• Exodus

    Ein Exodus ist die Abwanderung bzw. der Auszug einer großen Gruppe aus einem Gebiet. So etwa der biblische, von Moses angeführte Auszug der zwölf Stämme Israels aus dem alten Ägypten, geschildert im 2. Buch Mose, welches ebenfalls den Namen Exodus trägt.

    Der direkt ins Deutsche übernommene lateinische Begriff geht zurück auf das griechische éxodos (Ausgang).

    Das Land leidet unter einem Exodus unterbezahlter Akademiker, die in Scharen von der Aussicht auf bessere Löhne ins Ausland gelockt werden. Dieses Phänomen, auch Braindrain genannt, macht alle Investitionen der Regierung in die Ausbildung der Bevölkerung null und nichtig.

    Ein aktuelles Beispiel für einen Exodus ist die massenhafte Flucht der Syrer aus ihrem eigenen Land während des anhaltenden Bürgerkriegs.

    Der Exodus europäischer Musiker in die USA nach 1933 war vielleicht der größte Talenttransfer der Weltgeschichte.
    – Volker Hagedorn (2012), Vertreibung ins Paradies, DIE ZEIT, 16.2.2012 Nr. 08.

  • Exekutive

    Bei der Exekutive handelt es sich in der Politik und Rechtssprache um die ausführende und vollziehende Gewalt. Im Rahmen der Gewaltenteilung der Staatstheorie stellt die Exekutive neben der Legislative (Gesetzgebung) und Judikative (Rechtsprechung) eine der drei unabhängigen Gewalten dar.

    Das Substantiv Exekutive ist vom lateinischen exsequi (ausführen) hergeleitet.

    Bei Barbecues auf Jelzins Datscha drehte er die Schaschlikspieße, er trat als Gouverneur der Halbinsel Tschukotka offiziell in den Staatsdienst und überließ der Präsidialverwaltung eine teure Segeljacht zur persönlichen Nutzung Wladimir Putins. Wen das russische Strafrecht exekutiert, hängt weniger von seiner Gesetzestreue ab, als davon, wie gut er sich mit der Exekutive stellt.
    -Stefan Scholl, Im Niemandsland, Brandeins, 01/2007

    Für Europa zu sein heißt aber, dass Sozialdemokraten, Liberale und Grüne sich demonstrativ hinter den nun direkt legitimierten Luxemburgischen Christdemokraten stellen. Das würde unterstreichen, dass die Wahl des Europäischen Parlaments auch über die Bestellung der Exekutive, also der Kommission entscheidet. Und ebendas widerlegt das Gerede vom Demokratiedefizit der Union.
    -Anton Palinka, Europa hat gewählt: Braves Europa, Die Zeit, 23/2014

  • Xenophobie

    Xenophobie (die) bedeutet eigentlich „Fremdenangst“ wird oft aber mit „Fremdenfeindlichkeit“ gleichgesetzt. Xenophobie beschreibt also eine ablehnende Haltung gegenüber andersartigen Personen. Dazu zählt die Ausländerfeindlichkeit, aber auch die Ablehnung von Personen anderer Glaubensauffassung, anderer sozialer Schichten etc.

    Der Ausdruck setzt sich zusammen aus den griechischen Begriffen xenos (Fremder; aber auch: Gast) und phobos (Angst).

    Eines der großen Probleme unserer Zeit ist die zermürbende Xenophobie, die zur Spaltung der Gesellschaft führt und ein friedliches, positives Miteinander in einem Land erschwert.

    Nationalstolz, das Bewahren der eigenen kulturellen Identität und Xenophobie liegen oft nah beieinander.

    Warum im wiedervereinigten Deutschland die Xenophobie einen neuen, gewalttätigen Höhepunkt erreicht hat, das wird vom Autor sorgfältig und differenziert erörtert. Er verschweigt nicht, daß Politiker und Medien mit ihrem verantwortungslosen Gerede von einer „neuen Völkerwanderung 1 und einer „Asylantenschwemme“ die ausländerfeindlichen Exzesse geradezu begünstigt haben: „Jugendliche Gewalttäter verstanden sich nicht selten als aktive Vertreter einer schweigenden Mehrheit auf einem der politischen Gestaltung entglittenen Feld “
    Volker Ullrich (1994), Flucht vor der Wirklichkeit, DIE ZEIT, 4.3.1994 Nr. 10.

  • eminent

    Das Adjektiv eminent bedeutet „hervorragend“. Als eminent werden Dinge bezeichnet, die besonders herausragend, hervorragend oder außerordentlich sind.

    Weiter Synonyme können auch auffallend, unbeschreiblich, erstaunlich und bemerkenswert sein.

    Das Wort kann nur zum Hervorheben der Bedeutung von Substantiven und Adjektiven verwendet werden. Eine besonders geläufige Formulierung ist „eminent wichtig“.

    Herkunft des Begriffs ist das gleichbedeutende lateinische eminens.

    Für die Professorin ist das Thema „Zeitmanagement“ von eminenter Bedeutung.

    Der Konzern will die Verluste im eminent wichtigen Geschäft mit Nahrungsmitteln regionaler Herkunft durch eine Marketingkampagne wieder wettmachen.

    In ganz eminentem Sinne ist diese Maxime für die Goethesche Seinsbetrachtung charakteristisch: denn keine andere bindet Formung, Ordnung, Gesetz so unbedingt an die Erscheinung der Dinge, an die morphologische Wirklichkeit.
    – Georg Simmel (1913), Goethe.

  • euphemistisch

    Das Adjektiv euphemistisch bedeutet „beschönigend“ oder auch „schönredend“. Das zugehörige Substantiv ist der Euphemismus.

    Das Wort euphemistisch drückt aus, dass ein eher negativer Sachverhalt positiver und freundlicher dargestellt wird, als er wirklich ist. Umgangssprachlich wird auch oft der Ausdruck „etwas durch die Blume sagen“ verwendet.

    Die Bezeichnung Euphemismus entstammt dem griechischen Ausdruck euphemein, welcher so viel bedeutet wie „Worte von guter Vorbedeutung gebrauchen“ oder „Unangenehmes angenehm sagen“.

    Oftmals ist bildungsfern doch nur eine euphemistische Umschreibung für dumm.

    Er trägt die eigene Armut mit Stil und bezeichnet sich selbst gern euphemistisch als „Lebenskünstler“.

  • Foyer

    Ein Foyer (das) ist eine Eingangshalle, Empfangshalle oder auch Wandelhalle. Als Synonym zu diesem Substantiv gilt auch das bildungssprachliche „Vestibül“.

    Aus dem Französischen stammend, bedeutet foyer eigentlich „Herd“ oder „Brennpunkt“. Der Ursprung des französischen Begriffs liegt im lateinischen focus (Feuerstätte, Herd).

    Das Foyer des Theaters lädt in der Pause bei erfrischenden Getränken zum gemütlichen Austausch über Inszenierung und künstlerische Darbietung ein.

    Nach kurzer Absprache wurde beschlossen, sich erst einmal im Foyer zu treffen und gemeinsam auf die Suche nach dem angegebenen Raum zu machen.

    Die Gesuche und Angebote der Netzwerker hängen in einem Schaukasten im Foyer aus. Die Rentnerin Brigitte König wirbt dort zum Beispiel für ihren Bügelservice: Bei Bedarf bügelt sie sofort, sogar abends und am Wochenende.
    Astrid Funck, Wahlverwandschaften, Brandeins, 09/2005

  • technokratisch

    Das Adjektiv technokratisch beschreibt eine Form der Regierung oder der Verwaltung, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, statistischer Kontrolle und Rationalität beruht. Dabei stehen Effizienz und die Ausrichtung auf Sachzwänge im Vordergrund, individuelle Freiheit und demokratische Willensbildung dagegen tendenziell im Hintergrund.

    Der deutsche Begriff wurde aus dem gleichbedeutenden englischen technocratic entlehnt und ergibt sich aus der Zusammensetzung der altgriechischen Ausdrücke techne (Fertigkeit) und kratos (Macht, Herrschaft; auch der Gott der Macht in der griechischen Mythologie).

    Bei der TV-Debatte argumentierte er technokratisch, ratterte Statistiken herunter und ging auf die Fragen des jungen Arbeitssuchenden im Publikum nur oberflächlich ein.

    In der Gründerzeit [der EU] haben die Friedenssehnsucht der Kriegsgeneration und das Streben nach Wohlstand das Zusammenwachsen gefördert. Es herrschte ein Vertrauen in die politischen Führungskräfte. Das ließ die technokratische Konzeption der Gemeinschaft zu, deren einzige Identität der Pragmatismus war und deren Antriebskräfte durch die bipolare Welt des Kalten Krieges gefördert wurden.
    Franz Fischler (2012), Wählt einen Präsidenten für Europa!, DIE ZEIT, 24.5.2012 Nr. 22.

  • moderat

    Das Adjektiv moderat bedeutet „in Maßen“ oder „gemäßigt“. Mögliche Synonyme sind auch „zurückhaltend“, „angemessen“, „bescheiden“ oder „mäßig“.

    Man verwendet die Bezeichnung moderat für Preise oder Reaktionen, die angemessen oder zurückhaltend, also weder unterdurchschnittlich noch übertrieben sind.

    Der Ursprung des Wortes moderat geht auf das lateinische moderātor (wer ein Maß setzt, Mäßigender, Lenker, Leiter) und moderāre (ein Maß setzen, bestimmen, mäßigen, leiten, lenken) zurück.

    Das Restaurant hat eine große Auswahl zu moderaten Preisen.

    Die Gewerkschaft geht mit moderaten Forderungen in die Tarifverhandlungen.

    Die Reaktion der Opposition auf den Gesetzentwurf fiel moderat aus.

  • limitiert

    Das Adjektiv limitiert bedeutet „auf eine bestimmte Anzahl bzw. ein bestimmtes Maß begrenzt“.

    Andere Synonyme wären „eingeschränkt“ oder „eingeengt“.

    Der Begriff ist vom Partizip II des Verbes limitieren abgeleitet, welches auf das lateinische limitare (abgrenzen, bestimmen) zurückgeht.

    Vor allem für gut betuchte Sammler sind limitierte Sondereditionen von allerlei Luxusgütern wie beispielsweise Autos interessant.

    In Gesprächen mit meinem Chef wird mir immer wieder deutlich, dass er in seiner geistigen Entwicklung limitiert zu sein scheint.

    Microsoft wird zunächst nur eine limitierte Anzahl seines leistungsstärksten Computers verkaufen, aber die Zielgruppe ist ja auch limitiert. Ob er je nach Deutschland kommt, ist unklar. – Patrick Beuth, Der PC für das oberste eine Prozent, Zeit Online, 26.10.2016

     

  • sensibel

    Das Adjektiv sensibel bedeutet „empfindlich”, „verletzlich”, „verwundbar” oder „empfindsam”.

    Das Wort sensibel oder die Sensibilität wird meist als Ausdruck von Empfindlichkeit auf geistiger oder emotionaler Ebene verwendet. Auch bei überempfindlichen Reaktionen gegenüber einem Stoff, z.B. im Falle einer Allergie, wird es oft verwendet.

    Schließlich kann es auch bei vertraulichen Dokumenten oder Daten in dem Sinne gebraucht werden, dass diese sensiblen Daten besonders schutzbedürftig sind und mit ihnen besonders vorsichtig umgegangen werden muss. Vorrangig zählen hierzu personenbezogene Daten.

    Der Ursprung des Wortes kommt aus dem 17. Jahrhundert und ist entlehnt von lateinisch sensibilis , oder auch von lateinisch sentire (empfinden, fühlen) und lateinisch sensus.

    Wir sollten etwas aufpassen, was wir zu ihm sagen, denn ich habe gehört, er reagiert sehr sensibel auf Geschichten aus seiner Schulzeit.

    Diese Akten sind mit Vorsicht zu behandeln, da sie sehr sensible Informationen enthalten.

    Im Frühling und Sommer reagieren die meisten Menschen sensibel auf bestimmte Pollen.

Seite 2 von 6612345672030»