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  • grandios

    Das Adjektiv grandios¬†bedeutet „gro√üartig“, „sehr gut“, „fantastisch“.

    Urspr√ľnglich stammt¬†grandios¬†vom lateinischen Wort grandis ab, was „gro√ü“ bedeutet. Der Begriff wurde als¬†grande¬†und¬†grandioso¬†ins Italienische √ľbernommen. Die Bedeutung erweiterte sich dabei auch auf „gro√üartig“.

    Der Begriff grandios hat sich in der deutschen Sprache etabliert und wird meist nicht mehr als Fremdwort wahrgenommen.

    Das Essen war einfach grandios.

     

    Eine grandiose Rede sicherte ihm letztendlich die Wahl zum Sch√ľlersprecher.

     

  • akkreditieren

    Das Verb¬†akkreditieren bedeutet „bevollm√§chtigen“ oder „beglaubigen“.

    Der Begriff wird vor allem – aber nicht ausschlie√ülich – im diplomatischen Kontext gebraucht. So kann ein Diplomat als Vertreter eines Landes in einem anderen Land akkreditiert werden. Das¬†akkreditierende Land ist dabei das Empfangsland, nicht das entsendende Land.¬†√Ąhnlich verh√§lt es sich im Journalismus, wo einem¬†akkreditierten Journalisten Zutritt zu einer Veranstaltung oder einem Land gew√§hrt wird, wobei die¬†akkreditierende Partei wiederum der Veranstalter respektive das empfangende Land ist.

    Weiterhin meint der Begriff das Bescheinigen der Fachkompetenz einer Instanz durch eine bereits allgemein anerkannte andere Instanz. In der Europ√§ischen Union gibt es zu diesem Zweck pro Land je eine nationale Akkreditierungsstelle, die etwa Laboratorien oder Inspektionsstellen auf das Einhalten von Normen pr√ľft.

    Entlehnt wurde der Begriff aus dem gleichbedeutenden französischen accréditer.

    Neben tausenden weiteren Journalisten ist sie in Br√ľssel als Korrespondentin akkreditiert.

    Die ordnungsgemäße Tierhaltung in der Landwirtschaft wird von akkreditierten Privatfirmen kontrolliert.

    Der neue Botschafter Frankreichs ist schon angereist, allerdings von Berlin noch nicht akkreditiert.

  • retour

    Das Adverb¬†retour¬†bedeutet „zur√ľck“.

    Synonyme f√ľr¬†retour¬†sind etwa (kontextabh√§ngig): zur√ľck, r√ľckw√§rts, in umgekehrter Richtung.

    Der Begriff stammt aus dem Franz√∂sischen und bedeutet dort „R√ľckkehr“. In der deutschen Sprache wird das Wort vor allem im s√ľddeutschen Sprachraum sowie √Ėsterreich und der Schweiz verwendet.

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    Ein betr√§chtlicher Teil √ľber das Internet gekaufter Dinge geht retour. H√§ndler m√ľssen das einkalkulieren.

  • insuffizient

    Das Adjektiv insuffizient bedeutet „nicht ausreichend“, „unzureichend“, „unzul√§nglich“ oder auch „mangelhaft“.

    Insuffizient (und das daraus abgeleitete Substantiv Insuffizienz) wird oft in der Medizin verwendet, etwa, wenn ein Organ nicht ausreichend gut arbeitet. Auch in der Bildungssprache ist das Adjektiv weit verbreitet, um Unzul√§nglichkeiten auszudr√ľcken.

    Die Herkunft liegt im Lateinischen. Das lateinische sufficiens bedeutet „hinreichend“, „gen√ľgend“; die Vorsilbe¬†in-¬†verkehrt die Bedeutung ins Negative.

    Er leidet unter einer insuffizienten Nierentätigkeit. Wir werden dies zuerst beobachten, bevor wir mögliche Therapien ins Auge fassen.

    Die Verantwortlichen haben sich, entgegen ihrer eigenen Aussagen, nur sehr insuffizient um eine L√∂sung des Problems bem√ľht.
    Ihre Leistungen w√§hrend der Ausbildung waren in den meisten Bereichen insuffizient. Wir m√ľssen daher leider von einer Weiterbesch√§ftigung absehen.

    Dar√ľber hinaus ist es der KV bis heute nicht gelungen, die in vielen Konsenskonferenzen erarbeiteten Therapieempfehlungen zu b√ľndeln und als Leitlinien zu propagieren, damit nicht durch insuffiziente Therapien Geld verschleudert wird.
    Dick und Krank, Die Zeit, 19.08.1999.

  • inhibieren

    Das Verb inhibieren bedeutet „hemmen“, gelegentlich auch „verhindern“. Neben dem kontextunabh√§ngigen Gebrauch wird es besonders h√§ufig auch im medizinischen Sprachgebrauch verwendet, wo man etwa davon spricht, dass die Wirkung eines Enzyms inhibiert wird.

    Seine Ursprung findet der Begriff im lateinischen inhibere (anhalten, hemmen).

    Die Maßnahme soll das Vertrauen der Investoren in die Währungsstabilität wiederherstellen und ein Fortschreiten der Krise inhibieren.

    Mit dem Ziel, den Einfluss rechter Ideologien in Deutschland zu inhibieren, wird immer wieder ein möglicher Verbot der NPD diskutiert.

  • Tabula rasa

    Die aus dem Lateinischen √ľbernommene Wortverbindung Tabula rasa bedeutet w√∂rtlich √ľbersetzt „abgeschabte Tafel“, meint also eine gekl√§rte und wieder beschreibbare Schreibtafel. Im Deutschen ist eine Tabula rasa eine Situation, in der alles bisher Gewesene getilgt und somit ein unbelasteter (Neu-)Beginn m√∂glich ist.

    Die vergleichsweise h√§ufig gebrauchte Wendung¬†Tabula rasa machen ist weiterhin ein Synonym f√ľr das deutsche „reinen Tisch machen“, also mit etwas restlos aufr√§umen oder etwas restlos kl√§ren und somit Klarheit schaffen.

    Speziell in der Philosophie finden sich bei zahlreichen Philosophen Vergleiche zwischen der Seele oder auch dem Gedächtnis und einer wächsernen Schreibtafel. In diesem Kontext ist die Tabula rasa der jeweils anfängliche Zustand, d.h. als Mensch ist man zunächst ein unbeschriebenes Blatt und wird nach und nach von Erfahrungen geprägt.

    Sie entschied sich schließlich, Tabula rasa zu machen und in Australien ganz von vorne anzufangen.

    Nach der kriegsbedingten Tabula rasa kam der wirtschaftliche Aufschwung.

  • H√§resie

    Das Substantiv H√§resie¬†bezeichnet urspr√ľnglich eine Meinung, die im Widerspruch zur kirchlichen Lehre steht.

    Mittlerweile wird der Begriff auch bei abweichenden Aussagen bez√ľglich anderer Weltanschauungen, Ideologien oder Meinungen verwendet.

    Synonyme f√ľr¬†H√§resie¬†sind zum Beispiel Ketzerei, Irrlehre, Irrglaube oder Abweichung.

    Der Begriff¬†H√§resie¬†geht auf das altgriechische Wort hairesis¬†zur√ľck und bedeutet „Anschauung“ oder „Wahl“.

    Das ist H√§resie in den Ohren der Tea-Party-Republikaner. Sie wollen auf keinen Fall eine Steuererh√∂hung – auch nicht f√ľr Bestverdiener.

    Trump und die Spaltung der Republikaner – Marcus Pindur, deutschlandfunk.de, 16.02.2018

    Es ist eine ungew√∂hnliche Studie, die Facebooks hausinterne Abteilung f√ľr Sozialforschung letztes Jahr ver√∂ffentlicht hat. Sie enth√§lt eine These, die im penetrant optimistischen Silicon Valley an H√§resie grenzt.

    Warum Facebook keine ¬ęZeitung f√ľr alle¬Ľ mehr sein will – Oliver Fuchs, nzz.ch, 16.02.2018

    Dutzende Theologen werfen Papst Häresie vor.

    spiegel.de, 16.02.2018

  • Persiflage

    Das Substantiv Persiflage¬†(die) bezeichnet eine „intelligente Verspottung“. Dabei wird unter anderem von den Stilmitteln der √úbertreibung und Ironie Gebrauch gemacht. Ziel einer Persiflage kann zum Beispiel eine bestimmte Mentalit√§t oder auch ein Kunstwerk wie ein Lied oder ein Gem√§lde sein.

    Der Begriff Persiflage geht dabei auf das franz√∂sische Verb¬†persifler¬†zur√ľck, was „spotten“ oder „l√§cherlich machen“ bedeutet.

    Mit einer gehörigen Portion Selbstironie verdrehte er die feierliche Ansprache in eine lupenreine Persiflage.

    Zur Fastnachtszeit eine Persiflage auf Honecker

    saarbruecker-zeitung.de, 16.02.2018

  • hedonistisch

    Das Adjektiv hedonistisch bedeutet, dass der Sinn einer bestimmten Sache oder Aktivit√§t Spa√ü, Freude, Lust oder andere positive Gef√ľhle sind. Negative Gef√ľhle oder Erfahrungen sollen hingegen vermieden werden.

    Synonyme f√ľr hedonistisch sind zum Beispiel genussfreudig oder sogar genusss√ľchtig, lustvoll oder sinnlich.

    Umgangssprachlich bezeichnet Hedonismus bzw. hedonistisches Verhalten einen egoistischen und kurzsichtigen Lebenswandel. Die Begriffe werden oft abwertend gebraucht.

    Die Herkunft des Begriffs liegt im altgriechischen Wort hedone, was Freude, Lust oder Genuss bedeutet. Hedonismus bezeichnet dabei urspr√ľnglich eine philosophische Denkschule, in der das Erlangen von Freude und Genuss, beziehungsweise die Vermeidung von negativen Gef√ľhlen wie Schmerz und Trauer, der Motivator f√ľr menschliches Handeln sind. Mehr zum Hedonismus in der Philosophie.

    Viele sahen in ihm nur einen reichen Egoisten, der seinen hedonistischen Lebenswandel mit dem Geld seiner Eltern finanzierte.

    Es gibt sehr unterschiedliche feministische Strömungen, manche sind marxistisch und manche öko, andere religiös oder hedonistisch oder ganz anders.

    Frauen, rechte, Margarete Stokowski – spiegel.de, 12.02.2018

  • sapiosexuell

    Das Adjektiv sapiosexuell¬†bedeutet „Intelligenz attraktiv findend“.

    Menschen, die sich als sapiosexuell bezeichnen, sehen Intelligenz als eine der entscheidenden Eigenschaften oder sogar als die entscheidende Eigenschaft bei der Beurteilung der sexuellen Attraktivität einer anderen Person.

    Der Ursprung des Begriffs liegt im lateinischen sapere (schmecken; nach etwas riechen; weise, klug, einsichtig sein).

    Ich bin sapiosexuell. Gut f√ľr meinen intelligenten, gebildeten Partner.

    F√ľr Sapiosexuelle ist, nach eigener Aussage, nicht das Aussehen eines potenziellen Partners entscheidend f√ľr romantische Anziehung ‚Äď sondern dessen Intelligenz.

    Warum wollen auf einmal alle „sapiosexuell“ sein? Das ist doch Quatsch! Alix Berber – bento.de, 12.02.2018