Intermezzo

Das Substantiv Intermezzo (das) bezeichnet ein „Zwischenspiel“, eine „kurze Episode“ oder eine „kleine Begebenheit am Rande“.

Im Alltag beschreibt ein Intermezzo eine kurze, oft unerwartete Unterbrechung des gewohnten Ablaufs. Das Wort hat dabei einen leichten, heiteren Klang: Ein Intermezzo ist keine dramatische Wendung, sondern eher eine amüsante Episode, eine flüchtige Begegnung oder ein kleiner Zwischenfall.

So kann ein Urlaubsflirt ein „romantisches Intermezzo“ sein, ein kurzer Regenschauer beim Sommerfest ein „meteorologisches Intermezzo“ oder ein unerwarteter Gast ein „überraschendes Intermezzo“ am Abend.

Der Begriff kann aber auch nüchterner verwendet werden, etwa wenn eine kurze, abgeschlossene Phase im Rückblick betrachtet wird: „Seine Präsidentschaft war nur ein kurzes Intermezzo“ oder „Nach einem dreijährigen Intermezzo in Berlin kehrte sie nach Hamburg zurück.“

Hintergrund

Ursprünglich stammt das Intermezzo aus dem Theater. Im Italien des 16. Jahrhunderts bezeichnete es komische oder musikalische Einlagen, die in den Pausen zwischen den Akten einer ernsten Oper oder Tragödie aufgeführt wurden. Diese heiteren Zwischenspiele sollten das Publikum auflockern und bei Laune halten. Sie wurden mit der Zeit so beliebt, dass aus ihnen eine eigene Gattung entstand: die Opera buffa, die komische Oper.

Das Wort wurde im 18. Jahrhundert aus dem Italienischen ins Deutsche entlehnt. Es geht auf das spätlateinische intermedius (dazwischen befindlich) zurück, das sich aus inter (zwischen) und medius (in der Mitte) zusammensetzt. Ein Intermezzo ist also wörtlich das, was „in der Mitte dazwischen“ liegt. Der Plural lautet Intermezzi (italienisch) oder Intermezzos (eingedeutscht).

Aussprache

Lautschrift (IPA): [ɪntɐˈmɛt͡so]

Verwendungsbeispiele

Was als harmloses Intermezzo auf einer Geburtstagsfeier begann, entwickelte sich zu einer der schönsten Freundschaften ihres Lebens.

Nach einem zweijährigen Intermezzo in der Privatwirtschaft kehrte sie in die Politik zurück.

Das kurze Intermezzo des Straßenmusikers vor dem Café zauberte den Gästen ein Lächeln ins Gesicht.

Ihr römisches Intermezzo war zwar nur von kurzer Dauer, blieb aber unvergessen.

Zwischen den hitzigen Debatten im Stadtrat sorgte die Bürgermeisterin mit einer humorvollen Anekdote für ein wohltuendes Intermezzo.

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