Das Substantiv Refugium (das) bezeichnet einen „Zufluchtsort“, „Rückzugsort“ oder „geschützten Raum“.
Ein Refugium ist ein Ort, an dem man Schutz findet oder sich ungestört zurückziehen kann. Das Wort hat dabei einen gehobenen, fast poetischen Klang und beschreibt mehr als nur einen Unterschlupf: Ein Refugium ist ein Ort, an dem man sich geborgen fühlt, an dem die Außenwelt für eine Weile keine Rolle spielt.
Im Alltag begegnet der Begriff in vielen Zusammenhängen. Ein Garten kann ein Refugium der Stille sein, eine Bibliothek ein Refugium für Büchermenschen, ein Elternhaus ein Refugium der Kindheit. Auch Cafés, Hütten in den Bergen oder eine Lieblingsecke auf dem Sofa lassen sich als Refugium beschreiben, solange sie dieses Gefühl von Schutz und Rückzug vermitteln.
In der Biologie bezeichnet Refugium (auch: Refugialraum) ein Gebiet, in dem Tier- oder Pflanzenarten überleben konnten, während sie anderswo ausgestorben sind. So dienten etwa Gebirgstäler während der Eiszeiten als Refugien für wärmeliebende Arten.
Das Wort wurde im 17. Jahrhundert aus dem lateinischen refugium (Zuflucht, Zufluchtsort) ins Deutsche übernommen. Es leitet sich vom Verb refugere (zurückfliehen, seine Zuflucht suchen) ab, das sich aus re- (zurück) und fugere (fliehen) zusammensetzt. Aus derselben Wurzel stammt auch das englische refugee (Flüchtling): jemand, der ein Refugium sucht. Der Plural lautet Refugien.
Aussprache
Lautschrift (IPA): [ʁeˈfuːɡi̯ʊm]
Verwendungsbeispiele
Der kleine Garten hinter dem Haus war ihr Refugium: Hier konnte sie abschalten, wenn der Alltag zu viel wurde.
Für viele Kinder ist das Elternhaus ein Refugium, an das sie sich noch Jahrzehnte später mit Wärme erinnern.
Die Berghütte diente den Wanderern als willkommenes Refugium vor dem plötzlichen Gewitter.
In Zeiten ständiger Erreichbarkeit suchen immer mehr Menschen ein Refugium, in dem sie für ein paar Stunden offline sein können.
Das Naturschutzgebiet gilt als eines der letzten Refugien für den vom Aussterben bedrohten Fischadler in der Region.
