Auf neueswort.de lernen Sie tÀglich ein neues Fremdwort. Entweder direkt auf der Website oder im kostenlosen Newsletter.

  • Resilienz

    Das Substantiv Resilienz bezeichnet die FÀhigkeit, einen bestimmten Zustand erhalten oder wiederherstellen zu können. Die genaue Bedeutung des Begriffs Resilienz hÀngt dabei vom Kontext ab.

    In den Ingenieurswissenschaften wird Resilienz zur Beschreibung technischer Systeme und ihrer FĂ€higkeit verwendet, beim Ausfall von Teilsystemen auch weiterhin zu funktionieren.

    In der Psychologie bezeichnet Resilienz die psychische WiderstandsfÀhigkeit in schwierigen Situationen und Krisen.

    Soziologen benutzen den Begriff Resilienz zur Beschreibung von Gesellschaften und ihrer FĂ€higkeit, externe Störungen zu ĂŒberstehen.

    Synonyme fĂŒr Resilienz sind zum Beispiel WiderstandsfĂ€higkeit, AnpassungsfĂ€higkeit, Robustheit oder Ausdauer.

    Das Substantiv Resilienz geht auf das lateinische Verb resilire zurĂŒck, was „zurĂŒckspringen“ oder „abprallen“ bedeutet.

    Das Ökosystem rund um den Fluss zeigte dabei ein erstaunliches Ausmaß an Resilienz gegenĂŒber den geĂ€nderten Wetterbedingungen.

    Die Gesellschaft wies in dieser Hinsicht ein hohes Maß an Resilienz auf.

    Die Resilienz der benachteiligten SchĂŒler hĂ€ngt damit zusammen, ob der Schulleiter die Kollegen motiviert und die Lehrer die Möglichkeit haben, das Schulkonzept mitzugestalten.

    Das soziale System Schule funktioniert, Parvin Sadigh – zeit.de, 12.02.2018

  • Konklave

    Das Konklave ist seit dem 11. Jahrhundert in der römisch-katholischen Kirche die geschlossene Versammlung der KardinĂ€le zur Wahl eines neuen Papstes, die immer dann durchgefĂŒhrt wird, wenn der heilige Stuhl unbesetzt ist. Sie findet stets in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan statt und ist von unbestimmter Dauer. WĂ€hrend die letzten Konklaven innerhalb weniger Tage zu einem Wahlergebnis kamen, dauerte im 11. Jahrhundert die Wahl Teobaldo Viscontis (Gregor X.) zum Papst fast drei Jahre.

    Prinzipiell kann jeder Katholik, sofern er zum einen getauft und zum anderen mĂ€nnlich ist, zum Papst gewĂ€hlt werden. Seit dem 12. Jahrhundert ist es jedoch nicht mehr vorgekommen, dass eine Person außerhalb des Konklaves ernannt wurde.

    Ursprung des Begriffs ist das lateinische conclave (geschlossenes Gemach, Zimmer).

    Geredet wurde genug, jetzt wird gewĂ€hlt: 115 KardinĂ€le bestimmen ab diesem Dienstag im Konklave den Nachfolger von Papst Benedikt XVI. Die Versammlung der WĂŒrdentrĂ€ger folgt einem genauen Zeitplan.
    Der Zeitplan fĂŒr die Papstwahl, Spiegel Online 2012.

  • megaloman

    Das Adjektiv megaloman (oder auch megalomanisch, beide Formen sind korrekt) bedeutet „grĂ¶ĂŸenwahnsinnig“. Es dient zum Beschreiben von Personen, die ein wahnhaft ĂŒbersteigertes Selbstbild haben, sich also etwa fĂ€lschlicherweise fĂŒr weltgeschichtlich besonders bedeutend halten. Auch Taten und ĂŒberdimensionierte Projekte lassen sich als megaloman bezeichnen, womit den Initiatoren wahnhaftes Verhalten unterstellt wird.

    Ursprung des Begriffs ist das gleichbedeutende griechische megalomanᾗs.

    Megalomane Bauvorhaben wie die Hamburger Elbphilharmonie können ein positives Signal fĂŒr Investoren und Wirtschaft sein, je nach Sichtweise aber auch negativ interpretiert werden.

    Er war ebenso megaloman wie tatendurstig, eine gefÀhrliche Mischung.

  • Lapsus

    Der Lapsus ist ein Fehler, ein Ausrutscher oder eine Ungeschicklichkeit. Im Lapsus schwingt auch die Peinlichkeit mit. Die Mehrzahl lautet ebenfalls Lapsus, sie wird aber so gut wie nie verwendet. Spricht ein Psychologe von einem Lapsus, meint er einen „Freud’schen Versprecher“.

    Das lateinische Substantiv lapsus (das Gleiten, das Fallen) wurde direkt in die deutsche Sprache ĂŒbernommen.

    Ein Lapsus kostete den FC Strauchelingen die TabellenfĂŒhrungen: Beim Torschuss stolperte KapitĂ€n Hinke ĂŒber den Ball und vergab die Chance auf den Siegestreffer.

    Nach dem Galaempfang in der japanischen Botschaft bedankte sich der Leiter der amerikanischen Handelsdelegation in lupenreinem Mandarin fĂŒr den ĂŒberaus gelungenen Abend. Dieser Lapsus trĂŒbte die japanisch-amerikanischen Beziehungen fĂŒr einige Tage merklich.

  • perplex

    Das Adjektiv perplex bedeutet, in einer Situation ĂŒberrascht oder verblĂŒfft zu sein und daher nicht zu wissen, wie man reagieren soll. Synonyme zu perplex wĂ€ren beispielsweise „verwirrt“, „durcheinander“, „ĂŒberrascht“ und „sprachlos“.

    Die Herkunft des Begriffs liegt im lateinischen Wort perplexus, was so viel wie „wenn im Zweifel“ bedeutet, aber auch mit „verschlungen“ oder „verworren“ ĂŒbersetzt werden kann. Im Französischen findet sich der Ausdruck perplexe, welcher identisch zum deutschen Wort perplex verwendet wird.

    Nach dem ersten Blick auf die Klausurfragen wirkten viele Studenten perplex, denn sie hatten etwas völlig anderes erwartet.

    Auf die Niederlage seines Teams reagierte der Trainer völlig perplex.

    Michelle Obama sah damals ziemlich perplex aus, als ihr Melania Trump eine blaue Geschenk-Schachtel ĂŒberreichte.
    – Melania Trump – EnthĂŒllt! Das schenkte sie First Lady Michelle Obama, 01.02.2018, Gala.de

  • lavieren

    Das schwache Verb lavieren bedeutet im ĂŒbertragenen Sinne „geschickt durch etwas hindurch oder um etwas herum steuern“. Es stammt aus dem nautischen Sprachgebrauch und bezeichnete dort die Technik zum Segeln gegen den Wind mittels eines Zickzackmanövers.

    Seinen Ursprung hat das Wort im niederlÀndischen laveren (schwankend gehen) beziehungsweise im französischen lovier (kreuzen).

     Er lavierte geschickt um das Thema herum.

    Am Ende meines Lebens hatte ich das GefĂŒhl, mich trotz allem doch immer gut hindurchlaviert zu haben.

    Denn das Sinfonieorchester von Detroit, das nahezu ohne staatliche Subventionen auskommen muss, laviert am Rande der Insolvenz, seit 2008 die weltweite Finanzkrise und die Malaise der amerikanischen Autoindustrie die Stadt gleichzeitig heimsuchten.
    JĂŒrgen Kalwa (2012), Der MĂ€zen rockt, DIE ZEIT, 3.5.2012 Nr. 19.

  • Aversion

    Aversion bedeutet „Abneigung“ oder „Widerwille. Eine Aversion ist meist eine gesteigerte Form der Abneigung, bis hin zu Hass oder Feindseligkeit.

    Der Begriff entstammt dem lateinischen aversio (abwenden).

    Unter ihrer Aversion gegen Brotdosen aus Kunststoff hatten auch ihre Kinder in der Schule zu leiden, die wegen der unpraktischen Holzkisten fĂŒr das Pausenbrot den Spott der anderen auf sich zogen.

    Primus versucht gar nicht erst, seine Aversion in Watte zu packen: „Sehr oft wird bei „Öko-Test“ nach belastenden Stoffen gesucht. Das ist die einzige Untersuchung, die stattfindet. Der Verbraucher, der dann liest , „Öko-Test“: gut‘, geht sicher davon aus, dass das Produkt auch in der Wirkweise untersucht wurde und nicht nur auf Schadstoffe. Werden Schadstoffe gefunden, wird das Produkt oft undifferenziert abgewertet. Gesetzliche Grenzwerte finden keine BerĂŒcksichtung. Das ist in der Methodik ziemlich dĂŒnn.“
    – Peter Laudenbach (2008), Angst essen Orientierung auf, brand eins 04/2008.

  • kulminieren

    Das Verb kulminieren bedeutet „den Höhepunkt erreichen“. In der Astronomie wird der Begriff zudem verwendet, wenn etwas den tiefsten oder höchsten Stand bezĂŒglich des Horizontes einnimmt.

    Das Verb wird relativ selten verwendet. Am hÀufigsten wird es in der Wissenschaftssprache eingesetzt.

    Das Verb leitet sich von dem französischen Wort culminer fĂŒr „den Höhepunkt erreichen“ oder „seinen höchsten Punkt haben“ ab.

    Das Doppelsternsystem kulminiert heute Nacht um 1 Uhr.

    Das Fehlen jeglichen Geschmacks kulminierte im Tragen einer glÀnzenden, pinkfarbenen Strumpfhose.

    Die Begeisterung kulminierte, als der Hauptdarsteller auf die BĂŒhne trat.

  • obskur

    Das Adjektiv obskur bedeutet „unklar“, „zweifelhaft“, „unverstĂ€ndlich“ und beschreibt Dinge, Organisationen, Personen etc. als von zweifelhafter, nicht nĂ€her bekannter Herkunft, als undurchschaubar und verdĂ€chtig.

    Ursprung des Wortes ist das lateinische obscurus (dunkel, unbekannt, unklar, unverstÀndlich).

    Die obskure Sekte machte in letzter Zeit mit Selbstmordwellen unter ihren Mitgliedern Schlagzeilen.

    Ob seines obskuren Verhaltens bin ich mir nicht sicher, ob ich es mit einem Genie oder einem Wahnsinnigen zu tun habe.

    Der VerdĂ€chtige verschwand schließlich in einer obskuren Kneipe, die er erst in den frĂŒhen Morgenstunden wieder verließ.

  • hermeneutisch

    Das Adjektiv hermeneutisch bedeutet „auslegend“ oder „erklĂ€rend“. Es beschreibt damit die Art der Aufarbeitung eines Textes, einer Rede, eines MusikstĂŒcks, eines Ereignisses o.Ă€. Dementsprechend ist die Hermeneutik die Kunst der Interpretation.

    Ursprung des Begriffs ist das griechische hermēneĂșein (deuten, auslegen).

    Bei seiner Kritik an dem Roman lehnte er sich hermeneutisch derart weit aus dem Fenster, dass er nicht mehr ernst genommen wurde.

    Die hermeneutische Aufarbeitung von Texten bereits toter Autoren ist stets problematisch: „Was will uns der Autor damit sagen?“ Diese Frage brachte schon so manchen SchĂŒler an den Rand der Verzweiflung.