• Konvent

    Ursprünglich ist der Begriff Konvent der katholischen Kirche und dem Hochschulwesen zuzuordnen.

    In der katholischen Kirche bezeichnet das Substantiv eine Versammlung von stimmberichtigten Mitgliedern eines Klosters oder auch die Gesamtheit der Mitglieder eines Klosters, also die Klostergemeinschaft.

    Im Hochschulwesen steht Konvent für die Gesamtheit der Habilitierten einer Universität, oder auch für eine Zusammenkunft der Mitglieder einer studentischen Selbstverwaltung.

    Aus diesen verschiedenen Bedeutungen ergeben sich Synonyme wie „Abtei“, „Stift“ oder „Konferenz“, „Versammlung“, „Zusammenkunft“ für das Nomen.

    Heutzutage werden auch Tagungen, Messen oder Fortbildungen als Konvent bezeichnet.

    Konvent ist abgeleitet vom lateinischen Wort conventus (Zusammenkunft, Versammlung).

    Bei dem Konvent entschied die Vielzahl von Unternehmensteilhabern über das Sanierungsprogramm.

    Nächste Woche tagt der Konvent.

    Darin ist er mehr als gut, orientiert sich früh ins Ausland, findet mit 17 Jahren Jobs in angesagten Salons in Rom und schneidet Kino-Idolen wie Sophia Loren die Haare. Horst wird herumgereicht als Darling der Stars, der ihren Glanz zur Entfaltung bringt, und beginnt ein Jet-Set-Leben. 1963 darf er seine Kunst bei Friseur-Konvents in New York demonstrieren.
    Oliver Driesen, Die Mission des Messdieners, Brandeins, 02/2003

  • Profitabilität

    Das Substantiv Profitabilität bezeichnet die Ertragskraft, also die langfristig nachhaltige Gewinnerzielungsmöglichkeit eines Unternehmens. Der Begriff wird im wirtschaftlichen Kontext verwendet.

    Profitabilität gehört zum Stamm des Adjektivs „profitabel“, welches auf das Französische profitable zurückzuführen ist.

    Durch die zunehmende Konkurrenz in unmittelbarer Nähe sinkt die Profitabilität des Unternehmens.

    Mit einem neuen, modernen Konzept soll die Profitabilität gesteigert werden.

    Der Konzern rutschte erstmals seit fünf Jahren in die roten Zahlen – im dritten Quartal mit 274 Millionen Dollar. Die mangelnde Profitabilität ist nicht einer fehlgeschlagenen Strategie geschuldet. Sie wird bewusst in Kauf genommen.
    Partricia Döhle, Blick in die Bilanz: Not for profit, Brandeins, 02/2013

  • Monolog

    Monolog ist ein Begriff der Literaturwissenschaft und bezeichnet ein laut geführtes Selbstgespräch einer Figur auf der Bühne.

    Im übertragenen Sinne  kann das Substantiv Monolog auch im Alltag verwendet werden, um auszudrücken, dass ein Gesprächspartner ununterbrochen redet und sein Gegenüber nicht zu Wort kommen lässt. Das Antonym zu Monolog ist Dialog.

    Monolog ist auf das griechische monológos (allein, mit sich selbst redend) zurückzuführen.

    Häufig merkt er nicht einmal, dass seine langatmigen Monologe seine Gesprächspartner eher langweilen und ermüden, als interessieren.

    Nachdem der Schauspieler einen langen Monolog über das Dasein gehalten hatte, fiel der Vorhang und der Pausengong erklang.

    Am nächsten Tag rief sie an, bedankte sich knapp und begann sofort einen exakt 43-minütigen Monolog über die Schlechtigkeit der Männer. Zwischen ihre Worte brachte ich kein einziges Geräusch, kein Atmen, das diesen offenbar einstudierten Redefluss Hunderter Vorwürfe hätte stoppen können.
    Manfred Klimek, Computerliebe Klick. Mich. An., Brandeins, 02/2014

  • Liquidität

    Das Substantiv Liquidität bezeichnet zum einen die Fähigkeit, Zahlungsverpflichtungen fristgerecht erfüllen zu können.

    Andererseits können Liquiditäten auch „flüssige“, also mehr oder weniger frei verfügbare finanzielle Mittel sein. Darunter fallen zum Beispiel Bargeld oder Guthaben auf Girokonten.

    Synonyme zu Liquidität sind „Solvenz“, „Zahlungsfähigkeit“ oder „Flüssigkeit“.

    Bei Liquidität handelt es sich um eine Substantivierung des Adjektivs „liquid“, zu lateinisch liquidus (flüssig), mit dem Derivatem –ität.

    Da der Interessent über genügend Liquidität verfügt, steht der Kooperation nichts mehr im Wege.

    Angenommen, ein Lieferant bietet seinem Abnehmer zwei Prozent Skonto, wenn er innerhalb von 45 Tagen zahlt, und ein Nettozahlungsziel von 60 Tagen. Der Kunde nimmt, weil er nicht genug Liquidität hat, den Zahlungsaufschub voll in Anspruch. Daraus ergibt sich ein effektiver Zinssatz von 48 Prozent pro Jahr.
    Christiane Sommer, Schulden als Referenz, Brandeins, 02/2004

  • Sanierung

    Das Substantiv Sanierung bezeichnet im Allgemeinen eine Instandsetzung, beziehungsweise Wiederherstellung. Diese Wiederherstellung kann sich auf einen geordneten Zustand oder auch auf wirtschaftliche Rentabilität beziehen.

    Unter Sanierung wird häufig auch eine Instandsetzung und Umgestaltung durch Renovierung oder den Abriss alter Gebäude mit anschließendem Neubau verstanden.

    Der Ausdruck ist eine Ableitung zum Stamm des Verbs „sanieren“, zu lateinisch sanare (gesund machen, heilen), mit dem Derivatem –ung.

    Um das Traditionsunternehmen aus den roten Zahlen zu retten, muss eine grundlegende Sanierung durchgeführt werden.

    Die Sanierung des Hauses sollte im Juni abgeschlossen sein, so dass einem Einzug im Juli nichts mehr im Wege steht.

    Inzwischen haben alle großen Banken bei der Aufsicht detaillierte Sanierungspläne eingereicht, in denen steht, wie in einer solchen Situation zu verfahren wäre. Das Problem während der Krise war doch, dass niemand auf die Schieflage einer Bank vorbereitet war.
    Jürgen Fitschen, Jürgen Fitschen: Niemand war vorbereitet, Die Zeit, 21.03.2014

  • Neurodegenerativ

    Das Adjektiv neurodegenerativ bezeichnet die Eigenschaft des fortschreitenden Verlusts von Nervenzellen, welche zu verschiedenen neurologischen Symptomen wie Demenz oder Bewegungsstörungen führt.

    Das Adjektiv ist zusammengesetzt aus dem griechischen néuro– (Nerv/Nerven) und dem lateinischen dēgenerāre (aus- oder entarten).

    Alzheimer, Parkinson und Chorea Huntington gelten allesamt als neurodegenerative Erkrankungen.

    Die Trenddroge wirkt neurodegenerativ.

    Die Firma verweist auf steigende Zahlen neurodegenerativer Erkrankungen und zeigt auf ihrer Website ein Video, in dem eine 29-jährige Frau, von Geburt an taub, zum ersten Mal ihr Cochlea-Implantat einschaltet. Der Eindruck dieses neu zugeschalteten Sinnes durch die Gehirn-Maschine-Schnittstelle überwältigt die Frau.
    – Philipp Hummel, RoboRoach: Smartphone steuert Schabe, Zeit Online, 13.03.2014

  • neuronal

    Das Adjektiv neuronal bedeutet „ein Neuron, also eine Nervenzelle mit allen Fortsätzen, betreffend oder davon ausgehend“.

    Neuronal ist auf das griechische neũron (Nerv) in Kombination mit dem Suffix –al zurückzuführen.

    Die neuronale Schädigung lässt sich mittels Kernspintomographie nachweisen.

    Subjektivität zum Beispiel, das innere Selbsterleben des Menschen, werde auf einen neuronalen Juckreiz reduziert, auf ein Synapsengestöber im Hirn – Denken und Gefühle sind alles Moleküle.
    Thomas Asshauer, Sachbuch „Geist und Kosmos“: Die neue Orthodoxie, Die Zeit, 17.10.2013

    Wenn das der Fall wäre, bräuchten wir kein Bewusstsein. Die bloße Umsetzung eines Reizes in eine entsprechende Reaktion findet auf einem sehr niedrigen Niveau der neuronalen Verknüpfung statt, das finden wir schon bei den Meeresschnecken.
    Peter Laudenbach, „Das Gehirn denkt nicht“, Brandeins, 11/2009

  • maskulin

    Das Adjektiv maskulin bedeutet „männlich“, beziehungsweise „dem männlichen Geschlecht zugehörig“ oder „den Eigenschaften eines Mannes ähnelnd oder entsprechend“. In der Sprachwissenschaft bezeichnet maskulin aber auch ein grammatisches Geschlecht, also einen Genus. Das Gegenwort zu maskulin ist feminin.

    Maskulin ist auf das gleichbedeutende lateinische masculinus, zu masculus (männlichen Geschlechts), zurückzuführen.

    Sie hat eine tiefe und maskuline Stimme, so dass viele Anrufer sie oftmals mit „Herr Müller“ ansprechen.

    Das weiße Feinrippunterhemd betont seine semimaskulinen Oberarme.

    Erinnern wir uns etwa an Marlene Dietrich. Sie war ein Gesicht. Sie tauchte in den Dreißigerjahren in ihrem Hosenanzug auf, war einerseits weiblich und verführerisch und verkörperte gleichzeitig eine irritierende, maskuline Erotik.
    Edgar Reitz, „Nennen wir es Glück“, Brandeins, 12/2013

  • Polypol

    Ein Polypol beschreibt den „perfekten Wettbewerb“, also eine Wirtschaftsform, bei der eine Vielzahl von Anbietern und Nachfragern auf den Angebots- und Nachfrageseiten miteinander in Konkurrenz stehen.

    In dieser Konstellation kann ein einzelnes Wirtschaftssubjekt (etwa ein Unternehmen oder ein Verbraucher) den Marktpreis mit seinem wirtschaftlichen Handeln nicht beeinflussen.

    Der Ausdruck wird – anders als die verwandten Begriffe „Monopol“ und „Oligopol“ – im Deutschen nur sehr selten verwendet.

    Das Substantiv stammt aus dem Griechischen und ist zusammengesetzt aus dem Präfix poly– (mehrere, viele) und pōleĩn (Handel treiben). Man kann Polypol daher frei mit „Verkauf durch viele“ übersetzen.

    Andere Marktformen sind:

    • Monopol: Ein Anbieter beherrscht den Markt
    • Oligopol: Wenige Anbieter/Nachfrager teilen sich die Marktmacht

    Durch das vorherrschende Polypol ist es den Kunden möglich, sich ihren Dienstleister frei auszusuchen.

  • Geviert

    Ein Geviert ist eine veraltete Bezeichnung für ein Quadrat, ein Viereck oder einen begrenzten, viereckigen Platz oder Raum. Es kann sich bei einem Geviert jedoch auch um eine typografische Maßeinheit handeln.

    Das Substantiv bezieht sich auf die Zahl vier und in diesem Sinne auf die vier Ecken oder Kanten eines Gevierts.

    Zur Mittagspause treffen sie sich immer im Geviert des Innenhofs.

    Das Geviert ist ausschlaggebend für den charakteristischen Zeilenabstand verschiedener Schriftarten.

    Die Zeichnungen inspirieren sie dazu, das Gartenthema freier zu gestalten, obwohl sie sie gar nicht verwenden werden. Wenig später steht fest: Aus Gardens wird Monster World. Bald blühen auf dem digitalen Geviert Einhornbäume.
    Heike Faller, Social Games: Die Monsteridee, Die Zeit, 15.12.2011