• restriktiv

    Das Adjektiv restriktiv bedeutet „einschränkend“ oder „beschränkend.

    Speziell in der Sprachwissenschaft meint es, eine Aussage einzuschränken. Ansonsten wird restriktiv verwendet, wenn die Rechte oder Möglichkeiten einer Person eingeschränkt werden. Dies kann im Allgemeinen durch Gesetze oder Vorschriften geschehen.

    Abgeleitet wurde restriktiv vom lateinischen Verb restringere (einschränken).

    In der Firma gelten restriktive Vorschriften, so dass den Mitarbeitern kaum Freiheiten genehmigt werden.

    Restriktive Konjunktionen wie „aber“, „jedoch“ oder „sondern“ sollen einschränkend wirken, um den Sachverhalt abzugrenzen.

    Mazedonien ließ am Grenzübergang Idomeni nur 300 Flüchtlinge durch. In der vergangenen Woche hatte die Regierung in Skopje eine restriktive Grenzregelung beschlossen.
    – 22.000 Menschen sitzen in Griechenland fest, 28.02.16, Zeit online

  • Souveränität

    Das Substantiv Souveränität (die) bezeichnet:

    • die Überlegenheit bzw. das selbstsichere Auftreten einer Person
    • die Unabhängigkeit eines Staates gegenüber dem Einfluss von anderen Staaten (=staatliche Souveränität)
    • das Recht, frei nach eigenem Ermessen zu handeln
    • die höchste Gewalt (Verfügung der Macht) eines Staates

    Je nach Zusammenhang lassen sich auch Synonyme wie Selbstsicherheit, Selbstverwaltung, Selbständigkeit oder Autarkie verwenden.

    Die Herkunft des Begriffs liegt im gleichbedeutenden, französischen souveraineté.

    Trotz aller Widrigkeiten tritt Wladimir Putin immer mit einer ihm eigenen Souveränität auf und hinterlässt kaum einen Zweifel an seiner Person.

    Nach der Zeit des Kolonialismus wurden die meisten Länder von den Kolonialmächten in die Souveränität entlassen.

    Aber die Souveränität eines Landes endet dort, wo die Entscheidungen – und Versprechen – der eigenen Regierung Konsequenzen für andere Länder haben. – Matthias Krupa, Ein entscheidender Moment für Millionen Griechen, 27.06.15, Zeit online

  • Koryphäe

    Das bildungssprachliche Substantiv Koryphäe bezeichnet eine Person, die auf einem bestimmten, meist wissenschaftlichen Gebiet außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt.

    Die Substantive „Experte“, „Autorität“ oder „Fachgröße“ können synonym zu Koryphäe verwendet werden.

    Koryphäe ist hergeleitet vom französischen coryphée (Berühmtester seines Faches) und ursprünglich auf das lateinische coryphaeus (Leiter, Oberhaupt), beziehungsweise das griechische koryphaĩos (Anführer, Chorführer) zurückzuführen.

    Als Koryphäe auf seinem Gebiet erhält er sehr viel Anerkennung, hat aber auch eine stattliche Anzahl Neider.

    Der Chefarzt gilt als Koryphäe, so dass bei der Operation gute Aussichten auf Heilung bestehen.

    Das technische Problem habe ich bis zum Ende nicht verstanden. Aber ich habe schnell gemerkt, dass der Projektleiter eine absolute Koryphäe war – und sich seit Jahren in den Projektdetails verrannt hatte.
    Gabriele Fischer, Von oben draufschauen, Brandeins, 10/2012

     

  • adäquat

    Das Adjektiv adäquat bedeutet „entsprechend“ oder „angemessen“.

    Der Begriff wird bildungssprachlich verwendet, um zu veranschaulichen, ob eine Person, eine Sache, ein Verhalten oder eine Ausdrucksweise der gegebenen Situation in ihrer Bedeutung, Wichtigkeit oder Ähnlichem angemessen ist.

    Weitere Synonyme zu adäquat wären „geeignet“, „angebracht“ oder „passend“.

    Herkunft des Wortes liegt im lateinischen Verb adaequare (gleichkommen, gleichmachen, erreichen) und dem daraus hervorgehendem Adjektiv adaequatus.

    Regeln für adäquates Verhalten in zahlreichen, auch heiklen Situationen werden seit jeher im Knigge zusammengefasst.

    Die Strafe bei Totschlag liegt in Deutschland normalerweise bei fünf bis 15 Jahren. Nicht jeder geht damit konform und hält diese Strafe für adäquat.

    Politik reagiert anders, sie verschärft Gesetze, um zu zeigen, dass sie Sorgen ernst nimmt, um zu belegen, dass sie handelt. Ist das eine adäquate Art auf solche Ängste zu reagieren? – Kai Biermann, Risikoforschung – „Unsicherheit ängstigt uns mehr als Schaden“, 29.01.16, Zeit online

  • Resistenz

    Das Substantiv Resistenz bedeutet „Widerstandsfähigkeit“ oder „Unempfindlichkeit“.

    Es kommt vor allem im biologischen oder medizinischen Zusammenhang zum Einsatz und beschreibt die Widerstandsfähigkeit eines Organismus gegenüber äußeren Einflüssen. Als simples Beispiel kann hier die Resistenz von Krankheitserregern gegenüber Medikamenten angeführt werden.

    Aber es wird auch im übertragenen Sinne verwandt, um „Widerstand“, „Abwehr“ oder „Protest“ von Personen oder Personengruppen zu beschreiben.

    Der Ursprung des Begriffes liegt im lateinischen resistentia (Widerstand).

    Die Ärzte mussten zu einem Ersatzmittel greifen, das ein unnötig breites Wirkspektrum hat. Dieser ungezielte Einsatz von Antibiotika ist eine der Ursachen für die Bildung von Resistenzen. – Karl Broich im Interview mit Harro Albrecht, Medikamente – Kriminelle Strukturen, 13.01.16, Zeit online

    Die Resistenz der Politik gegenüber Vorschlägen aus der Bevölkerung kann zu einer gewissen Resignation führen und Desinteresse erzeugen.

  • implizieren

    Das Verb implizieren bedeutet „beinhalten“, „einschließen“ oder „zur Folge haben“.

    Verwendet wird implizieren meist bei Aussagen, die weiteren Inhalt in sich tragen, ohne diesen tatsächlich auszusprechen. Das Unausgesprochene wird impliziert. Man spricht von einer impliziten Aussage.

    Der Begriff geht auf das lateinische implicare (einwickeln, verflechten, verknüpfen) zurück.

    Während sie sagt: „Es ist nichts.“, impliziert das häufig, dass so einiges im Argen liegt.

    In der Mathematik gilt die Wahrheit des Satzes A als hinreichende Bedingung für den Wahrheitsgehalt des Satzes B. Demnach gilt: A impliziert B.

    Diese 15 Kandidatinnen vereinen die meisten Fans und Follower hinter sich. Dies impliziert aber nicht automatisch, dass diese 15 Bürgerschaftskandidaten die Netzwerke am besten nutzen. – Martin Fuchs, Dröger Scholz, aktive Hinterbänkler, 10.02.15, zeit online

  • defätistisch

    Das bildungssprachliche Adjektiv defätistisch (schweizerdeutsch: defaitistisch) wird abwertend gebraucht und beschreibt Personen, die mutlos agieren bzw. eine pessimistische Einstellung haben. Weiterhin können resignierende Aussagen als defätistisch bezeichnet werden.

    Ein umgangssprachliches Synonym für defätistisch ist „schwarzseherisch“.

    Abgeleitet wurde der Begriff von dem Substantiv Defätist, welches auf Defätismus zurückgeht, das seinen Ursprung im französischen défaitisme hat.

    Vor allem den Sozialdemokraten geht es schlecht. Demotiviert und defätistisch erlebe sie die Wahlkämpfer in den sozialdemokratischen Kreisverbänden, erzählt eine führende Grüne hinter vorgehaltener Hand.
    Lisa Caspari, Rot-Grün und die freie Liebe, 27.04.13, Zeit online

    Die Regierung in Kabul wird einer ermatteten Schutzmacht zuliebe nicht die Korruption bekämpfen, und die Taliban werden vor einem defätistischen Westen keine Angst haben.
    Jan Ross, Internationaler Terrorismus – Ein kleiner Sieg, 06.10.11, Zeit online

  • tangieren

    Das Verb tangieren bedeutet „berühren“. Damit ist meist kein physischer Kontakt gemeint, sondern das Berühren emotionaler Zustände, Ideen oder anderer abstrakter Dinge.

    Weiterhin beschreibt der Begriff tangieren in der Mathematik die Berührung einer Geraden oder Ebene mit einer gekrümmten Linie respektive Fläche.

    Der Begriff entstammt dem gleichbedeutenden lateinischen tangere.

    Die Entscheidung, die Insel zu verlassen, fiel ihr schwer. Mich tangierte es eher weniger, da ich genau wusste, dass sie zurückkommen würde.

    Prozesse und Verhandlungen, die im Rahmen des Völkerrechts geführt werden, tangieren selbstverständlich auch immer die Grundgesetze.

    Überzuversichtliche, selbstverliebte Manager werden durch genau diese Eigenschaften überhaupt erst zu Top-Managern. Sie sind intelligent. Sie setzen sich überdurchschnittlich für die Interessen der Aktionäre ein. Sie riskieren viel – allerdings eben auch das Kapital der Aktionäre, weil sie es einfach zu gut machen wollen. Aber sie sind nicht gierig, ihr Hauptantrieb ist nicht die persönliche Bereicherung.

    So zumindest das Ergebnis der Forschung. Das selbstverliebte Management-Kritiker in den Medien aber sicher kaum tangieren wird.-
    – Stephan A. Jansen (2008), Merkwürdigkeiten aus den Manegen des Managements: Die Ökonomie der Überzuversicht, brand eins 10/2008

  • taktil

    Das Adjektiv taktil bedeutet „den Tastsinn betreffend“ bzw. „mithilfe des Tastsinns“ und wird meist im medizinischen oder biologischen Zusammenhang benutzt.

    Haptisch wird oft einfach als Synonym zu taktil verwendet. Gelegentlich wird taktile Wahrnehmung auch als Teilbereich der haptischen Wahrnehmung beschrieben.

    Entlehnt wurde taktil von dem lateinischen Adjektiv tactilis (berührbar), welches vom Verb tangere (berühren) abgeleitet ist.

    Im frühkindlichen Stadium nimmt der Nachwuchs über die taktile Wahrnehmung eine Fülle von Informationen auf, die großen Einfluss auf die Entwicklung und das Wohlbefinden des Kindes haben.

    Er kann mit dem Finger gemalte Figuren auf seinem Rücken nicht erkennen. Wahrscheinlich leidet er an einer taktilen Unterfunktion.

    Der Verbraucher, der die Packungen in die Hand nimmt, kann vielmehr sofort feststellen, dass die Fertigpackung nicht prall gefüllt ist, sondern er entdeckt optisch und taktil, dass die Tüten auch einen erheblichen Teil an Luft enthalten. – Mélanie Gonzalez, Regale voller Größenwahn, 21.11.13, Zeit online

  • Ambiguität

    Das Substantiv Ambiguität drückt immer die „Mehr-“ oder „Doppeldeutigkeit“ einer Aussage, eines Sachverhaltes, Werkes oder Zeichens aus.

    Anwendung findet es vor allem im literatur-, musik- oder kunstwissenschaftlichen Bereich, wenn es um die Ambiguität von Werken geht. Auch im sozialen oder juristischen Kontext wird der Begriff verwendet.

    Der Begriff geht zurück auf das lateinische Adjektiv ambiguus für „doppel-“ oder „uneindeutig“.

    Aufgrund der Ambiguität des Werkes entwickelten die Kritiker völlig verschiedene Deutungsweisen, wie vom Autor zweifellos beabsichtigt.

    Das Vexierbild zeichnete sich durch seine clevere Ambiguität aus, die nicht jedem auf dem ersten Blick deutlich wurde, dann aber umso mehr faszinierte.

    Die Ambiguität des Falls machte es für die Geschworenen schwierig, eine Entscheidung darüber zu fällen, wer der Schuldige sei.

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