Invektive

Das Substantiv Invektive (die) bezeichnet eine „Schmähung“, „Beschimpfung“ oder „beleidigende Äußerung“.

Eine Invektive ist ein scharfer verbaler Angriff auf eine Person oder Gruppe. Sie zielt nicht auf Argumente, sondern auf Herabsetzung. Das Wort ist bildungssprachlich und begegnet uns vor allem in Texten über Politik, Literatur und öffentliche Debatten.

Häufig steht das Wort im Plural: Wer „sich in Invektiven ergeht“ oder „Invektiven schleudert“, greift andere mit Schmähungen an.

Anders als ein bloßes Schimpfwort richtet sich eine Invektive immer gegen eine bestimmte Person oder Gruppe. Sie kann Teil einer gezielten Diffamierung sein und wird vom Gegenüber als Affront empfunden.

In der Literaturwissenschaft bezeichnet Invektive auch eine ganze Gattung: die Schmährede oder Schmähschrift, wie sie schon in der Antike gepflegt wurde.

Hintergrund

Das Wort geht auf das mittellateinische invectiva zurück, eine Verkürzung von oratio invectiva, der „Schmährede“. Zugrunde liegt das spätlateinische Adjektiv invectivus („schmähend“). Dieses gehört zum lateinischen Verb invehi (jemanden anfahren, gegen jemanden losziehen), wörtlich eigentlich „hineinfahren“. Das Bild vom verbalen „Losfahren“ auf eine Person ist im Wort also bis heute enthalten.

Aussprache

Lautschrift (IPA): [ɪnvɛkˈtiːvə]

Verwendungsbeispiele

Die Debatte begann sachlich, endete aber in gegenseitigen Invektiven.

Statt auf die Kritik einzugehen, antwortete der Autor mit einer Invektive gegen seine Rezensentin.

Die Moderatorin griff ein, als die Diskussion in Invektiven abzugleiten drohte.

Ihre Rede war weniger eine Analyse als eine einzige Invektive gegen die Gegenseite.

In den Kommentarspalten ersetzen Invektiven immer öfter das Argument.

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