• Quantität

    Das Substantiv Quantität (die) bedeutet „Menge“, „Ausmaß“ oder „Anzahl“.

    Nebst dieser Bedeutung bezeichnet Quantität auch die Länge oder Dauer eines Lautes in der Sprachwissenschaft, beziehungsweise die Länge oder Dauer einer Silbe in der Verslehre.

    Das Gegenwort zu Quantität ist Qualität.

    Quantität ist auf das lateinische quantitas (Größe, Menge) zurückzuführen.

    Das Unternehmen änderte sein Konzept und legte fortan mehr Wert auf Quantität. Die Produktion hat sich seither nahezu verdoppelt.

    Schließlich muss man für sich entscheiden, was wichtiger ist: „Masse statt Klasse“ oder Qualität vor Quantität.

    Bei welcher Quantität des Einkommens der Sprung in eine andere Qualität des Lebens erfolgt, ist gesellschaftlich nicht so exakt auszumachen wie in der Naturwissenschaft.
    Johannes Dieterich, Überleben ist schwer genug, Brandeins, 10/2010

  • Hypothese

    Eine Hypothese ist eine unbewiesene Annahme oder Behauptung, die noch eines Beweises bedarf. Der Begriff ist häufig in wissenschaftlichem Kontext, aber auch in der Bildungssprache zu finden.

    Das Substantiv ist auf das griechische ypóthesis (unterstellen, darlegen) zurückzuführen.

    Um seine Hypothese zu beweisen, musste er den Versuch mindestens fünfzig Mal durchführen.

    Das US-amerikanische Clay Mathematics Institute hatte die Hypothese 2000 zu einem von sieben mathematischen Jahrtausendproblemen erklärt und ein Preisgeld von einer Million Dollar für seine Lösung ausgeschrieben. 2010 lehnte Perelman auch diese Summe ab, ein Schock für die Öffentlichkeit. Wie kann einer so genial und gleichzeitig so blöd sein?
    Stefan Scholl, Er will einfach nur rechnen, Brandeins, 11/2011

  • Typografie

    Das Substantiv Typografie meint heute meist die konkrete Gestaltung von Druckerzeugnissen und digitalen Dokumenten. Dies umfasst die Wahl der Schriftart und -größe, das Layout und bei Druckerzeugnissen sogar die Wahl des Papiers.

    Ursprünglich bezeichnet der Begriff  das Druckhandwerk als solches, also die Wissenschaft und Lehre vom mittels beweglichen Lettern reproduzierbaren Schriftbild.

    Typografie stammt aus dem Griechischen und ist zusammengesetzt aus týpos (Schlag, Abdruck, Figur, Typ) und dem Determinatum –grafie, von graphein (Schreiben).

    Eine gelungene Typografie ist für Zeitungen und hochwertige Magazine ähnlich wichtig wie der Inhalt.

    Maximilian wusste: Menschen glauben, was sie sehen. Man muss es ihnen nur oft genug zeigen. Dann halten sie ein X für ein U. Deshalb förderte er den noch jungen Buchdruck und die Typografie. Er ließ beispielsweise eigene Schriften entwickeln, um bestimmte Eindrücke beim Publikum zu verstärken oder andere abzuschwächen.
    Wolf Lotter, Echt echt. Wirklich!, Brandeins, 02/2013

  • Patrouille

    Das zum Militär- oder Polizeiwesen gehörige Substantiv Patrouille bezeichnet einen Wachdienst, der von einer oder mehreren Personen wahrgenommen wird und einen speziellen Auftrag oder eine taktische Aufgabe verfolgt. Patrouille wird häufig in der Wortkombination „auf Patrouille gehen“ verwendet. Synonym zu Patrouille können die Substantive „Streife“ oder „Trupp“ genutzt werden.

    Patrouille wurde aus dem Französischen übernommen und bedeutet eigentlich „Herumwaten im Schmutz“. Zurückzuführen ist das Substantiv auf das französische Verb patrouiller (patschen).

    Zum Schutz der Nachbarschaft wurde eine Bürgerwehr eingerichtet, die nächtliche Patrouille-Gänge organisiert und durchführt.

    Die Einheit geht täglich am Grenzstreifen auf Patrouille.

    Zwei Polizeibusse biegen in den Innenhof ein. Die Beamten steigen aus. Einer in schusssicherer Weste fragt: „Was haben Sie hier zu suchen?“ Kontrollen sind üblich geworden. Rund um die Uhr fährt die Polizei in der Region Patrouille, häufig in Kolonne.
    Ulf Schubert, Verschlossene Gesellschaft, Brandeins, 05/2007

  • Infarkt

    Das Substantiv Infarkt ist ein Begriff aus dem Bereich der Medizin und bezeichnet das Absterben von Gewebe oder Organteilen nach Unterbrechung der Blutzufuhr.

    Neben dieser ursprünglichen Bedeutung steht Infarkt im übertragenden Sinne auch für einen Zusammenbruch von etwas.

    Infarkt ist vom lateinischen infarctum entlehnt, einer Partizipform von infarcire (hineinstopfen).

    Es kam zu einem Infarkt in der Vorderwand des Herzens, woraufhin sofort operiert werden musste.

    Rauchen ist ein erheblicher Risikofaktor in Hinblick auf Herzinfarkte, koronare Herzerkrankungen oder Schlaganfälle.

    In Hamburg, der fahrradfreundlichsten Stadt, wie Behörden und Marketing gern tönen. Oder besser: in der fahradfeindlichsten Stadt, wie Betroffene, die Grünen und diverse Studien gegenhalten. Und dazwischen steht die Geografin Spott, stellvertretend für Hunderttausende Radler einer Metropole vorm Verkehrsinfarkt. In einem Land mit Benzin im Blut.
    Jan Freitag, Radfahren: Hamburg, Stadt der kompromisslosen Autogerechtigkeit, Zeit Online, 11.10.2013

  • Konvent

    Ursprünglich ist der Begriff Konvent der katholischen Kirche und dem Hochschulwesen zuzuordnen.

    In der katholischen Kirche bezeichnet das Substantiv eine Versammlung von stimmberichtigten Mitgliedern eines Klosters oder auch die Gesamtheit der Mitglieder eines Klosters, also die Klostergemeinschaft.

    Im Hochschulwesen steht Konvent für die Gesamtheit der Habilitierten einer Universität, oder auch für eine Zusammenkunft der Mitglieder einer studentischen Selbstverwaltung.

    Aus diesen verschiedenen Bedeutungen ergeben sich Synonyme wie „Abtei“, „Stift“ oder „Konferenz“, „Versammlung“, „Zusammenkunft“ für das Nomen.

    Heutzutage werden auch Tagungen, Messen oder Fortbildungen als Konvent bezeichnet.

    Konvent ist abgeleitet vom lateinischen Wort conventus (Zusammenkunft, Versammlung).

    Bei dem Konvent entschied die Vielzahl von Unternehmensteilhabern über das Sanierungsprogramm.

    Nächste Woche tagt der Konvent.

    Darin ist er mehr als gut, orientiert sich früh ins Ausland, findet mit 17 Jahren Jobs in angesagten Salons in Rom und schneidet Kino-Idolen wie Sophia Loren die Haare. Horst wird herumgereicht als Darling der Stars, der ihren Glanz zur Entfaltung bringt, und beginnt ein Jet-Set-Leben. 1963 darf er seine Kunst bei Friseur-Konvents in New York demonstrieren.
    Oliver Driesen, Die Mission des Messdieners, Brandeins, 02/2003

  • Profitabilität

    Das Substantiv Profitabilität bezeichnet die Ertragskraft, also die langfristig nachhaltige Gewinnerzielungsmöglichkeit eines Unternehmens. Der Begriff wird im wirtschaftlichen Kontext verwendet.

    Profitabilität gehört zum Stamm des Adjektivs „profitabel“, welches auf das Französische profitable zurückzuführen ist.

    Durch die zunehmende Konkurrenz in unmittelbarer Nähe sinkt die Profitabilität des Unternehmens.

    Mit einem neuen, modernen Konzept soll die Profitabilität gesteigert werden.

    Der Konzern rutschte erstmals seit fünf Jahren in die roten Zahlen – im dritten Quartal mit 274 Millionen Dollar. Die mangelnde Profitabilität ist nicht einer fehlgeschlagenen Strategie geschuldet. Sie wird bewusst in Kauf genommen.
    Partricia Döhle, Blick in die Bilanz: Not for profit, Brandeins, 02/2013

  • Monolog

    Monolog ist ein Begriff der Literaturwissenschaft und bezeichnet ein laut geführtes Selbstgespräch einer Figur auf der Bühne.

    Im übertragenen Sinne  kann das Substantiv Monolog auch im Alltag verwendet werden, um auszudrücken, dass ein Gesprächspartner ununterbrochen redet und sein Gegenüber nicht zu Wort kommen lässt. Das Antonym zu Monolog ist Dialog.

    Monolog ist auf das griechische monológos (allein, mit sich selbst redend) zurückzuführen.

    Häufig merkt er nicht einmal, dass seine langatmigen Monologe seine Gesprächspartner eher langweilen und ermüden, als interessieren.

    Nachdem der Schauspieler einen langen Monolog über das Dasein gehalten hatte, fiel der Vorhang und der Pausengong erklang.

    Am nächsten Tag rief sie an, bedankte sich knapp und begann sofort einen exakt 43-minütigen Monolog über die Schlechtigkeit der Männer. Zwischen ihre Worte brachte ich kein einziges Geräusch, kein Atmen, das diesen offenbar einstudierten Redefluss Hunderter Vorwürfe hätte stoppen können.
    Manfred Klimek, Computerliebe Klick. Mich. An., Brandeins, 02/2014

  • Liquidität

    Das Substantiv Liquidität bezeichnet zum einen die Fähigkeit, Zahlungsverpflichtungen fristgerecht erfüllen zu können.

    Andererseits können Liquiditäten auch „flüssige“, also mehr oder weniger frei verfügbare finanzielle Mittel sein. Darunter fallen zum Beispiel Bargeld oder Guthaben auf Girokonten.

    Synonyme zu Liquidität sind „Solvenz“, „Zahlungsfähigkeit“ oder „Flüssigkeit“.

    Bei Liquidität handelt es sich um eine Substantivierung des Adjektivs „liquid“, zu lateinisch liquidus (flüssig), mit dem Derivatem –ität.

    Da der Interessent über genügend Liquidität verfügt, steht der Kooperation nichts mehr im Wege.

    Angenommen, ein Lieferant bietet seinem Abnehmer zwei Prozent Skonto, wenn er innerhalb von 45 Tagen zahlt, und ein Nettozahlungsziel von 60 Tagen. Der Kunde nimmt, weil er nicht genug Liquidität hat, den Zahlungsaufschub voll in Anspruch. Daraus ergibt sich ein effektiver Zinssatz von 48 Prozent pro Jahr.
    Christiane Sommer, Schulden als Referenz, Brandeins, 02/2004

  • Sanierung

    Das Substantiv Sanierung bezeichnet im Allgemeinen eine Instandsetzung, beziehungsweise Wiederherstellung. Diese Wiederherstellung kann sich auf einen geordneten Zustand oder auch auf wirtschaftliche Rentabilität beziehen.

    Unter Sanierung wird häufig auch eine Instandsetzung und Umgestaltung durch Renovierung oder den Abriss alter Gebäude mit anschließendem Neubau verstanden.

    Der Ausdruck ist eine Ableitung zum Stamm des Verbs „sanieren“, zu lateinisch sanare (gesund machen, heilen), mit dem Derivatem –ung.

    Um das Traditionsunternehmen aus den roten Zahlen zu retten, muss eine grundlegende Sanierung durchgeführt werden.

    Die Sanierung des Hauses sollte im Juni abgeschlossen sein, so dass einem Einzug im Juli nichts mehr im Wege steht.

    Inzwischen haben alle großen Banken bei der Aufsicht detaillierte Sanierungspläne eingereicht, in denen steht, wie in einer solchen Situation zu verfahren wäre. Das Problem während der Krise war doch, dass niemand auf die Schieflage einer Bank vorbereitet war.
    Jürgen Fitschen, Jürgen Fitschen: Niemand war vorbereitet, Die Zeit, 21.03.2014