Xenophobie (die) bedeutet eigentlich „Fremdenangst“, wird oft aber mit „Fremdenfeindlichkeit“ gleichgesetzt.
Xenophobie beschreibt also eine ablehnende Haltung gegenüber Personen, die als fremd bzw. anders wahrgenommen werden. Dazu zählt die Ausländerfeindlichkeit, aber auch die Ablehnung von Personen anderer kultureller oder religiöser Zugehörigkeit.
Wenn etwa Zugewanderte pauschal für gesellschaftliche Probleme verantwortlich gemacht oder aufgrund ihrer Herkunft ausgegrenzt werden, spricht man von Xenophobie.
Der Ausdruck setzt sich zusammen aus den griechischen Begriffen xenos (Fremder; aber auch: Gast) und phobos (Angst). In die europäische Wissenschaftssprache gelangte der Ausdruck im 19. Jahrhundert, als man gesellschaftliche und psychologische Phänomene zunehmend mit griechischen Fachbegriffen benannte.
Unterschied zu „Rassismus“
Während Rassismus auf der Vorstellung biologischer oder kultureller „Überlegenheit“ bestimmter Gruppen beruht, beschreibt Xenophobie primär eine ablehnende Haltung gegenüber als fremd empfundenen Personen. Ideologie kann dabei eine Rolle spielen, muss aber nicht.
Aussprache
Hörbeispiel:
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Lautschrift (IPA): [ksenofoˈbiː]
Verwendungsbeispiele
Eines der großen Probleme unserer Zeit ist die zermürbende Xenophobie, die zur Spaltung der Gesellschaft führt und ein friedliches, positives Miteinander in einem Land erschwert.
In Krisenzeiten nimmt die Xenophobie in manchen Gesellschaften zu.
Das Forschungsprojekt untersucht die Ursachen von Xenophobie in urbanen Räumen.
Sie engagiert sich gegen Xenophobie und für interkulturellen Dialog.
Nationalstolz, das Bewahren der eigenen kulturellen Identität und Xenophobie liegen oft nah beieinander.
Warum im wiedervereinigten Deutschland die Xenophobie einen neuen, gewalttätigen Höhepunkt erreicht hat, das wird vom Autor sorgfältig und differenziert erörtert. Er verschweigt nicht, daß Politiker und Medien mit ihrem verantwortungslosen Gerede von einer „neuen Völkerwanderung“ und einer „Asylantenschwemme“ die ausländerfeindlichen Exzesse geradezu begünstigt haben […]
– Volker Ullrich (1994), Flucht vor der Wirklichkeit, DIE ZEIT, 4.3.1994 Nr. 10.
