Der Ausdruck a priori bedeutet „von vornherein„, „grundsätzlich“ oder „ohne weiteren Beweis„.
Im alltäglichen Sprachgebrauch wird a priori verwendet, wenn jemand etwas von vornherein annimmt oder ausschließt, ohne es geprüft zu haben.
Ein Satz wie „Das ist a priori keine gute Idee“ bedeutet: Schon ohne nähere Betrachtung spricht alles dagegen.
In der Philosophie hat der Begriff eine spezifischere Bedeutung. Eine Erkenntnis a priori ist eine Erkenntnis, die allein durch Nachdenken gewonnen wird, also unabhängig von Erfahrung und Beobachtung.
Ein klassisches Beispiel sind mathematische Wahrheiten: Dass zwei plus zwei vier ergibt, wissen wir a priori, ohne es in der Welt überprüfen zu müssen. Besonders Immanuel Kant hat den Begriff in seiner „Kritik der reinen Vernunft“ geprägt und systematisch vom Gegenbegriff a posteriori abgegrenzt, der Erkenntnisse bezeichnet, die erst durch Erfahrung gewonnen werden.
Der Ausdruck stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich „vom Früheren her“. Er setzt sich zusammen aus der Präposition a (von, von … her) und priori, dem Ablativ von prior (der Frühere, der Erste).
Aussprache
Lautschrift (IPA): [a pʁiˈoːʁi]
Verwendungsbeispiele
Man sollte neue Vorschläge nicht a priori ablehnen, sondern sich die Argumente zumindest anhören.
Die Studie wurde a priori als fehlerhaft eingestuft, noch bevor die Ergebnisse überhaupt vorlagen.
A priori ist das kein Widerspruch, doch in der Praxis dürfte es schwierig werden, beides miteinander zu vereinbaren.
In der Mathematik gelten viele Erkenntnisse als a priori, da sie sich allein durch logisches Denken herleiten lassen.
Ob das Projekt gelingen wird, lässt sich a priori kaum beurteilen.
