Das Substantiv Dog-Whistle (auch: Dogwhistle) beschreibt eine „versteckte Botschaft“, die für die breite Öffentlichkeit harmlos klingt, aber für eine bestimmte Zielgruppe eine zusätzliche Bedeutung hat.
Der Ausdruck beschreibt also eine Form der verschlüsselten oder indirekten Kommunikation. Ähnlich wie eine echte Hundepfeife, deren Ton nur von Hunden wahrgenommen wird, verstehen nur bestimmte Gruppen die eigentliche Botschaft. Für Außenstehende wirkt die Aussage dagegen unauffällig.
Politiker können Dog-Whistles nutzen, um Themen oder Einstellungen anzudeuten, ohne sie offen auszusprechen. So kann eine scheinbar neutrale Formulierung bei bestimmten Zuhörern Assoziationen zu Migration, Sicherheit oder gesellschaftlichen Konflikten wecken.
Auch in Online-Diskussionen tauchen solche codierten Formulierungen auf.
Beispiele:
- Die Zahlenkombination 444 ist eine Abkürzung für „Deutschland den Deutschen“ (4 = D, der vierte Buchstabe des Alphabets) .
- Das Milchglas-Emoji ist ein Symbol für „weiße Reinheit“.
- „Neubürger*innen“ und „Goldstücke“ sind ironisch herabsetzende Bezeichnungen für Geflüchtete.
Der Begriff stammt aus dem Englischen. Wörtlich bedeutet dog whistle „Hundepfeife“. Diese Pfeifen erzeugen sehr hohe Töne, die für Menschen kaum hörbar sind, für Hunde jedoch deutlich wahrgenommen werden. Seit den 1990er-Jahren wird die Metapher zunehmend in der politischen Analyse verwendet, vor allem in den USA.
Aussprache
Lautschrift (IPA): [ˈdɒɡ ˌwɪsəl] (englisch)
Verwendungsbeispiele
Die Kampagne arbeitete laut Beobachtern mit mehreren politischen Dog-Whistles, die nur ein bestimmtes Wählersegment ansprechen sollten.
Einige Kommentatoren interpretierten die Aussage als Dog-Whistle für nationalistische Positionen.
Die Debatte drehte sich darum, ob der Satz eine bewusste Dog-Whistle war oder nur missverstanden wurde.
In der Medienanalyse wird der Begriff Dog-Whistle verwendet, um indirekte politische Signale zu beschreiben.
