Das Substantiv Bravour (die) bezeichnet „meisterhaftes Können und eine glanzvolle Leistung“ oder „Tapferkeit und Unerschrockenheit“.
Am häufigsten begegnet uns das Wort heute in der Wendung „mit Bravour“: Wer eine Prüfung mit Bravour besteht oder eine schwierige Aufgabe mit Bravour löst, schafft sie nicht nur, sondern meistert sie mit sichtbarer Leichtigkeit und Klasse. Im Vordergrund steht weniger der Erfolg an sich als die überlegene Art, mit der er gelingt.
Daneben hält sich die ältere Bedeutung „Tapferkeit“ oder „Schneid“, die heute gehoben und etwas altmodisch klingt.
Im Plural bezeichnen Bravouren einzelne meisterhafte Glanznummern, etwa einer Tänzerin oder einer Eiskunstläuferin.
Hintergrund
Das Wort wurde Anfang des 18. Jahrhunderts aus dem französische bravoure (Tapferkeit) entlehnt. Dahinter steht italienisch bravura (Mut, meisterhafte Ausführung), eine Ableitung vom Adjektiv bravo (tapfer, tüchtig, ausgezeichnet).
Dass Bravour heute vor allem für Können steht, verdankt sich der Opernsprache: Die italienische aria di bravura, die deutsche Bravourarie, verlangte höchste Kunstfertigkeit und verband das Wort eng mit der Vorstellung virtuoser Meisterschaft.
Aussprache
Lautschrift (IPA): [bʁaˈvuːɐ̯]
Verwendungsbeispiele
Sie bestand die mündliche Prüfung mit Bravour und hatte am Ende sogar Freude an den kniffligen Nachfragen.
Am Flügel zeigte der Pianist eine Bravour, die selbst Kennerinnen und Kenner staunen ließ.
Mit großer Bravour steuerte die Kapitänin das kleine Boot durch den aufkommenden Sturm zurück in den Hafen.
Die Moderatorin führte durch den chaotischen Abend mit einer Gelassenheit und Bravour, die alle überraschte.
Die Vorstellung lebte von lauter kleinen Bravouren: einem Sprung hier, einer riskanten Drehung dort.
