Grazie

Das Substantiv Grazie (die) bedeutet „Anmut“, „Liebreiz“ oder „natürliche Eleganz“.

Das Wort beschreibt eine mühelose, fließende Schönheit in Bewegung, Ausdruck oder Auftreten. Wer etwas mit Grazie tut, wirkt dabei leicht und selbstverständlich, ohne sichtbare Anstrengung.

Besonders häufig wird der Begriff im Zusammenhang mit Tanz, Sport oder Kunst verwendet. Eine Balletttänzerin bewegt sich mit Grazie, eine Rednerin tritt mit Grazie auf, eine Katze springt mit Grazie von einem Regal.

Grazie kann sich aber auch auf die Art beziehen, wie jemand mit schwierigen Situationen umgeht. Wer etwa eine Niederlage mit Grazie hinnimmt, bewahrt dabei Haltung und Würde.

Hintergrund

Das Wort wurde im 17. Jahrhundert aus dem italienischen grazia (Anmut, Gunst) entlehnt, das auf das lateinische gratia (Anmut, Dank, Gunst) zurückgeht.

Im Plural bezeichnen die Grazien (lateinisch gratiae) die drei römischen Göttinnen der Anmut: Aglaia (Glanz), Euphrosyne (Frohsinn) und Thalia (Üppigkeit). In der griechischen Mythologie wurden sie die Chariten (griechisch Chárites) genannt. Sie galten u.a. als Begleiterinnen der Venus und stehen sinnbildlich für Schönheit, Lebensfreude und Charme.

Aussprache

Lautschrift (IPA): [ˈɡʁaːt͡si̯ə]

Verwendungsbeispiele

Die Eiskunstläuferin glitt mit einer Grazie über das Eis, die das gesamte Publikum in ihren Bann zog.

Selbst nach dem überraschenden Wahlverlust trat sie mit beeindruckender Grazie vor die Kameras.

Was den Film so besonders macht, ist die Grazie, mit der die Hauptdarstellerin selbst die stillsten Szenen mit Leben füllt.

Mit der Grazie einer Raubkatze bewegte er sich durch den überfüllten Saal, ohne auch nur ein Glas zu berühren.

Manche Menschen besitzen eine natürliche Grazie, die sich weder erlernen noch imitieren lässt.

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