Das Substantiv Palaver (das) bezeichnet ein „endloses, meist überflüssiges Gerede“ oder ein „nicht enden wollendes Hin und Her“.
Ein Palaver ist kein gutes Gespräch, sondern eines, das sich in die Länge zieht und zu nichts führt. Häufig geht es um Verhandlungen oder Besprechungen, die kein Ende finden. Viele Worte, wenig Ergebnis.
Der Ausdruck ist umgangssprachlich und abwertend.
Hintergrund
Nur wenige Wörter haben eine so weite Reise hinter sich wie Palaver. Am Anfang stehen das griechische parabole und das lateinische parabola in der Bedeutung „Gleichnis, Vergleich“. Aus derselben Wurzel stammen auch die deutschen Wörter Parabel und Parole.
Aus dem lateinischen parabola entwickelte sich das portugiesische palavra, also schlicht „Wort“. Über die Handelswege gelangte es an die westafrikanische Küste. Dort bezeichnete es die langwierigen Verhandlungen zwischen europäischen Kaufleuten und der einheimischen Bevölkerung.
Die westafrikanische Bevölkerung übernahm das Wort als Bezeichnung für ihre religiösen und gerichtlichen Versammlungen. Von dort griffen es englische Seeleute auf und trugen es in die englische Sprache (englisch palaver).
Aus dem Englischen gelangte Palaver in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ins Deutsche. Das Verb palavern ist erst im 20. Jahrhundert belegt. So wurde aus einem Wort für „Wort“ die Bezeichnung für allzu viele Worte.
Aussprache
Lautschrift (IPA): [paˈlaːvɐ]
Verwendungsbeispiele
Nach drei Stunden Palaver war die Sitzung keinen Schritt weiter.
Statt langem Palaver traf sie eine klare Entscheidung und ging.
Das ganze Palaver um die Sitzordnung fand er reichlich überflüssig.
Im Ausschuss versank der gute Vorschlag in endlosem Palaver.
Auf dem Markt gehörte das laute Palaver der Händlerinnen und Händler zum Alltag.
