Das Substantiv Mausoleum (das) bezeichnet ein „monumentales, prachtvolles Grabmal in Gebäudeform“.
Ein Mausoleum ist kein gewöhnliches Grab, sondern ein eigenes Bauwerk, in dem Tote bestattet werden. Errichtet wird es meist für eine bedeutende Person, eine Herrscherfamilie oder eine ganze Dynastie. Es soll ehren und für lange Zeit Bestand haben.
Mit dem Wort schwingt der Eindruck von Pracht und Dauer mit, manchmal auch von Prunk.
Gelegentlich wird es (übertragen) kritisch verwendet, etwa für einen kühlen, leblos wirkenden Bau.
Der Plural lautet: die Mausoleen.
Hintergrund
Das Wort geht auf ein bestimmtes Bauwerk der Antike zurück: Mausolos, ein Statthalter des Perserreichs, herrschte im 4. Jahrhundert v. Chr. über die Landschaft Karien im Südwesten der heutigen Türkei. Nach seinem Tod ließ ihm seine Witwe Artemisia in der Stadt Halikarnassos ein gewaltiges Grabmal errichten.
Dieser Bau, auf Griechisch Mausōleion, war so prächtig, dass er schon in der Antike zu den sieben Weltwundern zählte. Sein Name wurde bald zum allgemeinen Begriff für jedes prunkvolle Grabmal.
Im Deutschen ist Mausoleum seit dem 16. Jahrhundert belegt, zunächst nur für das Grab des Mausolos. Seit dem 17. Jahrhundert steht es allgemein für ein monumentales Grabmal. Das antike Bauwerk selbst wurde im Mittelalter durch Erdbeben zerstört. Erhaltene Skulpturen befinden sich heute im Britischen Museum in London.
Aussprache
Lautschrift (IPA): [maʊ̯zoˈleːʊm]
Verwendungsbeispiele
Auf ihrer Reise durch die Türkei besichtigte sie die Reste eines antiken Mausoleums.
Die Familie ließ auf dem Friedhof ein schlichtes Mausoleum errichten.
In manchen Hauptstädten ruhen bedeutende Persönlichkeiten der Geschichte in prunkvollen Mausoleen.
Die Architektin wollte kein kühles Mausoleum entwerfen, sondern einen lebendigen Ort.
Als die Gäste gegangen waren, kam ihm das leere Haus wie ein Mausoleum vor.
