reziprok

Das Adjektiv reziprok ist vom lateinischen reciprocus (auf demselben Weg zurückkehrend) abgeleitet und bedeutet „wechselseitig“ oder „gegenseitig“.

In der heutigen Verwendung können als reziprok wechselseitige, gegenseitige oder aufeinander bezügliche Sequenzen oder Abläufe beschrieben werden. Auch Sachverhalte oder Verhältnisse können reziprok sein.

In der Mathematik ist der reziproke Wert genau der Kehrwert einer Zahl.

Die Beziehung der zwei Professoren war – ungewöhnlich für die Fakultät – von reziproker Hochachtung geprägt.

Das nennt man den ‚reziproken Altruismus‘, wenn wechselseitig altruistisches Verhalten einen positiven Gesamteffekt hat.

Im Prinzip funktioniert Vertrauensbildung unter Menschen ganz ähnlich: Wir sammeln bewusst oder unbewusst Erfahrungen über die andere Seite, bis wir in einer bestimmten Situation die Entscheidung treffen, eine riskante Vorleistung zu erbringen. Wird diese Vorleistung nicht missbraucht, setzt sich eine Spirale, ein reziproker Prozess in Gang. Das Ergebnis kann blindes Vertrauen sein.
– Christiane Sommer (2008), Was uns antörnt, brand eins 12/2008.

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