Auf neueswort.de lernen Sie täglich ein Fremdwort. Direkt auf der Website oder im kostenlosen Newsletter.

intern

Das Adjektiv intern hat meist die Bedeutung „den engsten Kreis einer Gruppe betreffend“ bzw. „nicht öffentlich“. In bestimmten Fällen sieht die Bedeutung allerdings wie folgt aus:

  • Die inneren Organe und deren Erkrankungen betreffend (Medizin). -> Internist: Facharzt für Innere Medizin.
  • Im Inneren von etwas befindlich.
  • Im Internat wohnend.

Dem Begriff zugrunde liegt das lateinische internus (innerlich, innen befindlich, inländisch).

Nach dem Autounfall konnten die Ärzte nicht auf Anhieb Verletzungen bei dem Unfallopfer erkennen. Zur Sicherheit musste er zur Beobachtung im Krankenhaus verbleiben, um etwaige interne Verletzungen auszuschließen.

Zwischenmenschliche Probleme in einem Profiverein gehören nicht an die Öffentlichkeit und sollten intern geklärt werden.

Die Forderungen der Opposition hatte die Regierungskoalition mit dem Verweis auf die Geheimhaltung von Daten zurückgewiesen. Die Unterlagen würden interne Regierungsgeschäfte betreffen, argumentierte sie. – Opposition will Silvesternacht-Dokumente einsehen, Zeit Online, 22.11.2016

spartanisch

Das Adjektiv spartanisch bedeutet (1) „einfach“, „schlicht“, „auf das Nötigste beschränkt“, (2) „besondere Anforderungen an jemandes Willen stellend“, „von hartem Willen zeugend“ oder (3) „das antike Sparta betreffend“.

Der Begriff stammt aus der Antike und beschreibt die sprichwörtliche Härte und Einfachheit der Spartaner. Es leitet sich direkt aus dem altgriechischen Namen der Stadt Sparta ab.

Die Website neueswort.de ist recht spartanisch gestaltet.

Der 59-Jährige sitzt an einem alten Holztisch in der Mitte eines schmalen, spartanisch eingerichteten Konferenzraums. Um den Tisch herum sechs harte Stühle. An der Wand Schränke, die an Spinde in Kasernen erinnern.
Karin Finkenzeller (2011), Kriegsspiele, brand eins 09/2011

Meine spartanische Erziehung hätte mich zerbrechen können – hat mich letztlich aber geprägt und auf diese schwierige Zeit vorbereitet.

Sie wird für ihre spartanische Disziplin bewundert.

Die Schlagkraft des spartanischen Bürgerheers war im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. allgemein bekannt.

frappant

Das Adjektiv frappant bedeutet „auffallend“, „überraschend“ oder auch „verblüffend“. In der deutschen Sprache wird auch der gleichbedeutende Ausdruck frappierend genutzt. Das dazugehörige Verb lautet frappieren.

Das Wort frappant wurde vom französischen Wort frapper abgeleitet, was mit „schlagen“ oder „hauen“ übersetzt werden kann. Weitere Synonyme für frappant sind außergewöhnlich, erstaunlich und unerwartet.

Die Ähnlichkeit der beiden Männer war frappant.

 

Für den chilenischen Fischereiexperten und Umweltaktivisten Juan Carlos Cardenas ist das keine Überraschung: „Wenn wir einen Blick auf Norwegen werfen, wo Lachs für den europäischen Markt viel nachhaltiger produziert wird, so ist der Unterschied frappant: In Chile setzen die Konzerne das Dreihundertfache an Antibiotika ein.“

Massentierhaltung im Meer – Lachszucht belastet Umwelt, Ulrich Achermann, srf.ch, 23.08.2018

 

 

 

kontraproduktiv

Das Adjektiv kontraproduktiv bedeutet „nicht hilfreich für das Erreichen bestimmter Dinge“.

Synonyme für kontraproduktiv sind zum Beispiel „schädlich“ und „abträglich“.

Es setzt sich aus der Vorsilbe kontra- und dem Wort produktiv zusammen. Die Vorsilbe kontra- geht auf das lateinische Wort contra zurück, was unter anderem „gegen“ und „dagegen“ bedeutet. Das Wort produktiv wurde vom Französischen in die deutsche Sprache übernommen, wobei sich die Schreibweise nur leicht geändert hat. Das französische productif geht wiederum auf lateinische Einflüsse zurück.

Die Umstellung der Renntaktik mitten in der Tour de France erwies sich damit als absolut kontraproduktiv.

Diese Maßnahmen hätten sich als unwirksam oder sogar kontraproduktiv erwiesen, heißt es in einem Gutachten, das die Wissenschaftler in Berlin vorstellten.

Gutachter fordern Ende der Mietpreisbremse, n-tv.de, 04.09.2018

dinieren

Das Verb dinieren steht für „ein festliches Mahl einnehmen“. Dabei ist die Uhrzeit der Mahlzeit nebensächlich, auch ein Mittagessen in festlichem Rahmen kann diniert werden. Synonyme für dinieren sind zum Beispiel speisen, tafeln oder essen.

Das in der deutschen Sprache geläufige Wort dinieren stammt vom französischen Wort dîner ab, was Abendessen bedeutet. Im Englischen bezeichnet dinner ebenfalls das Abendessen, wohingegen diner eine Bezeichnung für ein einfaches Restaurant ist, die vor allem in Nordamerika geläufig ist.

Es war eine Freude, in so einer prächtigen Umgebung zu dinieren.

Affäre

Das Substantiv Affäre, im Deutschen früher und auch heute noch vereinzelt Affaire geschrieben, verfügt über zwei unterschiedliche Bedeutungen. Zum einen kann damit ein unverbindliches, manchmal heimliches Liebesverhältnis beschrieben werden. Synonyme wären in diesem Fall „Liebschaft“, „Liebesabenteuer“, „Verhältnis“ oder „Seitensprung“.

Zum anderen kann Affäre auch als Synonym für einen Skandal in Politik, Wirtschaft oder anderen Aspekten des öffentlichen Lebens stehen.

Das Wort Affäre wurde aus dem Französischen in die deutsche Sprache übernommen. Das französische affaire bedeutet so viel wie „Angelegenheit“ oder „Vorfall“ und hat damit für sich alleinstehend eine breitere Bedeutung als im Deutschen.

 

Er war bekannt für die Affären mit seinen Sekretärinnen, seine Frau schien sich daran aber nicht zu stören.

In der Russland-Affäre will sich der US-Präsident den Fragen des Sonderermittlers entziehen.

Trump sitzt in der Grube – und gräbt immer weiter, Michael Stürmer, welt.de, 23.08.2018

oppositiv

Das Adjektiv oppositiv bedeutet „gegensätzlich“, „widersetzend“ oder „kritisierend“. Geläufiger ist im Deutschen das dazugehörige Substantiv Opposition. Das dazugehörige Verb lautet opponieren. Der Wortstamm geht dabei auf die lateinische Sprache zurück, in der zum Beispiel das Verb oppono verwendet wird, was „entgegenstellen“ bedeutet.

Weitere Synonyme für oppositiv sind zum Beispiel aufbegehrend, rebellierend und widersprechend. Als Adjektiv wird oppositiv in der deutschen Sprache selten verwendet. Wie auch das Substantiv der gleichen Wortfamilie bietet sich oppositiv zur Verwendung in einem politischen Kontext an.

Die meisten Gesetzesanträge im Parlament kamen von oppositiven Parteien.

Seine oppositive Grundeinstellung zur gesamten Thematik wurde wieder mehr als deutlich.

trivialsieren

Das Verb trivialisieren bedeutet „etwas oder jemanden als gewöhnlich oder normal darstellen“ oder „etwas oder jemanden verharmlosen“.

Trivialisieren wird häufig in Zusammenhängen verwendet, in denen eine Verharmlosung von Dingen oder Personen befürchtet wird, zum Beispiel von Verbrechen oder Straftätern.

Sprachlich leitet sich der Begriff vom lateinischen trivialis ab, was so viel wie „gewöhnlich“ oder „für jeden zugänglich“ bedeutet. Entstanden ist es aus dem lateinischen Wort trivium, was „Kreuzung dreier Wege“ bedeutet und als Bezeichnung für eine normale Straßenkreuzung diente. Da eine solche Kreuzung für jeden zugänglich und sehr alltäglich war, entstand die Bedeutung des Wortes trivalis.

Im Französischen findet sich das Wort trivial ebenfalls und lässt sich nicht nur direkt als trivial übersetzen, sondern auch als banal, ordinär oder primitiv. Synonyme für trivialisieren in der deutschen Sprache sind zum Beispiel verharmlosen, bagatellisieren und banalisieren. Das dazugehörige Adjektiv lautet trivial, das Substantiv ist Trivialität.

Sein Strafverteidiger versuchte alles, um seinen Mandaten ins rechte Licht zu rücken. Manch ein Prozessbeobachter sprach sogar davon, dass er dessen Verbrechen trivialisieren würde.

Natürlich ist die rechte Unterwanderung der Gesellschaft ein Riesenthema, und auch, dass neue Nazis sich ein naturtrübes Gewand überziehen. Der Sonntagskrimi beackert in seiner Suche nach Relevanz diesen Stoff permanent, aber leider in zu vielen mittelmäßigen Gebrauchsstücken, die das Publikum überfüttern und das Thema trivialisieren.

Ein „Polizeiruf“ voller naturtrüber Nazis, Holger Gertz, sueddeutsche.de, 17.09.2018

plastisch

Das Adjektiv plastisch bedeutet je nach Verwendung „bildhauerisch“, „formbar“, „modellierfähig“, „anschaulich“, „einprägsam“ oder „körperhaft“ im Sinne des Gegenteils von flächenhaft.

Der Wortstamm von plastisch stammt ursprünglich aus dem Griechischen. Hier findet sich das Wort plastikós, welches sich mit „zum Bilden, Formen, Gestalten gehörig“ übersetzen lässt. Vom Griechischen fand der Wortstamm den Weg auch in die lateinische und französische Sprache. Im Lateinischen findet man das Wort plasticus, im Französischen gibt es das Wort plastique. Beide Wörter lassen sich mit „plastisch“ ins Deutsche übersetzen.

Synonyme für plastisch sind je nach Bedeutung zum Beispiel „knetbar“, „dreidimensional“, „räumlich“, „ausdrucksvoll“ oder „bildhaft“. Auch wenn plastisch heute in verschiedenen Zusammenhängen verwendet wird, lässt sich jeweils eine Verbindung zur ursprünglichen Bedeutung erkennen.

Das dazugehörige Substantiv lautet Plastik und kann ebenfalls je nach Kontext verschiedene Bedeutungen annehmen.

Die plastische Chirurgie rekonstruiert und korrigiert Körperteile, um ihre Funktion und ihr Aussehen zu verbessern oder wiederherzustellen.

Die plastische Darstellung auf seinen Bildern unterschied ihn von vielen anderen Künstlern aus seinem Umfeld.

Doch im Vordergrund, das machte Burmann plastisch klar, stand die Menschenrettung.

Analyse des Großbrands in Siegburg – Feuerwehr legt beeindruckenden Bericht vor, Ralf Rohrmoser von Glasow, ksta.de, 19.09.2018

Cojones

Das Substantiv Cojones entspricht im Deutschen dem eher derben Begriff „Eier“, anstelle von „Hoden“.

Die Aussprache folgt dem Spanischen: [koˈxones] bzw. in eingedeutschter Lautschrift (Betonung auf der zweiten Silbe): [kochones].

Der Ausdruck ist zwar relativ vulgär, hat aber eine positive Konnotation. Er wird umgangssprachlich verwendet, um eine Person oder ihre Handlungen als mutig, kämpferisch oder geradlinig zu beschreiben.

Cojones wurde unverändert aus dem Spanischen übernommen und ist dort Teil zahlreicher vulgärer Redewendungen

„Die Mannschaft hat keine Cojones. Mit ihrem zaghaften Angriffsspiel sind sie deshalb bereits in der Vorrunde ausgeschieden.“

„Das ist nichts für Weicheier; was man hier braucht, sind Cojones.“

„Hättest du Cojones gehabt, hättest du die Frau angesprochen.“

„Der Junge ist kein Feigling, er hat Cojones!“