• feminin

    Das Adjektiv feminin bedeutet „weiblich“. Es beschreibt etwas als dem weiblichen Geschlecht zugehörig, für Frauen passend oder den Eigenschaften einer Frau ähnelnd beziehungsweise entsprechend.

    Synonyme des Adjektivs sind „fraulich“, „frauenhaft“ oder „weiblich“. „Maskulin“ (männlich) stellt das Gegenwort zu feminin dar.

    Des Weiteren ist feminin auch ein Begriff  in der Sprachwissenschaft und bezeichnet hier ein grammatikalisches Geschlecht, also einen Genus.

    Feminin ist auf das lateinische  fēminīnus, -a, -um (weiblich), sowie das Substantiv fēmina (Frau, Weibchen) zurückzuführen.

    Häufig wird die These vertreten, auch Männer haben eine ausgeprägte feminine Ader, die sie sich jedoch häufig nur schwer eingestehen können.

    Die Schnittführung der neuen Kollektion des Modeschöpfers ist sehr feminin.

    Ich dachte, eine Stahlunternehmerin, die immer allein unter Männern ist, würde kaum noch weiblich sein. Ich hielt Sie sogar für einen besseren Mann, noch dominanter, noch entschiedener, noch durchsetzungsstärker – alles, nur nicht feminin. Welch ein Irrtum das war, merkte ich, als mir Fotografien von Ihnen in die Hände fielen.
    Kerstin Bund, „Denn Du bist nur eine Frau“: Voll Frau, voll Chefin, Die Zeit, 11.02.2014

  • Phänomen

    Bei einem Phänomen handelt es sich im Allgemeinen um eine Erscheinung. Diese Erscheinung kann womöglich selten, bemerkenswert oder auffällig sein. „Erscheinung“, „Vorkommnis“, „Begebenheit“ oder „Kuriosität“ sind synonym zu Phänomen.

    Im umgangssprachlichen, meist positiven Sinn, kann unter einem Phänomen auch eine Person verstanden werden, die durch ihre ungewöhnlichen oder auffälligen Eigenschaften auffällt.

    Das Substantiv wurde im 17. Jahrhundert vom spätlateinischen Wort phaenomenon (Erscheinung) entlehnt, welches auf das altgriechische phainómenon (Erscheinung) zurückzuführen ist.

    Der Professor ist eine Koryphäe. Durch die außergewöhnlichen Kompetenzen in seinem Fachgebiet gilt er international als Phänomen, das seines gleichen sucht.

    Ein Déjà-vu ist ein oft unangenehmes Phänomen, das in der Regel im Zustand besonderer Ermüdung auftritt.

    Wenn Trends und Trendforschung als Lebensstilangebote goutiert werden und daraus ihre selbstverstärkende Dynamik beziehen, bedeutet das auch, dass Trendsetting und Trendforschung ineinander aufgehen. Das heißt durch Trendbenennung werden Phänomene erst als zusammengehörig identifiziert und kommunizierbar.
    Franz Liebel, Im Trendstau, Brandeins, 03/2000

  • Kontext

    Das Substantiv Kontext wird häufig als Synonym für „Zusammenhang“ verstanden.

    Der Ausdruck bezeichnet in der Sprachwissenschaft den umgebenden Text einer sprachlichen Einheit oder auch einen inhaltlichen Gedanken- und Sinnzusammenhang, in welchem eine Äußerung steht.

    Beispiel:

    „Ich sitze auf einer Bank im Park.“
    „Ich bringe Geld zur Bank.“

    In diesen beiden Sätzen kann aus dem Kontext erschlossen werden, ob mit dem Wort „Bank“ die Sitzgelegenheit oder das Geldinstitut gemeint ist.

    Kontext stammt aus dem Lateinischen und ist auf das Wort contextus (enge Verknüpfung, Zusammenhang [der Rede]) zurückzuführen.

    Seine äußerst sarkastischen Äußerungen können ihn im falschen Kontext noch in Teufels Küche bringen.

    Ohne den Kontext zu kennen, ist es schwer, den Konflikt nachzuvollziehen.

    Eine nahe liegende ethnografische Methode besteht darin, die Kunden frei Geschichten erzählen zu lassen, von der Verwendung der Marke, des Produkts, des Angebots. Existieren Muster in den Geschichten, so spiegeln sie offenbar die (Un-) Regelmäßigkeiten des jeweiligen Business Designs wider. Wer Geschichten erzählt, gibt aber auch viel preis über sich, seine lebensweltlichen Kontexte und seine Vorstellungswelt.
    Franz Liebl, Empathie als Dienstleistung, Brandeins, 03/2002

  • Oligopol

    Bei einem Oligopol handelt es sich um eine Wirtschaftsform, bei der der gesamte Markt von nur einigen wenigen Unternehmen beherrscht wird.

    Das Substantiv ist aus dem griechischen olígos (wenig) und pōleĩn (verkaufen, Handel treiben) zusammen gesetzt.

    Andere Wirtschaftsformen sind:

    • Monopol: Der Markt wird von einem einzelnen Unternehmen beherrscht.
    • Polypol: Es gibt so viele Anbieter und Nachfrager, dass ein einzelnes Unternehmen keinen Einfluss auf den Preis nehmen kann

    Die beiden Konzerne bilden ein Oligopol in der Branche.

    Die Regierung stellte in einer Untersuchung fest, dass die Betreiber zwar keine Preise absprechen, aber ein marktbeherrschendes Oligopol bilden.
    afp, reuters, dapd und Tilman Steffen, Markttransparenz: Tankstellen müssen Preise künftig melden, Zeit Online, 09.11.2012

    Doch selbst wenn es mehrere große Anbieter gäbe, die Zugriff auf das Telefonnetz hätten, würde das die Lage vermutlich nicht verbessern. Das sieht man an den Energiemärkten. Dort hat sich ein Oligopol herausgebildet, das sich wie ein Kartell verhält.
    Insa Lienemann, Was ist eigentlich … … EIN MONOPOL?, Brandeins, 11/2007

  • Prosument

    Bei dem Begriff Prosument handelt es sich um ein Kofferwort, das aus den Substantiven „Produzent“ und „Konsument“ zusammengesetzt ist. Das Substantiv Prosument bezeichnet Kunden oder Verbraucher, welche zur gleichen Zeit auch Produzenten sind.

    Teil des Produktionsprozesses wird ein Verbraucher etwa dann, wenn er sich aus einer Vielzahl von Optionen sein Wunschauto zusammenstellt oder selbstgekauften Stoff zum Schneider bringt, um sich ein Kleidungsstück nach seinen Vorstellungen anfertigen zu lassen.

    Zudem kann Prosument auch als Bezeichnung für Kunden genutzt werden, deren Anforderungsprofil (an beispielsweise eine Kamera) zwischen einfachen Kunden und professionellen Anwendern positioniert ist. In diesem Falle besteht das Kofferwort aus „professionell“ und „Konsument“.

    Die Wortneubildung wurde aus dem Englischen, hier prosumer oder produser, übernommen.

    Bei den schwankenden Marktpreisen bleiben Prosumenten gegenüber Konsumenten autark.

    Szenario Nummer drei ist schließlich die Heim-Fabrik: Der Konsument wird zum „Prosumenten„, und die Produkthersteller werden zu Herstellern von Produktdateien, die sich der Prosument gegen Bezahlung aus dem Internet herunterlädt.
    Astrid Funck, Mach’s dir selbst, Brandeins, 01/2006

  • Voyeurismus

    Das Substantiv Voyeurismus meint das heimliche Betrachten von Personen, im weiteren Sinne aber auch jegliche Form der Lust am Betrachten.

    Der Ausdruck bezeichnet damit das sexuelle Empfinden und Verhalten von Voyeuren, umgangssprachlich auch Spanner genannt.Das Gegenteil des Voyeurismus ist der Exhibitionismus.

    Der Begriff ist auf das französische Wort voyeur (Seher) zurückzuführen.

    Er konnte einen Hang zum Voyeurismus nicht abstreiten.

    Soziale Netzwerke etablieren durch die Möglichkeit der Veröffentlichung von beliebigen, zum Teil pseudo-professionellen Fotos, den Voyeurismus in der Gesellschaft.

    Dabei ist diese Fernsehwerbung nur ein harmloses Beispiel für den sexuell aufgeladenen Bildermüll, der uns tagtäglich umgibt. Ganz zu schweigen von jenen Fernsehserien, deren Sinn und Zweck einzig im Exhibitionismus der Darsteller und im Voyeurismus der Zuschauer zu bestehen scheint, Serien, die keine Demütigung scheuen, sei sie noch so niederträchtig.
    Ulrich Greiner, Kolumne Fünf vor 8:00: Wir wollen wieder rein sein, Zeit Online, 07.02.2014

  • Rezitieren

    Das Verb rezitieren meint das künstlerische Vortragen eines literarischen Werks, etwa eines Gedichts. Synonym zu rezitieren können auch die Verben „aufsagen“, „vorsprechen“, „wiedergeben“ oder „darbieten“ verwendet werden.

    Rezitieren ist auf das lateinische recitare (vortragen) zurückzuführen und setzt sich aus dem Präfix re- (zurück, wieder) und citare (auf-, anrufen, hören lassen) zusammen.

    Um seine Rede einzuleiten und die Aufmerksamkeit der Festgesellschaft zu erregen, rezitierte er sehr eindrucksvoll einen Monolog aus Goethes ‚Faust‘.

    Traditionellerweise müssen vor der weihnachtlichen Bescherung Gedichte rezitiert werden.

    Die Augen geschlossen. Die Lippen leicht geöffnet, als würde er gerade ganz tief durchatmen. Die Haltung aufrecht, mit hinter dem Rücken verschränkten Armen, wie ein Kind, das sich sammelt, um ein Gedicht zu rezitieren. So hat der Fotograf Leo Weisse Andy Warhol vor einem Gemälde Alfred Böcklins eingefangen.
    Cornelia Lütkemeier, Unbekannte Warhol-Fotos Als der Pop nach Deutschland kam, FAZ.net, 29.01.2014

  • Kollateralschaden

    Der militärische Ausdruck Kollateralschaden bezeichnet (häufig als Euphemismus) einen unbeabsichtigten Schaden, beispielsweise den Tod von Zivilpersonen oder die Zerstörung von Gebäuden, welcher durch einen militärischen Angriff entsteht. Im Alltag wird Kollateralschaden aber auch übertragen verwendet und bezeichnet eine Nebenwirkung, durch die Schaden entsteht.

    Das Wort ist dem gleichbedeutenden, englischen collateral damage (zusätzlicher Schaden) entlehnt.

    Der Tod von über einhundert Zivilisten wurde wortlos als Kollateralschaden hingenommen.

    Die Verfolgungsjagd des dicken Katers auf die Maus endete zwar ohne Opfer, die Wohnung jedoch erlitt einen Kollateralschaden.

    Neben dem Verschwinden von Travellerschecks und Stadtfaltplänen zählt ja auch das schleichende Ende eselsohriger Wanderführer zu den Kollateralschäden der Digitalisierung.
    Holger Fröhlich, Byte gereist: Per Klick zu den Pandas, Die Zeit, 17.01.2014

  • Chiffre

    Das Substantiv Chiffre bezeichnet zum einen eine Ziffer oder Zahl. Zum anderen kann es sich bei einer Chiffre aber auch um ein geheimes Schriftzeichen, ein Zeichen einer Geheimschrift oder eine Kennziffer handeln.

    Chiffre (Ziffer) stammt aus dem Französischen.

    Wenn Zeitungsanzeigen aufgegeben werden, können die Zusendungen hierfür nach einem Chiffreprinzip erfolgen, so dass in den Zeitungen keine persönlichen Daten veröffentlicht werden.

    Da einige Chiffren der Telefonnummer durch das verschüttete Bier nicht mehr leserlich waren, schmiss er den bekritzelten Bierdeckel in den Mülleimer und wusste, dass er sie nie wieder treffen würde.

    Seit die Finanzkrise tobt, sind Milliardenbeträge zur inhaltsleeren Chiffre verkommen. Sie stehen für unfassbare Verluste, Wertberichtigungen oder auch für die Höhe von staatlichen Maßnahmen zur Stütze der Konjunktur.
    Claude Baumann, Was Wirtschaft erregt: Der Schein der Zahl, Brandeins 03/2009

  • Tableau

    Das Substantiv Tableau bezeichnet zum einen ein im Theater oder Film eindrucksvoll gruppiertes Bild auf der Bühne respektive der Leinwand.

    Im Kunstbereich ist Tableau andererseits die veraltete Bezeichnung eines Gemäldes, während es in der Literaturwissenschaft eine lang ausgeführte, personenreiche Schilderung darstellt.

    Zuletzt kann ein Tableau aber auch, vor allem im österreichischen Raum, eine Schautafel, Tabelle, Rangliste oder auch ein Mieterverzeichnis im Flur eines Mietshauses sein.

    Der Begriff stammt aus dem Französischen und ist von table (Tisch, Tafel, Brett), beziehungsweise dem lateinischen tabula (Tafel) abgeleitet.

    Bei der Betrachtung des Tableaus, dem Aushängeschild des Museums, kommt es immer wieder zu kontroversen Diskussionen über die Intention des Künstlers.

    Das Klingeltableau des Hochhauses umfasst mehr als 160 Namensschilder, was vor allem den Pizzalieferanten immer wieder vor eine große Herausforderung stellt.

    Was wären Olympische Spiele ohne den Medaillenspiegel? Für die einen das Wichtigste überhaupt, weil sie sich in dem Tableau der Medaillen so schön spiegeln können. Für die anderen stumpfer Nationalismus.
    Christian Spiller, Olympia-Splitter VII: Bayern besser als der Rest der Welt, Zeit Online, 15.02.2014