Das Substantiv Bonhomie (die) bedeutet „behagliche Gutmütigkeit“, „treuherzige Freundlichkeit“ oder „gutmütige Biederkeit“.
Bonhomie beschreibt eine betont joviale, warmherzige Art im Auftreten. Wer Bonhomie ausstrahlt, wirkt gemütlich, wohlwollend und nahbar. Typisch ist dabei eine gewisse Behäbigkeit oder Gutgläubigkeit, die den Begriff von schlichter Freundlichkeit unterscheidet.
Häufig schwingt in dem Wort eine leise Ambivalenz mit. Bonhomie kann aufrichtig gemeint sein, wird manchmal aber auch als Fassade wahrgenommen: als eine zur Schau gestellte Herzlichkeit, hinter der sich Berechnung oder schlicht Oberflächlichkeit verbergen kann.
Hintergrund
Das Wort stammt aus dem Französischen und setzt sich zusammen aus bon (gut) und homme (Mensch, Mann). Wörtlich übersetzt bedeutet es also etwa „Gutmenschlichkeit“. Trotz des männlichen Ursprungs wird Bonhomie geschlechtsunabhängig verwendet. Im Französischen existiert auch das verwandte Wort bonhomme, das einen gutmütigen, gemütlichen Menschen bezeichnet. Im Deutschen ist Bonhomie seit dem 19. Jahrhundert belegt, vor allem in der gehobenen Schriftsprache. Heute gilt der Begriff als veraltend.
Aussprache
Lautschrift (IPA): [bɔnoˈmiː]
Verwendungsbeispiele
Sein breites Lächeln und die ruhige Stimme strahlten eine Bonhomie aus, der man sich nur schwer entziehen konnte.
Trotz aller Bemühungen wirkte ihre Bonhomie an diesem Abend etwas aufgesetzt.
Hinter seiner väterlichen Bonhomie vermuteten viele bloße Berechnung, doch wer ihn näher kannte, wusste es besser.
Die Bonhomie der Gastgeberin war entwaffnend.
Die Oppositionsführerin tat sich schwer gegen so viel Bonhomie auf der Regierungsbank.
