Das Adjektiv imperialistisch bedeutet „auf Machtausdehnung und Vorherrschaft ausgerichtet“. Es beschreibt Bestrebungen, den Einfluss eines Staates, Reiches oder einer Macht über andere Länder oder Völker auszubauen.
Imperialistisch wird meist verwendet, um politische Strategien oder Denkweisen zu kennzeichnen, die auf Kontrolle, Übernahme, Unterordnung oder Abhängigkeit abzielen. Dies kann militärisch, wirtschaftlich oder auch kulturell geschehen.
Der Begriff ist stark wertend und wird überwiegend kritisch gebraucht.
Hintergrund
Das Wort imperialistisch geht zurück auf das lateinische imperium (Befehlsgewalt, Herrschaft, Reich). Daraus entwickelte sich im 19. Jahrhundert der Begriff Imperialismus, mit dem hauptsächlich die koloniale Expansionspolitik europäischer Großmächte beschrieben wurde. In dieser Zeit unterwarfen Staaten große Teile der Welt politisch und wirtschaftlich.
Im theoretischen und politischen Sprachgebrauch, besonders im Marxismus, steht imperialistisch zudem für ein globales System der Ungleichheit, in dem mächtige Staaten schwächere Länder dominieren, um Rohstoffe, Arbeitskräfte oder Absatzmärkte zu sichern.
Aussprache
Lautschrift (IPA): [ɪmpeʁi̯aˈlɪstɪʃ]
Verwendungsbeispiele
Die USA wurden in der Debatte als imperialistische Macht kritisiert.
Die Revolution richtete sich gegen das imperialistische Regime.
Die Kolonialherrschaft wurde rückblickend als zutiefst imperialistisch bewertet.
Seine Analyse kritisiert die imperialistischen Strukturen der Weltwirtschaft.
Das Bündnis wandte sich gegen jede Form imperialistischer Einflussnahme.
In vielen Romanen jener Epoche wird das imperialistische Denken offen hinterfragt.
