Das Adjektiv äquivalent bedeutet „gleichwertig“ oder „einander entsprechend“.
Was äquivalent ist, hat denselben Wert, dieselbe Wirkung oder dieselbe Funktion wie etwas anderes. Es muss dafür nicht genauso aussehen.
Beispiel: Ein ausländischer Studienabschluss kann einem deutschen Abschluss äquivalent sein, obwohl er anders heißt und anders aufgebaut ist.
In der Logik und der Mathematik hat das Wort eine genaue Bedeutung: Zwei Aussagen sind äquivalent, wenn sie immer gemeinsam wahr oder gemeinsam falsch sind. Zwei Mengen nennt man äquivalent, wenn sich ihre Elemente paarweise zuordnen lassen. Jedes Element der einen Menge hat dann genau einen Partner in der anderen. Solche Mengen sind gleich groß, auch wenn sie ganz verschiedene Dinge enthalten.
Abgrenzung
Äquivalent ist nicht dasselbe wie identisch. Was identisch ist, gleicht etwas anderem vollständig oder ist sogar ein und dasselbe. Äquivalente Dinge können sich dagegen deutlich unterscheiden. Sie haben nur denselben Wert oder erfüllen denselben Zweck.
Hintergrund
Das Wort stammt aus dem Latein des Mittelalters. Dort gab es das Wort aequivalens (gleichwertig). Es setzt sich aus aequus (gleich) und valere (stark sein, wert sein) zusammen. Gemeint ist also etwas, das gleich viel wert ist.
Ins Deutsche kam zuerst das Substantiv Äquivalent. Es wurde aus dem französischen équivalent übernommen, die Schreibung richtete sich aber nach dem Lateinischen. Aufgekommen ist der Ausdruck gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges in der Sprache der Diplomatie. Er tauchte vor allem dann auf, wenn Länder oder Gebiete abgetreten werden sollten. Ein Äquivalent war der gleichwertige Ausgleich für einen solchen Verlust.
Das Adjektiv äquivalent und das Substantiv Äquivalenz kamen erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Ein früher Einzelbeleg für das Adjektiv stammt allerdings schon aus dem Jahr 1731, aus einem Stadtrecht am Oberrhein.
Aussprache
Lautschrift (IPA): [ɛkvivaˈlɛnt]
Verwendungsbeispiele
Ihr Abschluss aus Kanada wurde als äquivalent zum deutschen Master anerkannt.
Weil er auf den Dienstwagen verzichtet, bekommt er jeden Monat einen äquivalenten Betrag ausgezahlt.
Für die Stelle wird ein abgeschlossenes Studium oder eine äquivalente Qualifikation verlangt.
Die Übersetzerin fand für das portugiesische Wort keinen äquivalenten Ausdruck im Deutschen.
Im Seminar zeigte sie, dass die erste Aussage der zweiten äquivalent ist.
