Das Verb konfabulieren bedeutet „Gedächtnislücken unbewusst mit erfundenen, aber für wahr gehaltenen Erinnerungen füllen“.
Konfabulieren ist ein Fachbegriff aus Psychologie und Neurologie. Wer konfabuliert, erfindet Erinnerungen, ohne es zu merken, und hält sie selbst für echt. Mit Lügen hat das nichts zu tun, denn es fehlt jede Täuschungsabsicht.
Typischerweise tritt das Konfabulieren bei Schädigungen des Gehirns auf, etwa nach einem Schlaganfall, bei einer Demenz oder bei bestimmten Suchterkrankungen. Das Gehirn füllt die entstandenen Lücken eigenständig mit plausibel klingenden Geschichten.
Im weiteren Sinn wird das Wort manchmal auch für Menschen gebraucht, die ihre Erzählungen ausschmücken und Erlebtes mit Erfundenem vermischen.
Hintergrund
Das Wort geht auf das lateinische confabulari (reden, plaudern) zurück, gebildet aus con- (mit, zusammen) und fabulari (reden, erzählen), das wiederum von fabula (Erzählung, Geschichte) stammt. Verwandt sind die Fabel und das seltene fabulieren.
Wörtlich übersetzt bedeutet konfabulieren also „miteinander plaudern“. Aus dem harmlosen Geplauder wurde in der Fachsprache das unfreiwillige Erfinden von Erinnerungen.
Aussprache
Lautschrift (IPA): [kɔnfabuˈliːʁən]
Verwendungsbeispiele
Nach dem Schlaganfall begann der Patient zu konfabulieren und schilderte ausführlich einen Ausflug, den er nie unternommen hatte.
Die Großmutter konfabulierte zunehmend und erzählte von Besuchen, die nie stattgefunden hatten.
Wer konfabuliert, lügt nicht bewusst, sondern hält die erfundenen Erinnerungen selbst für die reine Wahrheit.
Auf der Feier konfabulierte er munter und schmückte seine Reisegeschichten mit Begebenheiten aus, die so nie geschehen waren.
Die behandelnde Ärztin erklärte den Angehörigen, dass das Konfabulieren ein Symptom der Erkrankung sei und keine Absicht dahinterstecke.
