiv limitiert bedeutet „auf eine bestimmte Anzahl bzw. ein bestimmtes Maß begrenzt“.

    Andere Synonyme wären „eingeschränkt“ oder „eingeengt“.

    Der Begriff ist vom Partizip II des Verbes limitieren abgeleitet, welches auf das lateinische limitare (abgrenzen, bestimmen) zurückgeht.

    Vor allem für gut betuchte Sammler sind limitierte Sondereditionen von allerlei Luxusgütern wie beispielsweise Autos interessant.

    In Gesprächen mit meinem Chef wird mir immer wieder deutlich, dass er in seiner geistigen Entwicklung limitiert zu sein scheint.

    Microsoft wird zunächst nur eine limitierte Anzahl seines leistungsstärksten Computers verkaufen, aber die Zielgruppe ist ja auch limitiert. Ob er je nach Deutschland kommt, ist unklar. – Patrick Beuth, Der PC für das oberste eine Prozent, Zeit Online, 26.10.2016

     

  • sensibel

    Das Adjektiv sensibel bedeutet „empfindlich”, „verletzlich”, „verwundbar” oder „empfindsam”.

    Das Wort sensibel oder die Sensibilität wird meist als Ausdruck von Empfindlichkeit auf geistiger oder emotionaler Ebene verwendet. Auch bei überempfindlichen Reaktionen gegenüber einem Stoff, z.B. im Falle einer Allergie, wird es oft verwendet.

    Schließlich kann es auch bei vertraulichen Dokumenten oder Daten in dem Sinne gebraucht werden, dass diese sensiblen Daten besonders schutzbedürftig sind und mit ihnen besonders vorsichtig umgegangen werden muss. Vorrangig zählen hierzu personenbezogene Daten.

    Der Ursprung des Wortes kommt aus dem 17. Jahrhundert und ist entlehnt von lateinisch sensibilis , oder auch von lateinisch sentire (empfinden, fühlen) und lateinisch sensus.

    Wir sollten etwas aufpassen, was wir zu ihm sagen, denn ich habe gehört, er reagiert sehr sensibel auf Geschichten aus seiner Schulzeit.

    Diese Akten sind mit Vorsicht zu behandeln, da sie sehr sensible Informationen enthalten.

    Im Frühling und Sommer reagieren die meisten Menschen sensibel auf bestimmte Pollen.

  • postfaktisch

    Das Adjektiv postfaktisch bedeutet „gefühlsmäßig“ oder „unsachlich“. Es beschreibt vor allem Aussagen, die auf Gefühlen und nicht auf Tatsachen beruhen. Das Gegenteil davon ist „faktisch“ – auf Tatsachen beruhend.

    Der Begriff wurde von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) zum Wort des Jahres 2016 gekürt.

    Postfaktisch wird durch die Ableitung des Adjektivs faktisch mit dem Präfix post- (lat. für nach, hinter) gebildet. Das Wort selbst ist eine Übersetzung des englischen Begriffs post-truth.

    Es heißt ja neuerdings, wir lebten in postfaktischen Zeiten. Das soll wohl heißen, die Menschen interessieren sich nicht mehr für Fakten, sondern folgen allein den Gefühlen.
    – Angela Merkel, Bundeskanzlerin, in einer Rede im September 2016

    Die Politikstile einiger Politiker kann man wohl als postfaktisch bezeichnen.

  • devotional

    Das Adjektiv devotional bedeutet „ehrfurchtsvoll“, „achtungsvoll“, „ehrerbietig“ oder „ehrfürchtig“.

    Verwendet wird das Wort devotional, um einen ehrfürchtigen und achtsamen Umgang mit einem Gegenstand oder bei einer Tätigkeit damit auszudrücken.

    Der Begriff stammt vom lateinischen devotio, was „Gelübde“ oder „Andacht“ bedeutet und zum kirchenlateinischen devotionalia führte, mit dem ursprünglich Gegenstände zur persönlichen Andacht bezeichnet wurden. Heute wird der Begriff Devotionalien auch für Sammlerobjekte ohne kirchlichen Hintergrund verwendet.

    Er behandelt seine Sammlung sehr devotional.

    Es handelt sich hier um devotionales Brauchtum.

  • vice versa

    Die Wortverbindung vice versa bedeutet „(und) umgekehrt“ und beschreibt wechselseitige Beziehungen. Sie deutet also einen Gegenzug bzw. einen umgekehrten Wechsel an.

    Wenn direkte Wechselbeziehungen vorhanden sind, lässt sich vice versa als Überleitung verwenden, wenn im Folgenden die Gegenwirkung beschrieben werden soll. Auch kann es am Ende eines Satzes verwendet werden um auf die Wechselseitigkeit einer vorher beschriebenen Beziehung aufmerksam zu machen. Im geschriebenen Text kann für vice versa auch die Abkürzung v. v. verwendet werden.

    Der Ausdruck wurde unverändert aus dem Lateinischen übernommen.

    In einer harmonischen und konstruktiven Lehr- und Lernatmosphäre haben die Studenten das Recht, den Dozenten zu kritisieren und vice versa.

    In der klinischen Betreuung wird von den Schwestern erwartet, dass sie hart arbeiten. Vice versa muss auch die Kooperation und Mithilfe seitens der Patienten vorhanden sein.

    Unser Broker erkennt zeitnah, dass auf dem Kontostand der Ewigkeit Zeit und Geld dasselbe sind – die stürzende Börse war ein temporärer Augenblick in der Ewigkeit der Geldzeit. Oder im DM-Deutsch: Alles wird gut. Solange Zeit ist, wird Geld sein. Und vice versa. Das ist der pekuniäre Gottesbeweis, den die zeitlosen Apokalyptiker einer Deutschen Bank noch immer suchen.
    Thomas Assheuer (2000), Geldzeit-Der Mark schlägt die Stunde, Zeit Online.

Seite 7 von 66«456789102030»