Das Adjektiv veritabel bedeutet „echt“, „wahr“ oder „wahrhaft“.
In seiner häufigsten Verwendung verstärkt veritabel ein nachfolgendes Substantiv. Es sagt aus, dass eine Sache die gewählte Bezeichnung wirklich verdient. Eine veritable Krise ist eine echte, ausgewachsene Krise. Ein veritabler Erfolg ist ein Erfolg, an dem es nichts zu deuteln gibt.
Oft steht das Wort vor Ausdrücken für etwas Großes, Dramatisches oder Aufsehenerregendes. Man liest von einem veritablen Skandal, einem veritablen Flop oder einer veritablen Sensation.
Daneben bezeichnet veritabel das Echte im Gegensatz zum bloß Scheinbaren. Eine veritable Künstlerin ist eine wahre Künstlerin und keine Möchtegern-Künstlerin. In diesem Sinn steht das Wort dem Adjektiv „echt“ nahe.
Veritabel gehört der gehobenen Bildungssprache an. Es steht fast immer direkt vor dem Substantiv, das es näher bestimmt. In der Alltagssprache treten an seine Stelle Wörter wie „regelrecht“, „richtiggehend“ oder schlicht „echt“.
Hintergrund
Das Wort stammt aus dem Französischen. Es geht auf véritable (wahr, echt) zurück, das von vérité (Wahrheit) abgeleitet ist. Dahinter steht das lateinische veritas (Wahrheit), das seinerseits zu verus (wahr, wirklich) gehört. Verwandt ist im Deutschen unter anderem das Verb „verifizieren“ (auf seine Wahrheit prüfen).
Aussprache
Hörbeispiel:
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Lautschrift (IPA): [veʁiˈtaːbəl]
Verwendungsbeispiele
Zwischen den beiden Fraktionen entbrannte ein veritabler Machtkampf um den Vorsitz.
Mit ihrer Ausstellung gelang der Fotografin ein veritabler Coup.
Er ist ein veritabler Kenner der italienischen Oper.
Der Umzug geriet zu einem veritablen Chaos.
Doch wer immer die Idee dazu gehabt haben mag, er produzierte einen veritablen Flop.
— Süddeutsche Zeitung, 23.05.1996
Die eine sah einer veritablen Prinzessin ähnlich, und sie war es auch.
— Robert Walser, Jakob von Gunten, 1909
