Enfant terrible

Die französische Wendung Enfant terrible bedeutet wörtlich „schreckliches Kind“ und bezeichnet im Deutschen eine Person, die durch unangepasstes, provokantes oder unkonventionelles Verhalten auffällt.

Ein Enfant terrible sagt oder tut oft Dinge, die andere für taktlos, gewagt oder skandalös halten. Gemeint ist dabei nicht zwingend ein Kind, sondern meist eine erwachsene Person, die bewusst oder unbewusst gesellschaftliche Normen infrage stellt. Sie eckt an oder schockiert, wird möglicherweise aber auch als Draufgänger bewundert.

Der Ausdruck stammt aus dem Französischen. Dort bezeichnete enfant terrible ursprünglich tatsächlich ein Kind, das durch unbedachte Ehrlichkeit peinliche Wahrheiten ausspricht und Erwachsene in Verlegenheit bringt.

Aussprache

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Lautschrift (IPA): [ɑ̃ˌfɑ̃ː tɛˈʁiːbl̩]

Verwendungsbeispiele

Sie wurde schnell zum Enfant terrible der Literaturszene, weil sie traditionelle Formen radikal ablehnte.

Als Enfant terrible der Familie sprach er aus, was sonst niemand zu sagen wagte.

Die Designerin inszeniert sich bewusst als Enfant terrible, um Aufmerksamkeit zu erregen.

In den Medien wurde sie jahrelang als Enfant terrible der Politik bezeichnet.

Auch vor dem Halbfinale gegen Deutschland blicken alle auf Mario Balotelli, die „Skandalnudel“, den „Bad Boy“, das „Enfant terrible„. Er ist wohl der einzige Spieler des Turniers, der nicht an seinen sportlichen Leistungen, sondern seinen Eskapaden gemessen wird.
Eike Kühl (2012), Der Anarchist mit dem Hahnenkamm, ZEIT online.

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