Ressentiment (das) bedeutet „heimlicher Groll“, „unterschwelliger Hass“.
Ein Ressentiment ist kein spontaner Gefühlsausbruch, sondern ein über längere Zeit angestautes Gefühl. Es entsteht meist aus einer als ungerecht empfundenen Kränkung oder Benachteiligung.
Ressentiments äußern sich nicht offen, sondern wirken im Verborgenen. Sie richten sich häufig gegen Personen oder Gruppen und sind oft mit Vorurteilen verbunden.
Der Begriff entstammt dem französischen ressentiment (wörtlich: Nachtragen, Wieder-Empfinden). Dieses geht auf das lateinische sentire (fühlen) zurück. Im Deutschen wird der Begriff seit dem 19. Jahrhundert verwendet, besonders auch in der Philosophie (etwa bei Friedrich Nietzsche), um eine unterdrückte, ins Passive gewendete Feindseligkeit zu beschreiben.
Aussprache
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Lautschrift (IPA): [ʁɛsɑ̃tiˈmɑ̃ː]
Verwendungsbeispiele
Asylbewerber treffen in Deutschland vielerorts auf Ressentiments, Misstrauen und offen zur Schau getragenen Hass.
In seiner Kritik schwang ein altes Ressentiment gegen die Akademikerklasse mit.
Die sozialen Spannungen wurzeln oft in lang gehegten Ressentiments.
Sie konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass seine Ablehnung von einem persönlichen Ressentiment motiviert war.
Politische Agitatoren nutzen gezielt die Ressentiments bestimmter Bevölkerungsgruppen.
Im Wahlkampf setzte sie auf die Ressentiments und Feindbilder der angesprochenen Wähler.
