Silhouette

Das Substantiv Silhouette (die) bezeichnet den „Umriss“, „Schattenriss“ oder die „Kontur“ einer Figur oder eines Gegenstands.

Im alltäglichen Sprachgebrauch beschreibt eine Silhouette die dunkle Umrissform, die entsteht, wenn etwas vor einer hellen Fläche zu sehen ist: die Silhouette einer Stadt vor dem Abendhimmel, die Silhouette eines Menschen im Gegenlicht.

Auch in der Mode wird der Begriff verwendet, dort steht Silhouette für die Gesamtlinie eines Kleidungsstücks: eine schmale Silhouette, eine fließende Silhouette.

Hintergrund

Hinter dem Wort steht eine der amüsantesten Herkunftsgeschichten der deutschen Sprache, denn Silhouette geht auf den Namen eines Finanzministers zurück.

Étienne de Silhouette war 1759 Finanzminister von Frankreich unter Ludwig XV. Frankreich befand sich mitten im Siebenjährigen Krieg und die Staatskasse war leer. Silhouette versuchte, durch drastische Sparmaßnahmen Geld aufzutreiben, was ihn beim Adel so unbeliebt machte, dass er nach nur acht Monaten im Amt in Ungnade fiel.

Sein Name wurde daraufhin zum Spottbegriff: Alles, was billig, notdürftig oder unvollständig wirkte, hieß in Frankreich fortan à la Silhouette.

In dieser Zeit kamen Schattenriss-Porträts in Mode: schwarze Profilbilder, die durch Nachzeichnen eines Schattens entstanden. Sie waren die billigste Form des Porträts, verglichen mit Ölgemälden oder Miniaturen. Ein solches Porträt war eben ein portrait à la Silhouette, ein „nicht richtig ausgeführtes Bildnis“. Der Spottname blieb hängen, und aus dem Nachnamen eines gescheiterten Ministers wurde ein Wort in dutzenden Sprachen.

Die Ironie der Geschichte: Von Étienne de Silhouette selbst existiert kein einziges Porträt. Nicht einmal eine Silhouette.

Aussprache

Lautschrift (IPA): [zɪluˈɛtə]

Verwendungsbeispiele

Vom Ufer aus war nur die dunkle Silhouette der Burg vor dem rötlichen Abendhimmel zu erkennen.

Die Designerin setzte auf eine schmal geschnittene Silhouette, die den Körper umspielte, ohne einzuengen.

Im Gegenlicht zeichnete sich die Silhouette eines Reiters ab, der sich langsam dem Dorf näherte.

Die Silhouette der Dresdner Altstadt mit Frauenkirche und Semperoper gehört zu den bekanntesten Stadtansichten Deutschlands.

Im 18. Jahrhundert waren Silhouetten die günstigste Form des Porträts.

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