Das Substantiv Disposition (die) bedeutet „Veranlagung“, „Planung“ oder „freie Verfügung über etwas“. Das Wort ist bildungssprachlich, in einigen Fachsprachen aber fest verankert.
Veranlagung: Im Bereich von Charakter und Gesundheit meint Disposition eine innere Anlage, etwa eine psychische Disposition. In der Medizin bezeichnet das Wort die Empfänglichkeit für bestimmte Krankheiten, ebenso wie Prädisposition. Eine solche Anlage macht eine Erkrankung wahrscheinlicher, aber nicht zwangsläufig.
Planung: Im Sinne von „Planung“ trifft man seine Dispositionen oder muss kurzfristig umdisponieren. In Betrieben plant die Disposition, wann welche Waren oder Fahrzeuge wo gebraucht werden.
Freie Verfügung: Wer die Disposition über ein Vermögen hat, darf frei darüber bestimmen. Auch der Dispo gehört hierher. Der Dispositionskredit ist ein Kreditrahmen, über den man auf dem Girokonto frei verfügen kann.
Die Wendung „zur Disposition“ hat zwei Seiten. Steht einem etwas zur Disposition, ist es verfügbar. Wird dagegen ein Projekt zur Disposition gestellt, steht infrage, ob es weiter bestehen soll.
Hintergrund
Das Wort geht zurück auf das lateinische dispositio (Anordnung, Einrichtung). Es gehört zu disponere (verfügen, anordnen, einteilen), gebildet aus dis- (auseinander) und ponere (setzen, stellen, legen). In der antiken Redekunst war die dispositio ein fester Arbeitsschritt: das Ordnen der Argumente. Schon Cicero zählte sie zu den fünf Teilen der Redekunst.
Im Deutschen ist Disposition seit dem 16. Jahrhundert belegt. Die Bedeutung „Anlage“ lässt sich als Bild verstehen: Ein Mensch ist auf eine bestimmte Weise „eingerichtet“. Verwandt sind unter anderem disponieren und indisponibel.
Aussprache
Lautschrift (IPA): [dɪspoziˈtsi̯oːn]
Verwendungsbeispiele
Nach dem Tod ihres Vaters hatte sie die freie Disposition über das Familienvermögen.
Wegen der hohen Kosten stellt der Stadtrat das geplante Hallenbad erneut zur Disposition.
Als der Lieferant ausfiel, war die gesamte Disposition für die Woche hinfällig.
Seine Gelassenheit in Krisen ist weniger eine Frage der Übung als der inneren Disposition.
Der Arzt erklärte ihr, dass eine familiäre Disposition für Migräne nicht zwangsläufig zu Beschwerden führt.
