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Intension

Das Substantiv Intension bedeutet im allgemeinen Sprachgebrauch „innerliche Anspannung“, „innerer Antrieb“ oder „Eifer“.

Speziell in der Logik ist die Intension der wesentlichen Inhalt oder Sinn eines Begriffs.

Der Ausdruck wird leider sehr selten verwendet. So selten, dass kaum Verwendungsbeispiele im Internet zu finden sind. In den meisten Fällen wollten die Autoren wohl „Intention“ schreiben und haben sich vertippt.

Intension stammt vom lateinischen intensio (Anspannung) ab.

Ihre Intension, Ärztin zu werden, begründet sich zu großen Teilen im Krebstod ihres Vaters.

Voller Intension widmete er sich der Fertigstellung seines ersten Werkes.

Obwohl er große Träume hatte, fehlte ihm jegliche Intension.

Die Intension eines Baumes ist die Menge aller ihn definierenden Merkmale – Blätter oder Nadeln, ein Stamm aus Holz, Äste, Zweige, Rinde, Wurzeln usw.

intermittierend

Das Adjektiv intermittierend bedeutet „mit Unterbrechungen“. Es beschreibt Vorgänge, Handlungen und Zustände, die zeitweilig ganz ausgesetzt werden bzw. zeitweilig nachlassen und in geringerer Intensität weiter bestehen.

Besonders häufig wird der Ausdruck im medizinischen Kontext verwendet, um derartige Krankheitsverläufe zu beschreiben.

Der Ursprung des Begriffs findet sich im lateinischen intermittere (dazwischen offen lassen, unterbrechen), welches sich aus der Vorsilbe inter– (dazwischen, mitten) und dem Verb mittere (schicken, weglassen, loslassen) zusammensetzt.

Intermittierendes Fasten bedeutet, regelmäßig kurze Zeiten keine Nahrung aufzunehmen. Ein beliebtes Schema ist beispielsweise, 16 Stunden täglich zu fasten und die restlichen 8 Stunden normal zu essen.

Seine Treue als Ehemann ließ auf Geschäftsreisen immer schlagartig nach. Er betrachtete sich sozusagen nur intermittierend als in festen Händen.

Sie leidet unter intermittierenden Schmerzen, die ebenso plötzlich auftreten wie sie wieder nachlassen.

despektierlich

Das Adjektiv despektierlich bedeutet „den nötigen Respekt vermissend“.

Despektierlich ist ein Begriff der gehobeneren Sprache, der ausdrücken soll, dass jemand oder etwas nicht den nötigen Respekt zeigt. Die Verwendung des Begriffs ist unabhängig davon, ob es sich um vermissten Respekt vor einem Menschen oder einem Ding handelt. Weiterhin eignet sich das Adjektiv in Fachtexten und ähnlichen Erzeugnissen dazu, jemandes Respektlosigkeit sprachlich dezent zu formulieren.

Das Adjektiv ist aus dem lateinischen despectio (Verachtung, das Herabsehen) entlehnt.

Er hat sich der Königin gegenüber ausgesprochen despektierlich verhalten, was ihn letzten Endes den Kopf kostete.

Ich möchte nicht despektierlich erscheinen, aber: So großartig war diese Leistung nicht.

Er äußerte sich sehr despektierlich über sie.

amorph

Das Adjektiv amorph bedeutet „ungeformt“ oder „gestaltlos“.

Der Begriff wird bildungssprachlich und in den Naturwissenschaften verwendet. Speziell in der Physik bedeutet amorph, dass die Atome einer Masse keiner festen (kristallinen) Struktur folgen. Ansonsten ist generell Gestaltlosigkeit – im Sinne fehlender Abgrenzungen einer Einheit – gemeint.

Das Adjektiv geht zurück auf das griechische ἄμορφος (ámorphos: ungestalt).

Die politische Mitte ist amorph: Man kann sie nur schwer eingrenzen.

Unter dem Mikroskop können Sie einen amorphen Einzeller begutachten.

Während Quarz kristallin ist, ist Glas auf atomarer Ebene amorph.

Es handelt sich um eine sehr amorphe Interpretation eines Selbstporträts.

preziös

Das bildungssprachliche Adjektiv preziös bedeutet „geziert“, „gekünstelt“ oder „unnatürlich“.

Alternative Schreibweise des Adjektivs ist pretiös.

Synonyme zu preziös sind unter anderem „etepetete“, „gezwungen“, „hochgestochen“ und „manieriert“.

Preziös ist auf das französische précieux (kostbar, wertvoll) zurückzuführen, dessen Ursprung im lateinischen pretiosus (wertvoll, kostbar, prächtig) liegt.

Ihr preziöses Dauerlächeln wirkte auf mich zunehmend abstoßend.

Der Stil des Künstlers ist mir zu preziös, ich bevorzuge einen klaren, schlichteren Stil.

Denn in der besseren Gastronomie erwartet der Gast Komfort und Perfektion, aber keinen preziösen Schnickschnack.
Wolfram Siebeck, Der Adler meldet sich zurück, ZEITmagazin Nº 09/2010

Selbst die sonst so kritischen Intellektuellen sind stumm wie die preziösen Koi-Karpfen in ihrem Becken.
Joachim Riedl, „Was alles fehlt“, Zeit Online, 25.09.2008

desavouieren

Das Verb desavouieren bezeichnet das Bloßstellen in der Öffentlichkeit oder auch das Abstreiten oder die Nichtanerkennung von Personen oder Gegebenheiten. Synonyme des bildungssprachlichen desavouieren sind „blamieren“, „vorführen“, „kompromittieren“, „zum Gespött machen“, oder auch „in Abrede stellen“.

Aus dem Französischen entlehnt, besteht desavouier aus dem altfranzösischen Präfix dés-, welches die Aussage des Verbs aufhebt und dem Verb avouer, zu Deutsch „anerkennen“ oder „einen Fehler eingestehen“.

Durch das Abstimmungsergebnis fühlte sich der Politiker desavouiert. 35% der eigenen Parteimitglieder hatten gegen sein Vorhaben gestimmt.

Sie desavouierte sich vor ihrer neuen Arbeitgeberin, als sie den Stift aufhob und ihre Hosennaht platzte.

Der Präsident ist in seiner Autorität beschädigt, die Regierung als ein Verein von Amateuren desavouiert.
Martin Gehlen, Neue Verfassung: Mit der Scharia ist in Ägypten kein Staat mehr zu machen, Die Zeit 16.12.2012.

 

diametral

Das Adjektiv diametral bedeutet bildungssprachlich „entgegengesetzt“ und beschreibt damit Sachverhalte, Argumente, Aussagen, Positionen etc., die in ganz und gar gegensätzlichem Verhältnis zueinander stehen, d.h. völlig verschieden sind.

Häufig gebraucht wird die Phrase „diametral entgegengesetzt“, die nicht unbedingt pleonastischen, sondern eher betonenden Charakter hat. Stilistisch ist sie aufgrund ihres inflationären Gebrauchs dennoch von zweifelhafter Güte.

Speziell in der Mathematik beschreibt der Ausdruck Punkte auf dem äußeren Rand einer geometrischen Figur, deren Verbindungslinie zum einen durch den Mittelpunkt der Figur geht und zum anderen den maximal möglichen Abstand zweier Punkte innerhalb der Grenzen der Figur darstellt. Das einfachste Beispiel dafür sind zwei Punkte, die sich auf dem Durchmesser eines Kreises gegenüberliegen.

Die Herkunft des deutschen Begriffs liegt im spätlateinischen diametralis (zum Durchmesser gehörend) und geht auf das gleichbedeutende griechische diametros zurück.

Ihr Verhalten Kunden gegebenüber widerspricht diametral unserer Unternehmensphilosophie.

Seine Worte und seine Taten verhalten sich diametral zueinander.

Die Arbeit der Regierungskoalition verlief bisher sehr harmonisch. Bezüglich der aktuellen Frage führen die diametralen Positionen der beiden Parteien jedoch zu langwierigen Verhandlungen, deren Ende bisher nicht in Sicht ist.

Was Bier betrifft, haben meine süddeutschen Freunde und ich diametrale Präferenzen.

Prognose

Das Substantiv Prognose bezeichnet eine „(wissenschaftlich begründete) Voraussage“ oder „- Vorhersage“.

Eine Prognose beschreibt also eine zukünftige Entwicklung oder zukünftige Zustände,  etwa die wirtschaftliche Lage oder den Gesundheitszustand einer Person betreffend.

Das passende Verb prognostizieren beschreibt „den voraussichtlichen Verlauf künftiger Entwicklungen darstellen“.

Prognose stammt vom griechischen prógnōsis, (Voraussicht, Vorwissen) ab.

Ich habe nicht genug Informationen und kann deshalb derzeit keine Prognose abgeben.

Weil in den kommenden Jahren aktuellen Prognosen zufolge bundesweit rund 35.000 Grundschullehrer fehlen werden, setzen einige Bundesländer auf ein höheres Einstiegsgehalt als Lockmittel.
Spiegel, Länder buhlen mit Geld um Grundschullehrer

Ob dieses Wetter auch am Pfingstwochenende anhält, ist noch nicht abzusehen – verlässliche Prognosen können nur für einen Zeitraum von bis zu vier Tagen gestellt werden, heißt es vom DWD.
Spiegel, Sonne hier, Starkregen da

kalkulieren

Das Verb kalkulieren bedeutet „etwas im Voraus berechnen“ oder „etwas einschätzen“

Von kalkulieren im ersten Sinne spricht man hauptsächlich im kaufmännischen Sinne, wenn es darum geht bei voraussichtlich entstehenden Kosten etwas im Voraus zu berechnen.

Von kalkulieren im zweiten Sinne spricht man dann, wenn eine Situation oder ein Sachverhalt im Voraus eingeschätzt werden soll.

Die Herkunft des Begriffs liegt im lateinischen calculare (berechnen oder zusammenrechnen).

Ihren erbitterten Widerstand habe ich nicht einkalkuliert.

Es sind noch nicht alle Kostenfaktoren bekannt, deshalb kalkulieren wir vorerst mit konservativen 5 € pro Stück.

Wenn man ein Risiko kaum kalkulieren kann, sagen sich die Versicherer, dann muss man es auf viele Schultern verteilen.
Brandeins, 12/2017

kompromittieren

Das Verb kompromittieren bedeutet „jemanden bloßstellen“, „jemanden in Verlegenheit bringen“ oder „jemandes Ansehen durch ein bestimmtes Verhalten Schaden zufügen“.

Der Begriff ist dem gleichbedeutenden französischen Verb compromettre entlehnt, das wiederum auf das lateinische Wort compromittere zurückzuführen ist, das „sich gegenseitig versprechen“ bedeutet.

Die Zeitschrift kompromittierte den Politiker, indem sie die belastenden Fotos veröffentlichte.

Er kompromittierte seine ehemalige Geliebte, als er der ahnungslosen Familien von der gemeinsamen Beziehung erzählte.

Als ihm das Diebesgut aus der Tasche fiel, kompromittierte sich der Dieb selbst.