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  • d’ac­cord

    Das Adjektiv d’accord bedeutet „einverstanden“, „einer Meinung“.

    Verwendet wird der Begriff um auszudrĂŒcken, dass man mit jemandem einer Meinung ist und beispielsweise seinen VorschlĂ€gen zustimmt. So kann man mit einer Person d’accord sein oder – seltener und umgangssprachlicher – mit ihr d’accord gehen. FĂŒr sich stehend kann der Begriff auch als Ausruf zum Ausdruck des EinverstĂ€ndnisses gebraucht werden: „D’accord!“

    D’accord wurde direkt aus dem Französischen ĂŒbernommen. Die Aussprache folgt korrekterweise ebenfalls dem französischen Vorbild, vermischt sich in Deutschland aber naturgemĂ€ĂŸ hĂ€ufig mit einem gewissen Akzent.

    Da bin ich vollkommen d’accord mit Ihnen.

    In wenigstens dieser Angelegenheit musste er einfach zugeben, mit mir d’accord zu sein.

    DiesbezĂŒglich gehen wir wohl d’accord.

  • integer

    Das Adjektiv integer bedeutet „unbescholten“, „unbestechlich“ oder „moralisch sauber“ und beschreibt in erster Linie Personen und deren moralische Positionierung im öffentlichen Leben, der Wirtschaft oder der Politik.

    Ursprung des Begriffs ist das lateinische integer (untadelig, unversehrt), vgl. auch das lateinische integritas (Reinheit).

    Trotz seiner bewegten Vergangenheit verhielt er sich wĂ€hrend seiner Amtszeit als PrĂ€sident durch und durch integer. Selbst die Opposition verlor kein schlechtes Wort ĂŒber ihn.

    Sie galt bis in die untersten Ebenen des Konzerns als vorbildlich integre Chefin.

  • kompromittieren

    Das Verb kompromittieren bedeutet „jemanden bloßstellen“, „jemanden in Verlegenheit bringen“ oder „jemandes Ansehen durch ein bestimmtes Verhalten Schaden zufĂŒgen“.

    Der Begriff ist dem gleichbedeutenden französischen Verb compromettre entlehnt, das wiederum auf das lateinische Wort compromittere zurĂŒckzufĂŒhren ist, das „sich gegenseitig versprechen“ bedeutet.

    Die Zeitschrift kompromittierte den Politiker, indem sie die belastenden Fotos veröffentlichte.

    Er kompromittierte seine ehemalige Geliebte, als er der ahnungslosen Familien von der gemeinsamen Beziehung erzÀhlte.

    Als ihm das Diebesgut aus der Tasche fiel, kompromittierte sich der Dieb selbst.

  • omniprĂ€sent

    OmniprĂ€sent bedeutet „allgegenwĂ€rtig“. Das Adjektiv wird im bildungssprachlichen Gebrauch verwendet und kann sowohl fĂŒr Menschen als auch fĂŒr ZustĂ€nde, GefĂŒhle und andere ZusammenhĂ€nge gebraucht werden.

    Das Wort omniprĂ€sent leitet sich aus dem mittellateinischen omnipraesens ab. Dieses setzt sich aus den Worten omnis, lateinisch fĂŒr „all“ und praesens, lateinisch fĂŒr „gegenwĂ€rtig, anwesend“ zusammen.

    Werbung ist im Internet omniprÀsent. Selbst der Newsletter von neueswort.de ist werbefinanziert.

    Ihre Abwesenheit war durch die Stille im Haus omniprÀsent.

    Der Erfolg ist in dieser Firma omniprÀsent.

    Durch die Tatsache, dass Spielzeugwerbung im Fernsehen omniprĂ€sent ist, werden die WĂŒnsche der Kinder von Jahr zu Jahr grĂ¶ĂŸer.

    Wenn man den Minimalkonsens unserer digitalen Gegenwartszukunft sucht, deren Chiffre Web 2.0 ja auch schon wieder nostalgisch klingt, ist es vielleicht dieser: lĂŒckenlose Visualisierung aller Sinne. Schließlich bedarf jede noch so fundamentale, noch so stinkbanale Regung, jedes GesprĂ€ch, jeder Gedanke, jede Interaktion zwingend einer optischen Komponente auf dem omniprĂ€senten Flatscreen.
    Freitag (2012), Bitte mehr Musik statt Popzirkus!. ZEIT Musikblog, 17.08.2012.

  • Kairos

    Das Substantiv Kairos (der) bedeutet „gĂŒnstiger Zeitpunkt (fĂŒr eine Entscheidung)“ oder „entscheidender Augenblick“.

    In der griechischen Mythologie wird Kairos als Gottheit beschrieben. Er bewegt sich schnell und unablÀssig, von seiner Stirn hÀngt eine lange Locke, sein Hinterkopf ist jedoch kahl und glatt. Er ist also die personifizierte Gelegenheit, die es am Schopf zu packen gilt, bevor sie vorbeigezogen ist.

    Vom Kairos spricht man im Allgemeinen dann, wenn man den gĂŒnstigen, den flĂŒchtigen, den alles entscheidenden Augenblick beschreiben will. Ein solcher Augenblick sticht heraus im Fluss der Zeit (Chronos, das zweite griechische Wort fĂŒr Zeit). Der Kairos ist etwas Besonderes und etwas Seltenes, geprĂ€gt von eminenter Tragweite. Nicht gemeint sind also solch triviale Situationen wie der morgendliche Moment der Entscheidung aufzustehen oder lieber noch fĂŒnf Minuten liegen zu bleiben.

    Der Begriff wurde direkt aus dem Altgriechischen ĂŒbernommen.

    Der Kairos hat sich uns geboten, jedoch haben wir ihn – zu meinem großen Bedauern – letztlich doch verpasst.

    Die Situation schien verfahren. Lange war es stetig bergab gegangen und auch die Zukunft schien dĂŒster. Doch dann, unerwartet und durch einen schier unmöglichen Zufall, tat sich noch eine Chance auf. Sie zögerte nicht und ergriff den Kairos, setzte alles auf eine Karte und schaffte es so, ihr Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken.

    Wie oft wurde der Kairos der Fertigstellung durch freiberufliche wie spĂ€ter parlamentarische „Ablenkung“ versĂ€umt, bevor die Erkenntnis dieses traurigen Faktums einer bemerkenswerten Mischung aus eherner professoraler Geduld (wie LiebenswĂŒrdigkeit), sanftem, aber unerbittlichem familiĂ€ren Druck und wohl auch ein wenig der beklagenswerten Eitelkeit weichen durfte.
    – Karl-Theodor Frhr. zu Guttenberg (2008), Verfassung und Verfassungsvertrag.

  • defĂ€tistisch

    Das bildungssprachliche Adjektiv defÀtistisch (schweizerdeutsch: defaitistisch) wird abwertend gebraucht und beschreibt Personen, die mutlos agieren bzw. eine pessimistische Einstellung haben. Weiterhin können resignierende Aussagen als defÀtistisch bezeichnet werden.

    Ein umgangssprachliches Synonym fĂŒr defĂ€tistisch ist „schwarzseherisch“.

    Abgeleitet wurde der Begriff von dem Substantiv DefĂ€tist, welches auf DefĂ€tismus zurĂŒckgeht, das seinen Ursprung im französischen dĂ©faitisme hat.

    Vor allem den Sozialdemokraten geht es schlecht. Demotiviert und defĂ€tistisch erlebe sie die WahlkĂ€mpfer in den sozialdemokratischen KreisverbĂ€nden, erzĂ€hlt eine fĂŒhrende GrĂŒne hinter vorgehaltener Hand.
    Lisa Caspari, Rot-GrĂŒn und die freie Liebe, 27.04.13, Zeit online

    Die Regierung in Kabul wird einer ermatteten Schutzmacht zuliebe nicht die Korruption bekÀmpfen, und die Taliban werden vor einem defÀtistischen Westen keine Angst haben.
    Jan Ross, Internationaler Terrorismus – Ein kleiner Sieg, 06.10.11, Zeit online

  • kumulativ

    Das Adjektiv kumulativ bedeutet “(sich) anhĂ€ufend“, „steigernd“ oder „aufsummierend“ beschreibt also das sukzessive Wachsen einer Menge. Gegebenenfalls auch einer negativen Menge, so kann man etwa von einem kumulativen Defizit oder kumulativen Schulden sprechen. Auch das gemeinsame Wirken verschiedener Faktoren kann als kumulativ bezeichnet werden.

    Der Ursprung des deutschen Begriffs liegt im lateinischen cumulare (anhÀufen).

    Kluge Lebensentscheidungen haben einen kumulativen Effekt.

    Eine Sprache beherrschen zu wollen ist ein kumulatives Lernvorhaben.

    Bei Aufarbeitung der Geschichte des dritten Reichs spricht man hÀufig von einer kumulativen Radikalisierung der AmtstrÀger sowie der Bevölkerung.

  • erratisch

    Das Adjektiv erratisch bedeutet „vereinzelt“ oder „verirrt“. Es wird in der geologischen Fachsprache und – im ĂŒbertragenen Sinne – in der Alltagssprache verwendet.

    In der Geologie bezeichnet es einen einzelnen Gesteinsbrocken, der in einer Umgebung liegt, in die er geologisch nicht gehört.

    Im ĂŒbertragenen Sinne wird das Adjektiv, besonders im technischen Bereich und im Börsenjargon, als Synonym fĂŒr „wirr, irrend, sich hin- und her bewegend“ oder „willkĂŒrlich“ verwendet.

    Das Adjektiv erratisch lĂ€sst sich auf das lateinische Adjektiv erraticus („umherirrend“) zurĂŒckfĂŒhren.

    Dieser Felsen ist ein erratischer Block, der wÀhrend der letzten Eiszeit mit einem Gletscher hierher gekommen ist.

    Sein erratischer Blick verriet Unsicherheit und Anspannung zugleich.

    Unsere Zusammenarbeit war lange Zeit geprĂ€gt von erratischen und auch widersprĂŒchlichen Entscheidungen.

  • indigniert

    Das Adjektiv indigniert bedeutet „peinlich berĂŒhrt“. Ist eine Person indigniert, so fĂŒhlt sie sich in ihrer WĂŒrde verletzt, sieht sich also mit etwas konfrontiert, was ihr unangenehm ist und sie betreten macht.

    Die Herkunft des Wortes findet sich im lateinischen indignus (unangemessen, unwĂŒrdig), welches sich aus der verneinenden Vorsilbe in- und dem lateinischen Wort fĂŒr „wĂŒrdig“, dignus, zusammensetzt.

    Indigniert schĂŒttelte er den Kopf und sah anschließend zu Boden.

    Ich war von seinem Verhalten aufs Höchste indigniert. Ein Fauxpas jagte den nÀchsten, schrecklich!

    Sie wĂŒnschte sich, ihr wĂŒrde eine schlagfertige Entgegnung einfallen. Stattdessen schwieg sie nur indigniert.

  • nivellieren

    Das Verb nivellieren bedeutet „ausgleichen (von Unterschieden)“ oder „ebnen“. Dabei kann sowohl das aktive und absichtliche Ausgleichen von Unterschieden gemeint sein als auch ein zufĂ€lliger Anpassungsprozess.

    Ursprung des Wortes ist das gleichbedeutende französische niveler.

    Es scheint nahezu unmöglich, die Unterschiede zwischen Arm und Reich zu nivellieren.

    Die globale Vernetzung macht kulturelle und mediale Inhalte weltweit verfĂŒgbar. So nivelliert sie zum Teil Unterschiede in der kulturellen IdentitĂ€t verschiedener Völker.