Ein Obolus ist ein (meist kleiner) Geldbetrag, der etwa als Gebühr, Spende oder Bestechungsgeld für etwas gezahlt wird.
Ein Obolus wird oft verwendet, wenn jemand eine kleine Summe Geld beisteuert, etwa bei einer Sammlung oder als Beitrag zu einer Gemeinschaftsaktion. Der Begriff hat heute meist eine symbolische Bedeutung: Der Betrag ist nicht groß, aber er zeigt guten Willen oder Beteiligung.
Hintergrund
Im alten Griechenland war ein obolós eine kleine Silbermünze mit einem Gewicht von 0,72 Gramm. Der Name leitet sich aus dem griechischen obelós (Bratspieß) ab. Dies erklärte sich dadurch, dass die kleinen Münzen in der Antike anfangs nicht rund, sondern kleine, spitze Silberstückchen waren.
Im Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert existierten dann in mehreren Regionen Europas Münzen mit daraus abgeleiteten Namen wie Obol, Oboloi und Obolos.
Aussprache
Hörbeispiel:
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Lautschrift (IPA): [ˈoːbolʊs]
Verwendungsbeispiele
Ich habe einen kleinen Obolus in die Spendenbox geworfen.
Alle Mitarbeitenden gaben einen Obolus, damit wir der Chefin ein Geschenk kaufen konnten.
Für den Eintritt zum Fest war nur ein symbolischer Obolus fällig.
Auch wenn er selbst nicht viel hatte, leistete er seinen Obolus für den guten Zweck.
Beim Betreten des Tempels ist ein „freiwilliger“ Obolus in den dafür aufgestellten Kasten zu werfen.
Den Obolus muss jeder Gerätebesitzer entrichten, sogar der, der ausschließlich Dauerwerbesendungen schaut. Dass die GEZ potenzielle Schwarzseher per Melderegisterabgleich aufspürt und ihnen mit dem Gerichtsvollzieher droht, gilt nicht einmal innerhalb der begünstigten Anstalten als der Weisheit letzter Schluss.
– Roland Keller, Ulf J. Froitzheim (2002), Wettbewerb über Gebühr, brand eins 06/2002.
