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Satire

Der Begriff Satire leitet sich vom lateinischen satira ab, was der Übersetzung nach eine mit verschiedenen Früchten gefüllte Schale, also eine bunte Mischung ist. Zu heutiger Zeit versteht man unter einer Satire eine Kunstgattung, die geprägt ist von Übertreibung und überspitzter, verhöhnender Kritik beziehungsweise Spott. Ziel des Spotts sind dabei oft politische Personen und Ereignisse sowie Fragen des Zeitgeschehens. Die Satire ist nicht auf das geschriebene Wort beschränkt, sondern kann sich auch im Film, in Aufführungen, in Karikaturen, Hörfunkbeiträgen und vielen weiteren medialen Formen wiederfinden.

Oft ist die Satire wichtig, um ohne Hemmung und überzogen auf Missstände aufmerksam machen zu können. Diese Kunstgattung erfreut sich nicht zuletzt so großer Beliebtheit, da oft gesagt wird, was viele nur zu denken wagen.

Insgesamt wurden 40 Verfahren seit 1979 gegen „Titanic“ angestrengt, 28 der 260 Ausgaben sind verboten, „Titanic“ ist die verbotenste Zeitschrift Deutschlands. Sonneborn: “ Eigentlich finden alle Satire gut, nur wenn sie selbst betroffen sind, dann nicht.“ Der Tag, an dem der Selbstmord Hannelore Kohls bekannt wurde, war derselbe Tag, an dem Benjamin von Stuckrad-Barres einstweilige Verfügung eintraf. Und der, an dem Friedrich Merz juristisch gegen seinen von „Titanic“ in Umlauf gebrachten Spitznamen Fotzenfritz erfolgreich vorging.

„Focus“ -Chefredakteur Helmut Markwort scheiterte ebenfalls am Satireblatt. Im Impressum von „Titanic“ steht die Rechtsanwältin Gabriele Rittig. Sie schaut das Heft vor dem Druck durch und versucht zu retten, was zu retten ist. So wurde aus der Rubrik „korrupte Politiker“, die monatlich das Passfoto eines Bundestagshinterbänklers zeigt, „unterschätzte Politiker“. Oft lässt sich die Redaktion aber nicht überzeugen.
Christian Litz, Käpt’n, wir sinken, brand eins 08/2001.

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