Das Substantiv Philippika (die) bezeichnet eine „heftige, leidenschaftliche Strafrede“, eine scharfe Anklage gegen eine Person oder eine Sache.
Eine Philippika ist ein leidenschaftlicher Angriff in Worten, der anklagt und verurteilt. Typisch ist die Wendung „eine Philippika gegen jemanden halten“, auch „loslassen“ oder „anheben“.
Das Wort ist gehoben und wirkt heute etwas veraltend. Meist geht es um eine Rede, gelegentlich auch um einen scharfen Text wie eine Kolumne oder eine Streitschrift. Der Plural lautet die Philippiken.
Hintergrund
Der Ausdruck stammt aus der Antike. Im 4. Jahrhundert v. Chr. hielt der athenische Redner Demosthenes mehrere flammende Reden gegen Philipp II. von Makedonien, der die Freiheit der griechischen Städte bedrohte. Diese Reden nannte man auf Griechisch tà Philippiká, „die Philippischen Reden“.
Rund dreihundert Jahre später griff der römische Redner Cicero das Vorbild auf. Seine scharfen Reden gegen Marcus Antonius nannte er nach diesem Muster orationes Philippicae. Über diese lateinische Form gelangte das Wort später ins Deutsche.
Im Deutschen ist Philippika seit dem frühen 19. Jahrhundert belegt.
Aussprache
Lautschrift (IPA): [fiˈlɪpika]
Verwendungsbeispiele
Die Abgeordnete hielt eine flammende Philippika gegen die geplante Kürzung der Bildungsmittel.
In ihrer Kolumne ließ die Journalistin eine Philippika gegen die Bequemlichkeit der Mächtigen los.
Niemand hatte mit einer so wütenden Philippika gegen die neue Arbeitszeitregelung gerechnet.
Im Geschichtsunterricht lasen die Schülerinnen und Schüler eine berühmte Philippika der Antike.
Die Rednerin steigerte sich in eine Philippika, die kein Ende nehmen wollte.
Dann beendet er seine Philippika mit zwei quasi kontrapunktischen Sätzen.
– Süddeutsche Zeitung, 8. Dezember 2001
Seine günstigstenfalls leicht hysterisch anmutende Philippika ließe sich womöglich schweigend übergehen, wäre er irgendwer.
– Die Welt, 16. April 2004
