Meritokratie

Das bildungssprachliche Substantiv Meritokratie bezeichnet ein Prinzip, bei dem Amtsträger, Herrscher, Leiter oder Führungspersonen gemäß ihren erbrachten Leistungen ausgewählt werden. Die Meritokratie spielt somit als Regierungsform eines Staates oder in anderen politischen oder wirtschaftlichen Organisationen eine Rolle.

„Leistungsgesellschaft“ und „Verdienstadel“ sind sinnverwandte Wörter zu Meritokratie.

Der Begriff ist aus dem lateinischen Substantiv meritum (Verdienst) und dem altgriechischen kratein (herrschen) zusammengesetzt. Erstmals wurde er 1958 vom Briten Sunlop Young im Rahmen seiner Satire ‚Rise of the Meritocracy‘ gebraucht.

Aussprache

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Lautschrift (IPA): [meʁitokʁaˈtiː]

Verwendungsbeispiele

Als Unternehmen verfolgen wir das Prinzip der Meritokratie. Man muss mit guten Leistungen beweisen, dass man eine Führungsposition verdient hat – am längsten dabei zu sein reicht nicht aus.

Hinter unserer Vorstellung von Demokratie, also der Herrschaft des Volkes, steckt vor allen Dingen die Meritokratie, die Idee von der Herrschaft der Leistungsträger, der Tüchtigen also, die sich im Hier und Jetzt Verdienste erwerben. Wer etwas leistet, soll etwas werden. Das ist die Grundlage unseres Weltbilds. Die Leistungsgesellschaft, das sind wir selbst.
-Wolf Lotter, Selbstzünder, Brandeins, 06/2013

Das grundsätzlich positive Prinzip der Meritokratie – nach der im Idealfall jede Person in einer Gesellschaft die verdiente Position einnimmt und entsprechend entlohnt wird – hat sich zu einem knallharten Sozialdarwinismus gewandelt, in dem die messbare Produktivität zum zentralen, wenn nicht einzigen Kriterium des „idealen Menschen“ geworden ist.
Anja Kümmel, Sachbuch „Und ich?“: Unsere vorgegaukelte Freiheit, Zeit Online, 15.01.2014

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