Das Adjektiv manichäisch bedeutet „zwischen Gut und Böse strikt unterscheidend“ oder „dualistisch im Weltbild“.
Wer manichäisch denkt, teilt die Welt in zwei klare Lager ein, meist in ein absolutes Gut und ein absolutes Böse. Grautöne oder Zwischentöne werden nicht zugelassen.
Der Begriff wird oft kritisch verwendet, um eine vereinfachende oder ideologisch geprägte Sichtweise zu beschreiben.
Hintergrund
Der Begriff manichäisch geht zurück auf den Manichäismus, eine im 3. Jahrhundert n. Chr. vom persischen Religionsstifter Mani begründete Lehre. Der Manichäismus war eine dualistische Religion, die das Universum als Kampf zwischen zwei ewigen Prinzipien sah: Licht (Gut) und Finsternis (Böse).
Diese Lehre breitete sich über Jahrhunderte von Persien bis nach Europa aus und wurde von der christlichen Kirche als Häresie verurteilt.
Heute wird manichäisch fast ausschließlich im übertragenen Sinne verwendet, um ein stark vereinfachendes und polarisierendes Denken zu kritisieren.
Aussprache
Lautschrift (IPA): [manɪˈçɛːɪʃ]
Verwendungsbeispiele
Die Darstellung des Konflikts ist manichäisch. Die eigene Seite wird idealisiert, die andere dämonisiert.
Viele Verschwörungstheorien beruhen auf einem manichäischen Weltbild.
Die Literatur der Epoche zeichnet sich oft durch manichäische Helden- und Feindbilder aus.
Ein manichäischer Blick auf komplexe Probleme verhindert oft eine sachliche Auseinandersetzung.
