FOMO

FOMO ist die Abkürzung für Fear Of Missing Out, was auf Deutsch als „Angst, etwas zu verpassen übersetzt werden kann.

In der Psychologie und Soziologie bezeichnet FOMO eine zunehmende Besorgnis oder Angst, nicht an wichtigen gesellschaftlichen Ereignissen, Interaktionen, Gesprächen oder Erfahrungen teilzunehmen. Es ist ein Phänomen, das insbesondere durch die sozialen Medien angetrieben wird. Wenn Menschen Fotos von Veranstaltungen, Reisen oder sozialen Treffen sehen, an denen sie nicht teilgenommen haben, kann FOMO entstehen.

FOMO ist nicht nur ein Phänomen der sozialen Medien, sondern kann auch in anderen Lebensbereichen auftreten. Zum Beispiel kann die Angst, berufliche Chancen zu verpassen, zu übermäßigem Engagement und Stress führen. Oder die Sorge, ein besonderes kulturelles oder gesellschaftliches Ereignis zu verpassen, kann dafür sorgen, dass man sich übernimmt und zu viele Verpflichtungen eingeht. FOMO ist hierbei also nicht nur ein individuelles Gefühl, sondern hat auch gesellschaftliche Auswirkungen. Es kann dazu führen, dass Menschen ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen ignorieren, um ständig auf dem neuesten Stand zu sein. In extremen Fällen kann dies sogar Stress, Erschöpfung und psychische Probleme zur Folge haben.

Besonders in der Marketingbranche wird FOMO bewusst als Strategie eingesetzt, um Konsumenten zum schnellen Handeln oder Kaufen zu bewegen. Ob Black Friday, Cyber Monday oder zeitlich begrenzte Sonderangebote – die Angst, ein Schnäppchen zu verpassen, ist ein klassisches Beispiel für FOMO.

FOMO hat sich zu einem wichtigen Begriff in der Diskussion um die psychologischen Auswirkungen der modernen Technologie entwickelt.

Aussprache

Lautschrift (IPA): [ˈfoʊmoʊ], [ˈfomo]

Verwendungsbeispiele

Die ständige Erreichbarkeit durch Smartphones hat dazu geführt, dass FOMO für viele Menschen zum alltäglichen Erlebnis geworden ist.

Wer gegensteuern und einem Phänomen wie Fomo keine Angriffsfläche bieten möchte, dem hilft vor allem die Rückbesinnung auf sich selbst. Paradoxerweise sind es Apps, die Fomo vorbeugen und dem User helfen sollen, seinen Internetkonsum wieder in geregelte Bahnen zu lenken.
– Danilo Rößger (2017): „Sind wir nicht alle ein bisschen Fomo?“ DIE ZEIT ONLINE. 01.01.2017.

Ich bekam es mit der Angst zu tun. Denn ja, ich hätte sicherlich mehr aus diesem Tag machen können. Ich hätte das Treffen im Park nicht absagen müssen, hätte doch noch schnell eine Runde über den Flohmarkt drehen können, hätte unbedingt noch L. anrufen sollen. Ich hätte die Zeitung lesen sollen, die ich mir letzten Donnerstag gekauft hatte, hätte überhaupt mehr lesen sollen. Und laufen sollen, oder überhaupt Sport. Hätte so vieles, doch jetzt lag ich im Bett. Und wurde älter, ohne dass ich dabei etwas tat. Mit meiner nächtlichen Angst bin ich nicht alleine. Wir kennen sie alle. Es ist eine moderne Angst. Die Angst, nicht oft genug „ja“ gesagt zu haben. Es ist FOMO (Fear Of Missing Out),  die Angst, etwas zu verpassen.
– Gunda Windmüller (2016):„Warum wir alle öfter Nein sagen sollten“ . ze.tt. 02.09.2016.

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