Das Verb fraternisieren bedeutet „sich anfreunden“ oder „sich verbrüdern“, insbesondere zwischen Gruppen, die eigentlich Gegner oder Feinde sind. Es hat meist einen negativen Beiklang.
Fraternisieren wird häufig im militärischen oder politischen Kontext verwendet, wenn Soldaten oder Mitglieder rivalisierender Gruppen beginnen, freundschaftlich miteinander umzugehen.
Der deutsche Ausdruck leitet sich aus dem französischen fraternité (Brüderlichkeit) ab, welches auf das lateinische fraternus (brüderlich, freundschaftlich) zurückgeht. Vgl. auch lateinisch frater (Bruder).
Aussprache
Hörbeispiel:
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Lautschrift (IPA): [ˌfʁatɛʁniˈziːʁən]
Verwendungsbeispiele
Die Besatzungstruppen wurden gewarnt, nicht mit der lokalen Bevölkerung zu fraternisieren.
In politischen Krisen ist es heikel, wenn Sicherheitskräfte mit Demonstrierenden fraternisieren.
Die beiden gegnerischen Gruppen begannen überraschend zu fraternisieren und setzten sich an einen Tisch.
Laut Presseberichten fraternisieren Mitglieder der umstrittenen Partei zunehmend mit verfassungsfeindlichen Gruppen.
Es wird ihm zum Vorwurf gemacht, mit der Vorstandsebene der direkten Konkurrenz fraternisiert zu haben.
Kontrolle am „Checkpoint Charly“, dem Grenzposten zwischen Süd- und Nordkorea. Jeder muss unterschreiben, dass er auf dem Weg nach Panmunjom nicht mit nordkoreanischen Soldaten „fraternisiert oder Gesten macht, die der anderen Seite als Propagandamaterial dienen könnten“.
– Christian Schmidt-Häuer (2003),Zündeln mit der Bombe, DIE ZEIT 30.04.2003 Nr.19.
