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biblioman

Das Adjektiv biblioman ist ein Begriff der Psychologie und bedeutet „krankhaft bücherliebend“.

Die Liebe zu Büchern ist bei den betroffenen Personen so stark ausgeprägt, dass Kennzeichen einer Sucht erkennbar sind oder sie sogar zu kriminellen Handlungen getrieben werden. So wiesen vor allem Angehörige des Klerus und Adels im 18. und 19. Jahrhundert bibliomane Züge auf. Der Pfarrer Johann Georg Tinius gilt als erster bekannter Bibliomane in Deutschland. Er verübte während des 19. Jahrhunderts mehrere Raubmordversuche und veruntreute Kirchengelder, um seinen Sammelwahn zu finanzieren.

Der Ausdruck biblioman stammt aus dem Griechischen und ist zurückzuführen auf die Substantive biblion (Buch) und mania (Wahn).

Die überfüllten Bücherregale im Wohnzimmer lassen auf bibliomane Bewohner schließen.

Viele Gleichaltrige machen sich über die 15 jährige, bibliomane Schülerin lustig und sprechen sie nur noch mit „Leseratte“ an. Für die Mitschüler ist es unbegreiflich, warum sie ihre geliebten Bücher den generationsprägenden Partys, Youtube-Channels und Facebook-Chats vorzieht.

Nach Erkenntnis der Medizin können Bücher krank machen. Die Sucht erzeugen, Buchrücken um sich zu haben. Das einchlägige Lexikon „Literatur und Medizin“ nennt als Symptome für „die bibliomanische Suchterkrankung“ : Verlust der rationalen Kontrolle über die benötigte und realistisch nutzbare Menge an Büchern. Verzicht auf Nahrungsaufnahme und Schlaf. Beschaffungskriminalität.
Lucas Wiegelmann, Wie Michael F. der Begierde nach 24.000 Büchern erlag, Die Welt, 06.03.2012

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