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  • adäquat

    Das Adjektiv adäquat bedeutet „entsprechend“ oder „angemessen“.

    Der Begriff wird bildungssprachlich verwendet, um zu veranschaulichen, ob eine Person, eine Sache, ein Verhalten oder eine Ausdrucksweise der gegebenen Situation in ihrer Bedeutung, Wichtigkeit oder Ă„hnlichem angemessen ist.

    Weitere Synonyme zu adäquat wären „geeignet“, „angebracht“ oder „passend“.

    Herkunft des Wortes liegt im lateinischen Verb adaequare (gleichkommen, gleichmachen, erreichen) und dem daraus hervorgehendem Adjektiv adaequatus.

    Regeln für adäquates Verhalten in zahlreichen, auch heiklen Situationen werden seit jeher im Knigge zusammengefasst.

    Die Strafe bei Totschlag liegt in Deutschland normalerweise bei fünf bis 15 Jahren. Nicht jeder geht damit konform und hält diese Strafe für adäquat.

    Politik reagiert anders, sie verschärft Gesetze, um zu zeigen, dass sie Sorgen ernst nimmt, um zu belegen, dass sie handelt. Ist das eine adäquate Art auf solche Ă„ngste zu reagieren? – Kai Biermann, Risikoforschung – „Unsicherheit ängstigt uns mehr als Schaden“, 29.01.16, Zeit online

  • Resistenz

    Das Substantiv Resistenz bedeutet „Widerstandsfähigkeit“ oder „Unempfindlichkeit“.

    Es kommt vor allem im biologischen oder medizinischen Zusammenhang zum Einsatz und beschreibt die Widerstandsfähigkeit eines Organismus gegenüber äußeren Einflüssen. Als simples Beispiel kann hier die Resistenz von Krankheitserregern gegenüber Medikamenten angeführt werden.

    Aber es wird auch im ĂĽbertragenen Sinne verwandt, um „Widerstand“, „Abwehr“ oder „Protest“ von Personen oder Personengruppen zu beschreiben.

    Der Ursprung des Begriffes liegt im lateinischen resistentia (Widerstand).

    Die Ă„rzte mussten zu einem Ersatzmittel greifen, das ein unnötig breites Wirkspektrum hat. Dieser ungezielte Einsatz von Antibiotika ist eine der Ursachen fĂĽr die Bildung von Resistenzen. – Karl Broich im Interview mit Harro Albrecht, Medikamente – Kriminelle Strukturen, 13.01.16, Zeit online

    Die Resistenz der Politik gegenüber Vorschlägen aus der Bevölkerung kann zu einer gewissen Resignation führen und Desinteresse erzeugen.

  • implizieren

    Das Verb implizieren bedeutet „beinhalten“, „einschließen“ oder „zur Folge haben“.

    Verwendet wird implizieren meist bei Aussagen, die weiteren Inhalt in sich tragen, ohne diesen tatsächlich auszusprechen. Das Unausgesprochene wird impliziert. Man spricht von einer impliziten Aussage.

    Der Begriff geht auf das lateinische implicare (einwickeln, verflechten, verknĂĽpfen) zurĂĽck.

    Während sie sagt: „Es ist nichts.“, impliziert das häufig, dass so einiges im Argen liegt.

    In der Mathematik gilt die Wahrheit des Satzes A als hinreichende Bedingung fĂĽr den Wahrheitsgehalt des Satzes B. Demnach gilt: A impliziert B.

    Diese 15 Kandidatinnen vereinen die meisten Fans und Follower hinter sich. Dies impliziert aber nicht automatisch, dass diese 15 BĂĽrgerschaftskandidaten die Netzwerke am besten nutzen. – Martin Fuchs, Dröger Scholz, aktive Hinterbänkler, 10.02.15, zeit online

  • tangieren

    Das Verb tangieren bedeutet „berĂĽhren“. Damit ist meist kein physischer Kontakt gemeint, sondern das BerĂĽhren emotionaler Zustände, Ideen oder anderer abstrakter Dinge.

    Weiterhin beschreibt der Begriff tangieren in der Mathematik die Berührung einer Geraden oder Ebene mit einer gekrümmten Linie respektive Fläche.

    Der Begriff entstammt dem gleichbedeutenden lateinischen tangere.

    Die Entscheidung, die Insel zu verlassen, fiel ihr schwer. Mich tangierte es eher weniger, da ich genau wusste, dass sie zurĂĽckkommen wĂĽrde.

    Prozesse und Verhandlungen, die im Rahmen des Völkerrechts geführt werden, tangieren selbstverständlich auch immer die Grundgesetze.

    Ăśberzuversichtliche, selbstverliebte Manager werden durch genau diese Eigenschaften ĂĽberhaupt erst zu Top-Managern. Sie sind intelligent. Sie setzen sich ĂĽberdurchschnittlich fĂĽr die Interessen der Aktionäre ein. Sie riskieren viel – allerdings eben auch das Kapital der Aktionäre, weil sie es einfach zu gut machen wollen. Aber sie sind nicht gierig, ihr Hauptantrieb ist nicht die persönliche Bereicherung.

    So zumindest das Ergebnis der Forschung. Das selbstverliebte Management-Kritiker in den Medien aber sicher kaum tangieren wird.-
    – Stephan A. Jansen (2008), MerkwĂĽrdigkeiten aus den Manegen des Managements: Die Ă–konomie der Ăśberzuversicht, brand eins 10/2008

  • taktil

    Das Adjektiv taktil bedeutet „den Tastsinn betreffend“ bzw. „mithilfe des Tastsinns“ und wird meist im medizinischen oder biologischen Zusammenhang benutzt.

    Haptisch wird oft einfach als Synonym zu taktil verwendet. Gelegentlich wird taktile Wahrnehmung auch als Teilbereich der haptischen Wahrnehmung beschrieben.

    Entlehnt wurde taktil von dem lateinischen Adjektiv tactilis (berĂĽhrbar), welches vom Verb tangere (berĂĽhren) abgeleitet ist.

    Im frĂĽhkindlichen Stadium nimmt der Nachwuchs ĂĽber die taktile Wahrnehmung eine FĂĽlle von Informationen auf, die groĂźen Einfluss auf die Entwicklung und das Wohlbefinden des Kindes haben.

    Er kann mit dem Finger gemalte Figuren auf seinem RĂĽcken nicht erkennen. Wahrscheinlich leidet er an einer taktilen Unterfunktion.

    Der Verbraucher, der die Packungen in die Hand nimmt, kann vielmehr sofort feststellen, dass die Fertigpackung nicht prall gefĂĽllt ist, sondern er entdeckt optisch und taktil, dass die TĂĽten auch einen erheblichen Teil an Luft enthalten. – MĂ©lanie Gonzalez, Regale voller Größenwahn, 21.11.13, Zeit online

  • agieren

    Das Verb agieren bedeutet meist „handeln“ oder „als etwas wirken“. Darüber hinaus kann es auch „eine Rolle spielen“ (z.B. bei Schauspielern) oder „gestikulieren“ bedeuten.

    Entlehnt wurde agieren aus dem Lateinischen vom Verb agere (treiben, handeln, darstellen).

    Bei einem Dissens sollte man eventuell eine dritte Partei hinzuziehen, die als Schlichter agiert, um die Objektivität bei einer hitzigen Diskussion zu wahren.

    FuĂźballtrainer wie JĂĽrgen Klopp agieren an der Seitenlinie oft wie erfahrene Dirigenten.

    „Es wäre besser, wenn es konkrete Regelungen gäbe“, sagt auch Dennis Seeger von der Polizei Frankfurt. „Damit wir wissen, in welchem Rahmen wir weiter agieren dĂĽrfen und wollen, und wo wir uns einschränken mĂĽssen.“ – Christian Bartlau, Polizei: Offen, transparent, verfassungswidrig, 06.07.15, zeit online

  • Antagonist

    Ein Antagonist ist im Allgemeinen ein Widersacher, ein Kontrahent. In Literatur, Film etc. also beispielsweise der Gegenspieler des Helden.

    Speziell in der Anatomie spricht man bei gegensätzlichen Muskelpaaren vom Agonisten und Antagonisten. Der Antagonist ist dabei stets der Muskel, der bei einer Bewegung gestreckt wird, also beispielsweise der Bizeps beim Ausstrecken des Arms. Dem gegenüber steht dann der kontrahierende Agonist, in diesem Fall der Trizeps.

    Ursprung des Begriffs ist das griechische Verb antagōnízesthai (miteinander rivalisieren) beziehungsweise das daraus abgeleitete Substantiv antagṓnisma (Widerstreit).

    Die beiden Antagonisten lieĂźen sich nicht einmal mehr auf sachliche Diskussionen ein, so festgefahren waren ihre jeweiligen Standpunkte.

    Er, der kleingewachsene Nobody, betrachtet sich als vom Leben vernachlässigten Antagonisten des großen, schönen, charismatischen Mannes, dem alles in die Wiege gelegt wurde.
    Ursula März (2010), Absturz in die Hölle, DIE ZEIT, 02.06.2010 Nr. 23.

    Auch in unserem Körper gibt es Spieler und Gegenspieler, die auch dementsprechend als Agonisten und Antagonisten bezeichnet werden: Die Rede ist von gegenläufigen Muskelpaaren.

  • Stakeholder

    Der englische Begriff Stakeholder bedeutet ĂĽbersetzt soviel wie „Interessenvertreter“, „Anspruchsberechtigter“ oder „Projektbeteiligter“ und wird in wirtschaftlichen Zusammenhängen genutzt.

    Stakeholder sind Personen, Gruppen und Institutionen, die gemeinsame wirtschaftliche Ziele verfolgen oder in irgendeiner Form von der Tätigkeit eines Unternehmens berührt werden. Man unterscheidet dabei zwischen externen und internen Stakeholdern.

    Zu den internen Stakeholdern zählen zum Beispiel die Eigentümer (auch Anteilseigner) und Mitarbeiter.

    Als externe Stakeholder werden die indirekt beteiligten Teilnehmer wie Kunden, Lieferanten und Gläubiger bezeichnet.

    Da es keine konkrete Abgrenzung gibt, wer als Stakeholder miteinbezogen wird, können im weiteren Sinne auch der Staat, die Umwelt und die Gesellschaft als externer Stakeholder gelten, wenn diese direkte oder indirekte Auswirkungen durch das Unternehmen erfahren.

    Bei der Durchführung eines Projektes sollte man möglichst viele Stakeholder berücksichtigen, um nicht im Nachhinein auf unüberwindbare Konflikte zu stoßen.

    Nicht nur auf den Gewinn komme es an, sondern auch auf die Leute und die Umwelt. Vom „Stakeholder Balance Management“ – dem Ausloten der Interessen aller Teilhaber am Unternehmen. – Thomas Fischermann, Strategische Nächstenliebe, 31.05.01, zeit online

  • Kokolores

    Das umgangssprachliche Substantiv Kokolores bedeutet so viel wie „Blödsinn“, „Unfug“, „Nonsens“, aber auch „Geschwätz“ oder “Getue“.

    Die Herkunft des Wortes ist bis heute nicht geklärt. Es wird diskutiert, ob der Ausdruck womöglich von dem mittelniederdeutschen Wort Gokeler („Gaukler“) abgeleitet wurde. Diese Herkunft stützt man auf die Ähnlichkeit des Wortlauts. Alternativ wird Kokolores auf den Ruf des Hahns bezogen, welchem Stolz und Prahlerei nachgesagt wird.

    Nachdem er den ganzen Abend nur Kokolores geredet hatte, schwor sie, sich nie wieder auf ein Blinddate einzulassen.

    Die MolekularkĂĽche ist fĂĽr den traditionellen Koch kompletter Kokolores.

    „Trainer sagt, Ball musse ins Tor – alles andere is‘ Kokolores.“ Ergo: Hauptsache, der Ball zappelt im Netz. Wie er dorthin gelangt, ist nachrangig.
    Jens Hungermann, Die Phantomdebatte, Welt am Sonntag, 20.10.2013

  • Repertoire

    Das Substantiv Repertoire (das) bezeichnet im eigentlichen Sinne die Gesamtheit aller Werke bzw. Darbietungen, die ein Künstler einstudiert hat. Außerdem kann der Spielplan eines Theaters als Repertoire bezeichnet werden.

    Darüber hinaus wird der Begriff inzwischen auch allgemein verwendet, um die Kenntnisse, Fähigkeiten und Möglichkeiten einer Person in einem bestimmten Bereich zu beschreiben.

    In den deutschen Sprachgebrauch gelangte das Wort Repertoire über das Französische répertoire (Verzeichnis, Register), welches auf das lateinische Wort repertorium (Verzeichnis) zurückgeht.

    Bis zum 12. Juli sind die wichtigsten Ballette des laufenden Repertoires auf der BĂĽhne der Staatsoper zu erleben. Höhepunkt ist wie jedes Jahr die fĂĽnfstĂĽndige Nijinsky-Gala. – Neufassung von „Peer Gynt“ eröffnet Hamburger Ballet-Tage, 28.06.15, zeit online

    Durch die regelmäßige Nutzung von neueswort.de kann man sein Repertoire an Fremdwörtern qualitativ und quantitativ erweitern.